HIV AIDS Infos Online
     

     
      Ausgabe 28
        Jahrgang 10
      Juni 2005
     
     
    Inhaltsverzeichnis Homepage der Praxis


    Vorbemerkung
    Impressum
     
     


     
     
     

    Filmtipp: Frauen mit HIV - Fünf unglaubliche Schicksale
    Jeder dritte Mann mit Syphilis hat auch HIV
    WHO wird Ziel nicht erreichen
    Verzögerte Immunantwort bei älteren HIV-Positiven unter HAART
    Mit Morphin oder Methadon auf Reisen
    Internationale Auszeichnungen für Saarbrücker Aidsforscher
    Brasilien bricht als erstes Land ein AIDS-Patent
    FDA lässt Aptivus gegen HIV zu
    FDA lässt Generika zu Boehringer-AIDS-Mittel zu
    GSK und IAVI wollen zusammen Aids-Impfstoff entwickeln
    Therapie-Zugang für alle
    Expanded Access für TMC114 ab Herbst
    Erstes Latex-Frauenkondom soll Billigung der WHO erhalten
    Verbesserung des Lipidprofils bei HIV-Positiven
    BGH weitet Arzthaftung aus
    AIDS-Forschungspreis das fünfzehnte Mal verliehen
    Infektiöse Hepatitis C erstmals im Labor hergestellt
    Südafrikas Gesundheitsministerin empfiehlt Gemüse gegen Aids
    Frauen reagieren anders
    Infizierte profitieren von neuem Kombipräparat
    Effektivität von Atazanavir nach Therapieversagen
    Diabetes-Risiko bei Patienten unter HAART
    Aids-Kongress in Wien
    Blutmafia verbreitet Aids
    Frankfurter Ärzte tragen zur Bekämpfung von AIDS in Afrika bei
    Gute Transplantationsergebnisse bei HIV-Positiven
    Europäische Zulassung für die neue Invirase 500-mg-Tablette
    Aktionsbündnis gegen AIDS ermahnt Pharmaindustrie
    AIDS-Waisenhäuser in Namibia
    Schwerer Rückschlag für Aids-Impfstoff
    Experten befürchten starken Anstieg Aids bedingter Todesfälle
    Neues Aids-Mittel zur US-Zulassung empfohlen
    Kosten für HIV/AIDS-Behandlung
    Kostenlose AIDS-Tests für homosexuelle Männer in Guangzhou
    Aids - die Todesursache Nummer eins
    Unzureichendes Engagement für Zugang zu unentbehrlichen Medikamenten
    Welt-AIDS-Impfstoff-Tag
    Verschwiegene Behinderung ist kein Kündigungsgrund
    Frühere Behandlung perinatal infizierter Kinder vorteilhaft
    Streit um Vitaminpräparate gegen HIV/Aids
    Neuropsychiatrische Langzeittoxizität von Efavirenz
    Passive Impfung kann HIV in Schach halten
    HIV und Schwangerschaft
    Aids in Osteuropa außer Kontrolle
    Brasilien lehnt US-Gelder zur Aids-Bekämpfung ab
    Global Business Coalition on HIV/AIDS
    HIV-Risiko durch "Sugar Daddies"
    Warum Impfungen bisher scheiterten
    Weiterer Mosaikstein in Richtung HIV-Impfstoff
    Akute Kondom-Knappheit
    HIV/AIDS-Impfstoff in klinischer Erprobung
    Physisches Training bei AIDS-Wasting versus Oxandrolon
    Deutschland: Schlendrian statt Safer Sex
    US Vakzine für AIDS-Kranke können in Russland hergestellt werden
    HIV ist in Indien außer Kontrolle
     
     
     
     
     
     
     
     

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    Vorbemerkung
     
    Die HIV AIDS Infos sind eine Zusammenstellung aus Internetquellen, Mail- und Newsgroups und erstreckt sich jeweils über einen Zeitraum von ca. drei bis vier Monaten. Die einzelnen Artikel sind mit einem Link auf die Orginalartikel versehen und chronologisch geordnet. Es wir auf diese Weise schnell über neue Entwicklungen und Änderungen in den Bereichen Epidemiologie, medizinischer Behandlung, ambulanter Pflege und psychosozialer Beratung bei HIV-Infektion und AIDS-Erkrankung informiert. Die HIV AIDS Infos erscheinen in regelmäßigen Abständen und informieren interdisziplinär über Änderungen und Neuerungen auf dem Gebiet von HIV und AIDS.

     

    Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     

    Filmtipp: Frauen mit HIV - Fünf unglaubliche Schicksale

    Film: CH, Paul Riniker,53 Min., 2003, VHS/12186, BZgA

    Inhalt: Die Reportage des Schweizer Autors Paul Riniker ist eine Reise zu berührenden Begegnungen mit fünf Frauen, die mit HIV leben. Lebensgeschichten und Lebenswelten von unterschiedlichen Persönlichkeiten werden sichtbar. Die Frauen im Alter zwischen 38 und 69 Jahren erzählen authentisch und ohne Beschönigung, wie Aids ihren Alltag, und ihre Einstellung zum Leben verändert hat. Der Umgang mit den Medikamenten, die Gefühle denjenigen gegenüber, die sie vermutlich angesteckt haben, der Wechsel zwischen Hoffnung, Lebensmut, Wut und Trauer werden erfahrbar.

    Beurteilung: Dokumentationen über Menschen mit HIV gibt es inzwischen viele. Die von Paul Riniker zählt sicher zu den besten, denn sie hält wirklich das, was die Film beschreibung auf dem Videolable verspricht: „Ohne Wertung oder Effektha scherei gelingt dem Autor eine behutsame, respektvolle Annäherung an Menschen, die trotz der Krankheit ihren Lebenswillen behalten haben."

    Der Film kann kostenlos entliehen werden (Zusendung unfrei) beim
    Institut für Medienpädagogik und Kommunikation / Landesfilmdienst Hessen e.V.,
    Kennedyallee 105 a
    60596 Frankfurt/Main
    Telefon: 069 / 63009432
    Telefax: 069 / 63009430
    Email: muk@muk-hessen.de

    MuK / Landesfilmdienst Hessen, Juli 2005Inhaltsverzeichnis


     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Jeder dritte Mann mit Syphilis hat auch HIV

    In Deutschland sind 70.000 Menschen HIV-positiv oder aidskrank / In der ehemaligen Sowjetunion waren Ende 2003 mehr als 268 000 betroffen.

    Hamburg - Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion sind in den osteuropäischen Ländern HIV- und Syphilis-Infektionen stark gestiegen. Allein für das Jahr 2001 wurden in Russland mit über 80.000 mehr HIV-Neuinfektionen diagnostiziert als insgesamt in Deutschland seit Beginn der HIV-Pandemie. Ende Dezember 2003 zählten die russischen Statistiker in ihrem Land bereits 268.000 HIV-positive und aidskranke Menschen.

    Beim 8. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin in Hamburg nannte Dr. Osamah Hamouda weitere aktuellen Zahlen von Euro-HIV, einem europäischen Netzwerk, das Daten aus den 52 Ländern der WHO-Europaregion sammelt.

    Nach Angaben des Infektionsepidemiologen vom Robert-Koch-Institut in Berlin sind die Zahlen der HIV-Neuinfektionen seit Anfang der 90er Jahre nicht nur in Russland, sondern vor allem in der Ukraine, in Estland und Lettland dramatisch gestiegen. Mit Stand 2004 heißt das: Ukraine (260 Infizierte auf eine Million Menschen der Bevölkerung, das sind etwa 60 000 Infizierte), Estland (568 auf eine Million; 3.400 Infizierte) und Lettland (141 auf eine Million; 2.700 Infizierte).

    Weltweit sind 40 Millionen Menschen mit HIV infiziert oder haben bereits Aids, nahezu zwei Drittel davon in Ländern Afrikas südlich der Sahara. Fünf Millionen Menschen haben sich weltweit 2004 mit HIV infiziert, drei Millionen HIV-Infizierte sind an den Folgen der Infektion gestorben.

    In der Mitte Europas, so Hamouda, seien die Zahlen im Vergleich dazu konstant auf relativ niedrigem Niveau geblieben. In Deutschland habe seit Mitte der 90er Jahre die Zahl der Neudiagnosen sogar abgenommen; insgesamt sind es jetzt etwa 70 000 HIV-Infizierte und Aids-Kranke. Hier wie in ganz Westeuropa habe sich auch die Zahl der Aidskranken - nicht zuletzt dank der antiviralen Therapie - seit Mitte der 90er Jahre auf ein Drittel verringert.

    Noch immer leben nach Angaben von Hamouda in Deutschland die meisten HIV-Infizierten in sechs Großstädten: Berlin, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Frankfurt am Main und München. In diesen Städten haben die Neuinfektionen nach Hamouda unter den Männern, die Sex mit Männern haben, zwischen 2002 und 2004 um 30 Prozent zugenommen. Im Gegensatz dazu nahmen die Neuinfektionen unter iv. Drogenabhängigen in diesen Ballungsräumen ab.

    In vielen europäischen Ländern sei die Zahl der Syphiliskranken seit 1999/2000 von 1 bis 2 auf 4 von 100.000 Einwohnern gestiegen, bei Männern von 2 auf 7 bis 8 pro 100.000 Einwohner. Die Zahl der erkrankten Frauen habe sich nur wenig erhöht.

    90 Prozent der Syphilis- und 78 Prozent der HIV-Infektionen wurden nach Hamouda durch homosexuelle Kontakte übertragen. Bei 31 Prozent der Männer, die an Syphilis erkranken, sei eine HIV-Infektion schon vorher bekannt gewesen. Zehn Prozent holten sich Syphilis gleichzeitig mit einer HIV-Infektion. Gut 80 Prozent der deutschen Männer mit Syphilis haben sich bei einem Deutschen angesteckt. Ausländer seien kaum betroffen und kämen vorwiegend aus Westeuropa. Unter den Syphilis-kranken Frauen gebe es einen höheren Anteil an Ausländerinnen, speziell aus Mittel- und Osteuropa.

    Insgesamt stelle man jedoch keine Zunahme der Syphilis durch Frauen aus osteuropäischen Ländern fest.

    Ärzte-Zeitung vom 30. Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    WHO wird Ziel nicht erreichen

    Bis Ende 2005 werden 3 Millionen Menschen nicht mit HIV Medikamenten versorgt sein.

    Genf - Vertreter der WHO www.who.int haben zugegeben, dass Sie das Ziel der Verbreitung von HIV-Medikamenten wahrscheinlich nicht erreichen wird. Absicht war es, bis Ende des Jahres drei Millionen Menschen zu versorgen. Auch wenn dieses Ziel nicht erreicht werde, habe es trotzdem als Katalysator für eine Veränderung einen Sinn gehabt. Es wurde zugesagt, dass die Anstrengungen zur Verbesserung des Zugangs zu einer entsprechenden Behandlung weiter verbessert werden würden. Als die WHO im Dezember 2003 angekündigt hatte, dass bis Ende 2005 drei Millionen Menschen in den Entwicklungsländern medizinisch versorgt sein sollten, war bekannt, dass dieses Ziel nur schwer zu erreichen sein würde. Zu diesem Zeitpunkt erhielten laut BBC nur 400.000 Menschen entsprechende Medikamente.

    Es wird erwartet, dass ein Zwischenbericht zeigen wird, dass trotz großer Fortschritte die Vorgaben ganz klar nicht erreicht wurden. Im Januar veröffentlichte Zahlen ergaben, dass die Zahl der mit Medikamenten versorgten Patienten auf 700.000 angestiegen war. Kim Jim vom WHO HIV/Aids Programm erklärte, dass es extrem schwer sein werde, das vorgegebene Ziel jetzt zu erreichen. Eine Verbesserung sei jedoch in allen betroffenen Ländern zu beobachten.

    In vielen Ländern erwies sich das Fehlen einer koordinierten Verteilung der Medikamente als entscheidender Stolperstein, dazu kamen noch Engpässe beim medizinischen Personal zur Betreuung der Patienten. Zusätzlich wurde durch diese Initiative immer mehr Menschen dazu motiviert, sich einem HIV-Test zu unterziehen. Beim Treffen der G8, das nächste Woche in Gleneagles stattfinden wird, hofft die WHO, dass die 27 Milliarden Dollar, die weltweit für den Zeitraum 2005-2007 für die Behandlung von HIV zugesagt waren, auch in harte Währung umgewandelt werden. Hilfsorganisationen warnten, dass in diesem Jahr erst die Hälfte des erforderlichen Geldes zur Verfügung gestellt wurde.

    Pressetext Austria Meldung vom 29. Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Verzögerte Immunantwort bei älteren HIV-Positiven unter HAART

    Bei über 50-jährigen HIV-Positiven sind immunologischer und klinischer Response auf eine HAART scheinbar weniger effektiv als bei jüngeren Patienten.

    Dr. Sophie Grabar vom Hopital Cochin in Paris und Kollegen analysierten diesbezügliche Daten von 3.015 HIV-Positiven, davon 401 im Alter über 50 Jahren, die nach der Diagnose eine hochaktive antiretrovirale Therapie einnahmen.

    Bei Patienten mit einer Viruslast unter 5log10 Kopien/ml betrug die durchschnittliche Steigerung der CD4-Zellzahl pro Monat nach Initiierung der HAART 17,3/mm3 bei unter 50jährigen und 14,1/mm3 bei über 50-jährigen HIV-Positiven (p<0,0001). Bei höherer Viruslast (>5log10 Kopien/ml) war die Immunantwort bei über 50-jährigen deutlich schwächer als bei jüngeren Patienten (+36,9/mm3 vs. +42,9/mm3; p<0,0001).

    Nach einem mittlerem Follow-up von 31,5 Monaten konnte bei 263 Patienten eine neue AIDS-definierende Erkrankung diagnostiziert werden, 44 Probanden verstarben. Nach Adjustierung auf Baseline-Charakteristika war das Risiko der klinischen Progression bei älteren HIV-Positiven signifikant höher (HR=1,52).
    Die Viruslast sank bei über 50-jährigen Patienten innerhalb der Beobachtungszeit häufiger unter 500 Kopien/ml (HR=1,23).

    Die Wissenschafter fassen zusammen, dass bei über 50-jährigen HIV-Positiven nach Initiierung einer HAART der virologische Response mit jenem von unter 50-jährigen vergleichbar ist, der immunologische Response bei älteren Patienten jedoch deutlich verlangsamt ist.

    Quelle: AIDS; 18: 2029-2038

    MedAustria - Meldung vom 29. Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Mit Morphin oder Methadon auf Reisen

    Berlin/Marburg - Patienten, die Medikamente nehmen, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, etwa Morphin, Methadon oder Methylphenidat, trauen sich oft nicht, in Urlaub zu fahren. Sie haben Angst, Probleme mit der Polizei zu bekommen. Doch kein Problem, sie brauchen nur eine ärztliche Bescheinigung. Was dabei zu beachten ist, darauf hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Berlin (BfArM) und auch das Grüne Kreuz (dgk) in Marburg zur Urlaubszeit hingewiesen.

    Für Patienten, die bis zu 30 Tagen innerhalb Deutschlands oder in einem Mitgliedsstaat des Schengener Abkommens reisen, gilt: Sie sollten sämtliche Medikamente mitnehmen, die sie in der Zeit brauchen, auch etwa Medikamente, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.

    Um die medizinische Notwendigkeit der Opioid-Einnahme zu dokumentieren, ist eine ärztliche Bescheinigung nötig. Darauf sind die Adresse des behandelnden Arztes, wichtige Daten des Patienten und alles Wissenswerte über das Arzneimittel, etwa Handelsbezeichnung und Wirkstoff, aufgeführt, aber auch wie lange die Verschreibung gültig ist. Diese Daten müssen vom behandelnden Arzt ausgefüllt und vom örtlichen Gesundheitsamt beglaubigt werden.

    Bei Reisen, die länger dauern oder die in Länder außerhalb des Schengener Abkommens führen, sollte eine ärztliche Bescheinigung in englischer Sprache mitgenommen werden. Diese sollte Angaben über Einzel- und Tagesdosis der Medikamente und die Dauer der Reise enthalten.

    "Daraus muss man den Bedarf für die Reise hochrechnen können", erklärt Dr. Dietmar Krause vom dgk. Das Formular für die Schengener Länder eigne sich hierfür, da es auch Angaben auf Englisch enthält. Auf jeden Fall sollten Patienten sich bei der Botschaft des Reiselandes genau nach den Richtlinien im Urlaubsland erkundigen.

    Die "Bescheinigung für das Mitführen von Betäubungsmitteln im Rahmen einer ärztlichen Behandlung" kann man sich im Internet herunterladen: unter www.bfarm.de oder unter www.forum-schmerz.de in der Rubrik "Patienten-Service"

    Ärzte-Zeitung vom 28. Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Internationale Auszeichnungen für Saarbrücker Aidsforscher

    Tobias Sing, Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken, ist mit bioinformatischen Analysen zur Aids-Therapie an mehrfach international ausgezeichneten Forschungsarbeiten beteiligt. Auf dem 14. Internationalen Kongress zur HIV-Wirkstoffresistenz, der Anfang Juni im kanadischen Quebec stattfand, wurden seine gemeinsamen Forschungen mit italienischen Virologen mit dem "Best Poster Award" ausgezeichnet. Die präsentierten Erkenntnisse wurden damit von insgesamt 166 internationalen Forschungsarbeiten zum Thema Aids als die besten befunden. Die gleiche Anerkennung für dieses und ein weiteres Forschungsprojekt erhielt Sing außerdem im April bei der zweiten wichtigen Konferenz zur Aidsforschung in diesem Jahr, dem europäischen HIV Drug Resistance Workshop in Athen. Der Bioinformatiker Tobias Sing hat gemeinsam mit Medizinern und Virologen aus Rom neue Mutationen im HIV-Genom entdeckt, die mit dem Therapieversagen gegenüber einer bestimmten Klasse von Wirkstoffen verknüpft sind. Diese Erkenntnisse spielen eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Aids-Patienten. Je nachdem, welche Resistenzen die HIV-Erreger entwickeln, müssen die verschiedenen Medikamente eines Aids-Patienten neu zusammengestellt werden. Von der richtigen Kombination der derzeit rund 20 verfügbaren Medikamente hängt es ab, ob der Krankheitsverlauf eines Aids-Patienten aufgehalten werden kann. Mit Hilfe von bioinformatischen Methoden konnten die Wissenschaftler herausfinden, dass die meisten der neu entdeckten Mutationen mit zwei bekannten Mutationspfaden verknüpft sind, die das Fortschreiten der Resistenz verursachen. Die Wahl des Pfades scheint von unauffälligen Hintergrundmutationen in der Virenpopulation mitbestimmt zu werden. Bioinformatische und Laboranalysen haben darüber hinaus zur Entdeckung von einigen Mutationen geführt, die die Resistenz des Virus beeinträchtigen und die möglicherweise gezielt bei der Behandlung ausgenutzt werden können. Insgesamt zeigt die Studie, dass die Mutationsmuster, die zur Wirkstoffresistenz führen, deutlich komplexer sind, als bisher angenommen.

    Auf dem europäischen HIV-Resistenzkongress in Athen wurde Tobias Sing für eine weitere, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Virologie der Universität Köln durchgeführte Forschungsarbeit ausgezeichnet, bei der es ebenfalls darum geht, die Therapie von Aids-Patienten zu unterstützen. Für eine neue Generation von Aids-Medikamenten hat der Bioinformatiker einen schon bestehenden kostenlosen Webdienst des Max-Planck-Instituts für Informatik weiter entwickelt. Der im Jahr 2000 von Dr. Niko Beerenwinkel entworfene Webservice "geno2pheno" hilft Ärzten dabei, individuell für jeden Aids-Patienten die passende Kombination von Medikamenten auszuwählen. Dafür wird das im Patientenblut gefundene HIV-Genom sequenziert und dann mit dem Rechner auf bestehende Resistenzen hin untersucht. Diesen Webdienst, der schon über 36.000-mal von Ärzten und Aidsforschern in Anspruch genommen wurde, hat Tobias Sing auf die neuen Medikamente angepasst. Diese Medikamente werden derzeit in klinischen Studien getestet und versuchen die Viren am Eintritt in die Zellen durch das Blockieren von so genannten HIV-Korezeptoren zu hindern.

    Auf der Basis von über tausend verschiedenen HIV-Stämmen, für die sowohl die Erbinformationen als auch die Korezeptorbenutzung experimentell bestimmt wurden, hat der Bioinformatiker Sing das Vorhersagesystem "geno2pheno[coreceptor]" erarbeitet. Mediziner und Virologen unterstützt dieser neue Service dabei, herauszufinden, ob die neuen Aids-Medikamente ihre vorgesehene Wirkung auch erreichen können. Der Korezeptor ist eine Art Eingangstür in der von HIV befallenden menschlichen Zelle, über die das Virus in die Zelle eindringt, um sich dort zu vermehren. Da beim medikamentösen Blockieren eines HIV-Korezeptors die Virenpopulation auf einen anderen Korezeptor ausweichen könnte, muss die Korezeptorbenutzung während der Behandlung mit einem der neuen Medikamente, die Korezeptoren blockieren, also die entsprechende Tür in die Zelle verschließen, sorgfältig und regelmäßig kontrolliert werden. Wie bei der Resistenzanalyse auch, ist hier eine genotypische Überwachung mit Hilfe des Webdienstes ist deutlich günstiger und schneller als aufwendige Laboruntersuchungen. Das neue Werkzeug fand bereits in einer publizierten virologischen Studie Verwendung. Darüber hinaus wurden seit Juni 2004 bereits über 1.600 Vorhersagen mit seiner Hilfe durchgeführt.

    Die Bioinformatik-Forschergruppe um Prof. Dr. Thomas Lengauer am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken ist bundesweit führend auf dem jungen Gebiet der klinischen Bioinformatik. Ein weiterer Mitarbeiter der Forschergruppe, Niko Beerenwinkel, wurde jetzt für seine Doktorarbeit über die computergestützte Analyse von Resistenzphänomenen bei HIV-Infektionen mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet. Er forscht seit kurzem an der University of California in Berkeley (USA). Das HIV Projekt hat die Abteilung vor einigen Jahren zusammen mit Kölner und Erlanger Virologen sowie Bioinformatikern aus Bonn und Potsdam ins Leben gerufen. Prof. Thomas Lengauer ist außerdem Sprecher des Saarbrücker Zentrums für Bioinformatik, das als eines von bundesweit fünf Bioinformatik-Zentren von der deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert wird. In dem Zentrum arbeiten Bioinformatiker, Mediziner, Biologen und Pharmazeuten eng zusammen. Schwerpunktthemen sind nicht nur die klinische Aids- und Hepatitis-Forschung, sondern auch die Entschlüsselung des menschlichen Genoms.

    Mehr Informationen unter: http://www.geno2pheno.org

    Universität des Saarlandes - Meldung vom 28. Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Brasilien bricht als erstes Land ein AIDS-Patent

    Im Streit über Preisnachlässe für AIDS-Medikamente in der Dritten Welt hat Brasilien als erstes Land das Patent eines Mittels gegen die Immunschwächekrankheit gebrochen. Wie Medien gestern unter Berufung auf das Gesundheitsministerium in Brasilia berichteten, besitzt das südamerikanische Land jetzt die Herstellungsformel des in Brasilien vom US-Konzern Abbott unter dem Namen "Kaletra" vertriebenen Produkts.

    Medikament zum halben Preis

    Das Labor der staatlichen Stiftung "Fiocruz" werde das Medikament (Lopinavir/Ritonavir) nun zu einem Preis von 0,68 US-Dollar pro Einheit produzieren. Das sei etwa die Hälfte des von Abbott in Brasilien geforderten Preises von umgerechnet 1,17 Dollar, hieß es.

    Das werde allein im ersten Jahr zu einer Ersparnis des Staates in Höhe von 130 Millionen Dollar führen. Der Staat versorgt in Brasilien alle HIV-Infizierten kostenlos mit Arzneimitteln.

    Brasilien hat mit über 200.000 registrierten Fällen die absolut meisten AIDS-Kranken in Lateinamerika. Die Aufklärungs- und Vorsorgekampagnen des Staates sowie die ärztliche Hilfe für die Kranken gelten aber unter Experten weltweit als beispielhaft.

    ORF Online - Meldung vom 26. Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    FDA lässt Aptivus gegen HIV zu

    Washington - Die US-Gesundheitsbehörde hat das Medikament "Tipranavir" von Boehringer-Ingelheim zur Behandlung von HIV-Patienten zugelassen, bei denen andere Mittel nicht mehr wirken. Das Medikament soll gemeinsam mit dem Mittel "Norvir" der Abbott Laboratories verabreicht werden und die Ausbreitung des HI-Virus blockieren, teilte das deutsche Pharmaunternehmen am späten Mittwoch mit. Das Mittel werde unter dem Markennamen "Aptivus" verkauft und sei in zwei Wochen verfügbar. Aptivus gehört zur Klasse der so genannten Protease-Hemmer, die zur HIV-Behandlung eingesetzt werden. Proteasehemmer verhindern den Zusammenbau neuer Viren, nachdem die Zelle neue Virenteile produziert hat. Damit wird die Vermehrung von HIV im Körper gehemmt.

    Die FDA hatte das Mittel im beschleunigten Verfahren zugelassen, das Unternehmen muss die Sicherheit und Wirksamkeit von Aptivus weiterhin überwachen. Für eine volle Zulassung verlangt die FDA weitere Informationen. Die Behörde hatte Sicherheitsbedenken zu dem Mittel geäußert.

    Yahoo Finanzen Meldung vom 23. Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    FDA lässt Generika zu Boehringer-AIDS-Mittel zu
     

    Washington - Die US-Gesundheitsbehörde hat zwei Generika zur Behandlung der Immunschwächekrankheit AIDS vorläufig zugelassen. Angewendet werden dürften nun die Mittel "Nevirapine" der Ranbaxy Laboratories Ltd und der Aurobindo Pharma Ltd., teilte die Behörde am Montag mit. Es handelt sich um die ersten Generika zum Medikament "Viramune" von Boehringer Ingelheim. Allerdings werden die Nachahmerpräparate wegen eines bestehenden Patentschutzes nicht sofort in den USA erhältlich sein. Die Zulassung ermöglicht Hilfsorganisationen aber die Verwendung außerhalb der USA im Rahmen des AIDS-Hilfsprogramms der US-Regierung, das ein Volumen von 15 Mrd. USD hat.

    Yahoo Finanzen Meldung vom 21. Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    GSK und IAVI wollen zusammen Aids-Impfstoff entwickeln

    London - Europas größter Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) und die Internationale Aids-Impfstoff-Initiative (IAVI) wollen zusammen einen experimentellen Impfstoff gegen die tödliche Immunschwäche Aids entwickeln.

    Beide Partner würden dafür ein gemeinsames Forschungs- und Entwicklungsteam bilden, teilte GSK am Dienstag in London mit. Der Arzneimittelhersteller habe sich verpflichtet, bei einem Forschungserfolg den Impfstoff Entwicklungsländern zu einem erschwinglichen Preis zur Verfügung zu stellen. IAVI werde ihre Expertise und Finanzmittel für die Forschung beisteuern. GSK zufolge arbeitet damit erstmals ein großer Impfstoffhersteller in der Aids-Impfstoffforschung mit der IAVI zusammen. Die Internationale Aids-Impfstoff-Initiative ist eine gemeinnützige wissenschaftliche Organisation, die 1996 mit dem Ziel gegründet wurde, die Entwicklung eines weltweit erhältlichen Aids-Impfstoffs voranzutreiben.

    GSK setzt bei der Kooperation auf einen Schimpansen-Virus, der auch als Adenovirus bekannt ist. Dabei soll eine Technologie angewendet werden, die den Virus so verändert, dass er beim Menschen nicht ansteckend wirkt. Mit ihm sollen dann HIV-Proteine in die Zellen transportiert werden, um dort eine Immunreaktion auszulösen. Es dürfte aber noch einige Zeit dauern bis die Zusammenarbeit Früchte trägt. Erste klinische Erprobungen dieser Impfstoff-Technologie dürften noch Jahre auf sich warten lassen. Nach Einschätzung von Branchenexperten ist es eher unwahrscheinlich, dass schon in den nächsten zehn Jahren ein auch kommerziell verwertbarer Impfstoff verfügbar sein wird.

    Weltweit waren Ende vergangenen Jahres nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO etwa 39,4 Millionen Menschen mit dem Aids-Virus infiziert, davon zwei Drittel in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Der Krankheit sind bereits etwa 30 Millionen Menschen rund um den Globus zum Opfer gefallen und jedes Jahr stecken sich weitere rund fünf Millionen mit dem Virus an. Zurzeit werden weltweit etwa 30 Impfstoffkandidaten getestet. Der Virus ist allerdings außerordentlich schwer zu bekämpfen, da er das Immunsystem des Menschen angreift und zudem häufig mutiert.

    Reuters Meldung vom 21 Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Therapie-Zugang für alle
     

    Deutsche AIDS-Stiftung fordert gemeinsame Anstrengungen von Politik, Pharmaindustrie, Forschung und Hilfsorganisationen - Mehr ältere Betroffene unter den Antragstellern.

    Bonn – Die Antragsteller bei der Deutschen AIDS- Stiftung werden insgesamt älter, unter ihnen sind mehr Migranten und mehr Frauen. Die Bewilligungssummen verschieben sich zunehmend von den Einzelhilfen zur Projektförderung. Die Unterstützung internationaler Projekte nimmt weiter zu. Diese Trends lassen sich dem Geschäftsbericht 2004 entnehmen, den die Deutsche AIDS-Stiftung heute der Öffentlichkeit vorstellt.

    Im Jahr 2004 konnte die Stiftung von HIV und AIDS betroffene Menschen in Deutschland im Rahmen der Einzelhilfe mit 935.830 € (2003: 870.151 €) unterstützen. Für die Förderung nationaler Projekte wurden 614.041 € (2003: 528.826 €) aufgewendet, zuzüglich der Finanzierung des Wohnprojektes Reichenberger Straße in Berlin mit 480.374 € (2003: 971.500 €), für internationale Projekte wurden 369.383 € (2003: 196.187 €) ausgegeben. Die Gesamtsumme der bewilligten Mittel beläuft sich im Jahr 2004 auf 2.492.548 € (2003: 2.618.072 €).

    Die Zunahme der Projektförderungen hat auch mit der fortschreitenden Globalisierung zu tun. „Steigende Infektionsraten in Osteuropa und eine dramatische epidemiologische Situation, insbesondere im südlichen Afrika, führen dazu, dass wir uns verstärkt auch international engagieren“, so Dr. Christoph Uleer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen AIDS-Stiftung. Dazu gehört auch die Frage des Therapie-Zugangs für alle, der sich die Jahrestagung der Stiftung am 16. Juni 2005 in Bad Godesberg widmete. Obwohl die Medikamentenpreise gesunken sind, haben viele Betroffene in den weniger entwickelten Ländern keinen Zugang zu antiretroviraler Therapie. „Um dies zu ändern, müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Die Deutsche AIDS-Stiftung fordert Politik, Pharmaindustrie, Forschung sowie Hilfsorganisationen zu gemeinsamen Anstrengungen und einer besseren Zusammenarbeit im Kampf gegen AIDS auf“, so Dr. Ulrich Heide, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung.

    Stefan Hippler, Vorsitzender des von der Stiftung unterstützten Hilfsprojektes „Hope“ in Kapstadt/Südafrika, kennt die Therapie-Probleme aus der Praxis: Stigma, Armut, falsche Dosierungen, mangelnde Betreuung der Patienten und Resistenzbildung. „Resistente Viren reisen schnell und werden auch nach Europa kommen. Deshalb ist die Frage eines Erfolges der medikamentösen Behandlung in Südafrika von Bedeutung für Europa“, betont Hippler. Als unabdingbar für die Verbesserung des Therapie-Zugangs bezeichnet Doris D´Cruz Grote vom Global Fund weitere Preissenkungen bei Medikamenten, effektive Infrastrukturen für Test- und Behandlungszentren sowie eine ausreichende Zahl qualifizierter Mitarbeiter.

    Spendenkonto 400, Bank für Sozialwirtschaft Köln, Bankleitzahl 370 205 00

    Deutsche AIDS-Stiftung Pressemeldung vom 17. Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Expanded Access für TMC114 ab Herbst

    Tibotec reicht Antrag für beschleunigte Zulassung von TMC114 ein. HIV/AIDS-Patientenaufnahmen starten im Herbst 2005.

    Yardley, Pennsylvania - Tibotec, Inc. gab heute Pläne zum Start eines Expanded Access Programs (EAP, erweitertes Zugangsprogramm) für den experimentellen Proteasehemmer TMC114 bekannt. Das Programm wird im Herbst dieses Jahres anlaufen und Patienten mit HIV/AIDS aufnehmen, die den Wirkstoff für eine effiziente Behandlung benötigen. Ferner gab das Unternehmen bekannt, dass sie im Frühjahr 2006 ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für TMC114 in den USA und Europa beantragen werden. Die wichtigsten Daten dafür werden aus den 24-wöchigen Primäranalysen der beiden Phase-IIB-Studien des Unternehmens stammen.

    Die Lancierung der Patientenaufnahmen für das Expanded Access Program, welches für stark vorbehandelte Erwachsene mit HIV/AIDS bestimmt ist, hängt von der Zulassung der lokalen Behörden und den Aufnahmen für die entscheidenden Phase-III-Studien ab. Expanded Access Programs ermöglichen Patienten mit schweren oder lebensbedrohenden Krankheiten den Zugang zu Behandlungsmethoden, die sich momentan noch in der klinischen Entwicklungsphase befinden.

    Dr. Paul Stoffels, Präsident von Tibotec, erklärte: "Wir sind uns bewusst, dass für viele HIV/AIDS-Patienten keine Behandlungsmethoden mehr verfügbar sind aufgrund der zunehmenden Resistenz der Viren. Wir arbeiten daran, durch dieses Programm diesen Patienten so schnell wie möglich Zugang zu TMC114 zu ermöglichen".

    TMC114 befindet sich in einer Klasse der antiretroviralen Wirkstoffe, die als Proteasehemmer bekannt sind. Diese werden normalerweise in Kombination mit anderen Klassen von HIV-Wirkstoffen benutzt, um die Vermehrung von HIV im Körper zu unterbinden.

    Das Expanded Access Program wird durch lokale Betriebsstellen der Johnson & Johnson verwaltet werden. Unterstützt wird das Programm in den USA von i3 Research und im Ausland von Parexel. Lokale Zulassungen vorausgesetzt, wird Tibotec Therapeutics das Produkt in den USA vermarkten. Außerhalb von Amerika werden Janssen-Cilag und andere Partner zuständig sein.

    Datenpräsentationen an der CROI in Boston vom 22.-25. Februar 2005

    Die Daten aus einer 24-wöchigen kombinierten Zwischenanalyse der Phase-IIB-Studien mit TMC114 wurden an der 12. Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections (CROI) präsentiert. Diese Analyse entstand mit den Daten aus zwei Phase-IIB-Studien (Dosisfindung) mit TMC114, verstärkt mit Ritonavir (TMC114/RTV), in Patienten mit einer oder mehreren primären PI-Mutationen, die mit mindestens drei Klassen von antiretroviralen Medikamenten vorbehandelt wurden.

    Ergebnisse: eine mittlere Reduktion der Plasma HIV-RNS von -1.85 log10 in der Gruppe mit der höchsten Dosierung, 600mg/100mg BID, verglichen mit einer Reduktion von -0.27 log10 bei der Kontrollgruppe. Die Probanden wurden randomisiert für die optimierte Basistherapie (OB) und eine von vier Dosen von TMC114/RTV (400mg/100mg QD, 800mg/100mg QD, 400mg/100mg BID, 600mg/100mg BID) oder OB mit von den Forschern bestimmten Kontroll-PI(s). Die Zwischenanalyse wurde durchgeführt, nachdem 150 Probanden in jeder der beiden Studien die 24-Wochen-Marke erreichten. Gesamthaft wurden 497 Probanden in die Analyse mit einbezogen.

    Nach 24 Wochen betrug der prozentuale Anteil der Probanden, deren Virenmenge nicht mehr festzustellen war (<50 Kopien/ml) zwischen 30 % (niedrigste Dosisgruppe) und 47 % (höchste Dosisgruppe) bei der TMC114/RTV-Gruppe, verglichen mit 10 % bei der Kontrollgruppe. Die häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen und Diarrhö. Diese lagen bei 17 % beziehungsweise 14 % bei den TMC114/RTV-Gruppen, verglichen mit 23 und 20 % bei den Kontrollgruppen. Diese Studien werden bis zur 144-Wochen-Marke weitergeführt.

    Die TMC114/RTV-Dosis für vorbehandelte Patienten für die Phase-III-Studien wird auf 600mg/100mg BID festgesetzt, basierend auf diesen 24-Wochen-Erkenntnissen. Die Prüfung von TMC114 wird mit vorbehandelten und behandlungsnaiven Patienten in Phase-III-Studien fortgesetzt.

    Tibotec Pressemeldung vom 16. Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Erstes Latex-Frauenkondom soll Billigung der World Health Organization erhalten

    MedTech Products Ltd. gab heute bekannt, dass sein revolutionäres V/A Worn-of-Women(R) (V/A) Kondom, das erste Latex-Kondom für Frauen überhaupt, ab dem ersten Sommertag in Europa erhältlich sein wird. Vom 21. Juni ab können Frauen Zwölferpackungen von V/A online über http://www.vawow.com vorbestellen. Die V/A-Kondome werden voraussichtlich ab Ende Juli in Geschäften überall in Europa vorrätig sein.

    Wal-Mart in Deutschland und Wal-Mart in China haben sich bereit erklärt, V/A sofort in all ihren Filialen zu führen, und grosse europäische Drogerie-Handelsketten wie Boots in Grossbritannien und DM in Deutschland sind gegenwärtig mit MedTech im Gespräch. V/A unterläuft zurzeit das CE-Kennzeichnungsverfahren (CE = Communauté Européenne) für den Verkauf in Europa und weltweit. Mit der FDA-Zulassung (FDA = Food and Drug Administration, amerikanische Behörde für Arzneimittelzulassung) für den Verkauf von V/A in den USA wird für Anfang 2006 gerechnet.

    "Der Erfolg unseres neuen V/A-Kondoms bei Frauen und ihren Partnern in Teilen Europas und Südafrikas im vergangenen Jahr ermöglicht es uns, den Vertrieb von V/A auf ganz Europa und Afrika sowie Asien und Südamerika auszudehnen", so MedTech President Ravi Reddy. "Wir sind ausserordentlich motiviert, V/A auf dem europäischen Einzelhandelsmarkt einzuführen und betrachten diesen Schritt als Teil unserer fortlaufenden Verpflichtung gegenüber unserem dortigen Kundenstamm."

    V/A, das aus der Kombination eines Latex-Beutels mit Schwamm konzipiert ist, der mit einer elastischen äusseren V-förmigen Fassung verbunden ist, entwickelt sich zu einem neuen Eckpfeiler für die Verhütung von AIDS rund um die Welt, denn es ist einfach in der Anwendung, billig und kombiniert Schutz mit Vergnügen. V/A wird voraussichtlich zu einem Preis von 0,75 Euro Cents pro Stück erhältlich sein.

    "V/A wurde der World Health Organization im März dieses Jahres auf deren Ersuchen hin vorgestellt, und die offizielle Billigung wird in den nächsten Monaten erwartet", so äusserte sich MP-Sprecher Brian Osterberg.

    Das allgemein akzeptierte V/A-Design ist das Resultat von 15 Jahren Entwicklung und klinischer Forschung. Ein Gesundheitsbericht der Johns Hopkins University vom April 2005 führt an, dass V/A ausgiebigen klinischen Tests unterzogen wurde, und das Kondom befindet sich in der Endphase der klinischen FDA-Studie, die von CONRAD und Family Health International (FHI) durchgeführt wird.

    (Photo: http://www.newscom.com/cgi-bin/prnh/20050615/DEW009)

    OnVista - Meldung vom 15. Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Verbesserung des Lipidprofils bei HIV-Positiven

    Austausch eines Protease-Inhibitors gegen Abacavir, Efavirenz oder Nevirapin.

    Eine Umstellung einer PI-basierenden Therapie auf Abacavir, Nevirapin oder Efavirenz könnte laut einer in „AIDS“ publizierten Studie bei HIV-Positiven in einer Besserung des Lipidprofils resultieren.

    Dr. Cesar A. Fisac und Kollegen untersuchten innerhalb einer 24monatigen Studie mögliche positive metabolische und morphologische Folgen bei Umstellung eines PIs auf Abacavir, Nevirapin oder Efavirenz. Im Zuge von NEFA wurde bei 90 Patienten neben der Effektivität auch die Metabolik nach der Umstellung von einem PI auf zwei die nNRTIs oder den NRTI untersucht.

    Am Ende der Beobachtungszeit konnte bei Therapie mit beiden nNRTIs ein positiver Effekt hinsichtlich gebesserter Lipidwerte registriert werden. Die HDL-c Werte stiegen signifikant bei Patienten nach Umstellung auf Efavirenz und Nevirapin (p<0,001), die TC-HDL-Ratio sank innerhalb der Beobachtungszeit ebenfalls signifikant bei Behandlung mit Efavirenz (p<0,001) oder Nevirapin (p<0,01). In der Abacavir-Gruppe konnte kein diesbezüglicher Effekt registriert werden.
    Nicht-HDL-Werte sanken sowohl unter Abacavir als auch unter Efavirenz um zehn Prozent (p=0,001 und p<0,05).

    Bei allen Probanden der drei Behandlungsarme konnte innerhalb des ersten Behandlungsjahres eine signifikante Reduktion der Triglyzeridwerte registriert werden, nach 24 Monaten war die initiale Reduktion nicht mehr zu beobachten und auf den Ausgangswert zurückgegangen.

    Fettverteilungsstörungen wurden infolge der Therapieumstellung nicht signifikant beeinflusst.

    Quelle: AIDS; 2005, 19: 917-925

    MedAustria Meldung vom 15. Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    BGH weitet Arzthaftung aus

    Schadensersatz für HIV-Infektion.

    Karlsruhe - Wenn Ärzte einen Patienten nicht über das HIV-Infektionsrisiko bei einer Bluttransfusion aufklären, haften sie im Falle einer Ansteckung auch gegenüber dessen Ehepartner. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag in Karlsruhe entschieden. Ärzte hätten die «Verpflichtung, die Weiterverbreitung von gefährlichen Infektionen zu verhindern». Sie müssten deshalb im Falle von Bluttransfusionen dem Patienten nachträglich «zu einem HIV-Test raten».

    Der BGH sprach einer mit dem Aids-Virus infizierten jungen Frau einen Anspruch auf Schmerzensgeld und Schadenersatz gegen den Träger eines Krankenhauses zu. Ärzte der Klinik hatten ihrem heutigen Ehemann nach einem schweren Unfall im Jahre 1985 Blutprodukte verabreicht, von denen zumindest eines mit HIV verseucht war. Bei ihrem Ehemann, den die Klägerin erst 1988 kennen lernte, wurden Ende 1997 HIV-Antikörper in einer Blutprobe festgestellt. Anfang 1998 stellte sich heraus, dass auch die Klägerin HIV-infiziert ist.

    Sie machte geltend, dass ihr Ehemann nicht auf die Gefahr einer transfusionsbedingten HIV-Infektion hingewiesen worden sei und deshalb keine Schutzmaßnahmen habe ergreifen können. Das Landgericht Trier hatte die Klage abgewiesen, weil der ursächliche Zusammenhang zwischen der HIV-Infektion der Klägerin und der Behandlung ihres Mannes mit Blutprodukten nicht erwiesen sei. Das Oberlandesgericht Koblenz gab jedoch in der Berufung der Klage der Frau statt. Die Revision des Krankenhausträgers wies der BGH jetzt zurück.

    Die Bundesrichter sahen für den Schadenersatzanspruch der Klägerin kein Hindernis darin, dass sie 1985 ihren Mann noch gar nicht kannte. In den Schutzbereich der ärztlichen Aufklärungspflicht sei «nicht nur der behandelte Patient, sondern auch dessen zukünftiger, zum Behandlungszeitpunkt noch nicht bekannter, Ehepartner einbezogen», heißt es in dem Urteil. Der BGH ging damit weiter als bei der Arzneimittelhaftung, wo nur die Empfänger fehlerhafter Medikamente, nicht aber Drittgeschädigte einbezogen sind.

    In der Verhandlung war auch diskutiert worden, ob die Arzthaftung in Fällen einer HIV-Infektion durch Blutprodukte nicht nur auf den Ehepartner, sondern auch auf andere Sexualpartner eines Patienten auszuweiten sei. Der Krankenhaus-Anwalt befürchtete in diesem Fall eine «Haftungsausweitung in epidemischem Ausmaß». Der BGH sah aber offenbar keinen Anlass, diese Frage anhand des vorliegenden Sachverhalts zu beantworten.

    Der Anwalt des Krankenhauses hatte auch betont, das HIV-Infektionsrisiko bei Blutprodukten sei nicht höher als bei einer Behandlung durch den Notarzt oder Zahnarzt und liege bislang lediglich bei 100 bis 200 Fällen. Im vorliegenden Fall sei zudem nicht nachgewiesen, dass die HIV-Infektion des Ehemannes auf eines der ihm verabreichten Blutprodukte zurückgehe. Dem folgte der BGH nicht. Es sei von der HIV-Verseuchung zumindest eines Blutproduktes «auszugehen, weil das behandelnde Krankenhaus nicht die erforderlichen Angaben über Chargen-Nummern und Hersteller gemacht hat».

    Die Aufklärungspflicht der Ärzte bestand laut Urteil auch schon 1985, obwohl es damals noch keine völlig sicheren Erkenntnisse über HIV-Infektionen in Verbindung mit Bluttransfusionen gegeben habe. Die Möglichkeit eines solchen Infektionswegs sei zumindest «in medizinischen Fachkreisen ernsthaft in Betracht gezogen» worden. (AZ: VI ZR 179/04 - Urteil vom 14. Juni 2005)

    Bundesverfassungsgericht - Pressemitteilung vom 14. Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    AIDS-Forschungspreis das 15te Mal verliehen

    Für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der HIV-Forschung erhielten Dr. Nazifa Qurishi, Dr. Christina Kreuzberg, Guido Lüchters, Dr. Wolfgang Effenberger, Bernd Kupfer, Prof. Tillman Sauerbruch, Prof. Jürgen Rockstroh und Prof. Ulrich Spengler - die Gruppe arbeitet am Universitätsklinikum Bonn - den AIDS-Forschungspreis 2005. Dieser von GlaxoSmithKline gestiftete Förderpreis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre von der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) für hervorragende wissenschaftliche Leistungen in der AIDS-Forschung vergeben. Nazifa Qurishi nahm den Preis im Rahmen des 10. Deutschen und 16. Österreichischen AIDS-Kongresses in Wien entgegen.

    Nach Einführung der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) Mitte der 90er Jahre verbesserte sich die Prognose der HIV-Infektion, und die HIV-assoziierte Morbidität und Mortalität verringerte sich deutlich. Da eine HAART aber nicht die Vermehrung des Hepatitis-C-Virus (HCV) hemmt und die Hepatotoxizität der HIV-Medikamente häufig zum Abbruch der HIV-Therapie bei HIV/HCV-koinfizierten Patienten zwingt, ging man davon aus, dass bei dieser Patientengruppe Morbidität und Mortalität der Hepatitis-Infektion in den Vordergrund treten würden. Entgegen dieser Erwartung konnte die Bonner Arbeitsgruppe zeigen, dass eine HAART nicht nur die Gesamtmortalität, sondern auch die leberassoziierte Mortalität bei doppelt infizierten Patienten senkt.

    In der kürzlich in "The Lancet" (Qurishi N. et al., 2003; 362:1708-13) publizierten und jetzt mit dem AIDS-Forschungspreis 2005 prämierten Arbeit untersuchten die Preisträger retrospektiv das Langzeit-Überleben von 285 Patienten mit HIV/HCV-Koinfektion, die regelmäßig von 1990 bis 2002 in der Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universität Bonn betreut wurden. Die Patienten gliederten sich in drei Gruppen: 93 Patienten wurden mit HAART - seit 1995 verfügbar - behandelt, 55 Patienten mit ausschließlich einem oder zwei Nukleosidanaloga (NRTI), seit 1992 verfügbar, und 137 Patienten erhielten keine antiretrovirale Behandlung. Die leberassoziierte Mortalität war unter HAART am geringsten: 0,45 pro 100 Personenjahre im Vergleich zu 0,69 unter 1-2 NRTI und 1,7 ohne Behandlung. Patienten unter HAART hatten einen signifikant größeren Überlebensvorteil. Eine schwere medikamentenassoziierte Hepatotoxizität trat bei 5 Patienten aus der Gruppe mit 1-2 NRTI auf und bei 13 Patienten aus der Gruppe mit HAART.

    Für die Bonner Arbeitsgruppe sollten HIV/HCV-koinfizierte Patienten eine HAART erhalten, denn der Vorteil einer wirksamen antiretroviralenTherapie hinsichtlich Überleben scheint das Risiko einer vermehrten Hepatotoxizität unter HAART bei weitem zu überwiegen.

    Prämierte Arbeit: Qurishi N. et al. Lancet 2003; 362:1708-13

    GlaxoSmithKline - Pressemeldung, Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Infektiöse Hepatitis C erstmals im Labor hergestellt

    Hoffnung auf neue Medikamente gegen das Virus

    New York - Wissenschaftern der Rockefeller University http://www.rockefeller.edu ist es erstmals gelungen eine infektiöse Hepatitis C im Labor herzustellen. Damit besteht wieder Hoffnung für die Entwicklung von Medikamenten gegen das Virus. Viele Details über den Lebenszyklus des Virus waren bis jetzt wenig erforscht, da keine infektiöse Form von HCV für Experimente zur Verfügung stand. Der leitende Wissenschafter Charles Rice erklärte gegenüber Science http://www.scienceonline.org , dass das neue System die Basis für zukünftige Forschungen lege. Demnach konnte im Labor in einer Reihe von Einzelexperimenten gezeigt werden, dass das Molekül CD81 eine entscheidende Rolle für den Zugang von HCV spielt.

    Die Wissenschafter wiesen nach, dass CD81 Moleküle, die nicht an die Oberfläche von Wirtszellen angebunden waren, mit angebundenen CD81 Molekülen konkurrierten und so das Eindringen von HCV in die Zelle verhinderten. Zusätzlich zeigte sich, dass Zellen, die CD81 nicht exprimierten, gegen eine Infektion immun waren. Es war bereits bekannt, dass das von HCV produzierte Protein E2 sich an CD81 anbindet. Nun wird angenommen, dass diese Interaktion für die Anbindung des Virus an die Wirtszellen erforderlich ist. Bei CD81 handelt es sich um ein Molekül, das sich auf der Oberfläche menschlicher Zellen befindet.

    Hepatitis C ist eine Hauptursache für chronische und fallweise tödliche Lebererkrankungen. Derzeit sind weltweit rund 170 Mio. Menschen betroffen. Das Virus HCV wird über das Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen und weitergegeben. Derzeit erfolgt eine Behandlung mittels einer Kombination von zwei Medikamenten. Nur rund 40 Prozent der Patienten sprechen laut BBC auf diese Behandlung an. Wie alle anderen Viren kann sich Hepatitis C nicht selbst vermehren. Es übernimmt vielmehr den Mechanismus der Wirtszelle.

    Pressetext Austria Meldung vom 13. Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Südafrikas Gesundheitsministerin empfiehlt Gemüse gegen Aids

    Durban - Die südafrikanische Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang ist erneut wegen ihrer umstrittenene Haltung im Kampf gegen Aids in die Kritik geraten. Zum Auftakt einer viertägigen Aids-Konferenz in Durban sagte Tshabalala-Msimang, die Teilnehmer sollten sich auch um andere Krankheiten wie Diabetes kümmern und im Kampf gegen den Virus nicht nur auf Medikamente setzen. Südafrika unterstütze ein Programm, das es Aids-Kranken ermögliche, sich bestimmtes Obst und Gemüse im Garten anzubauen, betonte sie.

    Die studierte Ärztin Tshabalala-Msimang steht seit langem in der Kritik, weil sie mit dem HI-Virus Infizierten eine Diät aus Roten Rüben, Knoblauch, Zitronen und Olivenöl zum Kampf gegen die Krankheit empfiehlt.

    Der Sprecher der größten Aids-Lobby-Gruppe Südafrikas TAC, Mark Haywood, sagte, die Ministerin habe eine gute Gelegenheit verpasst, die besten Ärzte, Experten und Aktivisten zum gemeinsamen Kampf in einer der größten Krisen des Landes aufzurufen. Statt dessen habe sie eine "falsche Polemik" um Ernährung und Aids angestoßen.

    Derzeit erhalten 42.000 Südafrikaner Medikamente gegen Aids. Die TAC fordert von der Regierung, bis Ende 2006 Medikamente für 200.000 Kranke bereitzustellen. Nach Aussage der UN-Aids-Behörde leben in Südafrika 5,3 Millionen Menschen mit HIV oder Aids, das ist jeder fünfte Erwachsene.

    Yahoo News vom 7. Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Frauen reagieren anders
     

    Frankfurter HIV-Therapeutin macht auf geschlechtsspezifische Unterschiede der Behandlung aufmerksam.

    Wien - Bisher gibt es nur wenige und teilweise widersprüchliche Daten über geschlechtsspezifische Unterschiede zur Wirksamkeit und Sicherheit antiretroviraler Substanzen. HIV-Medikamente scheinen bei Frauen und Männern zwar ähnlich wirksam zu sein, aber sie verursachen bei Frauen deutlich mehr unerwünschte Wirkungen.

    Weltweit sind fast genauso viele Frauen wie Männer mit HIV infiziert. In Deutschland sind mittlerweile ein Viertel aller HIV-Infizierten Frauen. Progression der HIV-Krankheit bei Frauen und Männern gleich

    Bisher würden Unterschiede in der Therapie bei Frauen mit HIV häufig nur auf den Aspekt Schwangerschaft reduziert, dabei gebe es noch andere wichtige Unterschiede, die berücksichtigt werden müssten, sagte Dr. Annette Haberl aus Frankfurt am Main beim deutsch-österreichischen Aids-Kongress in Wien.

    Die Progression der Infektion verlaufe bei Frauen und Männern nicht unterschiedlich, auch wenn Frauen im Vergleich zu Männern in den ersten Jahren der Infektion eine höhere CD4-Zellzahl und weniger Viren im Blut haben. Frauen sprechen Haberl zufolge auf eine antiretrovirale Therapie virologisch, immunologisch und klinisch weder besser noch schlechter an als Männer. Dies habe die Auswertung einer italienischen Studie ergeben, die mit 700 Frauen von insgesamt 2000 HIV-Patienten einen relativ hohen Frauenanteil hat.

    Allerdings: Die Rate unerwünschter Wirkungen sei bei Frauen deutlich höher als bei Männern, hob Haberl hervor. Der Grund sei wahrscheinlich eine unterschiedliche Pharmakokinetik der Medikamente bei Frauen, allerdings würden Langzeitstudien zu geschlechtsspezifischen pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Wirkungen der HIV-Medikamente bisher fehlen.

    Bisherige Daten haben ergeben, dass die Toxizitäten hervorrufenden Plasma-Spitzenspiegel etwa von Proteasehemmern bei Frauen durchschnittlich höher ist als bei Männern. Das schlägt sich im klinischen Alltag nieder: Frauen brechen eine HIV-Therapie 1,4-fach häufiger wegen unerwünschter Wirkungen ab als Männer.

    Bei Frauen ist generell die mitochondriale Toxizität der nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Hemmer trotz gewichtsadaptierter Dosis stärker ausgeprägt, die Rate der Neuropathien, Überempfindlichkeitsreaktionen und Pankreatiden deutlich höher als bei Männern. Auch Proteasehemmer verursachen bei Frauen häufiger gastrointestinale Symptome und allergische Reaktionen.

    Besonders schwierig in der Behandlung von HIV-positiven Frauen im gebärfähigen Alter sei zurzeit die Applikation nicht-nukleosidischer Hemmstoffe (NNRTI), so Haberl. Der einfach einzunehmende Hemmer Nevirapin ist eigentlich gut verträglich und wirkt auf Embryonen nicht toxisch. Doch aktuelle Daten belegten für Frauen ein dreifach höheres Risiko für eine Hepatotoxizität im Vergleich zu Männern.

    Für Frauen mit einer CD4-Zellzahl unter 250 pro Mikroliter ist das Risiko für eine Hepatotoxizität im Vergleich zu Frauen mit mehr als 250 CD4-Zellen sogar 12 Mal höher. Der zweite verfügbare NNRTI-Hemmer Efavirenz wirke dagegen im ersten Drittel der Schwangerschaft teratogen. Patienten sollten daher mindestens zwei Verhütungsmethoden anwenden.

    Ärzte-Zeitung vom 7. Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Infizierte profitieren von neuem Kombipräparat

    Daten zur Kombi-Therapie mit Tenofovir, Emtricitabin plus Efavirenz / Ein Pluspunkt ist auch die gute Verträglichkeit.

    Wien - Deutlich mehr bisher unbehandelte HIV-Infizierte sprechen auf eine Behandlung mit der neuen Fixkombination Tenofovir, Emtricitabin plus Efavirenz an als auf die alte Kombination aus Azidothymidin, Lamivudin plus Efavirenz. Dabei ist die neue Kombinationstherapie viel besser verträglich.

    Beim 2. Gemeinsamen Deutsch-Österreichischen Aids-Kongress in Wien hat Professor Schlomo Staszewski aus Frankfurt am Main weitere Zwischenergebnisse der Studie GS-934 mit knapp 490 Patienten vorgestellt. Die Daten wurden, wie berichtet, nach 48 Wochen Therapie erhoben.

    Die Studie wurde inzwischen auf 96 Wochen verlängert, wie es auf einer von dem Unternehmen Gilead Sciences unterstützten Veranstaltung hieß. Ziel der Studie war es zu belegen, daß die neue Kombinationstherapie Tenofovir plus Emtricitabin (als Truvada® seit kurzem auf dem Markt) plus Efavirenz in der Wirksamkeit der alten Kombinationstherapie nicht unterlegen ist. Den Ergebnissen der Zwischenauswertung zufolge könne man sogar von einer Überlegenheit der neuen Kombinationstherapie sprechen, sagte Staszewski in Wien.

    Auf die neue Kombinationstherapie sprachen 84 Prozent der Patienten an, auf die alte dagegen nur 74 Prozent. Wegen unerwünschter Wirkungen wie Anämie hatten nur vier Prozent der Patienten in der Verumgruppe die Therapie abgebrochen.

    Mit neun Prozent war das in der Vergleichsgruppe bei mehr als doppelt so vielen Patienten der Fall. Mit 81 Prozent gelang es bei signifikant mehr Patienten mit der Kombination Tenofovir, Emtricitabin plus Efavirenz, die Virusmenge im Blut unter 400 HIV-RNA-Kopien pro Milliliter zu drücken als in der Vergleichsgruppe mit 70 Prozent.

    Vorteil der neuen Kombitherapie sei zudem, so der HIV-Therapeut, daß die Tabletten nur einmal täglich eingenommen werden müssen, Azidothymidin plus Lamivudin dagegen zweimal täglich.

    Ärzte-Zeitung vom 6. Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Effektivität von Atazanavir nach Therapieversagen

    Der Wechsel auf den Proteaseinhibitor Atazanavir ist laut jüngst publizierten Studienresultaten eine effektive und gutverträgliche Variante der HAART bei therapieerfahrenen HIV-Positiven.

    Dr. Margaret Johnson vom Royal Free Hospital in London und Kollegen analysierten diesbezügliche Daten von 358 HIV-Positiven mit einer Viruslast über 1.000 Kopien/ml und einer CD4-Zellzahl unter 500/µl, bei denen zwei oder mehr HAART-Varianten nicht den erwünschten Therapieerfolg zeigten.

    Randomisiert erhielten die Patienten ein mal täglich 300mg Atazanavir plus 100mg Ritonavir, 400mg Atazanavir plus 1.200mg Saquinavir oder 400mg Lopinavir plus 100mg Ritonavir b.i.d. Jedem Patienten wurde additional einmal täglich 300mg Tenofovir plus einem NRTI adminisriert.

    Nach 48 Wochen resultierte sowohl eine Therapie mit Atazanavir/Ritonavir als auch mit Lopinavir/Ritonavir in einer deutlichen Reduktion der HI-Viruslast und einer Steigerung der CD4-Zellzahl. Die Effektivität von Atazanavir/Saquinavir hatte eine weniger effektiven Einfluss auf die oben genannten Parameter.

    Beide Atazanavir-Regimes resultierten in einer signifikanten Reduktion der Cholesterin- und nüchtern Triglyzeridwerte, bei Patienten unter Liponavir/Retonavir waren Lipidsenker signifikant häufiger indiziert.

    Die Forscher fassen zusammen, dass die Einnahme von Atazanavir/Ritonavir oder Liponavir/Ritonavir bei therapieerfahrenen Patienten vergleichbar effektiv zu sein scheint, die positiven Effekte auf die Lipidwerte sprechen in dieser Studie allerdings für die geboostete Atazanavir-Therapie.

    Quelle: AIDS; 2005, 19: 685-694

    MedAustria AIDS News Line vom 2. Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Diabetes-Risiko bei Patienten unter HAART

    Laut einer in „Archieves of Internal Medicine“ publizierten Studie ist das Risiko der Entwicklung eines Diabetes mellitus bei HIV-Positiven unter einer HAART viermal höher als bei HIV-seronegativen Männern.

    Dr. Todd T. Brown von der Johns Hopkins University in Baltimore und Kollegen examinierten diesbezügliche Daten von 710 HIV-negativen, 411 HIV-positiven unter HAART und 157 HIV-positiven Männern, die keine HAART erhielten, bei denen Nüchternglukosewerte bestimmt wurden. Die Inzidenz-Analysen inkludierten 680 der 1.278 Männer, bei denen zu Beginn der Studie einen Glukosewert unter 98mg/dl diagnostiziert wurde, Diabetes mellitus wurde mit einer Nüchtern-Glukose von 126mg/dl definiert.

    Bei 57 HIV-positiven Probanden unter einer HAART (14%) wurde bei der Einstandsuntersuchung Diabetes diagnostiziert – verglichen mit 33 HIV-seronegativen Männern (3%), dies entspricht einer Prävalenz-Ratio für HIV-Positive unter HAART von 4,6 (95% CI 3,0-7,1).

    Nach einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 2,3 Jahren konnte in der HAART-Gruppe eine Diabetes-Inzidenzrate von 4,7 pro 100 Personen-Jahren errechnet werden – verglichen mit 1,7 pro 100 Personen Jahren bei HIV-Positiven ohne HAART und 1,4 pro 100 Personen-Jahren bei HIV-negativen Studienteilnehmern.
    Die auf Alter und BMI adjustierte Rate Ratio der Entwicklung eines Diabetes mellitus lag bei Patienten unter HAART bei 4,11.

    Die Wissenschafter konkludieren, dass die Einnahme einer HAART offenbar mit einer Steigerung der Diabetes-Inzidenz assoziiert ist.

    Quelle: Arch Intern Med; 2005, 165: 1179-1184

    MedAustria vom 1. Juni 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Aids-Kongress in Wien

    Vom 1. bis 4. Juni findet in Wien der 10. Deutsche sowie der 16. Österreichische Aids-Kongress statt. Auf dem Programm stehen Neues in Sachen Therapie, Präventionsstrategien und die optimale Betreuung der Betroffenen.

    Rund 2.000 Teilnehmer werden erwartet. Neben den Ärzten kommen auch die österreichischen und deutschen Symposien der Krankenpfleger, die mit HIV-Patienten konfrontiert sind. Auf dem Programm stehen neue wissenschaftliche Daten in Sachen Therapie genau so wie Präventionsstrategien und die optimale Betreuung der Betroffenen auch in psychischer und sozialer Hinsicht.

    Die Vorträge bei dem Kongress mit dem Titel „HIV 2005 - Herausforderung, Innovation, Vision" beschäftigen sich unter anderem mit dem aktuellen Bilde der HIV-Erkrankung in der Gesellschaft, dem Präventionsverhalten, neuen Strategien zur Verhütung der Erkrankung, aktuelle epidemiologische Trends, die Problematik der heutigen antiretroviralen Therapie, neue Therapien und psychosoziale Faktoren der Erkrankung. Ein Highlight zum Abschluss wird die „Reminder’s Day Gala" am 4. Juni sein, bei der sich die Prominenz aus Politik, Forschung und Gesellschaft noch einmal versammelt. Dort ist eine Kunstauktion geplant, deren Erlös einem Aids-Projekt in Osteuropa kommen wird.

    Die österreichischen Aids-Hilfen - es gibt immer mehr Menschen mit HIV-Infektionen - haben bereits an der Planung der Veranstaltung mitgewirkt. Das Aids-Hilfe-Haus in Wien wird während der Konferenz zu einem Treffpunkt, speziell für Selbsthilfeorganisationen und Betroffene.

    „Die Fortschritte, die in den vergangenen Jahren auf den Gebieten Diagnostik und Therapie erzielt wurden, haben zu einem Wandel des Bildes der HIV-Erkrankung geführt. Dennoch stellt das Leben mit der chronischen Infektion eine enorme physische und psychische Herausforderung dar", stellten zu dem Kongress die federführenden Organisatoren Dr. Brigitte Schmied (Wien) und der deutsche Experte Univ.-Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer fest.

    Vorbeugung die wichtigste Waffe gegen HIV

    Die Erfolge der Aids-Therapie mit einer drastischen Reduktion der Todesraten in den westlichen Industriestaaten sollten nicht darüber hinweg täuschen, dass Vorbeugung die wichtigste Waffe gegen HIV ist. So erklärte der Innsbrucker Hygieniker Univ.-Prof. Dr. Manfred Dierich erst vor wenigen Tagen: „In Deutschland hat man gesehen, dass die Zahl der neu HIV-Positiven in der Gruppe der Männer, die mit Männern Sex haben, im Jahr 2004 um sechs Prozent gestiegen ist. Dafür hat die Zahl der Neuinfektionen bei den Heterosexuellen und i.v-Drogensüchtigen (Injektion von Suchtgift, Anm.) eher abgenommen. Die Situation ist in Österreich wahrscheinlich genau so. Wir brauchen eine neue Informationskampagne gegen Aids. Die letzte liegt ja schon zehn oder mehr Jahre zurück."

    Im Jahr 2004 lebten weltweit 40 Millionen HIV-Infizierte, etwa fünf Millionen Menschen steckten sich neu an. 3,1 Millionen Erkrankte starben an Aids. In Österreich sind seit 1983 laut Statistik des Gesundheitsministeriums 2.413 Personen an Aids erkrankt, davon 1.391 gestorben (Daten von April 2005). Laut Berechnungen dürfte einer von 2.000 Österreichern HIV-positiv sein.

    Bei dem Kongress geht es aber natürlich auch um neue Behandlungsmöglichkeiten der HIV-Infektion. Hier könnten in Zukunft zusätzlich zu den bisher bereits verwendeten Medikamenten - Hemmstoffe für die Reverse Transkriptase bzw. die Protease der Aids-Erreger und Fusionshemmer - die so genannten „Entry-Inhibitoren" eine Rolle spielen. Diese Substanzen blockieren den Co-Rezeptor für die Aids-Viren, den CCR5-Rezeptor an der Oberfläche von Immunzellen und verhindern damit das Eindringen der Erreger. „Mit dem neuen Prinzip, nicht das Virus selbst, sondern die Rezeptoren der Wirtszelle zum Angriffspunkt der Therapie zumachen, lässt sich die Anzahl der HI-Viren im Blut effektiv senken", erklärte Vetter.

    Austria.com Meldung vom 31. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Blutmafia verbreitet Aids

    Organisierte Banden von Drogenabhängigen verkaufen HIV-infiziertes Blut.

    Phnom Penh, Kambodscha - Drogenabhängige werden in Südostasien ein zunehmendes Gesundheitsproblem, denn sie verkaufen in organisierten Banden infiziertes Blut und tragen so zur Verbreitung der Immunschwächekrankheit Aids bei. Durch den Verkauf finanzieren sie sich ihre Drogensucht. Dieses neue Phänomen geht aus einer aktuellen Studie der National Authority for Combating Drugs http://www.nacd.gov.kh/english/home.html hervor, die heute, Dienstag, in Phnom Penh präsentiert wurde.

    Die Studie stützt sich auf Interviews mit 47 Drogenabhängigen in der Hauptstadt Phnom Penh und 19 Süchtigen in Poipet, einer wichtigen Handelstadt an der Grenze Thailands. "Die Abhängigen arbeiten in Teams und wechseln sich beim Blutspenden ab. Sie sind gut organisiert und arbeiten auch mit Mittelsmännern, die die Spenden erst Stunden später bei den Blutbanken abliefern. Erst später finden sie sich zusammen, teilen das Geld und finanzieren sich so neue Drogen", erklärte ein Sprecher der Behörde.

    Kambodscha zählt zu den ärmsten Ländern der Welt, das bereits jetzt eine HIV-Infektionsrate von 1,9 Prozent bei den 15 bis 49-Jährigen aufweist. Durch das Teilen von unsauberen Injektionsnadeln bringen sich die Abhängigen nicht nur selber in Gefahr sich mit HIV oder anderen Infektionen, die über das Blut übertragen werden, zu infizieren, sondern sie gefährden auch die Allgemeinheit. "Wenn dieses Phänomen nicht schnellstens gestoppt wird sehe ich große Gefahr, dass die Zahl der HIV-Infektionen in den nächsten Jahren rasant steigen wird", erklärte Premierminister Sar Kheng.

    Die Regierung nimmt nun einen weitreichenden Maßnahmenplan in Angriff, der freiwillige HIV-Tests, Therapiemöglichkeiten für Drogenabhängige, Beratungsprogramme und die Verteilung von sauberen Injektionsnadeln vorsieht.

    Pressetext Austria Meldung vom 31. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Frankfurter Ärzte tragen zur Bekämpfung von AIDS in Afrika bei

    HIV-Schwerpunkt gibt Erfahrung mit der Therapie von HIV und AIDS an Ärzte und Pfleger weiter HIV-Infektionen verzeichnen in weiten Teilen der Welt unverminderte Zuwachsraten. In vielen Regionen führt dies zu verheerenden sozialen und wirtschaftlichen Folgen. Jüngste Schätzungen gehen davon aus, dass 40 Millionen Menschen mit einer HIV-Infektion leben. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wurden allein für das Jahr 2004 rund 5 Millionen Neuinfektionen angenommen. Rund 3 Millionen Menschen starben an AIDS.

    Viele betroffene afrikanische Länder erhalten mittlerweile über internationale Programme und durch zunehmende eigene Arzneimittelherstellung allmählich Zugang zur antiretroviralen HIV/AIDS-Therapie. "Eine verantwortungsvolle Therapie der HIV-Erkrankung ist nicht gleichzusetzen mit einer kontinuierlichen Versorgung der Patienten mit Medikamenten. Sie erfordert auch Betreuung durch spezialisiertes Personal, das in der Lage ist, Nebenwirkungen zu überwachen und langfristige Folgeschäden wie die Entwicklung viraler Resistenz zu vermeiden", sagt der Infektionsmediziner Professor Dr. Schlomo Staszewski, Leiter des Frankfurter HIV-Schwerpunktes und erster AIDS-Professor in Deutschland. An gut ausgebildetem Personal mangelt es in diesen Ländern häufig.

    Daher entwickelte der HIV-Schwerpunkt des Klinikums der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt in Kooperation mit Hilfsorganisationen das Trainingsprogramm stART up (strategic training for AntiRetroviral Therapy university program) für Entwicklungsländer. Trotz des großen Arbeitsaufwandes bei der Versorgung der eigenen Patienten bemühen sich die Frankfurter AIDS-Spezialisten sehr um dieses Projekt. Professor Staszewski: "Wir haben die moralische Verpflichtung, unser Wissen und unsere Erfahrung mit der Therapie von HIV und AIDS an die weiterzugeben, die in einer weniger glücklichen Ausgangssituation sind als wir. Darüber hinaus leisten wir einen Beitrag zur Bekämpfung der Infektionskrankheit in der Dritten Welt."

    Die Hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger hat das Projekt als nachhaltige Initiative im Kampf gegen AIDS begrüßt: "AIDS ist ein globales Problem, bei dem wir über den Tellerrand hinausschauen müssen. Um die medizinische Versorgung weltweit zu verbessern, ist der Transfer von Know-how der richtige Ansatz. Das Engagement der Frankfurter Uniklinik, die sich in langjähriger Erfahrung ein umfassendes Spezialwissen erarbeitet hat, ist vorbildlich."

    Der erste stART up-Kurs läuft seit März

    Von März bis Anfang Juni läuft der erste stART up-Kurs am HIV-Schwerpunkt in Frankfurt. Er beinhaltet einen einwöchigen Einführungsworkshop sowie weiterführende Vorlesungen, Gruppendiskussionen und praktische Unterrichtseinheiten über insgesamt 12 Wochen.

    Der Unterricht wird von erfahrenen HIV-Medizinern abgehalten. Sie stellen ihr Wissen unentgeltlich zur Verfügung und decken alle relevanten Themenbereiche der HIV-Therapie ab. Spezielle Kurseinheiten mit internationalen Referenten befassen sich mit der praktischen Umsetzung in einem Umfeld mit limitierten Ressourcen und gewährleisten den Praxisbezug zum späteren Tätigkeitsbereich. Durch eigenständige Vorbereitung von Fallvorstellungen, Therapieplänen und Studienentwürfen bindet der Kurs die Teilnehmer aktiv ein und trainiert die Zusammenarbeit im Team.

    Teil der Ausbildung ist auch die Schulung an der Medeora-HIV-Software. Das Programm bietet dem medizinischen Personal vielfältige Möglichkeiten, die Behandlung übersichtlicher und damit wirksamer zu gestalten. Die Abbott GmbH & Co. KG stellt dem in Frankfurt ausgebildeten HIV-Team fünf dieser Programme im Gesamtwert von 12.500 Euro zur Verfügung.

    Fünf Teilnehmer aus Lesotho

    Die ersten fünf Kursteilnehmer kommen aus dem afrikanischen Königreich Lesotho. Dort sind Schätzungen zufolge 31 Prozent der zwei Millionen Einwohner mit dem HI-Virus infiziert. Infolge der hohen Infektionsrate - Lesotho hat mittlerweile die vierthöchste HIV-Prävalenz weltweit - rief der König und die Regierung von Lesotho ein nationales Programm ins Leben, das der Bevölkerung den Zugang zu einer kostenlosen HIV-Therapie ermöglichen soll.

    Für die Durchführung dieses nationalen HIV-Programms wurde unter anderem auch das Regierungskrankenhaus im Distrikt Mafeteng, als eine von fünf Einrichtungen landesweit, ausgewählt. Von dort rekrutieren sich auch die ersten stART up-Teilehmer: Alina Pulane Letsoela (Pharmazeutisch Technische Assistentin), Dr. Piet Johannes McPherson (Arzt), Motsuanko Grace Mefane (Krankenschwester), Mphale Nthabeleng (Medizinisch Technische Assistentin) und Mathabene Mary Ramataboee (Public Health Nurse).

    Zurück in Lesotho werden sie am Regierungskrankenhaus in einem neu gegründeten HIV-Therapiezentrum arbeiten, das von Dr. Piet McPherson geleitet wird. Künftig sollen dort mehr als 6.000 HIV-infizierte Menschen pro Jahr behandelt werden. "Der stART up-Kurs in Frankfurt bereitet uns auf diese verantwortungsvolle Aufgabe sehr gut vor", beurteilt Dr. McPherson die Kursinhalte.

    Der Kontakt zwischen Lesotho und Frankfurt kam über das Hessische Sozialministerium zustande. Bei dem Deutschlandbesuch der First Lady von Lesotho Schirmherrin der staatlichen HIV-Programme, Mrs. Mathato Mosisili, im Jahr 2004 besichtigte sie auch den HIV-Schwerpunkt am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Vor Ort informierte sie sich über die Versorgung von HIV-Patienten in Deutschland.

    Daraufhin entschied sich das Gesundheitsministerium in Lesotho auf Empfehlung von Mrs. Mosisili für das Frankfurter Trainingsmodell, um Mitarbeiter aus Mafeteng zu unterrichten. Ihren dreimonatigen Aufenthalt in Deutschland finanziert das Gesundheitsministerium in Lesotho (Flug / Kost) und die Deutsch Lesothische Gesellschaft e.V. (Unterkunft). Die Kursgebühren wurde vom HIV Schwerpunkt übernommen.

    Das Team wird nach Abreise jedoch nicht den Kontakt und die Unterstützung des Zentrums verlieren. "Aus der intensiven Zusammenarbeit mit den Kollegen von Lesotho haben sich konkrete Pläne für weitere gemeinsame klinische Forschungsprojekte entwickelt, im Rahmen derer wir langfristig zusammenarbeiten wollen. Diese Projekte bearbeiten Fragestellungen, die für ein Entwicklungsland wie Lesotho relevant sind und werden zudem weitere Trainingseinheiten beinhalten", so die Projekt- und Kursleiterin Tessa Lennemann, die als Assistenzärztin am HIV-Schwerpunkt arbeitet.

    Frankfurter HIV-Schwerpunkt ist weltweit führend

    Seit Beginn der HIV-Epidemie gehört das Frankfurter Klinikum zu den führenden deutschen Behandlungszentren für HIV-Infizierte. Die HIV-Ambulanz des Zentrums der Inneren Medizin ist eine der größten medizinischen und psychosozialen Versorgungseinrichtungen für HIV- und AIDS-Patienten in Deutschland. Die Ambulanz ist aber nicht nur für ihre exzellente medizinische Betreuung bekannt. Auch durch zahlreiche Medikamentenstudien hat die Einrichtung wesentlich zur Entwicklung der erfolgreichen Kombinationstherapie von AIDS beigetragen. So wurde erreicht, dass die Zahl der Krankheitsausbrüche und der Todesfälle um 95 Prozent zurückgegangen sind. Darüber hinaus entwickelten die Frankfurter Wissenschaftler wichtige Behandlungsstrategien. Die Ergebnisse der in Frankfurt durchgeführten Studien sind international anerkannt.

    Klinikum der JW Goethe-Universität Frankfurt am Main – Pressemeldung vom 31. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Gute Transplantationsergebnisse bei HIV-Positiven

    Die Erfolgsrate einer Nierentransplantation ist bei HIV-Positiven vergleichbar hoch wie bei HIV-Negativen.

    Dr. Silas P. Norman von der University of Michigan in Ann Arbor und Kollegen führten eine retrospektive Studie bezüglich der Erfolgsrate einer Nierentransplantation vor und nach der Einführung der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) durch.

    Der Studienzeitraum reichte von 1. Januar 1987 bis 31. Juli 2004, Daten von 178 HIV-Positiven und fast 150.000 HIV-Negativen Transplantatempfängern konnten ausgewertet werden. 29 Transplantationen wurden bei HIV-Positiven in der prä-HAART-Ära (bis 1995) durchgeführt.

    Adjustiert wurde auf Alter des Empfängers und des Spenders, kalt-Ischämie Zeit und HLA-Mismatch. Eine Hypertonie war bei HIV-Positiven die häufigste Ursache einer Nierenerkrankung im Endstadium respektive der Indikation einer NTX.

    Das Risiko einer Transplantatabstoßung ist laut den Studienresultaten seit der Einführung der HAART (datiert mit 1. Jänner 1996) signifikant zurückgegangen. Die Ein-Jahres-Überlebensrate eines Transplantats stieg von 75 auf 84 Prozent.

    Die Ein-Jahres-Überlebensrate nach NTX unterschied sich in der HAART-Ära zwischen HIV-Positiven und HIV-Negativen insignifikant (94% vs. 92%).

    Quelle: Medscape

    MedAustria - Meldung vom 30. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Europäische Zulassung für die neue Invirase 500-mg-Tablette

    Neue Invirase 500-mg-Tablette reduziert maßgeblich die Tablettenbelastung für den Patienten.

    Basel - Roche gab heute die europäische Marktzulassung für ihre neue 500-mg-Formulierung von Invirase (Saquinavir-Mesylat) bekannt. Invirase ist ein wirkungsvoller und gut verträglicher Proteasehemmer, der zur Behandlung von HIV-Infektionen eingesetzt wird. Die neue 500-mg-Tablette wird das Dosierungsregime für die Patienten vereinfachen, da nur noch halb so viele Tabletten pro Tag eingenommen werden müssen; anstatt fünf Tabletten zweimal täglich nur noch zwei Tabletten zweimal täglich.

    Dank antiretroviralen Therapien, die heutzutage immer effizienter werden, wird die HIV-Infektion immer mehr zu einer chronischen Krankheit und die Patienten überleben länger als je zuvor (1). Daher ist es speziell wichtig, den Patienten ein wirkungsvolles Medikament anzubieten, das sowohl gut verträglich, als auch praktisch ist. Die neue 500-mg-Formulierung von Invirase erfüllt diese Ansprüche der Patienten, da sie eine solche einfachere und bequemere Behandlungsmethode ist, die eine exzellente Wirksamkeit und ein erwiesenes Sicherheitsprofil bietet. Die Patienten können einfach von der gegenwärtig erhältlichen Tablette mit 200 mg zur neuen Tablette mit 500 mg wechseln und werden weiterhin, jedoch auf bequemere Art und Weise, von der hohen antiviralen Wirksamkeit von Invirase profitieren können.

    William M. Burns, CEO der Pharmaceutical Division von Roche, kommentierte: "Die Einführung der 500-mg-Tablette ist ein weiteres Beispiel für das ununterbrochene Engagement von Roche, nicht nur bei der Behandlung von HIV, sondern auch bei der patientennahen Medikamentenentwicklung."

    Dr. Anton Pozniak, Consultant Physician und Senior Lecturer am Chelsea and Westminster Hospital in London, Großbritannien, fügte an: "Die reduzierte Tablettenbelastung aufgrund der 500-mg-Formulierung von Invirase macht diese stärkere Version zu einer viel attraktiveren Behandlungsoption für die Patienten. Sie wird zur Anwendung bei frühen oder fortgeschrittenen Stadien von HIV ermutigen."

    Invirase wurde zugelassen in Kombination mit einer niedrigen Dosis eines anderen Proteasehemmers (PI), Ritonavir, zusammen mit einem anderen antiretroviralen Wirkstoff. Das stärkere Invirase zeigte sich in mehreren klinischen Versuchen (2,3) äußerst wirkungsvoll, mit einem exzellenten Sicherheitsprofil und limitierter Toxizität.

    Invirase wird als verstärkter First-Line-PI von der International AIDS Society (IAS) empfohlen, die das höchstmögliche Prädikat aufgrund der klinischen Beweise erteilte (4). Invirase(R) 500 mg erhielt die Zulassung in den USA von der FDA, nach Abschluss des beschleunigten Verfahrens am 18. Dezember 2004.

    Über das verstärkte Medikament Invirase

    Invirase wurde ursprünglich von der FDA im Jahr 1995 zugelassen und war der erste HIV-Proteasehemmer auf dem Markt. Diese Einführung markierte damals einen wichtigen Meilenstein bei der Behandlung von HIV/AIDS. Im Dezember 2003 folgte die Zulassung durch die FDA für Invirase als Kombinationstherapie mit Ritonavir (1000 mg Invirase, 100 mg Ritonavir). Die gemeinsame Verabreichung von Invirase mit Ritonavir verbessert die therapeutischen Blutspiegel des Wirkstoffes und ermöglicht eine vereinfachte Dosierung.
    Daten aus der klinischen Studie STACCATO zeigten Reduktionen bei der gemessenen HIV-RNS-Anzahl der Patienten innerhalb der ersten 24 Behandlungswochen. Diese Reduktionen waren die höchsten, die je bei einer großen Anzahl Patienten in HAART-Behandlung gemessen wurden. Rund 96 % der Patienten erreichten Reduktionen beim Virenanteil bis < 400 HIV-RNS/ml und bei 89 % lag der Anteil im nicht messbaren Bereich (< 50 HIV-RNS/ml). Während der 24-wöchigen Einführungsphase der Studie wurde nebst diesen Reduktionen beim Virenanteil der Patienten eine durchschnittliche Zunahme der CD4-Zellen auf 109 Zellen/mm3 beobachtet.

    Einführung von Invirase 500 mg

    Die neue Invirase 500-mg-Tablette wird zur einfacheren Einnahme als Dragee hergestellt und ist etwa so groß wie die Kapseln mit 200 mg Invirase. Die 200-mg-Tabletten werden für alle Patienten, die diese auch zukünftig benutzen möchten, weiterhin hergestellt. Der Zeitpunkt für die Markteinführungen der neuen Invirase 500-mg-Tablette ist von Land zu Land verschieden und hängt von den lokalen Zulassungsbestimmungen ab.

    Quellenhinweise:

    1. UNAIDS. AIDS Epidemic: Update 2004 and World AIDS Day 2004  (UNAIDS/WHO, December 2004)
    2. Dragsted UB, Gerstoft J, Pedersen C et al. JID. 2003;188:635-642.
    3. Youle M, Gerstoft J, Fox Z et al. 2nd IAS. Paris, Frankreich, 2003; Poster LB23
    4. Yeni PG, Hammer SM, Hirsch MS et al. JAMA 2004; 292/2:251-265.

    Roche Pharmaceuticals - Pressemeldung vom 27. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Aktionsbündnis gegen AIDS ermahnt Pharmaindustrie

    Pillen statt Profit.

    Hannover - Das AKTIONSBÜNDNIS GEGEN AIDS startet auf dem heute beginnenden 30. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hannover seine neue Mitmachaktion "Pillen statt Profit: Aids-Behandlung für alle". Anlass für die bundesweite Aktion - die sich an sechs Pharma-Unternehmen richtet - ist die Tatsache, dass noch immer nur 12 Prozent der sechs Millionen Aids-Kranken, die akut vom Tod bedroht sind, Behandlung erhalten. Eine Hauptursache dafür sind die Preise der Medikamente. Dies hängt mit der Preispolitik der Pharma-Unternehmen zusammen. Die Aids-Medikamentehersteller Abbott, Boehringer Ingelheim, Bristol-Myers Squibb, Glaxo Smith Kline, Merck und Roche haben ihre Medikamente durch Patente geschützt. Dieser Patentschutz hindert Unternehmen in Entwicklungsländern, die lebensnotwendigen Medikamente selbst zu produzieren. Dass die lokale Herstellung möglich ist, beweisen Länder wie Brasilien, Indien, Thailand, die hochwertige Nachahmer-Medikamente herstellen und deutliche Erfolge in der Behandlung von Menschen mit Aids vorweisen können.

    Leere Schachteln als Ermahnung

    Das AKTIONSBÜNDNIS GEGEN AIDS aus über 85 kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen der Aids- und Entwicklungszusammenarbeit sowie mehr als 250 lokalen Basisinitiativen wird bis zum März nächsten Jahres leere Medikamentenverpackungen in der deutschen Bevölkerung verteilen und unterschreiben lassen. Diese Aktion soll bewusst machen, dass die entsprechenden Pharma-Unternehmen mehr tun müssen, um diese mit erschwinglichen Medikamenten zu füllen. Denn nur mit fairen Preisen und einem weitreichenden Verzicht auf die strikte Durchsetzung von Patenten ist es möglich, den Menschen auch in wirtschaftlich armen Ländern den Zugang zur überlebenswichtigen Behandlung zu sichern. Die Schachteln werden durch das Aktionsbündnis gegen Aids in öffentlichkeitswirksamen Aktionen an die Pharma-Unternehmen übergeben. "Mit der Aktion fordern wir die Hersteller der Aids-Medikamente auf, Gewinne nicht über Menschenleben zu stellen" so die Aktionsbündnis-Sprecherin Astrid Berner-Rodoreda von Brot für die Welt. "Dass wir in der Aids-Behandlung in ärmeren Ländern nach wie vor über eine Pilotphase nicht hinausgekommen sind, liegt vor allem auch daran, dass die Medikamente für die meisten Menschen immer noch unerschwinglich sind."

    Das AKTIONSBÜNDNIS GEGEN AIDS ist ein Zusammenschluss von über 85 kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen der Aids- und Entwicklungszusammenarbeit sowie mehr als 250 Basisgruppen. Gemeinsam wollen sie Politik und Pharmaindustrie stärker in die Verantwortung für den Kampf gegen HIV/Aids nehmen. Der Ausbau der finanziellen Ressourcen zur weltweiten HIV-Prävention und Aids-Bekämpfung und der weltweite Zugang zur Therapie sind die zentralen Anliegen der Kampagne des Bündnisses.

    Aktionsbündnis gegen AIDS - Meldung vom 26. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    AIDS-Waisenhäuser in Namibia

    Studierende der Justus-Liebig-Universität Gießen engagieren sich bei Umbau und Erweiterung von zwei Einrichtungen.

    Seit mehr als vier Jahren arbeiten die Soziologen Prof. Gronemeyer, Dr. Rakelmann und Dr. Rompel an einem Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft über die sozialen Folgen von HIV/AIDS im Südlichen Afrika. Jeden Tag sterben etwa 6.600 Menschen in Afrika an den Folgen der Epidemie. Besonders die Zahl der AIDS-Waisen nimmt deshalb dramatisch zu.
    Diese Kinder werden normalerweise von ihren Familien versorgt; inzwischen gibt es aber bisweilen niemanden mehr, der sich um sie kümmern könnte.

    Deswegen werden Waisenhäuser für Kinder gebraucht, die sonst obdachlos und schutzlos wären. Das Team der Universität Gießen hat es sich zur Aufgabe gemacht, zwei solcher Einrichtungen zu unterstützen und hat darum den gemeinnützigen Verein "Pallium" gegründet, der Spendengelder für diese Einrichtungen sammelt. Gerade in Gießen sind viele kleine und große Spenden zusammengekommen, u.a. eine Großspende vom Institut für Krankenhaushygiene und Infektionskontrolle.

    Anfang des Jahres hatte man soviel Geld gesammelt, dass die Erweiterung und Renovierung zweier Häuser in Namibia möglich wurden. Eines der Häuser steht in Windhoek-Katutura, eines in Ondangwa, im Norden Namibias. Seit Jahren veranstaltet das Soziologen-Team auch Exkursionen in das südliche Afrika mit Studierenden der Justus-Liebig-Universität. Dieses Mal hatte die Exkursion einen sehr praktischen Zweck: Die Studierenden haben zwei Wochen damit verbracht, in einem Workcamp die beiden Häuser herzurichten und zu erweitern. Im Norden ist aus einer Ruine ein passables Haus geworden, in dem nun zehn Kinder untergebracht werden können. In Windhoek ist das Haus renoviert worden, und ein Erweiterungsbau ist in Angriff genommen worden, sodass nunmehr statt nur fünf 15 Kinder untergebracht werden können.

    Über die Einrichtung "InterUni" veranstaltet das Team von Oktober bis Dezember 2005 ein Seminar, das im Frühjahr 2006 in eine weitere Projektreise münden wird, auf der auch ältere Bürger und Bürgerinnen und andere Interessierte die Gelegenheit haben, die Arbeit an den beiden Häusern in Namibia fortzuführen.
    Nähere Informationen hierzu finden sich auf der Homepage von InterUni, unter http://www.interuni.info

    Justus-Liebig-Universität Gießen Pressemeldung vom 24. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Schwerer Rückschlag für Aids-Impfstoff

    Innsbrucker Wissenschafter: Vakzine fördern Infektion - Statt zu schützen heizt die Impfung die Krankheit weiter an.

    Grado - Schlechte Nachricht in Sachen Aids: Die bisherigen Strategien zur Entwicklung eines Impfstoffes, der gegen die Immunschwächekrankheit schützt, dürften die Infektion eher anheizen als verhindern. "Wir haben das als Erste in der Welt bewiesen. Das ist ein dramatisches Geschehen - fast tödlich für die derzeit verfolgten Vakzin-Strategien", sagte der Leiter des Instituts, Univ.-Prof. Dr. Manfred Dierich, bei einem Pressegespräch bei den Österreichischen Ärztetagen in Grado (bis 28. Mai).

    Bisher versuchten zahlreiche Studiengruppen, durch die Immunisierung mit Oberflächenbestandteilen des HI-Virus - vor allem die Glykoproteine 41 und 120 - das Abwehrsystem der Geimpften zur Produktion von Antikörpern anzuregen, welche die Krankheitserreger neutralisieren. Doch das war bisher ein Fehlschlag. Die Innsbrucker Wissenschafter suchten nach dem Grund dafür. Dierich: "Jetzt stellt sich heraus, dass diese Antikörper nicht schützend sind, sondern die Infektion sogar fördern. Das ist eine ganz üble Geschichte."

    Statt Schutz Anheizen der Infektion

    Hinter dem Problem steckt laut dem derzeitigen Stand des Wissens folgender Mechanismus: Die durch die bisherigen Kandidat-Vakzine erzeugten Antikörper markieren in den Lymphknoten so genannte follikulär dendritische Zellen und B-Lymphoyzten. Hinzu kommt, dass auch noch ein zweiter Abwehrmechanismus aktiviert - das Komplementsystem. Komplementfaktoren sollen an sich Krankheitserreger auflösen. In diesem Fall werden sie aber auf die Immunzellen übertragen.

    Univ.-Prof. Dr. Manfred Dierich: "Das führt offenbar dazu, dass vermehrt B- und T-Zellen durch die Aids-Viren infiziert werden." Statt eines Schutzes gibt es ein Anheizen der Aids-Infektion.

    Bisher gelang es nur ganz wenigen Wissenschaftergruppen weltweit - darunter jener des Wiener Biotech-Experten Univ.-Prof. Dr. Hermann Katinger von der Universität für Bodenkultur - monoklonale Antikörper im Blut von HIV-Infizierten zu identifizieren und herzustellen, die wirklich Aids-Erreger neutralisieren. Doch über eine Impfung gelang es noch nicht, diesen "Produktionsprozess" bei Immunisierten in Gang zu setzen.

    Innsbruck geht anderen Weg

    Die Innsbrucker Wissenschafter gehen einen anderen Weg. Sie wollen bei Aids-Viren jene Schutzmechanismen blockieren, die sie gegen den Angriff der Komplementfaktoren des Menschen immun machen. Dierich: "Wir können das im Reagenzglas ausschalten." Doch ob daraus einmal eine wirklich einsetzbare Behandlungsform wird, ist noch ungeklärt.
    Dabei wären neue Waffen gegen Aids dringend notwendig. Der Experte warnte eindringlich vor Sorglosigkeit in Sachen Aids: "In Deutschland hat man gesehen, dass die Zahl der neu HIV-Positiven in der Gruppe der Männer, die mit Männern Sex haben, im Jahr 2004 um sechs Prozent gestiegen ist. Dafür hat die Zahl der Neuinfektionen bei den Heterosexuellen und i.v.-Drogensüchtigen eher abgenommen. Die Situation ist in Österreich wahrscheinlich genau so. Wir brauchen eine neue Informationskampagne gegen Aids. Die letzte liegt ja schon zehn oder mehr Jahre zurück."

    Zwar gebe es gute Behandlungserfolge mit den derzeitigen Medikamenten, doch man dürfe sich nicht in Sicherheit wiegen. Dierich: "Man hat Grund zur Annahme, dass die Aids-Viren gegen alle diese Arzneimittel resistent werden können. Wenn die Medikamente nicht mehr wirken, sind wir wieder dort, wo wir 1985 waren." Deshalb sei die Prophylaxe von Aids-Infektionen weiterhin die wichtigste Maßnahme."

    Im Jahr 2004 lebten weltweit über 40 Millionen HIV-Infizierte, etwa fünf Millionen Menschen steckten sich neu an. 3,1 Millionen Erkrankte starben an Aids. In Österreich sind seit 1983 laut Statistik 2.413 Personen an Aids erkrankt, davon sind 1.391 gestorben (Stand: April 2005). Laut Berechnungen dürfte einer von 2.000 Österreichern HIV-positiv sein.

    Der Standard vom 25. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Experten befürchten starken Anstieg Aids bedingter Todesfälle

    Schon heute sterben in Äthiopien jährlich 900.000 Menschen an den Folgen von Aids. Die sozioökonomischen Folgen sind gravierend. Die Zahl der Äthiopier, die jährlich an der Immunschwächekrankheit sterben, könnte sich binnen drei Jahren auf 1,8 Millionen verdoppeln, wenn nicht Maßnahmen zur Senkung der Infektionsraten und zur besseren Versorgung von Aids-Kranken getroffen werden. Im Jahr 2003 starben insgesamt 900.000 Menschen in Äthiopien an Aids. Das geht aus einer Studie hervor, die im Rahmen des US-Aids-Hilfsprogramms PEPFAR (President's Emergency Plan for Aids Relief) zusammen mit Experten der Vereinten Nationen und dem äthiopischen Aids-Sekretariat erstellt wurde.

    Den Wissenschaftlern zufolge hat die Heimkehr von 75.000 Soldaten nach dem Grenzkonflikt mit Eritrea 1998 bis 2002 die Situation in dem ostafrikanischen Land weiter verschlimmert. In einem Krankenhaus für Sicherheitskräfte - zumeist ehemalige Angehörige der Armee - und deren Familien in Addis Abeba sind derzeit 80 Prozent der Betten mit Patienten belegt, die an Aids bedingten Krankheiten leiden. Die HIV-Prävalenzrate aller Patienten der Klinik beträgt 30 Prozent, so die Studie. Auch der Bildungssektor leidet unter den Folgen der Aids-Pandemie: Zwischen 1998 und 2000 stieg die Zahl der Todesfälle aufgrund von Aids unter Lehrern um fünf Prozent an. Zusätzlich fehlte ein Drittel aller Lehrer in diesem Zeitraum für eine Woche oder länger wegen Aids bedingter Krankheiten in der Familie.

    Aids trifft auch in Äthiopien vor allem Menschen in der produktivsten Phase ihres Lebens. Dies wird in der Zukunft zu einer massiven Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes führen. Zusätzlich haben bereits eine Million Kinder ihre Eltern verloren. Die äthiopischen Behörden schätzen, dass sich derzeit etwa 1,5 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert haben. Die Weltgesundheitsorganisation geht dagegen von 2,8 Millionen Infizierten aus. Jede Woche gibt es etwa 5.000 Neuinfektionen.

    Push Journal, April 2005

    Deutsche Stiftung Weltbevölkerung Meldung vom 20. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Neues Aids-Mittel zur US-Zulassung empfohlen

    Gaithersburg/Frankfurt - Ein Gremium von US-Medizinexperten hat der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung des neuen Aids-Medikaments Aptivus von Boehringer Ingelheim empfohlen.

    Damit hat der Hoffnungsträger des Pharmakonzerns eine wichtige Hürde auf dem Weg zur Zulassung auf dem lukrativen US-Markt genommen.

    Ein Beratergremium aus Experten sprach sich am Donnerstag dafür aus, dem Medikament grünes Licht zur Behandlung von Aids-Patienten zu geben, bei denen der Virus bereits gegen andere Präparate Resistenzen ausgebildet hat. Die Experten empfahlen eine Anwendung des Mittels in Kombination mit dem Medikament Norvir von Abbott Laboratories. Allerdings vertrat das Expertengremium auch die Ansicht, es halte weitere Langzeitstudien zu dem Medikament für nötig. Die FDA folgt in der Regel dem Votum des Beratergremiums.

    Boehringer Ingelheim hatte für Aptivus mit dem Wirkstoff Tipranavir im Oktober eine beschleunigte Zulassung in den USA und in Europa beantragt. "Wenn die US-Behörde nun der Empfehlung folgt, könnte Aptivus schon im Sommer auf den US-Markt kommen", sagte eine Unternehmenssprecherin.

    Mit Aptivus sollen insbesondere Patienten behandelt werden, die auf andere Medikamente gegen die tödliche Immunschwäche nicht mehr ansprechen. Vertreter des Familienunternehmens erklärten den Experten anhand von klinischen Studien, Aptivus zeige in Kombination mit Norvir eine stärkere Wirkung als andere Aids-Medikamente. Aptivus gehört zur Klasse der so genannten Protease-Hemmer. Obgleich bereits acht Medikamente dieser Klasse für den US-Markt zugelassen sind, entwickeln viele Patienten im Krankheitsverlauf Resistenzen. Daher fordern Gesundheitsexperten immer wieder die Entwicklung neuartiger Aids-Medikamente, die sich im Wirkmechanismus unterscheiden.

    "In den USA bilden derzeit etwa 41 Prozent der Patienten im Verlaufe der Erkrankung Resistenzen aus", sagte Manfred Haehl, Chef der Medizin bei Boehringer Ingelheim im Gespräch mit Reuters. Ziel müsse daher sein, Ärzten bei der Behandlung von stark vorbehandelten Patienten so viele Optionen an die Hand zu geben wie möglich. Aptivus wirke bei vielen Betroffenen, bei denen andere Medikamente bereits versagen würden.

    Experten: Vorzüge wiegen schwerer als Risiken

    Die meisten Teilnehmer im Gremium erkannten die Wirksamkeit des Mittels an, zeigten sich aber mit Blick auf die langfristigen Auswirkungen auf Leber- und Cholesterin-Werte besorgt. Zudem stellten sie sich die Frage, warum das Mittel bei Frauen Hautausschlag auslöst.

    Dennoch stellten sie fest, die Wichtigkeit des Medikaments wiege schwerer als die Risiken, die durch gute ärztliche Versorgung kontrollierbar seien. "Man kann damit umgehen", sagte Douglas Fish, Professor am Albany Medical College in New York und Mitglied des Gremiums. Diese Art von Komplikationen sei in der HIV-Behandlung typisch für stark vorbehandelte Patienten geworden. Sein Kollege Richard Haubrich von der University of California in San Diego bezeichnete die Risiken als akzeptabel, da andere Mittel nicht mehr bei den betroffenen Patienten wirkten. "Das ist die Gruppe von Menschen, für die wir eindeutig neue Medikamente brauchen."

    Boehringer Ingelheim, für das 1885 Albert Boehringer mit einer Chemiefabrik in Nieder-Ingelheim den Grundstein legte, ist neben Aids auch in den Gebieten Atemwegserkrankungen, Urologie, Kardiologie und Zentrales Nervensystem tätig. Boehringer ist der größte Pharmakonzern weltweit, der ganz im Familienbesitz ist.

    Reuters Deutschland Meldung vom 20 Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Gesamtkosten für HIV/AIDS-Behandlung

    Internationale Gemeinschaft muss Patienten verantwortungsbewusste medizinische Behandlung gewähren.

    Das Hudson Institute Center for Science in Public Policy hat heute bei der 58th World Health Assembly (WHA Weltgesundheitsversammlung) in Genf, Schweiz, eine zweite Studie über das Thema Vollkosten für die Behandlung von HIV/AIDS veröffentlicht. Hierbei wurden Kosten für AIDS-Medikamente, unzureichende medizinische Infrastruktur, Qualität und Unbedenklichkeit von Medikamenten sowie Resistenzbildung gegenüber Medikamenten berücksichtigt.

    "Diese Studie bestätigte frühere Erkenntnisse, dass der Preis von Medikamenten gegen AIDS nur einen geringen Teil der Gesamtkosten für die Behandlung von HIV/AIDS ausmacht", sagte Dr. Carol Adelmann, Direktor des Center for Science in Public Policy und Co-Autor der Studie. "Die grössten Probleme bei einer wirksamen HIV/AIDS-Behandlung liegen nicht bei den Preisen oder Patentrechten, sondern bei der unzureichenden medizinischen Infrastruktur, dem Gebrauch von ungetesteten Medikamenten sowie der wachsenden Resistenzbildung gegenüber Medikamenten."

    Diese zweite Studie unterstreicht erneut, dass bei den 18 gebräuchlichsten anti-retroviralen Medikamenten (ARVs) die Preise für patentierte Medikamente im allgemeinen niedriger sind als die Preise derselben nachgebildeten Medikamente, oder in derselben Preiskategorie liegen. Eine Ausnahme hierbei bildet Nevirapin, doch dieses Medikament wird eigentlich den Mother-To-Child Transmission Programs (Mutter-Kind-Übertragungs-Programmen) in Entwicklungsländern gegeben.

    Wie aus der Studie weiterhin hervorging, erschweren staatliche Massnahmen wie Steuern und Importzolle sowie Schwachstellen im Gesundheitssystem die Auslieferung von Medikamenten. Der steigende Gebrauch von minderwertigen und nachgebildeten Medikamenten stellt in wachsendem Masse ein Hindernis für die erfolgreiche Behandlung von Patienten in Entwicklungsländern dar.

    Gemäss der Studie werden die Folgen des Gebrauchs von minderwertigen und nachgemachten Medikamenten ein massgeblicher Faktor bei den zusätzlichen Kosten sowohl für Spender wie auch nationale HIV/AIDS-Programme sein, wenn wir das Jahr 2010 erreicht haben. "Die Internationale Gemeinschaft sollte endlich einer verantwortungsvollen Handhabung von Arzneien Priorität einräumen, damit die Resistenzbildung gegen Medikamente nicht zu einem riesigen Problem auf weltweiter Ebene eskaliert", so Jeremiah Norris, Senior Fellow (leitender Wissenschaftler) am Hudson Institute und ebenfalls Co-Autor der Studie. "Diese Patienten verdienen eine verantwortungsbewusste medizinische Betreuung."

    Diese Studie ist Bestandteil der 58th World Health Assembly, die von der World Health Organization in Genf abgehalten wird. Die Verfasser der Studie stehen für Kommentare und Interviews zur Verfügung.

    Die Studie finden Sie unter: http://www.hudson.org

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    News Aktuell vom 19. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     

    Kostenlose AIDS-Tests für homosexuelle Männer in Guangzhou

    Die südchinesische Provinz Guangdong bietet homosexuellen Männern seit kurzem kostenlose und vertrauliche AIDS und HIV-Tests an. Die Aktion wird einen Monat dauern und soll jährlich durchgeführt werden.

    Zwischen dem 10. Mai und dem 10. Juni können einheimische und ausländische homosexuelle Männer per Post anonym Blutproben zu einem Test an das Institut für AIDS Prävention und Behandlung des Zentrums für Seuchenkontrolle der Provinz Guangdong senden, teilte ein Vertreter des Zentrums mit.

    Homosexuelle Männer, die persönlich zu dem Zentrum kommen, können dort direkt mit Ärzten sprechen. Vertraulichkeit habe Priorität und die Untersuchungsergebnisse würden geheim gehalten, sagte Jin Jianxing, ein Vertreter des Zentrums. Teilnehmer, die das Zentrum nicht persönlich aufsuchen wollen, können zusätzlich zur Nutzung des angebotenen Postservice ihre Testergebnisse auch per Internet abrufen.

    Die Aktion soll der Provinz dabei helfen, die Ausbreitung von AIDS und HIV in der homosexuellen Bevölkerung der Provinz zu untersuchen und die weitere Verbreitung des Virus in Guangdong zu verhindern.

    Der Anteil der homosexuellen Männer an der Bevölkerung der Provinz beträgt 2 bis 4 Prozent, teilte Jin mit. Die Wahrscheinlichkeit, dass homosexuelle Männer sich an HIV und AIDS anstecken, ist in der Regel fünfmal höher als bei lesbischen Frauen. Es wird geschätzt, dass alleine in der Sonderwirtschaftszone Shenzhen 100.000 Homosexuelle leben.

    Das Zentrum bietet homosexuellen Männern in dem Aktionsmonat außerdem kostenlose Untersuchungen auf Hepatitis, Syphilis und andere ansteckende Krankheiten an.

    Die Provinz plant außerdem die Einrichtung einer speziellen Arbeitsgruppe zum Kampf gegen AIDS. AIDS hat sich in Guangdong in den letzten Jahren schnell ausgebreitet.

    Die Gruppe wird aus führenden Ärzten und anderen Experten bestehen, die versuchen werden, alle AIDS Patienten und HIV-Träger in der Provinz aktenkundig zu machen.

    Die Arbeitsgruppe wird vermutlich noch vor Ende des Jahres offiziell gegründet. Sie wird im Verlauf der nächsten Jahre versuchen, internationale Kooperationen aufzubauen und ausländische finanzielle Unterstützung zu erhalten.

    Außerdem will die Provinzregierung von Guangdong ihre Ausgaben für den Kampf gegen AIDS erhöhen und moderne Ausrüstungen und Technik zum Test und zur Behandlung von Patienten einführen.

    Ein Vertreter des Amtes für öffentliche Gesundheit der Provinz Guangdong hat versprochen, dass die Provinz ihre Test- und Behandlungsstandards verbessern wird. Offiziell betrug die Anzahl der AIDS-Patienten der Provinz am Ende vergangenen Jahres 5051. Aber der Vertreter des Amtes schätzt, dass die Provinz vermutlich bis zu 30.000 AIDS-Patienten und HIV-Träger hat.

    Im Verlauf der weiteren Öffnung der Provinz, wird die Anzahl der AIDS-Patienten und HIV-Träger in der Zukunft vermutlich weiterhin steigen und zu einer ernsthaften Bedrohung der öffentlichen Gesundheit in der Provinz werden.

    Guangdong hat die viertgrößte Anzahl an AIDS-Patienten und HIV-Trägern in China. Die am stärksten von HIV/AIDS betroffene Region Chinas ist die südwestchinesische Provinz Yunnan, gefolgt von des Uigurischen Autonomen Gebiets Xinjiang und des Autonomen Gebiets Guangxi der Zhuang-Nationalität.

    China Daily vom 19. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Aids - die Todesursache Nummer eins

    Aids ist in Südafrika die Todesursache Nummer eins. Aids und das zu Grunde liegende HI-Virus seien "die führende Todesursache in allen Provinzen", ausgenommen des westlichen Kaps, So hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des südafrikanischen Medizinischen Forschungsrates (MRC). Landesweit sei jeder dritte Todesfall auf Aids zurückzuführen.

    Am schlimmsten ist demnach die östliche Provinz KwaZulu-Natal betroffen, in der 41,5 Prozent der Todesfälle auf die Immunschwächekrankheit zurückzuführen sind. In der am dichtesten besiedelten Provinz Gauteng sei Aids in 33 Prozent die Ursache der Todesfälle.

    Das südafrikanische Amt für Statistik hatte im Februar mitgeteilt, dass die meisten Südafrikaner an Tuberkulose stürben - dies könne aber mit Aids in Zusammenhang stehen, hatten Regierungsmitarbeiter zugegeben. Tuberkulose tritt oft als eine Folgekrankheit von Aids auf. In Südafrika geben viele Ärzte und Krankenhäuser Tuberkulose als Todesursache an, weil sie entweder nicht wissen, dass der Patient an Aids gelitten hatte oder weil sie den Hinterbliebenen die Schande ersparen wollen, die mit einer Aids-Erkrankung einhergeht. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in Südafrika 5,3 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert, das ist einer von fünf Erwachsenen.

    Vienna Online vom 17. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Unzureichendes Engagement für Zugang zu unentbehrlichen Medikamenten

    ÄRZTE OHNE GRENZEN kritisiert Führung der WHO.

    Genf/Berlin - Die internationale Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN wirft der Führung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor, sich nicht genug für eine Verbesserung des Zugangs zu erschwinglichen Medikamenten in ärmeren Ländern einzusetzen. "Als Gesundheitsexperten mit Programmen gegen HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria in Entwicklungsländern sind wir bestürzt darüber, dass die Leitung der WHO ihre speziell eingerichteten Kapazitäten innerhalb des Hauses nicht ausgebaut hat, um den Zugang zu bezahlbaren Medikamenten zu erweitern", sagte Rowan Gillies, Internationaler Präsident von ÄRZTE OHNE GRENZEN, in Genf.

    Im Jahr 2001 entwickelte die WHO das so genannte "Prequalification Project", um eine verlässliche internationale Referenz für die Beschaffung von lebensnotwendigen Medikamenten bereitzustellen. Das Programm bewertet unter anderem Produktdossiers, die wichtige Daten über Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit von Medikamenten enthalten. Es ist nicht als Ersatz für nationale Zulassungsbehörden gedacht, soll aber ärmeren Ländern aushelfen, die nur begrenzte Möglichkeiten haben, die Qualität von Arzneimitteln selbst zu überprüfen.

    Da mehr als die Hälfte der derzeit von der WHO präqualifizierten Arzneimittel Nachahmermedikamente (Generika) sind, hat das Projekt zunächst den Zugang zu erschwinglichen Medikamenten, vor allem aber zu HIV/Aids-Medikamenten, dramatisch verbessert. "Sollte der WHO-Generaldirektor die Kapazitäten dieses entscheidenden Programmes jedoch nicht ausweiten, riskiert er, dass das Projekt eher eine Barriere denn ein Werkzeug für den Zugang zu Medikamenten ist", sagte Gillies.

    Die Weltgesundheitsversammlung beauftragte den WHO-Generaldirektor Lee Jong-Wook im Jahr 2004, Maßnahmen zu ergreifen, um den Zugang ärmerer Länder zu Produkten für die Diagnose und Behandlung von HIV/Aids zu verbessern. Demnach sollte auch das "Prequalification Project" gestärkt werden. Doch nach einem Jahr, mit nur 3,5 Stellen und einer geringen Zahl externer Berater, ist das Projekt weiter viel zu gering ausgestattet. Zudem hat es seit 2004 keinen Zuwachs in der Finanzierung gegeben, kritisierte ÄRZTE OHNE GRENZEN anlässlich der Weltgesundheitsversammlung.

    Aus der kürzlich vom Globalen Fonds zur Bekämpfung von HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria getroffenen Entscheidung, nur Medikamente zu finanzieren, die entweder von der WHO oder einer international anerkannten Arzneimittelgenehmigungsbehörde genehmigt wurden, entsteht ein noch stärkerer Druck, das WHO-Projekt auszuweiten.

    "Dies ist besonders wichtig, da alle außer den am wenigsten entwickelten Ländern Patente auf Arzneimittel vergeben können. Daher sind dringend internationale Mechanismen nötig, um den zu erwartenden Preisanstieg bei neu entwickelten Medikamenten abzumildern," forderte Ellen 't Hoen von ÄRZTE OHNE GRENZEN.

    Ärzte ohne Grenzen - Meldung vom 17. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Welt-AIDS-Impfstoff-Tag

    Deutsche AIDS-Stiftung fordert eine stärkere Förderung der AIDS-Impfstoffforschung durch die G8-Mitgliedsstaaten.

    Bonn - Vom 6. bis 8. Juli treffen die Regierungschefs der acht größten Industriestaaten in Gleneagles, Schottland, zum G8- Gipfel zusammen. Zum Welt-AIDS-Impfstoff-Tag unterstützt die Deutsche AIDS-Stiftung die Forderung der International AIDS Vaccine Initiative (IAVI) an die G8-Staaten nach einer stärkeren Förderung der AIDS-Impfstoffforschung. Die Bundesregierung sollte sich auf dem Gipfeltreffen einsetzen, um die Forschung nach AIDS-Impfstoffen zu beschleunigen und zu intensivieren.

    "Neben den notwendigen weltweiten Präventionsmaßnahmen und Ausgaben für Therapie benötigen wir AIDS-Impfstoffe und Mikrobizide, um die Pandemie AIDS stoppen zu können," sagt Dr. Ulrich Heide, geschäftsführender Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung. "Zurzeit fließen weniger als ein Prozent aller Forschungsmittel zum Thema Gesundheit in die AIDS-Impfstoffforschung. Dies reicht nicht aus, um mittelfristig Impfstoffe gegen AIDS zu finden."

    Die Finanzierungslücke zwischen den aktuellen Ausgaben von ca. 400 bis 500 Millionen US Dollar und den benötigten 1,1 Milliarden US Dollar muss durch die G8-Mitglieder geschlossen werden. Die zusätzlichen Mittel sollten in die Grundlagenforschung, die angewandte Forschung, die Produktentwicklung und den Ausbau von Testgebieten für Impfstoffkandidaten in den am meisten von AIDS betroffenen Ländern fließen.

    Es ist notwendig, bereits heute über die Bereitstellung eines potenziellen Impfstoffes nachzudenken. N ur die Industriestaaten sind in der Lage eine Finanzierungszusage für den Ankauf von Impfstoffen abzugeben. Nur wenn die Abgabe eines Impfstoffes preisgünstig erfolgt, wird er bei der betroffenen Bevölkerung in Afrika, Asien und Osteuropa eingesetzt werden können. Eine Finanzierungszusage bindet keine aktuellen Haushaltsmittel.

    Die G8-Staaten sollten außerdem die Staaten der besonders betroffenen Länder in der AIDS-Forschung und bei der Einrichtung von Testgebieten für AIDS-Impfstoffkandidaten unterstützen. Ein intensiver Know-how-Transfer beschleunigt die AIDS-Forschung zum Nutzen aller Menschen.

    "Millionen Menschen in Asien und Afrika, die jetzt noch HIV-negativ sind, haben nur dann eine Chance auf eine gesunde Zukunft, wenn die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen jetzt ein Zeichen setzen, AIDS entschlossen zu bekämpfen. Den Gipfelbeschlüssen müssen dann auch Taten folgen." Sagt Dr. Ulrich Heide vom Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung.

    Deutsche AIDS-Stiftung - Pressemeldung vom 17. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Verschwiegene Behinderung ist kein Kündigungsgrund

    Bei Ablehnung eines Bewerbers muss der Arbeitgeber womöglich belegen, dass er einen sachlichen Grund hatte.

    Die aktuelle Frage zum Arbeitsrecht kommt von Peer L.: "Wenn ich beim Vorstellungsgespräch nicht gefragt werde, ob ich schwerbehindert bin und es auch nicht von mir aus erwähne, ist das dann - wenn es später festgestellt wird - ein Kündigungsgrund?"

    Die Antwort gibt Rechtsanwalt Harald Hotze: Grundsätzlich ist bei dieser Frage zwischen Körperbehinderung und Schwerbehinderteneigenschaft zu unterscheiden. Hinsichtlich der Körperbehinderung steht dem Arbeitgeber nur insoweit ein Fragerecht zu, als die Frage auf eine durch die Körperbehinderung mögliche Beeinträchtigung der zu verrichtenden Arbeit gerichtet ist.

    Die Frage nach der Schwerbehinderteneigenschaft ist nach der bisherigen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) zum Schwerbehindertenrecht zulässig und deren Falschbeantwortung führt zu einem Anfechtungsrecht des Arbeitgebers nach §123 Abs. 1 BGB.

    Der Arbeitgeber habe ein berechtigtes Interesse daran zu wissen, ob der Arbeitnehmer als schwerbehinderter Mensch anerkannt ist, da sich daran für den Arbeitgeber während der gesamten Dauer des Arbeitsverhältnisses zahlreiche gesetzliche Pflichten knüpfen.

    Diese Rechtsansicht ist nun nicht mehr haltbar, da es nicht Sinn und Zweck des Schwerbehindertengesetzes sei, die Einstellung eins schwerbehinderten Menschen abzulehnen, um den Belastungen des Gesetzes zu entgehen. Es ist jetzt mehr als fraglich, ob diese Rechtsprechung nach der Änderung im Bereich des Schwerbehindertenrechts seit Mitte 2001 aufrechterhalten werden kann. In §81 Abs. 2 Nr. 1 SGB IX ist als arbeitsrechtlicher Grundsatz eingeführt worden, dass Arbeitgeber schwerbehinderte Beschäftigte nicht wegen ihrer Behinderung benachteiligen dürfen. Damit ist ein rechtliches Diskriminierungsverbot eingeführt worden, das sich eindeutig an das bereits in §611 a BGB normierte Verbot geschlechtsbezogener Benachteiligung anlehnt. Die Rechtsprechung des BAG kann somit wohl nicht mehr damit begründet werden, dass ein solches Diskriminierungsverbot bei der Begründung von Arbeitsverhältnissen mit Behinderten fehle.

    Neue Rechtslage

    Zudem wurde durch die Änderung des Schwerbehindertenrechts durch das SGB IX auch ein Schadensersatzanspruch für den Behinderten als Sanktionsnorm bei einer Diskriminierung
    eingeführt. Gemäß § 81 Abs. 2 Nr. 1 SGB IX kann ein schwerbehinderter Bewerber eine angemessene Entschädigung in Geld verlangen, wenn der Arbeitgeber bei der Begründung eines Arbeitsverhältnisses gegen das in § 81 Abs. 2 Nr. 1 SGB IX normierte Benachteiligungsverbot verstößt.

    Somit führt nach neuer Rechtslage das Schweigen des Arbeitnehmers hinsichtlich seiner Schwerbehinderung nicht zu einem möglichen späteren Anfechtungsgrund des Arbeitsvertrages durch den Arbeitgeber.

    Fragt der Arbeitgeber nach der Schwerbehinderteneigenschaft, so riskiert er, dass er zu einer Entschädigungszahlung verurteilt wird, wenn er nicht den Gegenbeweis führen kann, dass die Ablehnung des Bewerbers tatsächlich auf sachlichen Gründen beruht.

    Frankfurter Rundschau vom 14. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Frühere Behandlung perinatal infizierter Kinder vorteilhaft

    Stanford - Bei HIV-infizierten Kindern wird die Indikation zur antiretroviralen Behandlung bisher eher zurückhaltend gestellt. US-Pädiater halten dies für einen Fehler. Im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2005; 293: 2221-2231) sprechen sie sich für eine möglichst frühzeitige Behandlung von asymptomatischen Kindern aus.

    Kinder infizieren sich in der Regel perinatal. Die meisten Infektionen sind durch eine Behandlung der Schwangeren vermeidbar, und in Deutschland gibt es nur noch Einzelfälle. In vielen Entwicklungsländern ist die Situation anders. Weltweit gibt es 2,5 Millionen HIV-infizierte Kinder, und täglich kommen 1 700 neue Fälle hinzu. Auch in den USA gibt es 9 300 HIV-infizierte Kinder im Alter von unter 13 Jahren.

    Die antiretroviralen Kombinationstherapien sind auch bei Kindern wirksam. Dennoch vertraten viele Experten, auch in Deutschland, die Ansicht, die Therapie müsse so lange wie möglich hinausgeschoben werden. Hierfür gibt es gute Argumente. Da eine Heilung nicht möglich ist, steht den Patienten eine lebenslange Behandlung bevor mit dem ständigen Risiko, dass Resistenzen die Optionen nach und nach immer weiter einschränken. Außerdem verläuft die Erkrankung bei vielen Kindern trotz hoher Viruskonzentrationen lange asymptomatisch. Nur eine Minderheit entwickelt bis zum vierten Lebensmonat eine Immunschwäche. Die anderen bleiben häufig bis zum sechsten Lebensjahr asymptomatisch.

    Diese Zahlen malen jedoch möglicherweise ein zu rosiges Bild, wie die Gruppe um Yvonne Maldonado von der kalifornischen Stanford Universität schreibt. Die Forscher haben alle 205 Kinder analysiert, die sich seit 1988 in Nordkalifornien perinatal infiziert haben. In den ersten Jahren standen nur weniger Behandlungsoptionen zur Verfügung. Erst seit 1997/8 setzte sich die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) durch. Sie hat auch bei den Kindern die Prognose entscheidend verbessert. Von den 23 Kindern, die von Anfang an mit HAART behandelt wurden, ist keines vor dem dritten Geburtstag an Aids (Kategorie-C-Diagnose – Aids-Diagnose) erkrankt. Dieses Alter erreichten in den Jahren, als noch keine langfristig wirksamen Kombinationen zur Verfügung standen, weniger als die Hälfte der Kinder.

    Für die gegenwärtige Diskussion wichtiger ist ein anderer Befund. In den Jahren vor der Einführung von HAART, als die Kinder nur mit einem oder zwei Medikamenten behandelt wurden, war es von großer Bedeutung, wann die Behandlung einsetzte. Wenn die Therapie erst im Alter von vier Monaten begonnen wurde, entwickelten mehr Kinder die Kategorie-C-Diagnose, als bei einem Therapiebeginn im Alter von zwei Monaten. Je früher die Therapie begonnen werde, desto besser für das Kind, meinen die Autoren.

    Deutsches Ärzteblatt vom 12. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     

    Streit um Vitaminpräparate gegen HIV/Aids

    Gesundheitsorganisationen kritisieren Matthias Rath scharf.

    Genf - Wissenschafter und Gesundheitsorganisationen wie WHO, http://www.who.int Unicef, http://www.unicef.org und UNAids http://www.unaids.org haben ein Inserat scharf verurteilt, in dem Vitaminpräparate als sichere und wirksame Möglichkeit zur Behandlung von HIV/Aids genannt werden. Das ganzseitige Inserat ist in der International Herald Tribune http://www.iht.com und in der New York Times http://www.nytimes.com erschienen. Der Auftraggeber Matthias Rath http://www.drrath.com argumentiert im Text, dass Medikamente gegen Retroviren eine Form von Völkermord darstellten. Derzeit gelten diese Medikamente als effektivste Form zur Behandlung von HIV und Aids. Die Werbekampagne startete laut BBC im vergangenen Jahr in Südafrika, wo sie von Aidsspezialisten sehr rasch verworfen wurde.

    Unter dem Titel "Stop Aids genocide by the drug cartel" behauptet Rath, dass Medikamente gegen Retroviren das Immunsystem des Körpers untergraben und dass Vitaminpräparate alleine die Abwehr gegen Aids fördern können. Die Harvard-Wissenschafter, deren Forschungen Rath zitiert, beschweren sich über eine Missinterpretation ihrer Ergebnisse über die Wirkung von Vitaminen auf das Fortschreiten einer Aidserkrankung. Ihre Studie wies nach, dass Multivitaminpräparate das Fortschreiten einer Erkrankung verlangsamen. Ihr Einsatz könne jedoch nur den Zeitpunkt des Einsatzes von Medikamenten gegen Retroviren hinauszögern. Ein Viertel der mit Vitaminen behandelten Patienten erkrankte vollständig an Aids oder starb während der Studiendauer. Somit handelte es sich nur um eine marginale Verbesserung im Vergleich zu dem Drittel der Betroffenen, die Blindpräparate erhalten hatten.

    Die Aussendung der Gesundheitsorganisationen bezeichnet die Anzeige als gefährlich und nutzlos. Es wird befürchtet, dass jene Betroffenen, die eine entsprechende Medikation am dringendsten bräuchten, auf einfachere aber unwirksame Alternativen umsteigen. Rath setzt sich seit langem für die positive Wirkung von Vitaminen bei Erkrankungen wie Krebs, Herzversagen und Osteoporose ein. Die aus dem Verkauf von Vitaminpräparaten erzielten Gewinne fließen in die Unterstützung seiner Gesundheitstiftung.

    Pressetext Austria Meldung vom 12. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     

    Neuropsychiatrische Langzeittoxizität von Efavirenz

    Neuropsychiatrische Nebenwirkungen bleiben bei einer auf Efavirenz basierenden Kombinationstherapie auch nach längerer Einnahme bestehen.

    Dr. Carmina Fumaz und Kollegen vom Hospital Germans Trias i Pujol in Barcelona, Spanien, analysierten mögliche Langzeitnebenwirkungen einer auf Efavirenz basierenden Kombinationstherapie. Die Wissenschafter verglichen diesbezügliche Daten von 120 HIV-Positiven, die entweder eine auf Efavirenz oder auf einem PI basierte. Die durchschnittliche Therapiedauer betrug 91,1 Wochen in der Efavirenz-Gruppe und 119,9 Wochen in der PI-Gruppe.

    In der Efavirenz-Gruppe konnte im Vergleich zu einer PI-Therapie signifikant häufiger Müdigkeit, leichte Depressionen, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Somnolenz, Nervosität und Albträume registriert werden (p<0,05).

    Die Lebensqualität und der psychologische Status waren in beiden Gruppen vergleichbar.
    Der Efavirenz-Plasmaspiegel unterschied sich zwischen Patienten mit und ohne neuropsychiatrische Nebenwirkungen nicht.
    Die Adhärenz betrug bei HIV-Positiven unter Efavirenz 60 Prozent und 55 Prozent unter PIs.

    Die Wissenschafter fassen zusammen, dass milde Nebenwirkungen bei einer auf Efavirenz basierenden Therapie häufig sind und klinisch akzeptabel sind.

    Quelle: J Acquir Immune Defic Syndr; 2005, 38: 560-565

    MedAustria Aids News Line vom 11. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Passive Impfung kann HIV in Schach halten

    Zürich. Mit Hilfe spezifischer monoklonaler Antikörper ist es offenbar tatsächlich möglich, bei HIV-Infizierten das Virus zumindest für kurze Zeit in Schach zu halten. Vor allem akut infizierte Patienten, weniger die chronisch Infizierten, profitierten in einer ersten Studie in der Schweiz von der passiven Immunisierung mit drei verschiedenen Immunglobulinen. Sie wurden geimpft, nachdem die antiretrovirale Therapie unterbrochen worden war.

    Wie es in der Online-Ausgabe von "Nature Medicine" heißt, wurde die Virusmenge im Blut deutlich länger klein gehalten als bei nicht geimpften Infizierten. Bei einem Patienten gelang dies sogar über den gesamten Beobachtungszeitraum von 24 Wochen. 14 Wochen nach Studienbeginn hatte der Patient noch elf HIV-RNA-Kopien pro Milliliter Blut, danach war das Virus nicht mehr nachweisbar.

    Nach Angaben der Wissenschaftler belegt die Studie, dass sich die Virusvermehrung durch passive Immunisierung unterdrücken lässt. Ein künftiger Impfstoff müsste aber möglicherweise höher dosiert werden und mehr Virusvarianten neutralisieren.

    Ärzte Zeitung vom 9. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Kurzmeldung: HIV und Schwangerschaft

    Sustiva-Packungsbeilage verändert.

    In den USA wurden die Warnhinweise der Packungsbeilage von Sustiva (Wirkstoff Efavirenz) verändert. Bei den Angaben zum Einsatz bei Schwangerschaft heißt es statt bisher „Risiken für den Fötus können nicht ausgeschlossen werden“ nun „Positive Hinweise auf Risiken für den Fötus“.

    Hintergrund sind vier retrospektive Berichte über Schäden an Neugeborenen, bei denen die Mutter während der Schwangerschaft Sustiva eingenommen hatte. Frauen, die Sustiva einnehmen, sollten eine Schwangerschaft vermeiden, heißt es in der FDA-Mitteilung.

    U. S. Food and Drug Administration, Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     

    Aids in Osteuropa außer Kontrolle

    Traunstein - Wie auf einem Symposium der Dermatologischen Universitätsklinik München deutlich wurde, hat die HIV-Aids-Epidemie in Teilen Osteuropas dramatische Ausmaße angenommen. Sie wächst in keiner Weltregion so schnell wie dort. Der soziale und gesellschaftliche Wandel nach dem Zusammenbruch des Kommunismus mit wachsender Ungleichheit, Erosion der tradierten Werte, maroden staatlichen Strukturen bei gleichzeitiger Öffnung der Grenzen war ein idealer Nährboden für die rasche Ausbreitung des HI-Virus. Der Leiter des Gesundheitsamtes Traunstein, Dr. Franz Heigenhauser, der am Symposium teilnahm, spricht von "afrikanischen Verhältnissen" vor unserer Haustür.

    Auf dem Gebiet des ehemaligen Ostblocks lassen sich mehrere Subregionen unterscheiden: In der westlichen bzw. südwestlichen Ländergruppe (Polen, Tschechische Republik, Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien) konnte der rapide Anstieg der Aids-Infektionen gestoppt werden, Prävention und Behandlungsmöglichkeiten verbessern sich langsam, von westeuropäischen Standards ist man jedoch noch weit entfernt. In Russland, der Ukraine, Weißrussland, Moldawien, den baltischen Ländern sowie den anderen GuS-Nachfolgestaaten ist die Zunahme der HIV-Infektionen nach wie vor ungebremst, die Lage teilweise dramatisch. Nach WHO-Schätzungen ist in Russland von 1.2 Millionen, in der Ukraine von 500.000 Infizierten auszugehen. Besonders betroffen ist die Hafenstadt Odessa. Bei nahezu doppelter Bevölkerung im Vergleich zur Ukraine haben sich in Deutschland seit Anfang der 80er Jahre kumulativ 72.000 Personen mit dem HI-Virus infiziert, 23.500 sind an Aids verstorben. Neben der rasanten Zunahme der HIV-Infektionen in einem relativ kurzen Zeitraum zeichnen sich diese Länder durch eine weitere Besonderheit aus: Über 90 Prozent der HIV-Infektionen werden durch intravenösen Drogenkonsum oder heterosexuellen Geschlechtsverkehr übertragen (Deutschland 20 Prozent). Dies habe zur Folge, dass im Vergleich zu Deutschland überproportional junge Menschen, insbesondere junge Frauen, betroffen sind.

    Aufgrund geänderter Drogenhandelsrouten in den 90er Jahren sei in vielen Ländern Osteuropas Heroin nahezu frei verfügbar, in einigen Gegenden sogar billiger als Alkohol. Schätzungen gehen davon aus, dass es in der Russischen Föderation drei Millionen, in der Ukraine 600.000 intravenös Drogenabhängige gibt. Nach einer Moskauer Studie tauschen 75 Prozent der Drogenabhängigen ihre Spritzen. Drogenkonsumenten sind sozial geächtet, man betrachtet sie als "gesellschaftlichen Abfall", dafür werden keine Gelder aus dem ohnehin knappen Gesundheitsbudget ausgegeben. Es gibt weder Substitutions- noch Spritzenaustauschprogramme. Weitere Brutstätten der Aids-Epidemie in Osteuropa sind Strafanstalten. Dort sind intravenöser Drogenkonsum sowie homosexuelle Kontakte an der Tagesordnung.

    Da die Aids-Epidemie in Osteuropa noch jung ist, sind in Relation zur Zahl der HIV-Infizierten noch wenige an Aids erkrankt. Dies werde sich in den Wenige Erkrankungen akut nächsten Jahren dramatisch verändern. Auf die jetzt schon überforderten Gesundheitssysteme würden weitere Belastungen hinzukommen. Erschwerend komme hinzu, dass in Osteuropa viele HIV-Infektionen mit Tuberkulose einhergehen. Bei realistischer Betrachtungsweise sei davon auszugehen, dass bei weitgehend offenen Grenzen nicht adäquat versorgte Aids-Patienten aus Osteuropa ihr Heil im Westen, insbesondere in Deutschland, suchen werden. Das wird ethische und finanzielle Fragen aufwerfen.

    Die Aids-Epidemie Osteuropas findet auch über die Prostitution ihren Weg nach Westen oder hat ihn schon gefunden. HIV-Infizierte, jedoch noch nicht erkrankte junge Mädchen werden aufgrund der Perspektivlosigkeit in ihrer Heimat der Prostitution im Ausland nachgehen. Nicht nur wegen der geographischen Nähe stellt dies für Deutschland ein Sonderproblem dar. Die illegale Prostitution ist sowie nicht kontrollierbar, jedoch nach dem neuen Infektionsschutzgesetz wird auch die legale Prostitution in Deutschland nicht mehr routinemäßig gesundheitlich überwacht. Hier besteht in weiten Teilen der Bevölkerung ein gefährliches Informationsdefizit. Ein Indiz dafür, dass sich hier etwas "zusammenbraut" ist die Zunahme von Geschlechtskrankheiten wie Syphilis oder Tripper oder die steigende Zahl von HIV- Neuinfektionen seit dem Jahr 2001.

    Es ist jedoch nicht nur der zahlenmäßige Anstieg der HIV-Infektionen, der die Forscher alarmiert, sondern auch das Auftreten neuer, aggressiver Virusvarianten, welche die therapeutischen Erfolgsaussichten schmälern. Bei 16 Prozent der Neuinfektionen in Deutschland handelt es sich bereits um Viren, die gegen eines der vorhandenen Medikamente resistent sind. Auch hier macht sich der "Ostwind" bemerkbar. Aufgrund von Versorgungsengpässen bei Aidsmedikamenten werden Erkrankte in Osteuropa oftmals nicht sachgerecht behandelt mit der Folge, dass die HI-Viren gegen die vorhandenen Medikamente Resistenzen bilden.

    Nach dem man lange Zeit der Meinung war, dass man die AIDS-Epidemie in Deutschland einigermaßen unter Kontrolle hat, zeichnen sich nach Meinung der Experten neue Herausforderungen ab.

    Trostberger Tagblatt vom 6. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Brasilien lehnt US-Gelder zur Aids-Bekämpfung ab

    Den Brasilianern gingen die mit der Hilfe verbundenen moralischen Auflagen zu weit.

    Die US-Regierung vergibt Geld zur Aids-Hilfe mit Auflagen, die dem konservativ-religiösen Programm entsprechen. Brasilien ist nun wohl das erste Land, das amerikanische Hilfsgelder in Höhe von 40 Millionen US-Dollar abgelehnt hat, weil trotz teilweisem Nachgeben der US-Regierung in einer wichtigen Frage keine Einigung erzielt werden konnte.

    Schon 2001 hat US-Präsident am ersten Tag nach seinem Amtsantritt seiner religiös-konservativen Wählerklientel eine Forderung erfüllt und die Mexico City policy oder global gag rule verordnet (George W. B. gegen die Eva des Bösen). Danach darf das Entwicklungshilfeministerium USAID keine Gelder zur Familienplanung an ausländische Nichtregierungsorganisationen geben, die Abtreibung unterstützen oder auch nur befürworten bzw. Frauen diesbezüglich beraten.

    Die Bush-Regierung hält weiterhin auch Gelder vom United Nations Population Fund zurück, weil dort angeblich Zwangsabtreibungen in China gefördert wurden. Die "global gag rule" geht, wie vieles in der Bush-Regierung, auf die Zeit der Präsidentschaft von Ronald Reagan zurück. Auch der Vater von Bush hatte das Verbot in seiner Präsidentschaft verlängert, Bill Clinton hob es hingegen 1993 auf. US-Präsident Bush hat 2003 das Verbot auf die gesamte Auslandshilfe des Außenministeriums erweitert. Allerdings lehnte der US-Senat Anfang April erneut auf Antrag einer demokratischen und einer republikanischen Senatorin dieses Verbot mit knapper Mehrheit ab und forderte dessen Aufhebung.

    Anfang 2003 hatte Bush in seiner Rede an die Nation gewissermaßen zum Ausgleich der aggressiven Kriegspolitik und vor dem geplanten Einmarsch in den Irak ein umfangreiches Paket zur weltweiten Bekämpfung von Aids angekündigt, das 15 Milliarden US-Dollar in einem Zeitraum von 5 Jahren aufwenden sollte. Obgleich die "global gag rule" diesem Emergency Plan for AIDS Relief (PEPFAR) nach Widerstand aus dem Kongress nicht angefügt werden konnte, sind 2003 einige Regeln in dem Gesetz eingeführt worden, mit dem Kongress die ersten Gelder bewilligte.

    Dazu gehört beispielsweise das Pitts Amendment, das 33% der zur Aids-Prävention vorgesehenen Gelder für "Abstinenz-bis-zur-Ehe"-Programme reserviert – beispielsweise für die Ausgabe von T-Shirts mit dem Text: "Praise work, exercise and studies, NOT SEX" oder "One minute of pleasure does not pay, WAIT." Organisationen, die Gelder erhalten, müssen nach dem Smith Amendment keine Maßnahmen befürworten oder gar fördern, die ihren moralischen oder religiösen Ansichten widerstreiten. Dabei geht es beispielsweise um die von religiösen Gruppen ablehnte Verwendung von Kondomen als Schutz vor Ansteckung. Und dann gibt es noch den "Litmus Test", der verlangt, dass Organisationen, die Gelder aus dem Aids-Programm erhalten, versichern müssen, dass sie gegen die Legalisierung von Prostitution sind. Das behindert die Behandlung von Prostituierten und die Aids-Vorsorge bei diesen. Wegen dieser Regelung verzichtet Brasilien lieber auf die Gelder, da die brasilianischen Programme zur Bekämpfung von Aids auch die Prostituierten einbeziehen, um sie und ihre Kunden vor Aids zu schützen.

    Pedro Chequer, der Direktor des brasilianischen Aids-Programms, erklärte, dass die brasilianische Regierung zwar zuerst in den Verhandlungen verhindern konnte, den Schwerpunkt für die Prävention auf Abstinenz und Treue anstatt auf die Verwendung von Kondomen zu legen. Nicht möglich aber sei es gewesen, die Auflage zur Prostitution zu umgehen. Daher habe man, "um die die Autonomie bei Bereichen der nationalen Aids-Politik sowie um ethische Prinzipien und Menschenrechte zu wahren", auf die 40 Millionen Dollar verzichtet. 2003 waren insgesamt 48 Millionen von USAID bewilligt worden, im selben Jahr aber wurde dann das Gesetz mit den Auflagen im Kongress verabschiedet.

    "Wir können Aids nicht mit Prinzipien kontrollieren, die manichäisch, theologisch, fundamentalistisch und schiitisch sind", sagte Chequer. Er fügte auch hinzu, dass in Brasilien die US-Gelder nur eine geringe Rolle spielen und die Regierung des Ausfall ausgleichen werde. Das ist in vielen anderen armen Ländern nicht ohne weiteres möglich, auf die die US-Regierung mit ihrer Politik Druck ausübt, während die Auflagen für die Hilfsgelder verstärkt den religiösen Organisationen (faith-based) zufließen, die Bush von Beginn seiner Präsidentschaft an stark gefördert hat. (Florian Rötzer)

    TELEPOLIS Meldung vom 5. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     

    Global Business Coalition on HIV/AIDS

    New York und Genf - Global Business Coalition für HIV/AIDS (GBC) nominierte den Vorstand für den "Fokuspunkt" des privaten Sektors für den Global Fund zur Bekämpfung von AIDS, TB und Malaria.

    Botschafter Richard Holbrooke, Präsident und CEO der Global Business Coalition gegen HIV/AIDS (GBC), der herausragenden Organisation, die die Antwort der Wirtschaft auf AIDS darstellt, gab heute bekannt, dass GBC ausgewählt wurde, um den Vorstand des privaten Sektors als den offiziellen "Fokuspunkt" für den Global Fund zur Bekämpfung von AIDS, TB und Malaria zu repräsentieren.

    "Wir fühlen uns geehrt, von Unternehmen aus der ganzen Welt gewählt worden zu sein, um sie in dieser wichtigen Funktion zu vertreten", sagte Botschafter Richard Holbrooke, Präsident und CEO von GBC. "Partnerschaften zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor können eine starke Waffe sein im Kampf gegen AIDS, TB und Malaria, die tödlichsten Krankheiten, denen die Welt je gegenüberstand. Wir freuen uns darauf, im nächsten Jahr eng mit dem Global Fund und Unternehmen rund um den Globus zusammenzuarbeiten, um innovative Strategien herauszuarbeiten und ihre Stärken im Kampf gegen diese schrecklichen Krankheiten einzusetzen. AIDS ist nicht nur die größte humanitäre Krise unserer Zeit. Es stellt auch eine Bedrohung für das Wirtschaftswachstum und den Erfolg von einzelnen Unternehmen in der ganzen Welt dar. Fast 200 Unternehmen sind bisher Mitglieder der GBC und wir haben in dieser neuen Rolle die Gelegenheit, innovative Vorgangsweisen zu erarbeiten, um sie in die Arbeit des Global Fund einzubinden".

    Die neuen Verantwortlichkeiten der GBC als offizieller Fokuspunkt für den privaten Sektor werden dazu beitragen, die Beteiligung der Unternehmen an der Arbeit des Global Fund auf verschiedenste Art zu erweitern. Immer öfter beteiligen sich Unternehmen am Investment in Gemeindeprojekte, mobilisieren die Spendenbereitschaft von Mitarbeitern, stellen den Menschen in den Mittelpunkt und setzen die ihr essentielles Geschäftsvermögen und ihr Fachwissen dazu ein, die Pandemie in der ganzen Welt zu bekämpfen.

    Der private Sektor wird im Vorstand des Global Fund repräsentiert von Rajat Gupta von McKinsey und Dr. Brian Brink von Anglo-American, zwei aktive Mitglieder von GBC. Die Organisation verstärkt ihre Belegschaft und wird später dieses Jahr einen strategischen Planungsprozess in Gang bringen, um einen Plan für die Arbeit des privaten Sektors mit dem Global Fund zu entwickeln.

    In ihrer neuen Rolle wird die GBC auch Anstrengungen gegen TB und Malaria unterstützen, aber sie wird weder ihren Namen ändern, noch von ihrem vorrangigen Fokus auf HIV/AIDS abgehen.

    Näheres über die Global Business Coalition für HIV/AIDS (GBC)

    Die Global Business Coalition für HIV/AIDS (GBC) ist die herausragende Organisation, die den Kampf der Wirtschaft gegen HIV/AIDS anführt. Die rasch wachsende Organisation aus 200 internationalen Unternehmen widmet sich dem Kampf gegen die AIDS Epidemie mit Hilfe der einzigartigen Fähigkeiten und dem Know-how des Wirtschaftsbereiches. Die Mission der GBC ist es, die Kraft der globalen Wirtschaftsgemeinschaft zu bündeln, um der HIV/AIDS Pandemie ein Ende zu setzen. Weitere Informationen finden Sie auf der GBC Website unter http://www.businessfightsaids.org, der führenden, globalen Informationsquelle über AIDS-Programme von Unternehmen und Informationsdrehscheibe hinsichtlich der Wirtschaftbereiche, die sich des Themas AIDS annehmen.

    Der Global Fund zur Bekämpfung von AIDS, TB und Malaria

    Der Global Fund zur Bekämpfung von AIDS, TB und Malaria ist eine unabhängige Partnerschaft aus öffentlichem und privatem Sektor, die im Jahre 2002 gegründet wurde. Sein Ziel ist es, bedeutende, neue Ressourcen aufzutun, um AIDS, Tuberkulose und Malaria zu bekämpfen und diese Mittel an wirkungsvolle Präventions- und Behandlungsprogramme in Ländern mit dem größten Bedarf auf innovative Weise zu verwalten und zu verteilen. Gemäß der Bewertung aus vier Vorschlagsrunden wurden insgesamt USD 3,1 Mrd. über zwei Jahre genehmigt, um Programme in 127 Ländern zu unterstützen.

    Websites: http://www.businessfightsaids.org / http://www.businessfightsaids.org/globalfund

    OTS Pressemeldung vom 4. Mai 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     

    HIV-Risiko durch "Sugar Daddies"

    Sex gegen Bezahlung kommt junge Frauen oft teuer.

    Chicago - Sugar Daddies - ältere Männer, die jüngere Frauen für sexuelle Beziehungen mit finanziellen und materiellen Entgeltungen bezahlen - sind ein wesentliches Risiko bei der Verbreitung von Aids. Laut jüngsten Forschungsergebnissen der Harvard University http://www.harvard.edu nutzen Sugar Daddies die finanzielle Bedürftigkeit der Frauen aus und bringen sie durch Geschenke oder Geld dazu mit ihnen ungeschütztem Sex zu haben. Vor allem in Kenia ist diese Praxis noch weit verbreitet und gefährdet die Unterbindung einer weiteren Verbreitung des Virus.

    Die auf dem Schwarzen Kontinent durchgeführte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass das "Sugar-Daddy-Syndrom" vor allem durch die Verbesserung der Erziehungs- und Jobsituation und durch den leichteren Zugang zu Verhütungsmitteln unterbunden werden kann. "Die Untersuchungsergebnisse haben insofern Sinn, da sich die Sugar Daddies in einer Machtposition wähnen und der Meinung sind, dass der bezahlte Dienst auch sein Geld wert sein muss. Junge Frauen haben im Gegenzug jedoch meist Probleme auf der Verwendung eines Kondoms zu bestehen", erklärte Studienleiterin Nancy Luke. Überraschend zeigte sich, dass Sugar Daddies bei Beziehungen mit älteren Frauen eher dazu neigten ein Kondom zu verwenden. "Es wäre sinnvoll auch in den USA eine derartige Studie durchzuführen, damit junge Frauen wissen, wie teuer sie ein Schmuckstück bezahlen müssen", kommentierte Mary Mittchel von der Chicago Sun http://www.suntimes.com.

    Pressetext Austria Meldung vom 29. April 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     

    Warum Impfungen bisher scheiterten

    Warum gibt es noch immer keine wirksame Impfung gegen HIV und AIDS? Im Prinzip gäbe es nämlich Abwehrmoleküle des Immunsystems, die die Vermehrung des Virus eindämmen. Das Dumme ist nur: Sie greifen auch körpereigene Strukturen an. Genau aus diesem Grund scheiterten die bisherigen Impfversuche.

    Wie Forscher der Duke-University in Durham, der Tulane School of Medicine in New Orleans sowie der Boku Wien herausgefunden haben, hat das HI-Virus eine Art Tarnkappe entwickelt und entgeht so den Angriffen des Immunsystems.

    Impfen schützt...

    Was ist das beste Mittel gegen eine gefährliche Infektionskrankheit? Man nimmt harmlose Bestandteile des Erregers, etwa typische Oberflächenmoleküle, und spritzt sie in die Blutbahn des Patienten. Das ist gewissermaßen ein Trockentraining für das Immunsystem, womit der Körper gegen Angriffe des Erregers gewappnet werden soll. Also die klassische aktive Immunisierung, sprich: Impfung.

    ...leider nicht gegen HIV

    Dieses Prinzip wurde selbstverständlich bei der Bekämpfung von HIV-1, der wichtigsten Familie unter den HI-Viren, angewandt. Allerdings ohne großen Erfolg. Denn Patienten, bei denen eine Impfung mit Bestandteilen der HIV-1-Hülle versucht wurde, produzierten keine Antikörper, die das Virus in den Griff bekommen hätten.

    Wirksame Abwehrmoleküle bekannt

    Allerdings sind, wie AIDS-Forscher etwa letztes Jahr in der Zeitschrift "Nature Immunology" (Band 5, S. 233) festhielten, eine Reihe von Antikörpern bekannt, die das HI-Virus sehr wohl neutralisieren können. Das nährt die Hoffnung, dass es im Prinzip möglich sein sollte, irgendwann einen wirksamen Impfstoff zu entwickeln.

    Drei der vier derzeit bekannten wirksamen Antikörper gegen HIV-1 wurden an der Boku Wien entdeckt. Sie stammen aus Blutproben von anonymen Patienten, die die Infektion offenbar gut kontrollieren konnten. In Durchschnittspatienten sind diese Moleküle jedoch so gut wie nie nachweisbar, wie die Co-Autorin der Studie, Gabriela Stiegler vom Institut für Angewandte Mikrobiologie der Boku Wien, betont.

    Gesucht: Ursachen des Misserfolgs

    Ein wichtiger Schritt am Weg zu einer wirksamen Impfung ist zu verstehen, warum die bisherigen Versuche gescheitert sind. Die Antwort darauf dürfte nun die Autoren der aktuellen Studie gefunden haben.

    Sie untersuchten zwei Antikörper namens 2F5 und 4E10: Das Besondere an diesen Molekülen: Sie erwiesen sich als wirksame Waffe gegen das tödliche Virus, d.h. sie verhinderten in einigen wenigen Patienten den Befall von weiteren Immunzellen.

    Ähnlichkeit zu Autoantikörpern*

    Den Forschern fiel auf, dass 2F5 und 4E10 eine biochemische Struktur ihr Eigen nennen, die sonst nur von so genannten Autoantikörpern bekannt ist. Dabei handelt es sich um fehlgeleitete Abwehrmoleküle, die irrtümlich an Strukturen des eigenen Körpers binden und damit Autoimmunkrankheiten auslösen.

    Ein Beispiel dafür ist die Schmetterlingsflechte, auch "Systemischer Lupus erythematodes" (SLE) genannt: Hier bilden die Patienten Antikörper gegen DNA, Proteine des Zellkerns sowie gegen Bestandteile des Zellplasmas. Das führt wiederum zu Haut- und Gefäßentzündungen, Organ- und Gelenkschäden sowie Ausfällen im Nervensystem.

    Passiv-Impfung möglich

    Die Vermutung der Forscher erwies sich als richtig. Beide Antikörper reagierten mit dem so genannten Cardiolipin, das in Mitochondrien vorhanden ist, sowie mit anderen körpereigenen Molekülen.

    Aus Sicht des Virus bedeutet das: HIV-1 verwendet offenbar eine Art Tarnkappe, indem es Strukturen des Körpers imitiert. Und das ist wiederum der Grund dafür, dass die bisherigen Versuche einer Aktivimpfung gescheitert sind. Die Produktion von Autoantikörpern ist in einem funktionsfähigen Immunsystem einfach verboten.

    Allerdings könnte man Patienten auch einer Passivimpfung unterziehen und ihnen 2F5 und 4E10 direkt verabreichen. Genau das werde bereits in klinischen Studien untersucht, so Gabriela Stiegler gegenüber science.ORF.at. Beispielsweise an Kindern AIDS-kranker Mütter.

    Warum sich SLE-Patienten kaum mit HIV infizieren

    Die Ergebnisse der Studie passen auch gut zu folgendem Befund: Unter Patienten mit Schmetterlingsflechte sind HIV-1-Infektionen äußerst selten. Ihr Immunsystem scheitert nämlich bei der Bekämpfung selbstreaktiver Antikörper. Was unter Umständen ein großer Vorteil sein kann.

    * Antikörper
    Als Antikörper bezeichnet man Proteine, die vom Immunsystem (genauer: von B-Lymphozyten) gegen Fremdkörper und Krankheitserreger gebildet werden. Sie können sehr spezifisch an Strukturen der Erreger binden, sie gewissermaßen als "fremd" erkennen und sie somit über weitere immunologische Reaktionen neutralisieren.

    science.ORF.at vom 28.April 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     

    Weiterer Mosaikstein in Richtung HIV-Impfstoff

    Tarnungs-Trick des HI-Virus geklärt - Massenhafte Produktion von Antikörpern möglich.

    Wien - Einen weiteren Trick, wie sich das HI-Virus gegen Attacken des menschlichen Immunsystems schützt, haben Wissenschafter des Instituts für Angewandte Mikrobiologie (IAM) der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien gemeinsam mit amerikanischen Kollegen aufgedeckt. Die Untersuchungen wurden in der neuen Ausgabe der renommierten Wissenschaftszeitschrift "Science" veröffentlicht. Die Forscher um Hermann Katinger untersuchten eine bestimmte Stelle auf der Virus-Hülle, an die bekannte Antikörper binden können und fanden Ähnlichkeiten mit Oberflächen von Körperzellen.

    "Weltweit sind bis jetzt vier Antikörper bekannt, welche die verschiedenen Typen des HI-Virus angreifen", erklärte dazu Gabriela Stiegler vom IAM gegenüber der APA. Drei wurden an der Boku entdeckt, zwei davon - genannt 2F5 und 4E10 - waren nun Gegenstand der aktuellen Untersuchung. Docken die Antikörper an das Virus an, so kann der Erreger nicht mehr in Zellen eindringen und diese zur Produktion von weiterem Viren-Material zwingen.

    Massenhafte Produktion von Antikörpern möglich

    Allerdings sind die Antikörper gegen das HI-Virus im menschlichen Körper sehr selten zu finden, am ehesten noch in Aids-Patienten, deren Körper relativ gut mit der Infektion umgehen kann und die eine vergleichsweise hohe Lebenserwartung haben. Mit Hilfe der schon vor geraumer Zeit gefundenen Antikörper, die jetzt in Zellkulturen massenhaft produziert werden können, versuchen Labors weltweit Impfstoffe zu kreieren, bisher vergeblich.

    Die Tricks, mit denen sich das HI-Virus der Immunabwehr zu entziehen versucht, sind vielfältig. Einer davon ist, sich zu tarnen. So ist die Struktur auf der Virus-Oberfläche, an welche die Antikörper andocken, einer Struktur auf normalen menschlichen Körperzellen sehr ähnlich. "Der Körper tut sich schwer, etwas zu bekämpfen, das den eigenen Zellen sehr ähnlich ist", so Stiegler. Tatsächlich binden die Antikörper, wie die Forscher herausfanden, auch an die Körperzellen.

    Allerdings ist diese Bindung weniger fest als an der Virusoberfläche, das gibt Hoffnung. Auch hat sich gezeigt, dass diese Bindung praktisch keine Nebenwirkungen für den Patienten hat. Die Antikörper können daher eingesetzt werden, um Aids-Patienten zu helfen. Die Ergebnisse sind aber auch ein weiterer Schritt in Richtung Impfstoff. (APA)

    Der Standard vom 28. April 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Akute Kondom-Knappheit

    Experten befürchten, dass der Mangel an Präservativen zu einem Anstieg der HIV-Infektionen führen könnte.Qualitätsmängel der ugandischen Kondom-Marke Engabu und neue Einfuhrbestimmungen für Verhütungsmittel haben zu einer gravierenden Kondom-Knappheit in Uganda geführt. Kostenlose Kondome, die vom Gesundheitsministerium und Nichtregierungsorganisationen (NRO) verteilt werden, gehen zur Neige und die Preise für im Handel vertriebene Präservative steigen.

    Im September 2004 traten erstmals Beschwerden über die Qualität von einheimischen Kondomen auf. Etwa zehn Millionen Exemplare der Marke Engabu konnten daraufhin die Lagerhallen im Dezember nicht verlassen, weil sie zunächst eine Qualitätskontrolle durchlaufen müssen.

    Kondom-Qualitätskontrolle in Europa

    Gleichzeitig traten in Uganda neue Gesetze in Kraft, die für importierte Kondome eine Qualitätskontrolle vorschreiben. Da die nationale Aufsichtsbehörde für Medikamente jedoch über keine Kondom-Prüfgeräte verfügt, müssen nun alle Präservative für das Kontrollverfahren extra nach Europa verschifft werden, so dass diese Verhütungsmittel nur mit erheblicher zeitlicher Verzögerung bereit stehen.

    Experten befürchten, dass der Kondom-Mangel wieder zu einem Anstieg der HIV-Infektionsraten in Uganda führen könnte. In dem ostafrikanischen Land leben derzeit etwa eine Million Menschen, die mit dem HI-Virus infiziert sind. Dank einer nationalen Kampagne konnte die Ausbreitung der Seuche in den vergangenen Jahren gestoppt werden: Die HIV/Aids-Rate sank von über 15 Prozent Anfang der 1990er Jahre auf 4,1 Prozent im Jahr 2003. Im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit spielen Kondome eine Schlüsselrolle, da sie die einzige wirksame Methode der HIV-Prävention darstellen.

    Akute Versorgungslücke

    Die ugandische Regierung versucht jetzt die Kondom-Versorgungslücke baldmöglichst zu schließen. "Bis Ende April sollten 20 Millionen Kondome hier eintreffen. Wir haben sie bereits bestellt", kündigte Vastha Kibirige an. Sie ist Koordinatorin des Programms für Kondome, sexuell übertragbare Krankheiten und Aids-Kontrolle im ugandischen Gesundheitsministerium.

    Trotz dieser Maßnahme ist die Situation schon heute kritisch: NRO haben nicht genügend Kondome zur Verfügung, um vor allem in ländlichen Gegenden die Nachfrage zu bedienen. Die ugandische Familienplanungsorganisation Family Planning Association of Uganda (FPAU) gab bereits Anfang des Jahres bekannt, dass keine Kondome zur Vergabe in ihren Niederlassungen und Projekten zur Verfügung stünden.

    Supply News Feb./März 2005, All Africa Global Media, März 2005

    Deutsche Stiftung Weltbevölkerung Meldung vom 28. April 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     

    HIV/AIDS-Impfstoff in klinischer Erprobung

    Der innovative Impfstoff wurde unter Federführung des Instituts für Medizinische Mikrobiologie der Universität Regensburg in dem "Europäischen Forschungsverbund Impfstoffentwicklung gegen HIV/AIDS" entwickelt. Bereits 2003/2004 wurde eine andere Komponente des Impfstoffs mit den gleichen Komponenten von HIV auf der Basis einer Vacciniavariante (NYVAC, sanofi-pasteur) entwickelt und im gleichen Verbund mit Erfolg klinisch geprüft.

    Mit fast 5 Millionen neu Infizierten und 3 Millionen Toten pro Jahr als Folge von AIDS ist diese Erkrankung eine der größten Bedrohungen unserer Zeit für die Menschheit. Sie ist dies aber nicht nur für Leib und Leben, sondern sie ist auch wesentlicher Faktor für den dramatischen Rückgang des Volkseinkommens von beispielsweise ca. 7 % in Subsahara-Afrika mit all seinen schwerwiegenden Folgen.

    Entwicklung der Forschung

    Die Entwicklung eines wirksamen und sicheren Impfstoffs ist daher eine der größten Herausforderungen an die Biowissenschaften. Seit 1996 fördert die EU zunächst eine kleine Forschergruppe mit Partnern aus Regensburg, den Niederlanden und China (CHIVAC), und seit 2000 erstmals einen großen Verbund von 21 Arbeitsgruppen aus Europa und China mit dem Ziel, durch sich ergänzende Expertise diese Entwicklung zu beschleunigen.

    "Diese Öffnung ist der einzige Weg rasch einen sinnvollen Vergleich unterschiedlicher Vakzine Varianten zu ermöglichen und die besten auszuwählen. Diese früh gewählte Strategie unterscheidet EuroVac von vielen anderen Initiativen auf dem gleichen Gebiet", sagt Prof. Dr. Hans Wolf von der Universität Regensburg.

    Aufbauend auf dem Verbreitungsmuster unterschiedlicher HIV-Varianten wurde die jüngste größere epidemiologische Ausbreitung in einem sehr großen Land - das ist China seit 1987 - ausgewählt, um klinisch relevante Virusisolate zu identifizieren und daraus Kandidaten zu entwickeln. Hierbei wurden unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Wolf und Prof. Dr. Ralf Wagner von der Universität Regensburg einige neue Wege beschritten.

    Schaffung der Grundlagen

    Gemeinsam mit Prof. Dr. Yiming Shao vom Chinese Center for Disease Control and Prevention (CDC) erfolgte die gezielte Auswahl relevanter Viren als Ausgangsmaterial, die Berücksichtigung großer Teile der Bausteine dieser Viren bei der Zusammensetzung des Impfstoffs, um dem Immunsystem möglichst vielfältige Angriffsstellen zu bieten und ein "Entkommen" aus der Immunantwort nach Möglichkeit zu unterbinden. Schließlich mussten auch gute Trägersysteme gefunden werden, die es erlauben, die wesentlichen Bausteine des Erregers in großen Mengen im Labor - oder direkt im Körper von der als Bauplan dienenden Erbinformation DNS - abzulesen und dem Immunsystem zu präsentieren. Dabei war absolute Sicherheit eine wesentliche Voraussetzung. So musste beispielsweise dafür gesorgt werden, dass zwar wesentliche Teile der Virusproteine produziert wurden, sie durften aber keine schädigenden Eigenschaften mehr haben, wie dies beispielsweise bestimmte virale Enzyme hätten. Als Lösung dieser Aufgabe wurden in Regensburg synthetisch hergestellte Gene einschließlich der dazu notwendigen Technologie entwickelt. Diese "künstlichen" Gene sind unter anderem so verändert, dass die daraus abgeleiteten Eiweißstoffe zwar noch vom Immunsystem gut erkannt werden, aber keinerlei virusspezifische Funktionen mehr erfüllen können. Gleichzeitig ist es gelungen, diesen genetischen Code so zu verändern, dass davon viel mehr Eiweiß produziert werden kann.

    Sächsische Zeitung online vom 27. April 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Physisches Training bei AIDS-Wasting versus Oxandrolon

    Ein progressives Widerstandstraining ist laut einer im „Journal of AIDS“ publizierten Studie mit einer Oxandrolon-Therapie hinsichtlich der Effektivität vergleichbar – die Kosten des Trainings sind deutlich niedriger.

    Dr. Sarah C. Shevitz von der Tufts University in Boston und Kollegen analysierten diesbezügliche Daten von 50 HIV-Positiven mit AIDS-Wasting Syndrom, die randomisiert 12 Wochen lang entweder zwei mal pro Tag 10 mg Oxandrolon oder Plazebo erhielten, oder drei mal pro Woche ein progressives Widerstandstraining (Steigerung der Belastung bei jeder Trainingseinheit) betrieben. Zusätzlich wurde die Ernährung auf 40-50 kcal/kg/d umgestellt.

    Sowohl bei Therapie mit dem Steroid als auch bei progressivem Widerstandstraining konnte innerhalb der Beobachtungszeit eine deutliche Steigerung der CSMA (mid-thigh cross-sectional muscle area) beobachtet werden (7 Prozent, 5 Prozent). Bei ausschließlicher Umstellung der Ernährung und Plazebo betrug der Anstieg lediglich ein Prozent.

    Erwartungsgemäß waren die physischen Fähigkeiten bei Patienten, die das regelmäßige körperliche Training durchführten, am Ende der Beobachtungszeit besser als in den Vergleichsgruppen.

    Die geschätzten Kosten für die auf die Lebensqualität adjustierten lag für Patienten, die das progressive Widerstandstraining durchführen, signifikant unter jenen als für HIV-Positive, die Placebo oder Oxandrolon erhielten ($ 31.000, $ 45.000, $ 147.000).

    Laut den oben beschriebenen Studienresultaten ist ein progressives Widerstandstraining im Vergleich zu einer Steroid- oder Placebo-Behandlung eine vergleichbar effektive und kostengünstigere Variante zur Besserung des AIDS-Wasting Syndroms.

    Quelle: J Acquir Immune Defic Syndr; 2005, 38: 399-406

    MedAustria - AIDS News Line vom 21. April 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Deutschland: Schlendrian statt Safer Sex

    HIV-Übertragungsrate bei homosexuellen Männern um sechs Prozent gestiegen - dabei wären Kondome sicher wie nie.

    Berlin - Die Zahl der Aidsinfektionen bei homosexuellen Männern ist 2004 in Deutschland erneut gestiegen. Die Übertragung des Erregers von einem Mann zu einem anderen lag um sechs Prozent höher als im Jahr zuvor. Das geht aus dem Halbjahresbericht des Robert Koch-Instituts hervor. Insgesamt ist die Zahl der neu diagnostizierten Aids-Infektionen mit knapp 2.000 Fällen etwa gleich geblieben. Auch bei Syphilis war der Anstieg in der Gruppe der homosexuellen Männer besonders deutlich, schreibt das RKI.

    Bestimmte Gruppen der Bevölkerung schützten sich beim Sex weniger als zuvor, warnte die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung BZgA nach der Auswertung einer neuen Repräsentativerhebung. So verhüteten im Jahr 2000 noch 78 Prozent der Singles unter 45 bei einer neuen Beziehung mit Kondom, 2004 waren es nur noch 70 Prozent. "Diese Entwicklungen zeigen, dass differenzierte Datenanalysen sowie zielgruppengenaue Aufklärungskonzepte notwendig sind", betonten RKI- Präsident Reinhard Kurth und BZgA-Direktorin Elisabeth Pott.

    Verbreitete Fehleinschätzung

    Homosexuelle Männer stellten mit 47 Prozent die größte Gruppe der 1928 bisher gemeldeten HIV-Neuinfektionen 2004. Auffällig deutlich war der Anstieg bei den 30- bis 49-Jährigen. "Das ist beunruhigend, weil es sich dabei um Menschen handelt, die vor allem in den achtziger Jahren das durch HIV/Aids verursachte Leid in ihrem Umfeld selbst erfahren haben", sagte Kurth. Auch der wachsende Therapieoptimismus verleite Viele dazu, HIV nicht mehr als gefährlich einzuschätzen, warnte Pott.

    Am deutlichsten stiegen die Zahlen der Erstdiagnosen bei homosexuellen Männern in Berlin, aber auch in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein gab es Zuwächse. In Bayern, Baden-Württemberg und Hessen gingen die gemeldeten Erstdiagnosen zwar zurück, dort waren sie im Vorjahr jedoch überproportional gestiegen.

    Syphilisfälle deutlich gestiegen

    Die Zahl der gemeldeten Syphilis-Fälle kletterte von 2.934 (2003) auf 3.345. In der Gruppe der gleichgeschlechtlich aktiven Männer sei Syphilis eine besondere Gefahr, weil die Krankheit ein Schrittmacher für Aids sei, warnte das RKI.

    Bei heterosexuellen Kontakten steige zudem die Gefahr durch die hohen HIV-Infektionsraten in Osteuropa und die zunehmende Prostitution. Die zweitgrößte Gruppe der Neuinfektionen (16 Prozent) bildeten Menschen, die aus einem Land mit hoher HIV-Rate stammen. Nur ein Fünftel der in Deutschland Erstinfizierten 2004 waren Frauen.

    Kondome sicher wie nie

    Dabei waren Kondome noch nie so sicher wie heute. Zu diesem Schluss kam ein Härtetest der Materialprüfungsanstalt Darmstadt im Auftrag der Federation Romande des Consommateurs. "Ohne Dings kein Bums, aber das Dings sollte beim Bums auch halten", kommentierte die Schweizer Nachrichtenagentur.
    Alle 23 Modelle erfüllten die einschlägige europäische Norm, acht davon mit der Note "sehr gut", zehn mit "gut". Nur zwei Modelle verpassten die strengeren Qualitätsvorgaben des OK-Gütesiegels. Noch 1986 hatte nur ein Drittel der geprüften Modelle die damals gestellten Qualitätsanforderungen erfüllt.

    Der Standard vom 21. April 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     

    US Vakzine für AIDS-Kranke können in Russland hergestellt werden

    Russische Forschungslabors können zur Produktionsbasis für diagnostische Systeme und Vakzine für HIV-Infizierte werden.

    Moskau - Laut einer Pressemitteilung des Föderalen Dienstes für die Aufsicht über Gesundheitswesen und Sozialentwicklung (Rossdrawnadsor) haben Vertreter der USA bei einem Treffen mit dem Chef der Behörde, Ramil Chabrijew, den Wunsch geäußert, diese Möglichkeit zu erörtern.

    Die amerikanische Delegation wurde vom Berater des Koordinators der globalen HIV/AIDS-Programme der USA und medizinischen Chefexperten Mark Dybul und von dem für Europa und Eurasien zuständigen Direktor des Büros beim Koordinator der globalen Gesundheitsprogramme für Europa und Eurasien des USA-Gesundheitsministeriums, Philipp Budashevitz, geleitet.

    Während des Gesprächs wurde die Versorgung der AIDS-Kranken mit Medikamenten und der Prophylaxe dieser Erkrankung auf russischem Territorium aktiv erörtert.
    Wie der Chef der russischen Aufsichtsbehörde sagte, wurden in Russland die erforderlichen Tests durchgeführt und alle wichtigsten Arzneipräparate zur Behandlung von HIV-Infizierten für die medizinische Praxis freigegeben. 54 medizinische Präparate (36 aus fremder und 18 aus einheimischer Produktion) wurden offiziell registriert, weitere 33 Medikamente (27 ausländische und sechs einheimische) befinden sich noch im Stadium der Prüfung.

    Bei Rossdrawnadsor wird damit gerechnet, dass ausländische pharmazeutische Unternehmen auf die Notwendigkeit, Anti-Retroviren-Präparate für die russischen Bürger zugänglicher zu machen, Rücksicht nehmen und für Russland Sonderpreise unabhängig vom Lieferumfang anbieten werden. Dies würde es gestatten, die Prozedur einer Pflichtlizenzierung zu vermeiden, heißt es in der Pressemitteilung.

    Während des Gesprächs ging es ferner um die Möglichkeit, die Produktion originaler Medikamente in Russland zu übernehmen, sowie um die Übereinstimmung dieser Produktionsstätten mit den internationalen medizinischen GMP-Normen.

    Nach Angaben der Aufsichtsbehörde besitzen rund 600 Unternehmen auf russischem Territorium Lizenzen für die Produktion von Arzneimitteln. 100 davon haben Produktionsstätten, die den GMP-Normen entsprechen.

    RIA Nowosti Meldung vom 20. April 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     

    HIV ist in Indien außer Kontrolle

    Indien hat Südafrika bereits überholt.

    Genf-Cointin - HIV ist in Indien außer Kontrolle. Diese Diagnose stammt vom verantwortlichen Direktor des Global Fund to Fight Aids, Tuberculosis and Malaria http://www.theglobalfund.org/en , Richard Feachem. Laut Feachem breitet sich die Epidemie in Indien rasch aus. Es würde nichts unternommen, um sie zu stoppen. Nach Angaben des Experten hat Indien Südafrika als das Land mit den meisten Aidskranken oder HIV-positiven Patienten überholt. Die Epidemie habe sich so rasch ausgebreitet, dass Indien "aufwachen" und das Problem ernst nehmen müsse. Anderenfalls würden Mio. Menschen sterben. Die offiziellen Statistiken zeigten Südafrika an erster Stelle. Diese Statistiken seien jedoch falsch.

    Die letzten von UNAids http://www.unaids.org im Juli 2004 veröffentlichten Zahlen gingen in Südafrika von 5,3 Mio. infizierten Erwachsenen und Kindern mit einem Spielraum zwischen 4,5 und 6,32 Mio. aus. Indien wurde auf 5,1 Mio. Betroffene geschätzt. Der Spielraum der Schätzungen war mit 2,5 bis 8,5 Millionen jedoch viel größer. Zuverlässige Zahlen für die Berechnung fehlen laut BBC großteils. Feachem warnte, dass sich die Krankheit rascher unter der Hindubevölkerung als unter der muslimischen Bevölkerung ausbreiten würde. Muslimische Männer seien häufiger beschnitten. Die Beschneidung biete bekanntermaßen einen gewissen Schutz gegen das Aidsvirus. Die meisten Menschen in Indien stecken sich bei heterosexuellem Geschlechtsverkehr mit Prostituierten an.

    Die bestehenden Probleme würden durch eine verbreitete Ignoranz gegenüber HIV noch verschlimmert. Medikamente gegen HIV seien in Indien zusätzlich sehr teuer. "Es ist leichter indische Generika in Afrika zu bekommen als in Indien. Das ist ein Skandal und muss geändert werden." Der Global Fund hat für den Kampf gegen HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria mehr als drei Mrd. Dollar für 300 Programme in 127 Ländern zur Verfügung gestellt. Er wurde 2001 von der Gruppe der acht führenden Wirtschaftsnationen (G8) gegründet. Der Fund stellt die Finanzierung von Projekten zur Prävention sicher. Es gibt jedoch Voraussetzungen, unter denen auch die Behandlung finanziert werden soll.

    Pressetext Austria Meldung vom 20. April 2005Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     



     

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