EU-Projekt

    Vergleich der Psychotherapie und psychotherapeutischer Unterstützung HIV-infizierter Patienten in verschiedenen europäischen Ländern

    Frankfurt Seminar May 25th - 27th 2001: Information  klick here 

    Projekt: Evaluation der von öffentlichen und privaten Einrichtungen
    angebotenen psychologischen Beratung in mehreren Großstädten
     
    Projektteilnehmer Mailand, Kreta , Frankfurt am Main, Amsterdam, Göteborg, Barcelona, Valladolid, Glasgow, Brüssel, Birmingham, Lipsia, Lyon, Teneriffa
     
    Beteiligte 
    EG-Mitgliedsstaaten
    Belgien, Deutschland, Griechenland, Italien, Niederlande, Spanien, Schweden, Großbritannien
     
    Projektbeginn Dezember 2000
    Dauer 1 Jahr
    Abschlußbericht Vorlage bis 31.05.2002
    Projektleitung Dr. Eleuterio Rea / MD Gabriele Codini, Mailand
     
    Projektbeschreibung
    Arbeitsplan 

    und Methoden
    Hintergrund: Durch die Proteaseinhibitoren ist die Mortalitätsrate bei AIDS-Patienten in den letzten zwei Jahren drastisch zurückgegangen. Gleichzeitig ist die durchschnittliche Lebenserwartung infizierter Patienten angestiegen. Patienten mit einer HIV-Infektion können jetzt eher mit anderen Patienten verglichen werden, die an einer chronischen Erkrankung leiden und eine relativ hohe Lebenserwartung haben. Das Verständnis der Patienten von ihrer In-fektion hat sich verändert, womit auch eine Veränderung der durch diese Erkrankung bedingten psychologischen Probleme verbunden ist. Es treten nun andere Probleme auf, z.B. in der Beziehung der Patienten zu ihrer Umgebung, ihren Partnern oder was Pläne für die Zukunft anbelangt.

    Psychotherpie zielt darauf ab, strukturelle Veränderungen durch einen emotional-affektiven Reifeprozess der Patienten zu bewirken. Patienten, die Zugang zu dieser Therapieform haben, hatten auch vor der Infektion bereits existentielle Probleme. Durch die Infektion sind für sie noch zusätzliche Komplikationen hinzugekommen.

    In den letzen Jahren war es nicht möglich hinsichtlich der klinischen Anwendung, Verfahrensweise und wissenschaftlichen Aspekte der Psychotherapie bei HIV-Patienten einen Vergleich durchzuführen, von wenigen, seltenen Ausnahmen einmal abgesehen. Es besteht derzeit eine große Notwendigkeit, solche Vergleiche durchzuführen, da Psychotherapie auf sehr komplexen methodischen Ansätzen basiert, die eine lange, sehr spezielle und umfangreiche Ausbildung erforderlich machen.

    Der Vorteil der Psychotherapie besteht darin, dass mit ihrer Hilfe eine dauerhafte strukturelle Veränderung des Individuums hinsichtlich des Umgangs mit der Krankheit sowie im Hinblick auf das Verhaltens und die Beziehungen zu anderen Menschen möglich wird. Sie trägt dazu bei, die Projektionen der Patienten zu modifizieren, ihnen zu einem konfliktfreieren Leben zu verhelfen und die Patienten innerlich zu stärken.

    Ziel des Projektes ist es, ein Netzwerk und Kontakte zwischen den Therapeuten und Gemeinden in der Europäischen Gemeinschaft zu schaffen. 
    Dadurch soll Folgendes ermöglicht werden:

    1. Evaluation der Verfügbarkeit von psychologischen Interventionsmethoden in den einzelnen Ländern – eine Übersicht über die in der Region vorhandenen Dienstleistungen erstellen;
    2. den beteiligten Therapeuten die Möglichkeit zum Austausch über wissenschaftliche Informationen und Kulturelles zu geben;
    3. Vergleiche darüber anzustellen, was es mit sich bringt, HIV-positiv zu sein, sowie über Beratungsinhalte und Hilfen;
    4. psychotherapeutische Hilfsangebote in Europa und ihre Verfügbarkeit zu verbessern;
    5. die veränderten Anforderungen an eine psychologische Beratung zu untersuchen, die sich durch die neuen Behandlungsmöglichkeiten ergeben.
    Wir werden Seminare in jeder der am Projekt beteiligten Städte organisieren (einige Psychotherapeuten des jeweiligen Gastlandes sollten zu diesen Veranstaltungen eingeladen werden). 

    Bei fünf Veranstaltungen wird es sich um internationale Seminare handeln:

    1. Bedürfnisse und Probleme von Patienten in den beteiligten Ländern im Verlauf der HIV-Infektion (Amsterdam);
    2. Verfügbarkeit psychologischer Hilfsangebote für Patienten in den beteiligten Ländern (Barcelona);
    3. Spezifische kulturelle Aspekte in den einzelnen Ländern im Hinblick auf die HIV-Infektion (Frankfurt am Main);
    4. Professionelle und klinische Erfahrungen und psychotherapeutische Verfahrensweisen in diesem spezifischen Bereich (London);
    5. Auswirkungen von Psychotherapie auf die Lebensqualität und das Risikoverhalten von HIV-Patienten (Mailand).
    Die anderen Treffen werden als lokale Tagungen durchgeführt. Die Arbeitsergebnisse wer-den den verschiedenen Ländern der Europäischen Gemeinschaft durch den Abschlußbericht und lokale Aktionen zugänglich gemacht. Die Forschungsarbeiten ermöglichen es allen Beteiligten, ihre Interventionsstrategien weiterzuentwickeln (viele Projektteilnehmer sind Institutionen wie Gemeinden, Universitäten, Stadtverwaltungen, etc.).
     
    Projektziele Das Hauptziel besteht darin, Grundlagen für ein Netzwerk zu schaffen, das Kontakte zwischen Therapeuten in der EG ermöglicht und dazu beiträgt:
    • die Situation jedes einzelnen Landes im Hinblick auf die Verfügbarkeit von psychologischen Interventionsmöglichkeiten im jeweiligen territorialen Bereich zu evaluieren (Übersicht erstellen);
    • den beteiligten Therapeuten die Möglichkeit zum Austausch über wissenschaftliche Informationen und Kulturelles zu geben;
    • Vergleiche darüber anzustellen, was es mit sich bringt, HIV-positiv zu sein, sowie über Beratungsinhalte und Hilfen;
    • psychotherapeutische Hilfsangebote in Europa und ihre Verfügbarkeit zu verbessern;
    • die Dienstleistungen in einer Übersicht darzustellen;
    • die verschiedenen Erfahrungen in europäischen Großstädten zu vergleichen;
    • die veränderten Anforderungen an eine psychologische Beratung zu untersuchen, die sich durch die neuen Behandlungsmöglichkeiten ergeben
    • und Richtlinien zu erstellen, die zur Aufrechterhaltung einer gezielten Zusammenarbeit der oben genannten europäischen Partner in den Bereichen Kultur und Wissenschaft beitragen.
     
    Methoden Ziel des Projektes ist es, vier Seminare und eine Konferenz in fünf der beteiligten Partnerstädte zu organisieren. Psychotherapueten des Gastlandes sollten zu den jeweiligen Tagungen eingeladen werden. Somit könnten Psychotherapeuten des Gastlandes und die Teilnehmer der europäischen Partnerorganisationen die vorgeschlagenen Themen im Detail und in ihrem jeweiligen landesspezifischen Kontext diskutiern und untersuchen. Ziel dieser Seminare ist es, Informationen über die Erfahrung von Experten in diesem Bereich sowie über die Probleme von Patienten und kulturelle Aspekte der einzelnen Länder zusammenzutragen. Bei Projektende soll ein Abschlußseminar stattfinden, in dem die Erfahrungen der einzelnen Seminare zusammengefaßt werden. Anschließend werden dann gemeinsame Psychotherapierichtlinien und ein Bericht über die aktuellen psychotherapeutischen Interventionsmöglichkeiten innerhalb der EG erstellt.

    Das Leitungsteam wird sich zusammensetzen aus: Cesare Maffei, Raffaele Visintini, Jose Catalan, Lena Nilsson Schonnesson, Eleuterio Rea, Gabriele Codini.

    Es werden Seminare in vier der am Projekt beteiligten Städte (Amsterdam, Barcelona, Frankfurt am Main, London) und eine Abschlußkonferenz in Mailand organisiert, mit dem Ziel, Informationen zu den folgenden Punkten zu erhalten:

    1. Bedürfnisse und Probleme von Patienten in den beteiligten Ländern im Verlauf der HIV-Infektion (Amsterdam);
    2. Verfügbarkeit psychologischer Hilfsangebote für Patienten in den beteiligten Ländern (Barcelona);
    3. Spezifische kulturelle Aspekte in den einzelnen Ländern im Hinblick auf die HIV-Infektion (Frankfurt am Main);
    4. professionelle und klinische Erfahrungen und psychotherapeutische Verfahrensweisen in diesem spezifischen Bereich (London);
    5. Auswirkungen von Psychotherapie auf die Lebensqualität und das Risikoverhalten von HIV-Patienten (Mailand).
     
    Zeitlicher Ablauf
    Februar 2001 bis Herbst 2001 Vorbereitende Arbeiten: Gründung und Treffen des Leitungsteams in Mailand, Übermittlung von Datenmaterial und Erfahrungen hinsichtlich des Projekts und der Erstellung von Übersichten über die lokalen Gegebenheiten an die Partner.
    Dezember 2000 – Oktober 2001 Organisation von fünf Seminaren in verschiedenen Regionen Europas
    Februar 2001  1. Seminar in Amsterdam
    März 2001  2. Seminar in Barcelona
    Mai 2001  3. Seminar in Frankfurt am Main
    Juli 2001  4. Seminar in London
    Dezember 2001  5. Konferenz in Mailand
    Januar 2001 - Oktober 2001  Treffen mit Partnerstädten, in denen keine Seminare stattfinden.
    Oktober 2001/ Mai 2002  Eine Leitungsgruppe setzt sich mit den Berichten der fünf Seminare auseinander und erstellt einen Abschlußbericht mit einem Plan für ein europäisches Netzwerk.
    Juni 2002  Der Abschlußbericht wird an die Europäische Kommission und die beteiligten Partnerorganisationen verschickt.
     
    Wert und Bedeutung 
    des Projekts für die 
    EG
    Erleichterung des Informationsaustauschs zwischen den führenden psychotherapeutischen Behandlungseinrichtungen für HIV-positive Patienten.

    Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen epidemiologischen Faktoren in den verschiedenen geografischen Regionen Europas bei besonderer Berücksichtigung diverser psychischer Probleme.
    Einrichtungen ausfindig machen, die in Europa führend in der HIV-Behandlung sind.

    In Europa ein Bewußtsein dafür schaffen, wie angemessene, den Bedürnissen von HIV-positiven Patienten gerecht werdende soziale und psychotherapeutische Hilfsangebote konzipiert sein müssen.

     
    Erwartete 
    Projektergebnisse
    Besserer Informationsaustausch über Psychotherapie und andere psychologische Hilfsangebote für HIV-positive Patienten.
    Europäische Strategien entwickeln. Richtlinien für die psychotherapeutische Behandlung HIV-positiver Patienten. Untersuchung der Bedürfnisse HIV-positiver Patienten.
     
    Methoden
    Vereinbarkeit mit 

    den Zielen
    Die angewandten Methoden, mit denen die Projektziele erreicht werden sollen, müssen die Unterschiede zwischen den beteiligten Ländern berücksichtigen. Weitere Ziele sind die Vermittlung von Informationen und Prävention sowie die Kontrolle, Überwachung und Evaluierung des Projektes.
     
     
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