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Hoffnung
für Frauen
HIV-Infizierte
muss Sexpartner benennen
Bye bye, Dexelvucitabine
Genfer
Aids-Hilfe schlägt Alarm
Feminisierung
von Aids erfordert "unabhängige Schutzmethoden"
Internisten
weisen auf Komorbidität bei HIV-Infektionen hin
England:
Barebacker verurteilt
Safer-Sex-Kampagne
zur WM
Weniger HIV-Fälle
Neues
Webportal zu klinischen Studien
Erfolgreiche
HIV-Prävention in Indien
China:
78.000 AIDS-Waisen
WHO
verfehlt Aids-Versorgungsziel in armen Ländern
VI.
Konrad Lutz Preis: Mottosuche zum Thema „WIR“
Qualitätssicherung
der HIV/Aids-Behandlung und Betreuung
HIV
lässt Tbc-Inzidenz steigen
HIV auf Vormarsch
Points
gegen AIDS
HIV-Therapeuten
schöpfen aus großem Präparate-Fundus
Ärzte
ohne Grenzen und Abbott im Dialog
Neues
HIV/Aids-Medikament wird nicht in ärmeren Ländern vermarktet
Tabuthema
Aids
AIDS-Therapie
in Entwicklungsländern wirkt – aber oft zu spät
WHO
setzt zusätzliche Aids-Mittel auf Empfehlungsliste
Anteil
von Frauen mit HIV und AIDS steigt weltweit weiter an
Schockierende
Frauenschicksale in aller Welt
Frauen
immer stärker von Aids betroffen
Ausstellung
provokanter T-Shirts in Polen untersagt
Informationen
zur Phase-II-Studie mit Vicriviroc
Fusionshemmer
Enfuvirtid wird oft noch zu spät eingesetzt
Weniger
HIV-Neuinfektionen in Österreich
Sexualverhalten
senkt Zahl der HIV-Infektionen in Simbabwe
„Unwissenheit
ist ansteckend“
Off-Label-Use
bei HIV/AIDS wird untersucht
Stress-Management
zur Steigerung der Effektivität einer HIV-Therapie
Verbesserte
Lebensqualität für HIV-infizierte Patienten
1,5
Millionen Menschen zum HIV-Test in Henan
Evolution
im Zeitraffer
Neue
Daten über die HIV/AIDS Prüfpräparate von Tibotec
Oraler
HIV Integrase-Inhibitor in Phase II Studie
Neue
Dreifach-Therapie als Fixkombination
China
erlässt Gesetz für Eindämmung von Aids
Befristete
frühe HIV-Therapie nutzlos?
Erste
Studien zu Monotherapie bei HIV
Datenbank
mit Befunden von 10.000 HIV-Infizierten
HAART
reduziert Mortalität auch nach AIDS-Diagnose
Wenig
Forschung für Frauen mit HIV-Infektion
Heilung
von Aids in zehn Jahren möglich?
Südliches
Afrika: Aidszahlen sinken
Sicherer
Sex muss zur Selbstverständlichkeit werden
Professorin
der Uni Zürich für Aids-Forschung geehrt
Preis
für Kampf gegen HIV und AIDS gestiftet
11. Münchner
AIDS-Tage
HIV-infizierte
Schwangere sollten regelmäßig zur Untersuchung
Immer
mehr Frauen in China HIV-positiv
Aids
breitet sich in China weiter aus
AIDS-Risiko
während Therapiepausen zu hoch
Bakterien
könnten HIV-Ansteckung verhindern
Gen
schützt vor HIV, begünstigt aber West-Nil-Virus
CRP
als unabhängiger Marker der HIV-Progression
Bei
jeder zehnten Neuinfektion HI-Viren resistent
Preisreduzierung
bei Aids-Medikamenten angekündigt
Roche
unterstützt arme Länder bei Herstellung von Aids-Mitteln
Die
mit dem Virus lebt
....
| Die HIV AIDS Infos sind eine Zusammenstellung aus Internetquellen, Mail- und Newsgroups und erstreckt sich jeweils über einen Zeitraum von ca. drei bis vier Monaten. Die einzelnen Artikel sind mit einem Link auf die Orginalartikel versehen und chronologisch geordnet. Es wir auf diese Weise schnell über neue Entwicklungen und Änderungen in den Bereichen Epidemiologie, medizinischer Behandlung, ambulanter Pflege und psychosozialer Beratung bei HIV-Infektion und AIDS-Erkrankung informiert. Die HIV AIDS Infos erscheinen in regelmäßigen Abständen und informieren interdisziplinär über Änderungen und Neuerungen auf dem Gebiet von HIV und AIDS. | |
Da Kondome eine sexuelle Übertragung von HIV zwar effektiv verhindern können, dies aber nur dann funktioniert, wenn sie richtig und regelmäßig angewendet werden, wird schon lange nach weiteren Möglichkeiten gesucht. Eine Alternative wäre vor allem für Frauen wünschenswert, die sich mit dem Wunsch oder der Forderung ein Kondom zu benützen gegenüber Männern nicht durchsetzen können. Eine Alternative in Form eines Mikrobizids, also einer Substanz, die vor dem Geschlechtsverkehr in die Vagina eingebracht wird und dort Krankheitserreger abtötet, könnte Frauen in die Lage versetzen, besser für ihre eigene Gesundheit zu sorgen.
Tenofovir Vaginal-Gel
Da sich die antiretrovirale Substanz
Tenofovir [1] bereits im Tierversuch bei der Anwendung als Vaginal-Gel
sicher und wirksam gezeigt hatte, wollten US-amerikanische WissenschaftlerInnen
herausfinden, ob diese Ergebnisse auch auf den Menschen umgelegt werden
können. Zu diesem Zweck nahmen sie 84 Frauen (davon 24 HIV-infiziert)
und 24 ihrer Sexualpartner in eine 14-tägige Studie auf, in deren
Rahmen in erster Linie Näheres zu Dosierung und Anwendungshäufigkeit
herausgefunden werden sollte. Die PartnerInnen jedes Paares hatten den
gleichen HIV-Status, waren also serokonkordant.
Zu Studienbeginn erhielten die Frauen Vaginal-Gel, das entweder 0,3% oder 1% Tenofovir enthielt, und wurden angewiesen, dieses - je nachdem welcher Gruppe sie zugeteilt wurden - entweder einmal täglich vor dem zu Bett gehen oder zweimal täglich – in der Früh und vor dem Schlafengehen anzuwenden.
In Bezug auf die Verträglichkeit der beiden Dosierungen ebenso wie der unterschiedlichen Anwendungsfrequenzen konnte kein signifikanter Unterschied festgestellt werden. Nebenwirkungen traten in allen Gruppen häufig, insgesamt bei 92% aller Teilnehmerinnen auf. In den meisten dieser Fälle (87%) handelte es sich um milde Nebenwirkungen, am häufigsten kam es zu Juckreiz im Genitalbereich (23%). In einem Fall wurde eine schwere unerwünschte Reaktion mit Tenofovir in Zusammenhang gebracht. Es handelte sich dabei um eine Frau mit Unterleibskrämpfen, die stationär ins Krankenhaus aufgenommen werden musste.
Die Adherence war trotz der Nebenwirkungen gut. 94% der Teilnehmerinnen verwendeten das Gel den Studienvorschriften entsprechen und vergaßen innerhalb von 14 Tagen weniger als drei Anwendungen.
Resistenz-Risiko gleich null
Als vielversprechend ist die Tatsache
zu bewerten, dass keine der HIV-positiven Teilnehmerinnen eine Resistenz
gegenüber Tenofovir entwickelte, obwohl die antiretrovirale Substanz
bei 14 von 25 (56%) Frauen in sehr geringem Ausmaß, aber doch (3,4ng/ml)
im Blut nachgewiesen werden konnte.
Weiter ist erfreulich, dass 94% der Frauen und 81% ihrer Sexualpartner zu Studienende angaben, sie würden Tenofovir Vaginal-Gel verwenden, wenn es zugelassen wäre.
Quelle: Mayer KH et al. „Safety and tolerability of tenofovir vaginal gel in abstinent and sexually active HIV-infected and uninfected women”; AIDS 20: 543ff, 2006
[1] Der Nukleotid-analoge Reverse Transkriptase-Inhibitor (NtRTI) Tenofovir ist in Tablettenform unter dem Handelsnamen Viread® und in Kombination mit dem Nukleiosid-analogen Reverse Transkriptase-Inhibitor (NRTI) Emtricitabin unter dem Handelnamen Truvada® zugelassen. Zulassungsinhaber: Gilead Sciences
Aids-Hilfe
Wien med update 5/06 vom 13. April 2006
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HIV-Infizierte muss Sexpartner benennen
Neu-Isenburg - Ein Schweizer Gericht hat eine HIV-infizierte Frau dazu verurteilt, all jene Männer zu benennen, mit denen sie ungeschützten Sex hatte und haben wird. Darüber hinaus wurde sie zu einer Bewährungsstrafe von drei Jahren verurteilt ("British Medical Journal" 332, 2006, 809).
Das Landgericht Zürich berief sich bei seinem Urteil auf den Artikel 231 des Schweizer Strafgesetzbuchs, der die Maßnahmen im Kampf gegen Epidemien regelt. Aids-Organisationen kritisierten das Urteil, und Schweizer Anwälte warnten vor den rechtlichen Folgen einer solchen Interpretation des Artikels.
Dagegen argumentierten die Richter, dass vor allem die mögliche Verbreitung der HIV-Infektion von Belang sei. Keine Beachtung fand die Tatsache, dass die betroffenen Männer von der HIV-Infektion der Frau wussten.
Ärzte
Zeitung vom 10. April 2006
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Zu hohes Pankreatitis-Risiko: Entwicklung von Incyte endgültig gestoppt
von Christian Hoffmann
Dexelvucitabine (oder DFC, früher: Reverset) ist ein orales Cytidin-Analogon (chemischer Name D-D4FC), das sehr gut bei AZT/3TC-Resistenzen wirkt [1] und lange als eine der vielversprechendsten Substanzen für Patienten mit NRTI-resistenten Viren galt. Das Medikament hat eine bewegte Geschichte: Ursprünglich von Dupont als DPC 817 entwickelt, dann von Dupont-Käufer BMS an Pharmasset weiter gereicht, wurde es zuletzt von der amerikanischen Incyte beforscht. In 2005 musste der gerade etablierte Name Reverset wieder abgegeben werden, nachdem ihn die FDA für inakzeptabel befand.
Wie diese Woche bekannt wurde, hat sich Incyte entschlossen, die Entwicklung von Dexelvucitabine ganz zu stoppen [2]. Grund war die Häufung (überwiegend) asymptomatischer Pankreatitiden in mehreren Studien. Hatte man anfangs gedacht, dass dies vor allem in Kombination mit DDI geschähe, wurde in der Langzeitbeobachtung der Patienten deutlich, dass auch Dexelvucitabine alleine ein hohes Risiko erhöhter Lipasen besitzt. In einer Studie lag die Rate erhöhter Lipasen (Grad IV) bei 10 %, bei Patienten ohne weitere Cytidin-Analoga wie 3TC oder FTC wurden unter der 200 mg Dosis sogar 40 % erreicht - Grund genug für Incyte, die Entwicklung der Substanz mit sofortiger Wirkung zu beenden. Die initiierten oder auch in Deutschland geplanten Studien (DECLARE) werden somit nicht mehr stattfinden. Mit Dexelvucitabine ist damit nach DAPD (Amdoxovir) und Alovudin ein weiterer NRTI abgetreten - derzeit sieht es in dieser Wirkstoffklasse nicht gut aus.
1. Cohen C, Katlama C, Murphy R, et al. Antiretroviral activity and tolerability fluoro-cytidine nucleoside analogue when used in combination therapy a treatment - experienced patients: results of phase IIB study RVT-203. Abstract WeOaLB0103, 3rd IAS 2005, Rio de Janeiro.
2. Presseerklärung von Incyte
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HIV.NET
Nachrichten vom 10. April 2006
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Genfer Aids-Hilfe schlägt Alarm
In Genf ist die Behandlung von drei HIV-Positiven eingestellt worden, weil sie ihre Krankenkassenprämien nicht bezahlten. Die Krankenkassen weigerten sich, die Medikamente weiter zu zahlen, sagte Deborah Glejser von der Aids-Hilfe Genf.
Der Zahlungsstopp der Krankenkassen geht auf eine seit dem 1. Januar geänderte Verordnung zum Krankenversicherungsgesetz zurück. Diese sieht vor, dass ein Versicherer seine Zahlungen vorübergehend einstellen kann, wenn Prämien oder Kostenbeteiligungen nicht bezahlt wurden.
Das sei nicht akzeptabel, sagte Glejser. Gesundheitsminister Pascal Couchepin habe bei der Änderung der Verordnung erklärt, die Vorschrift nehme schlechte Zahler mit genügend Mitteln aufs Korn. Überlebenswichtige Behandlungen seien nicht gefährdet.
Bei den drei HIV-positiven Betroffenen handle es sich um IV-Fälle, sie könnten nicht zahlen. Die Rechtsabteilung der Aids-Hilfe befasse sich nun mit dem Fall.
Bei der Aids-Hilfe Schweiz reagierte man empört auf die Zahlungseinstellung. Mediensprecher Thomas Lyssy sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, seines Wissens sei so etwas in der Schweiz bisher nicht vorgekommen. Seiner Ansicht nach sei das Vorgehen der Krankenkassen in Genf rechtswidrig, fuhr Lyssy fort.
Beim für die Krankenversicherung zuständigen Bundesamt für Gesundheit sagte Mediensprecher Daniel Dauwalder, solche Fälle seien Sache von Kantonen und Gemeinden. Sie müssten schauen, dass die Prämien bezahlt würden oder sie über ihre Sozialdienste übernehmen.
Ähnliche Töne beim Krankenversicherungsverband santésuisse: Seine Sprecherin Ursula Vogt sagte, laut Gesetz sei vorgesehen, dass die Sozialdienste informiert würden, wenn Patienten ihre Prämien nicht mehr bezahlen könnten. Zu Unterbrüchen in der Behandlung sollte es nicht kommen.
eBund
- Meldung vom 7. April 2006
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Feminisierung von Aids erfordert "unabhängige Schutzmethoden"
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung fordert mehr Investitionen in Vaginal-Gels
Hannover - Angesichts der wachsenden Zahl HIV-infizierter Frauen hat die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung eindringlich zu mehr Investitionen in die Entwicklung so genannter Mikrobizide aufgerufen. Diese Vaginal-Gels sollen für mehrere Stunden beim Geschlechtsverkehr vor einer HIV-Infektion schützen. Derzeit befinden sich die Präparate noch in der Entwicklung. Die stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung, Renate Bähr, rechnet in zehn Jahren mit der Marktreife der Mikrobizide.
Junge Frauen besonders betroffen
Weltweit sind momentan rund 40,3 Millionen Menschen mit dem Aids-Erreger infiziert. Vor allem junge Frauen sind in großer Gefahr, wie die Stiftung betont: Bei den 15- bis 24-Jährigen seien 75-Prozent aller Infizierten weiblich. Besonders weit sei diese Feminisierung von Aids in Afrika fortgeschritten, wo 57 Prozent der HIV-Positiven Frauen seien.
Vielseitige Gründe
Laut Bähr hat das besonders hohe Risiko von Frauen, sich mit dem Virus anzustecken, biologische, soziale und kulturelle Gründe: "Abstinenz, eheliche Treue und Kondombenutzung sind für Frauen kein ausreichender Schutz gegen Aids." Häufig könnten sie das Verhalten ihrer Partner und Ehemänner nicht beeinflussen. "Es ist daher dringend notwendig, Frauen Präventionsmethoden wie Mikrobizide an die Hand zu geben, mit denen sie sich wirksam und unabhängig von ihrem Partner vor HIV schützen können", betont die Expertin.
Deutsche
Stiftung Weltbevölkerung vom 7. April 2006
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Internisten weisen auf Komorbidität bei HIV-Infektionen hin
Wiesbaden – Ein Drittel aller HIV-Patienten sind gleichzeitig mit Hepatitis C infiziert. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) im Vorfeld des 112. Internistenkongress vom 22. bis 26. April 2006 in Wiesbaden hingewiesen. Neue Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Behandlung der Leberentzündung an das jeweilige Stadium der HIV-Infektion angepasst werden sollte, da die Immunschwäche den Krankheitsverlauf oft maßgeblich beeinflusse. Dies hätten Daten von mehr als 11 500 Patienten gezeigt, die das nationale Kompetenznetz HIV/Aids verwaltet.
„Die Datenbank des Kompetenznetzes ist eine unschätzbare Informationsquelle für Wissenschaftler, Mediziner, Patientenverbände, Pharmafirmen und Gesundheitspolitiker“, betonte Prof. Dr. Norbert Brockmeyer von der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum. Eine aktuelle Analyse zeige: Der typische HIV-Patient sei männlich, kenne seine Infektion seit acht Jahren und werde so effektiv antiretroviral behandelt, dass keine Viren mehr im Blut nachzuweisen seien.
Deutsches
Ärzteblatt vom 5. April 2006
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England: Barebacker verurteilt
London - Ein HIV-positiver Barebacker ist im Isleworth Crown Court in West-London verurteilt worden, weil er seinen Partnern nichts über seine Infektion erzählt hatte. Das Strafmaß wird noch festgelegt, der 47jährige muss aber wegen schwerer Körperverletzung mit einer mehrjährigen Haftstrafe rechnen.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann seinen 37jährigen Partner wiederholt über seinen HIV-Status angelogen hatte. Außerdem hatte er mit mehreren anderen Männern ungeschützten Sex. Sein Partner ist nun auch HIV-positiv. Der ermittelnde Beamte bezeichnete gegenüber der Boulevardzeitung "Mirror" den Angeklagten als "gefühllosen Menschen".
Die britische Aids-Hilfe, der National Aids Trust, kritisiert die Verurteilung: "Wir sind gegen derartige Anklagen", so ein Sprecher gegenüber dem Portal "gay.com". Derlei Gerichtsverfahren würden HIV kriminalisieren und Männer davon abhalten, sich testen zu lassen, argumentiert der National Aids Trust.
Queer
vom 5. April 2006
Inhaltsverzeichnis
In Hamburg werden Fans und Prostituierte beraten.
Die Gesundheitsbehörde in Hamburg sorgt sich um Safer Sex zur Fußball-WM. Gut zwei Monate vor Beginn der WM hat die Behörde mit verschiedenen Partnern Maßnahmen geplant, um Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten keine Chance zu geben.
Dazu gehört etwa die gezielte Ansprache von Männern im Umfeld des Fußballstadions, der Fanmeile und der Großleinwände, wo Postkarten mit "zehn Freier-Regeln" und Kondome verteilt werden.
Die Prostituierten werden zur WM-Zeit gezielter als sonst über gesundheitsbezogene und gewaltpräventive Maßnahmen beraten. Die Zahl der Streetworker wird verstärkt. Aufklärung betreibt die Behörde auch mit Beiträgen in dem vom WM Fan-Office aufgelegten "Fan-Guide".
Ärzte Zeitung vom 4. April 2006
Linktipp, siehe auch unter:
context
e.V.
Inhaltsverzeichnis
San Francisco - Zum ersten Mal seit Ende der 80er Jahre geht die Zahl der HIV-Neuinfektionen in San Francisco zurück, hat die Gesundheitsbehörde der Stadt mitgeteilt. Demnach würden sich mit rund 1.000 Menschen in diesem Jahr zehn Prozent weniger infizieren als noch vor fünf Jahren. "Das sind gute Nachrichten, wir machen endlich Fortschritte", so Mark Cloutier von der Aids Foundation San Francisco.
Allerdings handle es sich um vorläufige Zahlen. Es sei noch nicht sicher, ob das auf einen endgültigen Trendwechsel hindeute. Nach dem letzten Aids-Bericht der US-Gesundheitsbehörde habe sich die Zahl der HIV-Neuinfektionen unter Schwulen und Bisexuellen 2004 noch um acht Prozent erhöht.
Queer
Meldung vom 3. April 2006
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Neues Webportal zu klinischen Studien
Die pharmazeutischen Unternehmen wollen Ärzten und Patienten die Suche nach Informationen zu klinischen Studien vereinfachen. Am 22. März schaltete der Weltverband der Pharmaindustrie (IFPMA) eine neue Version seines Webportals mit einem benutzerfreundlicheren Suchsystem frei.
Mit diesem Angebot komme die pharmazeutische Industrie ihren Versprechen nach, mehr Transparenz in der klinischen Forschung zu schaffen nach, hieß es bei der IFPMA. Das neue Webportal http://www.ifpma.org/clinicaltrials wurde in Zusammenarbeit mit IBM aufgebaut und ist der IFPMA zufolge die weltweit erste Informationsquelle, die einen einfachen und gebündelten Zugriff auf laufende und abgeschlossene klinische Studien forschender Pharmaunternehmen ermöglicht.
Für den Nutzer - insbesondere den medizinischen Laien - soll die Suche nach Informationen künftig leichter sein. Die Suchbegriffe können nicht nur in Englisch, sondern auch in Deutsch, Französisch, Spanisch und Japanisch eingegeben werden. Weitere Sprachen sollen folgen. Zudem werden für falsch geschriebene Wörter korrigierte Vorschläge sowie medizinische Fachausdrücke für gängige Krankheitsbegriffe angeboten, einschließlich der Namen von Arzneimitteln.
Weiterhin ist jetzt auch eine Suche nach mehreren Kriterien gleichzeitig sowie nach geographischen Regionen möglich. "Dadurch kann jeder nach Studien suchen, die in seinem regionalen Umfeld durchgeführt werden oder deren Indikationen ihn besonders interessieren", sagte IFPMA-Geschäftführer Dr. Harvey E. Bale.
Deutsche
Apotheker Zeitung vom 31. März 2006
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Erfolgreiche HIV-Prävention in Indien
Toronto - Das südliche Indien scheint von einer ähnlichen HIV-Epidemie, wie sie in Schwarzafrika grassiert, verschont zu bleiben. Dies zeigen neue Daten aus mehr als 200 Frauenkliniken mehrerer Staaten, die in Lancet publiziert wurden. Ein Editor sieht dort auch erste Anzeichen einer Kehrtwende in Afrika.
Die indische „National AIDS Control Organization“ (NACO) schätzt, dass im Jahr 2004 5,1 Millionen Inder HIV-infiziert waren. Das sind weniger als 1 Prozent der Altersgruppe der 19 bis 49jährigen, in die die meisten Infektionen fallen. Dennoch wurde die Lage in Indien als besonders explosiv eingestuft. In Indien wird HIV vor allem durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr übertragen, wobei der verbreiteten Prostitution eine zentrale Bedeutung zukommt. Sex gegen Bezahlung soll in vielen indischen Städten für junge Männer nicht ungewöhnlich sein – 29 Prozent gaben in einer Umfrage diesbezügliche Erfahrungen an.
Gleichwohl sind die meisten Männer verheiratet. Viele Frauen sind deshalb überrascht, wenn sie anlässlich einer Schwangerschaftsvorsorge HIV-positiv getestet werden. Die Frauenkliniken des Landes boten der Gruppe um Prabhat Jha von der Universität Toronto eine gute Gelegenheit, die Ausbreitung der Epidemie in Südindien in den Jahren 2002 bis 2004 zu verfolgen. Eine andere Datenquelle waren Behandlungszentren für sexuell übertragbare Erkrankungen, die von Männern aufgesucht werden, die sich durch ungeschützte Sexualkontakte mit Prostituierten außer HIV noch eine Reihe anderer sexuell übertragbarer Infektionen (STI) zuziehen können, die sich anders als HIV relativ schnell bemerkbar machen (Lancet 2006; doi:10.1016/S0140-6736(06)68435-3).
Die Forscher konnten die Daten von 294.050 Frauen aus 216 vorgeburtlichen Kliniken und 58.790 Männern aus 132 STI-Kliniken auswerten. Dabei ergab sich ein Trend, der die pessimistischen Prognosen der letzten Jahre nicht bestätigt. Anders als befürchtet ist die HIV-Prävalenz bei jüngeren Frauen zwischen 2000 und 2004 nicht angestiegen, sondern von 1,7 auf 1,1 Prozent gefallen, immerhin ein relativer Rückgang um 35 Prozent. Bei älteren Frauen gab es dagegen keinen Rückgang. Jha vermutet, dass die Infektionen bei den meisten diesen Frauen schon länger zurückliegen, die Prävalenz also nur ein ungenaues Bild von der Inzidenz gibt.
Der günstige Trend zu weniger Infektionen war allerdings nur im Süden Indiens erkennbar. Im Norden, wo fünfmal weniger Menschen HIV-infiziert sind, hat die Zahl der Neuinfektionen nicht abgenommen. Rajesh Kumar vom Postgraduate Institute of Medical Education and Research in Chandigarh/Indien warnt deshalb davor, die Situation zu rosig zu sehen. HIV stelle weiterhin eine Bedrohung für die indische Gesellschaft dar, und die Präventionsbemühungen müssten fortgesetzt werden.
Die günstige Entwicklung im Süden des indischen Subkontinents führen die Autoren auf die Aufklärungsarbeit bei Prostituierten zurück, die ihre Freier offenbar erfolgreich zur Benutzung von Kondomen bewogen hätten. Dieser Schluss ist ein wenig gewagt, denn gerade bei HIV ist die Interpretation epidemiologischer Daten häufig schwierig, was auch James Shelton von der United States Agency for International Development (USAIDS) in Washington im Editorial betont (Lancet 2006; doi:10.1016/S0140-6736(06) 68436-5).
Ein Rückgang der Inzidenz könne auch dadurch zustande kommen, dass sich die am meisten gefährdeten Personen gleich zu Beginn einer Epidemie infizieren. Dann könnte es nach einer Zeit der scheinbaren Eindämmung der Epidemie möglicherweise später doch wieder zu einem Anstieg kommen, dann nämlich, wenn die Erreger sich in der breiten Bevölkerung etabliert haben. Auch für Shelton besteht deshalb kein Grund zur Entwarnung, auch nicht für Afrika, wo die Zahl der Neuinfektionen in vielen Ländern seit einigen Jahren rückläufig sei. Auf Afrika und Indien entfallen jedoch weiter drei Viertel aller HIV-Infizierten. Noch immer sei die Zahl der Neuinfektionen zu hoch, sodass ein neues Aufflammen der Epidemie jederzeit möglich sei.
Deutsches
Ärzteblatt vom 30. März 2006
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Stiftung UNESCO - Bildung für Kinder in Not intensiviert die Arbeit.
Düsseldorf - Das Sonderprogramm der UNESCO "Bildung für Kinder in Not" wird die Betreuung von AIDS-Waisen in China ausweiten. In Fuyang, einer Stadt im Nordwesten der zentralen Anhui-Provinz, werden zurzeit etwa 400 AIDS-Waisen von der UNESCO und einer lokalen Organisation betreut. Die Hilfe umfasst die finanzielle Unterstützung der Familien, eine ausreichende Ernährung der Kinder und medizinische Fürsorge sowie eine umfassende AIDS-Aufklärung. Darüber hinaus werden die Kinder psychologisch betreut, soziale Kontakte zu anderen Kindern hergestellt und ihr Schulbesuch sichergestellt.
Neueste Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der UN-Organisation UNAIDS zeigen, dass sich AIDS in China weiter ausbreitet. Im Jahr 2005 liegt die Zahl der Neuinfektionen bei 70.000, das entspricht etwa 200 pro Tag. Derzeit gibt es 650.000 gemeldete AIDS-Fälle in China. Nach Angaben des China Youth Care Working Comittee sind etwa 100.000 Kinder von HIV/AIDS betroffen. Etwa 78.000 Kinder sind durch die Krankheit bereits zu Waisen geworden.
Besonders tragisch ist das Schicksal der AIDS-Waisen in China: von Kindern, die nicht nur ihre Eltern verloren haben, sondern auch selbst mit dem Virus infiziert sind und intensive Behandlung dringend benötigen. Es ist zu befürchten, dass ihre Zahl mit der Ausbreitung des HI-Virus in den nächsten Jahren weiter ansteigen wird. Die AIDS-Waisen in China leiden vor allem unter der sozialen Isolation. Als Konsequenz der Angst und des geringen Wissens über die Krankheit werden AIDS-kranke Menschen gesellschaftlich ausgegrenzt. AIDS-Waisen werden selbst von ihren Verwandten und Nachbarn gemieden und trotz Gesetzeswidrigkeit häufig vom Schulbesuch ausgeschlossen. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Kinder nach dem Tod der Eltern traumatisiert sind und unter dem Verlust stark leiden. Diskriminierung und soziale Isolation verschlimmern ihre Situation.
Stiftung
UNESCO – Pressemeldung vom 29. März 2006
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WHO verfehlt Aids-Versorgungsziel in armen Ländern
Genf - Rückschlag im Kampf gegen Aids in armen Ländern: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihr Versorgungsziel 2005 verfehlt. Bis Ende letzten Jahres wurden nur 1,3 statt 3 Millionen Menschen in armen Ländern mit Aids-Medikamenten ausgestattet.
Das teilte die UNO-Organisation in Genf mit. Die Vereinten Nationen hatten das Versorgungsziel im Dezember 2003 aufgestellt. Zwar seien seither Fortschritte erzielt worden, doch diese seien ungenügend, stellten nun die WHO und das Aids-Programm der Vereinten Nationen (UNAIDS) fest.
Die Zahl der Menschen in armen Ländern, die virushemmende Medikamente erhielten, stieg in den letzten zwei Jahren von 400 000 auf 1,3 Millionen. Doch insgesamt wären 6,5 Millionen Menschen auf die Arzneimittel angewiesen.
Die internationale Gemeinschaft stellte mehr Geld zur Verfügung denn je, doch auch dies reichte nicht für die Befriedigung aller Bedürfnisse.
Als zusätzliches Hindernis für das Versorgungsziel erwiesen sich vielenorts die Strukturen des öffentlichen Gesundheitswesens, wie die WHO weiter ausführt. In den armen Ländern mangelt es weiter an Infrastrukturen, qualifiziertem Personal und verfügbaren Medikamenten.
So fehlen in Afrika südlich der Sahara eine Million Medizinalpersonen. Weiterhin groß sind zudem die Stigmatisierung und Diskriminierung von HIV-infizierten und Aids-kranken Menschen, wie die WHO schreibt.
Letztes Jahr starben weltweit 3,1 Millionen Menschen an Aids. Mehr als 40 Millionen waren HIV-infiziert, darunter 17,5 Millionen Frauen und 2,3 Millionen Kinder. Fast fünf Millionen Menschen haben sich 2005 mit dem Virus angesteckt.
Zentralschweiz
online - Meldung vom 28. März 2006
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VI. Konrad Lutz Preis: Mottosuche zum Thema „WIR“
München – „Ich bin nicht betroffen. Aber ich könnte betroffen sein. Deshalb bin ich auch betroffen“. Spoken Word Poetin Etta Streicher gab bei der Auftaktvernissage zum V. Konrad Lutz Preis im Münchner Gasteig in ihren Worten eine Facette des neuen übergeordneten Themas des aktuellen Wettbewerbs für Menschen mit HIV und Aids, „wir“, wieder. Netzwerk plus, das bundesweite Netzwerk für Menschen mit HIV und Aids und das Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline rufen dazu auf, bis zum 1. Mai 2006 ein griffiges Motto zum Thema „wir“ zu finden, das den VI. Konrad Lutz Preis übertitelt.
Das Dachmotto „wir“ soll – ohne die Gedanken in eine bestimmte Richtung zu lenken – zum Nachdenken anregen. Wer ist mit „wir“ gemeint beim Gestaltungswettbewerb für Menschen mit HIV und Aids? Sind es nur die Betroffenen? Was haben sie gemeinsam? Welche Erfahrungen teilen Menschen verschiedener Herkunft, mit unterschiedlichen Erlebnissen? Was haben Behandlungsmöglichkeiten, die die Krankheit zwar nicht heilen, ihren Verlauf aber lange hinauszögern können, an der „Wir“-Wahrnehmung geändert? Was bedeutet HIV für Männer, Frauen, Homo-, Heterosexuelle, Junge, Alte, Reiche, Arme, Betroffene, Nicht-Betroffene? Was alles ist „wir“? Wer alle sind „wir“? Wo verschwimmen die Grenzen zwischen „ich“ und „wir“? „Tat twam asi“: Du bist ich. Buddha
Das Motto „Zeiträume“ verlieh dem V. Konrad Lutz Preis einen gedanklichen Rahmen. Wie unterschiedlich dieser interpretiert wurde, kann bis Ende 2006 festgestellt werden: Die 13 siegreichen Exponate touren in einer Wanderausstellung durch ganz Deutschland. Momentan befinden sie sich in der Gasteig-Bibliothek in München, danach in Berlin, Rostock, Nürnberg, Münster, Chemnitz, Köln, Hamburg, Leipzig, Lübeck, Bremen und Dresden. Alle übrigen Exponate und Mottos sind in einer virtuellen Galerie im Internet unter www.hiv-info.de abzurufen.
Der Konrad Lutz Preis wurde 1998 ins Leben gerufen, er wird von Netzwerk plus, dem bundesweiten Netzwerk für Menschen mit HIV und Aids, und dem Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline getragen. Der Konrad Lutz Preis wendet sich an HIV-Positive und deren engstes Umfeld. Er ruft dazu auf, sich mit den Mitteln der Ästhetik, jenseits von Worten mitzuteilen. Schirmherrin des Konrad Lutz Preises ist Claudia Roth. Mit dem Gestaltungswettbewerb für Menschen mit HIV und Aids versucht die engagierte Politikerin, das Thema Aids nicht ins Abseits geraten zu lassen. Sie erinnert daran, dass HIV nicht nur wenige angeht, sondern alle. „Wir“ sollen uns angesprochen fühlen.
„Die Auseinandersetzung mit HIV und Aids ist heute kein Minderheiten- oder Randthema mehr. Sie geht uns alle an! In den 80-er Jahren waren die öffentlichen Reaktionen äußerst zwiespältig. Für viele Medien war Aids nur ein Skandal-Thema, das sich schlagzeilenträchtig ausschlachten ließ. Auch die Politik reagierte oft unangemessen - in meiner bayrischen Heimat etwa mit einem zum Teil repressiven und diskriminierenden Aids-Maßnahmenkatalog.
Einer derjenigen, die schon damals gegen einen solchen Umgang mit Aids kämpften, war der Münchner Filmemacher Konrad Lutz. Im Rahmen des 2. Europäischen Treffens HIV-Positiver und Aidskranker 1988 in München erstellte er eine Aufsehen erregende Dokumentation, die die so genannte „Bayerische Linie“ im Umgang mit Aids anprangerte. Konrad Lutz, der sich an einer infizierten Blutkonserve mit HIV angesteckt hatte, starb 1990 an den Folgen von Aids.“.
Mottos zum Thema „wir“ können an klp@add-coop.de gemailt, an 089/189385-48 gefaxt oder an
Konrad Lutz Preis
c/o add cooperation
Heilig Mediendesign
Claude-Lorrain-Str. 25 Rgb.
81543 München
geschickt werden.
Mehr Informationen finden Sie auch unter www.hiv-info.de.
Albrecht-Mayr
PR - Pressemeldung vom 27. März 2006
Inhaltsverzeichnis
Qualitätssicherung der HIV/Aids-Behandlung und Betreuung
Berlin – Die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) begrüßt den geplanten Vertrag zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Deutscher Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter (DAGNÄ) zur qualitätsgesicherten Betreuung und Behandlung von Patienten mit HIV und Aids. Ziel des im Dezember von KBV und DAGNÄ vorgelegten Vertragsentwurfs ist, eine bundesweit einheitliche und qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen.
„Wir unterstützen insbesondere das Anliegen der Ärzte, dass künftig auch die Vermittlung von HIV- und Aidspatienten an Aidshilfen und Selbsthilfeangebote als ärztliche Leistung anerkannt wird“, erklärte DAH-Bundesgeschäftsführer Dr. Luis Carlos Escobar Pinzón. „So können etwa die von der DAH gemeinsam mit vielen anderen Partnern entwickelten Gesundheitstrainingsangebote nachhaltig die Gesundheitskompetenzen von Patientinnen und Patienten mit HIV und Aids stärken“, erläuterte Escobar Pinzón. „Die Trainer und Trainerinnen vermitteln zum Beispiel Kenntnisse über das Gesundheits- und Sozialsystem sowie die regionalen Versorgungsstrukturen, sie fördern das individuelle Risikomanagement zum eigenen Schutz sowie zum Schutz der Partner, und sie helfen beim Umgang mit der Krankheit und der Behandlung.“
Darüber hinaus soll der Vertrag sicherstellen, dass Menschen mit HIV und Aids bundesweit nach gleichem Qualitätsstandard behandelt werden. Daher sind regelmäßige Fortbildungen und Maßnahmen der Qualitätssicherung für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte vorgesehen. „Bei der Therapie der HIV-Infektion kommt es beispielsweise darauf an, dass von Anfang an eine optimale Medikamentenkombination und der richtige Zeitpunkt für den Therapiebeginn gewählt werden, um den Erfolg der Therapie nicht zu gefährden“, erläuterte Escobar Pinzón. „Deshalb ist es wichtig, dass die behandelnden Ärztinnen und Ärzte immer auf dem neuesten Stand sind, um gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten die individuell passende Kombination und den individuell richtigen Zeitpunkt zu bestimmen.“
„Die Strukturen in der Versorgung von Menschen mit HIV und Aids haben sich bewährt, müssen aber weiterentwickelt werden“, forderte Escobar Pinzón. „Dies bedeutet auch, dass die auf HIV spezialisierten Pflegedienste der ArbeitsGemeinschaft AIDSVersorgung (AGAV) als enge Kooperationspartner der niedergelassenen Ärzte angemessen berücksichtigt werden“, sagte der DAH-Bundesgeschäftsführer mit Blick auf die Vertragsverhandlungen.
Deutsche
AIDS-Hilfe e.V. - Pressemeldung vom 24. März 2006
Inhaltsverzeichnis
HIV lässt Tbc-Inzidenz steigen
Deutliche Zunahme in Afrika / WHO-Report zum Welt-Tuberkulosetag.
Genf - Die Tbc-Inzidenz ist im Jahr 2004 weltweit leicht gestiegen. Grund dafür ist die steigende Zahl von Erkrankungen im südlichen Afrika. In allen anderen Regionen der Welt haben Inzidenz und Prävalenz dagegen weiter abgenommen.
Insgesamt sind im Jahr 2004 weltweit neun Millionen Menschen neu an Tuberkulose erkrankt, 1,7 Millionen Menschen starben daran, berichtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem Report zum Welt-Tuberkulosetag.
Die Tbc-Inzidenz lag damit bei 140 pro 100.000 Einwohner, das war knapp ein Prozent mehr als 2003. Zum Vergleich: In Deutschland lag die Inzidenz 2004 bei 8 pro 100.000 und erreichte damit einen historischen Tiefstand.
Die meisten Tbc-Kranken gibt es in Afrika südlich der Sahara sowie in Asien. In diesen Regionen leben 80 Prozent aller Tbc-Kranken. Problematisch ist die Situation vor allem in Afrika. Dort liegt die Inzidenz in einigen Ländern über 700 pro 100.000. Ursachen, so die WHO, seien die schlechte Gesundheitsversorgung und die HIV-Epidemie: Über die Hälfte der HIV-Infizierten im südlichen Afrika hat auch Tb.
Derzeit steigt die Tbc-Inzidenz nur noch in Ländern mit hoher HIV-Rate. Weltweit ist die Tbc-Prävalenz seit Anfang der 90er Jahre von 300 auf 230 pro 100 000 im Jahr 2004 gefallen. Die Prävalenz ging in allen Regionen bis auf Afrika zurück. Dort stieg sie in dieser Zeit von 330 auf 550 pro 100.000.
Ärzte-Zeitung
vom 24. März 2006
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In Tschechien haben sich im vergangenen Jahr 90 Personen mit dem HI-Virus angesteckt, das sind 18 mehr als noch im Jahr 2004. Somit hat sich die Zahl der mit dem tödlichen Aids-Virus infizierten Personen auf 827 erhöht. Betroffen sind 650 Männer und 177 Frauen.
„Jeden vierten Tag hat sich im vergangenen Jahr in Tschechien jemand mit Aids infiziert, so viel wie noch nie zuvor“, so der Leiter der tschechischen Aids-Hilfe, Miroslav Hlavatý. Ausgebrochen ist die Immunschwäche bei 196 Personen, daran gestorben sind bisher 118 Menschen in Tschechien.
Prager
Zeitung - Meldung vom 22. März 2006
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Um die Aufklärungskampagne zum Thema HIV und AIDS in Deutschland zu finanzieren, hat die private Aktionsgemeinschaft (Gemeinsam - gegen- Aids) zusammen mit der Projektgruppe weltaidstag.de & Regenbogen e.V. zu einer ebenso außergewöhnlichen, wie genialen Maßnahme gegriffen.
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Aktionsgemeinschaft:
Gemeinsam gegen Aids - Pressemeldung vom 21. März 2006
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HIV-Therapeuten schöpfen aus großem Präparate-Fundus
Kombinationstherapie mit drei Medikamenten ist derzeit Standard.
Mehr als 20 antiretrovirale Medikamente haben die Behandlung HIV-Infizierter bereichert - aber auch aufgrund der Kombinationsmöglichkeiten komplizierter gemacht. Standard ist die Kombinationstherapie mit drei Medikamenten aus wenigstens zwei verschiedenen Medikamentenklassen. Weniger erfolgreich ist die schon früh begonnene Impfstoffentwicklung. Bisher gibt es nur einen Impfstoff in der Studienphase 3.
Die Prognose von HIV-Infizierten hat sich durch die verbesserte medikamentöse Versorgung im Vergleich zum Beginn der Pandemie vor mehr als zwei Dekaden drastisch verbessert: "HIV-Infizierte, die medizinisch versorgt werden, sterben heute nicht mehr an HIV, sondern mit HIV", sagt der HIV-Therapeut Dr. Hans Jäger aus München. "Die Todesfälle, die wir sehen, sind Folgen von Herzkreislauf-Erkrankungen und manchmal auch von einer Koinfektion mit Hepatitis-Viren."
Durch die in den vergangenen zwei Jahrzehnten stetig gestiegene Zahl von Medikamenten gegen den Aids-Erreger HIV ist die Behandlung der Infizierten viel erfolgreicher als früher geworden.
Sie ist aber auch komplizierter geworden, weil die Kombinationsmöglichkeiten heute zwar größer sind, aber zugleich nicht alle möglichen Kombinationen sinnvoll und effektiv sind.
Zur Verfügung stehen inzwischen
antiretroviral wirksame Medikamente, die fünf unterschiedlichen Gruppen
zugeordnet werden:
Insgesamt gibt es inzwischen
mehr als 20 Medikamente aus diesen fünf Gruppen für die Therapie
HIV-Infizierter. Zudem werden einige weitere neue Mittel derzeit mit ermutigenden
Ergebnissen in klinischen Studien geprüft, etwa gegen das HIV-Enzym
Integrase oder weitere Fusionshemmer.
Nachdem sich gezeigt hatte, dass sich die Plasmaspiegel anderer Proteasehemmer anheben - also boostern - lassen, wenn man sie mit dem Proteasehemmer Ritonavir (in niedriger Dosis) kombiniert verabreicht, hat sich diese Kombinationsmöglichkeit etabliert: Die meisten Proteasehemmer gibt es deshalb heute in der Fixkombination mit niedrigdosiertem Ritonavir.
Die Verbesserung der medikamentösen Versorgung HIV-Infizierter spiegelt sich darin wider, dass die Behandelten länger als bisher weitgehend symptomlos leben können - einige bereits seit mehr als zehn Jahren.
Die HIV-Infektion ist zu einer chronischen Erkrankung geworden, mit der Folge, dass die Infizierten heute auch wegen Erkrankungen behandelt werden müssen, die nichts mit der Infektionskrankheit zu tun haben, etwa Herzkreislauf-Erkrankungen oder Tumoren wie das Bronchial-Ca.
Die Behandlung HIV-Infizierter ist einfacher geworden, weil durch entsprechende Kombinationspräparate die Zahl der Tabletten und Kapseln, die täglich eingenommen werden müssen, heute viel geringer ist als etwa noch vor zehn Jahren.
Ein- oder zweimal tägliche Tabletteneinnahmen sind inzwischen möglich, was die Compliance deutlich verbessert. Durch die Kombinationstherapie soll verhindert werden, dass sich resistente Aids-Erreger entwickeln.
Es gibt inzwischen mehrere Präparate mit einer fixen Kombination aus zwei antiretroviral wirksamen Substanzen und eines mit drei HIV-Medikamenten. Ein weiteres Medikament mit einer Dreifach-Fixkombination wird derzeit entwickelt.
Standardkombinationstherapie bei HIV-Infizierten ist derzeit die Behandlung mit zwei Nukleosid-artigen Hemmstoffen der Reversen Transkriptase (RT) plus einem Proteasehemmer oder einem Nicht-Nukleosid-artigen Hemmstoff der RT. Um die Behandlung weiter zu vereinfachen, wird in Studien auch die Monotherapie mit bereits etablierten oder neuen Substanzen geprüft.
Wie letztlich die beste antiretrovirale Therapie aussieht, ist noch immer unklar. Sie muss sich individuell am Patienten ausrichten: an der Compliance, der Verträglichkeit, an den Bedürfnissen der Patienten - etwa im Zusammenhang mit dem Tagesablauf oder dem Drogengebrauch -, an der Ernährung und den Begleiterkrankungen.
Ärzte-Zeitung
vom 20. März 2006
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Ärzte ohne Grenzen und Abbott im Dialog
Berlin - Abbott vermarktet ein neues, in Deutschland hergestelltes HIV/Aids-Medikament (Lopinavir/Ritonavir) nicht in ärmeren Ländern. Mit diesem Statement trat in dieser Woche die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen an die Öffentlichkeit. Der Hintergrund:
Im November 2005 hat Abbott die neue Version des Proteaseinhibitors Lopinavir/Ritonavir in den USA auf den Markt gebracht. Lopinavir/Ritonavir ist ein wichtiges Medikament in der Aids-Behandlung, wenn sich Resistenzen gegen die Medikamente der ersten Therapielinie entwickeln und diese somit ihre Wirkung verlieren. Die neue Formulierung des Kombinationspräparates ist im Gegensatz zur alten Version hitzebeständig und kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Das Medikament wird dringend in Afrika, Asien und Lateinamerika benötigt: Bei Temperaturen von regelmäßig 40 Grad Celsius und mit mehreren Stromausfällen täglich können Patienten in Ländern wie beispielsweise Nigeria die alte Version des Medikamentes oft nur unter schwierigen Umständen verwenden. Bislang ist das Medikament aber nur in den USA erhältlich.
Ärzte ohne Grenzen will die neue Version von Lopinavir/Ritonavir nun direkt im Hauptsitz von Abbott Laboratories in Chicago (USA) bestellen, um damit Patienten in ärmeren Ländern zu behandeln: in Guatemala, Kamerun, Kenia, Malawi, Nigeria, Simbabwe, Südafrika, Thailand, und Uganda. Nach Angaben von Experten könne die neue Version billiger produziert werden als die alte. Daher fordert Ärzte ohne Grenzen, dass das Mittel zum niedrigstmöglichen Preis verkauft wird. Die Kosten dürften dabei nicht die Höhe des Preises (500 US-Dollar) überschreiten, den Abbott in einigen Entwicklungsländern für die alte Version verlange, so Ärzte ohne Grenzen.
Abbott begegnet der Kritik mit einem Hinweis auf das in der Europäischen Union laufende Zulassungsverfahren für das weiterentwickelte Medikament. Die EU-Zulassung werde in der meisten afrikanischen Ländern als Voraussetzung für die Registrierung gefordert, betonte Heather L. Mason, Vizepräsidentin von Abbott International, in dieser Woche in einem Schreiben an Ärzte ohne Grenzen. Abbott fördere mit einer Vielzahl humanitärer Programme den Kampf gegen HIV/AIDS in den ärmsten Ländern. Dazu gehöre neben der Diagnose und Behandlung von HIV/AIDS die Förderung lokaler Gesundheitsversorgungssysteme, die Ausbildung medizinischer Mitarbeiter oder spezielle Programme für betroffene Kinder. Abbott habe seine HIV-Medikamente in 69 der ärmsten Länder der Welt zugänglich gemacht, darunter auch alle ärmsten Länder Afrikas. Dabei habe man auf eine sehr günstige Preisgestaltung geachtet.
CSR
today - Meldung vom 17. März 2006
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Neues HIV/Aids-Medikament wird nicht in ärmeren Ländern vermarktet
Lagos/Berlin/New York - HIV/Aids-Patienten in ärmeren Ländern wird der Zugang zu neuen Medikamenten weiter vorenthalten, kritisiert die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. Aktuelles Beispiel dafür ist die neue Version eines Medikamentes des Herstellers Abbott. Die neue Formulierung des Kombinationspräparates (Lopinavir/Ritonavir) ist im Gegensatz zur alten Version hitzebeständig und kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Doch obwohl das in Deutschland hergestellte Mittel dringend in Afrika, Asien und Lateinamerika benötigt würde, ist es bislang nur in den USA erhältlich.
Ärzte ohne Grenzen wird die neue Version von Lopinavir/Ritonavir nun direkt im Hauptsitz von Abbott Laboratories in Chicago (USA) bestellen, um damit Patienten in ärmeren Ländern zu behandeln. Bei Temperaturen von regelmäßig 40 Grad Celsius und mit mehreren Stromausfällen täglich können Patienten in Ländern wie beispielsweise Nigeria die alte Version des Medikamentes oft nur unter schwierigen Umständen verwenden. Ibrahim Umoru, Patient im HIV/Aids-Programm von Ärzte ohne Grenzen in Lagos (Nigeria), lagert die alte Version von Lopinavir/Ritonavir in einer Klinik weit weg von seinem Zuhause. "Ich kann mir keinen Generator leisten, der groß genug ist, um einen Kühlschrank zu betreiben. Und ohne einen Kühlschrank verwandeln sich die Kapseln in Klumpen, die aussehen wie benutzter Kaugummi."
Im November 2005 hat Abbott die neue Version des Proteaseinhibitors Lopinavir/Ritonavir in den USA auf den Markt gebracht. Ärzte ohne Grenzen fragte an, ob und zu welchem Preis das Mittel in ärmeren Ländern erhältlich sein würde. Abbott verwies darauf, erst auf eine Zulassung in der Europäischen Union zu warten, um dann Anträge auf Zulassung in Entwicklungsländern zu stellen. Dies kann eine jahrelange Verzögerung für jene Patienten bedeuten, die von dem Medikament am meisten profitieren. Abbott hatte das Mittel unter dem Namen Kaletra® seit 2000 vermarktet, doch die alte Version besteht aus einer Kapsel aus Softgel. Dies bedeutet die Einnahme von vielen Tabletten täglich abhängig von der Nahrungsaufnahme, sowie das Lagern im Kühlschrank in heißen Regionen.
Lopinavir/Ritonavir ist ein wichtiges Medikament in der Aids-Behandlung, wenn sich Resistenzen gegen die Medikamente der ersten Therapielinie entwickeln und diese somit ihre Wirkung verlieren. Dies tritt nach gewisser Zeit auch nach regelmäßiger Einnahme der Medikamente ein. So benötigen beispielsweise in einem Projekt von Ärzte ohne Grenzen bereits 16 Prozent der Patienten nach vierjähriger Behandlung eine zweite Therapielinie. Diese Zahlen zeigen, dass bereits heute ein Bedarf an neueren Medikamenten besteht und dieser wachsen wird.
Ärzte ohne Grenzen bestellt das verbesserte Präparat nun für Projekte in Guatemala, Kamerun, Kenia, Malawi, Nigeria, Simbabwe, Südafrika, Thailand, und Uganda. Nach Angaben von Experten kann die neue Version billiger produziert werden als die alte. Daher fordert Ärzte ohne Grenzen, dass das Mittel zum niedrigstmöglichen Preis verkauft wird. Die Kosten dürfen dabei nicht die Höhe des Preises (500 US-Dollar) überschreiten, den Abbott in einigen Entwicklungsländern für die alte Version verlangt. Derzeit kostet die Therapie mit dem neuen Mittel 9.687 US-Dollar pro Patient und Jahr.
In einem Brief an den Geschäftsführer von Abbott fordern prominente Wissenschaftler und Aids-Organisationen von dem Unternehmen, die neue Version von Lopinavir/Ritonavir umgehend den Patienten in ärmeren Ländern zur Verfügung zu stellen. Ärzte ohne Grenzen behandelt derzeit 60.000 HIV/Aids-Patienten in 29 Ländern mit antiretroviralen Medikamenten.
Ärzte
ohne Grenzen - Pressemitteilung vom 15. März 2006
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In der Ukraine explodiert die Aidsrate – Vor allem junge Menschen sind gefährdet.
Ende März finden in der Ukraine die ersten Parlaments-Wahlen seit der Orangen Revolution statt. Während sich das Medien-Interesse auf diesen zukunfts-weisenden Urnengang konzentriert, geht die reale Situation in dem zweitgrößten Land Europas unter. Besonders ein Thema wird von der Welt-Öffentlichkeit nahezu ignoriert: Die seit Jahren immer stärker grassierende Aids-Epidemie.
Explosion der Aidsrate
Die Ukraine gilt als Epizentrum
der Aids-Epidemie in Osteuropa. Das Land weist die höchste Aidsrate
in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion auf. Auch europaweit liegt
die Rate an der Spitze dieser Rangliste. 360.000 der 48 Millionen Ukrainer
sind mit dem tödlichen Virus infiziert. 2003 (aktuellere Zahlen liegen
derzeit noch nicht vor) starben zwanzigtausend Menschen in der Ukraine
an Aids. Die Krankheit breitet sich sprunghaft aus. In den letzten fünf
Jahren hat sich die Zahl der Infektionen beinahe verzwanzigfacht. Die meisten
Neu-Ansteckungen passieren beim Gebrauch von benutzten Nadeln bei der Injektion
von Heroin. Der rasante Anstieg von Drogen-Missbrauch – Schätzungen
der UN-Aids Organisation zu Folge leben in der Ukraine rund sechshundert
tausend Heroin Süchtige – geht Hand in Hand mit der Explosion der
Aidsrate.
Soziales Problem
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion
hat der soziale Umbruch viele Menschen in der Ukraine ins Elend geführt.
Ein Drittel der Bevölkerung lebt unter der Armuts-Grenze. Dort ist
der Schritt zu Drogen-Missbrauch nicht weit. Und immer mehr drogenabhängige
Frauen geben das Virus an ihre ungeborenen Kinder weiter. Dies könnte
mit virus-hemmenden Medikamenten verhindert werden. Doch sehr viele Infizierte
wissen gar nicht, dass sie den Virus in sich tragen. Viele lassen sich
aus Angst gar nicht testen. Andere wieder fürchten die sozialen Konsequenzen
der Krankheit und verheimlichen sie deshalb. „Vor allem Drogenkranke bekommen
kaum Hilfe von der Regierung“, kritisiert die Menschenrechts-Organisation
„Human Rights Watch“ (HRW). „So lange gerade jene mit der höchsten
Infektions-Gefahr kaum beachtet werden, wird die ukrainische Regierung
nur weinig Hoffnung haben, die Aids-Epidemie einzudämmen“, sagt Rebecca
Schleifer vom Human Rights Watch Aids-Programm.
Kranke werden diskriminiert
Aids wird in der Ukraine tabuisiert
und tot-geschwiegen. Aids bedeutet hier vor allem eines: Ausgrenzung und
Stigmatisierung. Wer HIV-positiv ist, findet keine Arbeit, sieht sich Anfeindungen
der Nachbarn ausgesetzt, wird in Kranken-Häusern auf den Stationen
für Geschlechts-Krankheiten hinter Gitterstäben vom Rest der
Welt isoliert. Irina Kalinichenko hat diese Diskriminierung am eigenen
Leib erlebt. Sie ist 21 Jahre alt und hat sich vor drei Jahren mit dem
HI-Virus infiziert. Heute arbeitet sie für die Organisation „All-Ukrainian
Network of People Living with HIV/AIDS”. Die Krankheit habe ihr Leben komplett
verändert, da das Leben eines HIV-Positiven in der Ukraine sehr schwer
sei. „Wir sind in der Gesellschaft sehr oft mit Intoleranz konfrontiert.
Außerdem bekommt man sehr schwer Arbeit.“ Heute versucht sie, vor
allem junge Menschen über die Gefahren aufzuklären. Denn viele
Jugendliche sind auch heute immer noch so leichtsinnig, wie sie es einmal
war. Aufklärung über die Infektions-Gefahr mit HIV gibt es in
Schulen bis heute kaum. Das Resultat: Achtzig Prozent der Infizierten sind
jünger als dreißig Jahre.
Chilli
Austria - Meldung vom 14. März 2006
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AIDS-Therapie in Entwicklungsländern wirkt – aber oft zu spät
Bern - Neue Therapien gegen HIV wirken auch in Entwicklungsländern. Dies zeigt eine Studie des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern (ISPM), die morgen in der Fachzeitschrift "The Lancet" publiziert wird. Allerdings ist die Sterblichkeit in den ersten Behandlungsmonaten deutlich höher als in industrialisierten Ländern.
Die hochaktive antiretrovirale Therapie, kurz HAART, hat die Sterblichkeit der HIV-Infektion in den industrialisierten Ländern um etwa 90 Prozent reduziert. HAART wird aufgrund einer Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderer Organisationen seit kurzem auch vermehrt in Afrika, Asien und Lateinamerika eingesetzt. Die Erfolgsquote der Therapie in diesen Ländern ließ sich bisher jedoch nicht genau bestimmen.
Eine großangelegte Studie, die vom Berner Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) koordiniert wird, ging diesem Problem nach. Die Autoren verglichen die Sterblichkeit von Patientinnen und Patienten, die in Kliniken in Afrika (Marokko, Uganda, Kenya, Kamerun, Elfenbeinküste, Nigeria, Senegal, Botswana, Malawi und Südafrika), Asien (Indien, Thailand) und Brasilien mit HAART behandelt wurden, mit der Sterblichkeit von Patienten in Europa und Nordamerika. "Die Mortalität war in den ersten Monaten in den Ländern des Südens deutlich höher als in Europa und Nordamerika", stellt Professor Matthias Egger vom ISPM fest. Dies sei im Wesentlichen auf die fortgeschrittene Zerstörung des Immunsystems durch HIV und die oft gleichzeitig bestehende Tuberkulose bei Patienten in Entwicklungsländern zurückzuführen. "In den Industrieländern wird meistens früher behandelt", meint Egger.
Die Forscher beobachteten auch, dass die Sterblichkeit höher ausfiel, wenn die Patienten für die Behandlung selber aufkommen mussten. "Wahrscheinlich wurde die Therapie unterbrochen, weil das Geld fehlte", vermutet Dr. Paula Braitstein, die Projektleiterin in Bern. Sie zieht folgendes Fazit: "Die Diagnose sollte früher gestellt werden. Ausserdem sollte die Therapie kostenlos sein und rechtzeitig beginnen."
Ein Drittel aller HIV-Infizierten weltweit leben im südlichen Afrika
Das Forschungsprojekt wurde durch die National Institutes of Health (NIH) in den USA und die französische Agence Nationale de Recherche sur le SIDA (ANRS) unterstützt. Eine Weiterführung des Projekts wurde vor kurzem bewilligt, wobei sich die Forschung in Zukunft vermehrt auf das südliche Afrika konzentrieren wird (Malawi, Botswana, Südafrika, Simbabwe, Moçambique). Im südlichen Afrika leben 30 Prozent der schätzungsweise 40 Millionen HIV-Infizierten weltweit - in einer Region mit nur rund 2 Prozent der Weltbevölkerung. Rund 2 Millionen Männer, Frauen und Kinder benötigen im südlichen Afrika dringend eine antiretrovirale Therapie. Die WHO schätzt, dass mittlerweile etwa 200.000 Personen behandelt werden. Das Forschungsprojekt unter der Leitung des ISPM soll klären, wie die Behandlung möglichst rasch und flächendeckend eingeführt und deren Wirksamkeit erhöht werden kann.
Universität
Bern - Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) -
Pressemitteilung vom 10. März 2006
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WHO setzt zusätzliche Aids-Mittel auf Empfehlungsliste
Genf - Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Aids-Medikamente der US-Konzerne Merck & Co und Gilead auf ihre Liste von empfohlenen Mitteln zur Behandlung der tödlichen Immunschwäche gesetzt. Das Merck-Präparat Efavirenz in zwei Stärken und das Mittel Tenofovir von Gilead seien "entscheidende Produkte" für die Behandlung von Aids, teilte die WHO am Donnerstag mit.
Mehr als drei Millionen Menschen starben vergangenes Jahr an der Immunschwäche, mehr als 40 Millionen leben derzeit mit dem HI-Virus. Die WHO-Liste enthält über 70 Präparate zur Aids-Behandlung. Sie soll Entwicklungsländern eine leichtere Auswahl von Medikamenten ermöglichen.
Der
Standard – Meldung vom 9. März 2006
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Anteil von Frauen mit HIV und AIDS steigt weltweit weiter an
Bonn - Die Deutsche AIDS-Stiftung ruft anlässlich des Weltfrauentages dazu auf, Frauen und Mädchen als besonders verletzliche Gruppe besser vor dem tödlichen HI-Virus zu schützen. Die Benachteiligung von Frauen in vielen Ländern der Erde trägt dazu bei, dass sie besonders infektionsgefährdet sind. Der Anteil der betroffenen Frauen weltweit steigt weiterhin an. Im südlichen Afrika waren 2005 13,5 Millionen Frauen mit dem HI-Virus infiziert, das entspricht einem Anteil von 57 Prozent der HIV-positiven Erwachsenen. Weltweit waren 2005 insgesamt 17,5 Millionen Frauen infiziert - eine Million mehr als im Jahr 2003. Die wachsende Betroffenheit von Frauen macht sich auch in Süd- und Südostasien sowie in Osteuropa und Zentralasien deutlich bemerkbar.
Die Gründe hierfür sind vielfältig: Frauen haben nicht die gleichen Rechte und den gleichen Zugang zu Bildung, Arbeit und Einkommen wie Männer. Wenn Frauen rechtlich, wirtschaftlich oder emotional von Männern abhängig sind, können sie sich ungeschütztem Sex oft nur schwer entziehen. Vielen Frauen und Mädchen fehlen Kenntnisse oder Möglichkeiten, für ihren Schutz zu sorgen oder ihn von ihren Sexualpartnern einzufordern. Hinzu kommt, dass der weibliche Körper biologisch empfänglicher für das HI-Virus ist. Für Frauen ist ungeschützter Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Mann statistisch gesehen etwa doppelt so gefährlich wie für Männer, die ungeschützten Sex mit einer HIV-infizierten Frau haben. Auch unter den Folgen der Seuche leiden die Frauen stärker. Sie sind in der Regel diejenigen, die infizierte Familienmitglieder betreuen und Kranke pflegen.
In Deutschland sind 20 Prozent aller von HIV und AIDS betroffenen Menschen Frauen, der Anteil der an AIDS erkrankten Frauen liegt bei 13 Prozent. Aidskranke Frauen wenden sich aber doppelt so oft mit der Bitte um Hilfe an die Stiftung, als aufgrund der epidemiologischen Situation in Deutschland zu erwarten wäre. Diese Zahlen belegen, dass in Deutschland Frauen öfter in Not geraten als Männer.
Die Deutsche AIDS-Stiftung engagiert sich mit zahlreichen Hilfs- und Präventionsprojekten für Frauen und Mädchen in Deutschland und im Ausland. In Namibia unterstützt sie beispielsweise die Hilfsorganisation Catholic Aids Action durch die Finanzierung von Milchpulver für HIV-positive Mütter, damit diese die Neugeborenen nicht über ihre Muttermilch mit dem HI-Virus infizieren. Die Stiftung setzt sich außerdem für die Entwicklung von Präventionstechnologien, zum Beispiel Impfstoffen, ein, die vor allem Frauen in die Lage versetzen würden, sich eigenständig zu schützen.
Vor diesem Hintergrund fordert die Deutsche AIDS-Stiftung
• die Ausweitung spezieller Präventionsangebote
für Mädchen und Frauen
• mehr frauenspezifische Forschung
für Medikamente und Mikrobizide
• weltweit gleichberechtigten Zugang
zu Prävention und Therapie für Frauen und Mädchen
Deutsche
AIDS-Stiftung – Pressemeldung vom 8. März 2006
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Schockierende Frauenschicksale in aller Welt
Weltfrauentag am 8. März: Frauenrechte müssen verwirklicht werden!
Friedrichsdorf - Anlässlich des Weltfrauentages und der 50. Sitzung der UN-Frauenkommission macht WORLD VISION erneut auf die teilweise schockierende Benachteiligung von Frauen in aller Welt aufmerksam. Berichte von WORLD VISION-Mitarbeitern aus Asien, Afrika, Lateinamerika und Osteuropa richten den Blick besonders auf die Bereiche Bildung, Gesundheit und Arbeitswelt sowie die Mitspracherechte von Frauen bei Entwicklungsprozessen.
Frauen und sexueller Missbrauch
- Ein Schicksal aus Äthiopien:
Mit acht wurde Meti verheiratet,
mit zehn war sie schwanger. Das Mädchen wusste dies jedoch nicht,
sondern dachte, dass es krank sei, zumal es starke Unterleibsschmerzen
entwickelte. Zwei Jahre lang hielten die Schmerzen an. Erst als Meti in
ein Koma fiel und ins Krankenhaus gebracht wurde, stellte der behandelnde
Arzt fest, dass sie eine Totgeburt in sich trug, die zu einem Stein verkrustet
war.
"Geschichten wie diese sind mir in Äthiopien immer wieder berichtet worden. Gerade auf dem Lande werden Frauen nicht vor Missbrauch geschützt", sagt WORLD VISION-Mitarbeiter Sönke C. Weiss, der erst vor wenigen Tagen aus Äthiopien zurückgekehrt ist. Fast 60 Prozent der äthiopischen Frauen werden vor ihrem achtzehnten Geburtstag verheiratet. Die Beschneidung von Mädchen ist zwar offiziell verboten, wird aber dennoch praktiziert. Vergewaltigung und andere Gewalttaten gegenüber Frauen werden kaum geahndet.
Frauen und Bildung - Ein Beispiel
aus dem Sudan:
Die 13-Jährige Mary fürchtet,
dass sie von ihren Eltern bald verheiratet wird, wenn nicht bald im Dorf
eine Schule gebaut wird. Ihre Eltern hätten ihr aus Angst vor Vergewaltigungen
nicht gestattet, eine weiter entfernt gelegene Schule zusammen mit den
Jungen zu besuchen. Marys Beispiel gilt für Hunderttausende junger
Mädchen im Südsudan. Sie haben erkannt, dass Bildung für
sie wichtig ist, weil sie nur mit Bildung einen Job bekommen und am Wiederaufbau
der Gesellschaft teilnehmen können. Dennoch wird ihnen die Möglichkeit
einer Schulbildung vielfach verwehrt.
Frauen und HIV/Aids - Ein Schicksal
aus Guatemala:
Armut, Unwissenheit und Unterdrückung
beschleunigen die Verbreitung von HIV/Aids, auch unter den Mayafrauen in
Guatemala. Die 36-Jährige Juana infizierte sich bei ihrem Mann. Der
starb wenig später an Aids, und Juana wurde gänzlich alleingelassen.
Sogar um das Sorgerecht für ihre Kinder musste sie kämpfen, als
ihre Infektion bekannt wurde. Im weltweiten Kampf gegen Aids muss nach
Ansicht von WORLD VISION sehr viel mehr dafür getan werden, dass Mädchen
sich mit Informationen und Selbstvertrauen gegen sexuelle Ausbeutung wehren
können.
Frauen und Mitbestimmung -
ein Hoffnungsschimmer in Indonesien:
Die Beteiligung von Frauen an Entscheidungen
über Nothilfe und Entwicklung ist keineswegs selbstverständlich.
Von Erfahrungen aus der Tsunami-Region Banda Aceh, Indonesien, berichtet
WORLD VISION´s Menschenrechtsbeauftragter Patricio Cuevas-Parra:
"In den ersten Monaten nach dem Tsunami sah man nur wenige Frauen in den
Seminaren und Entscheidungsgremien. Die meisten Sprecher der Dörfer
und auch Mitarbeiter lokaler NGOs hielten die Einbeziehung von Frauen für
Zeit- und Geldverschwendung. Mittlerweile nehmen Frauen aktiv an allen
Stadien der Wiederaufbauarbeit teil. Sie besuchen unsere Workshops und
sagen häufig sogar als erste ihre Meinung zu den Problemen, die sie
zu bewältigen haben." Zum ersten Mal überhaupt feiert die Provinz
Aceh jetzt den Weltfrauentag. Ausstellungen, Preise und Veranstaltungen
würdigen den Beitrag der Frauen zum Wiederaufbau.
WORLD
VISION - Pressemeldung vom 7. März 2006
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Frauen immer stärker von Aids betroffen
Köln - Die AIDS-Hilfe in Nordrhein-Westfalen
hat angesichts des Internationalen Frauentags auf den steigenden Anteil
von Frauen bei HIV-Infizierten und Aids-Erkrankten hingewiesen. In NRW
lebten derzeit mehr als 10 000 Menschen mit dem HI-Virus oder seien bereits
erkrankt, teilte die AIDS-Hilfe am Dienstag in Köln mit.
Inzwischen seien rund 20 Prozent
der Betroffenen weiblich. Kampagnen in elf NRW-Städten sollten mehr
Aufmerksamkeit für das noch immer zu wenig beachtete Thema Aids und
Frauen bringen.
AIDS-Hilfe
NRW e.V. - Pressemeldung vom 7. März 2006
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Ausstellung provokanter T-Shirts in Polen untersagt
Warschau - Die Universität von Lublin hat eine Ausstellung provokanter T-Shirts untersagt. "Die Ausstellung und die Aufschriften auf den T-Shirts hätten die Gefühle und Überzeugungen zahlreicher Menschen verletzen können", begründete Universitätspräsident Wieslaw Kaminiski nach einem Bericht der Tageszeitung "Rzeczpospolita" vom Dienstag das Verbot. Unter den Aufdrucken waren Aussprüche wie "Ich habe nach dem Tod des Papstes nicht geweint", "Ich bin schwul", "Ich bin ein Aids-Kranker", "Ich bin Jude", "Ich bin Araber", "Ich onaniere" und "Ich habe meine Tage".
Die Internationale Menschenrechtsliga sagte nach dem Verbot der Ausstellung ein darauf abgestimmtes Filmfestival ab. "Die Ausstellung sollte eine Debatte über die Meinungsfreiheit in Polen in Gang setzen", sagte der polnische Sektionschef der Menschenrechtsliga, Marek Antoni Nowicki. Die Entscheidung der Universitätsleitung sei eine "nicht hinzunehmende Form der Einmischung". Der Bischof von Lublin, Jozef Zycinski, sagte hingegen, wer T-Shirts mit Aufdrucken wie "Ich bin ein Aids-Kranker" oder "Ich habe abgetrieben" herstelle, müsse "jedes menschliche Gefühl verloren haben".
AEGIS
Aids Education Global Information System – Meldung vom 21. Februar 2006
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Informationen zur Phase-II-Studie mit Vicriviroc
Studie an HIV-vorbehandelten Patienten wird fortgesetzt.
Kenilworth, New Jersey - Schering-Plough Corporation (NYSE: SGP) gab heute aktuelle Informationen zu Vicriviroc , seinem in Entwicklung befindlichen CCR5-Rezeptorantagonisten, der zurzeit von der NIH-gesponsorten Adult AIDS Clinical Trials Group (ACTG) in einer laufenden klinischen Studie der Phase II bei 118 vorbehandelten, US-amerikanischen HIV-Patienten geprüft wird, bekannt. Die in diese Studie aufgenommenen Patienten waren bei fortgeschrittener HIV-Erkrankung und niedrigen CD4-Werten intensiv vorbehandelt worden. Das ACTG Study Monitoring Committee (SMC) für diese Studie hat die ACTG und Schering-Plough darüber informiert, dass fünf Malignomfälle unter den mit Vicriviroc behandelten Patienten beobachtet worden sind. Zu den fünf Fällen gehören vier Patienten mit Lymphomen und ein Patient mit einem Adenokarzinom des Magens (Magenkrebs). Das ACTG kam zu dem Schluss, dass derzeit ein kausaler Zusammenhang zwischen Vicriviroc und den Lymphomfällen nicht gestellt werden kann. Weiterhin beschloss die ACTG, dass, weil Vicriviroc in den zwei höchsten getesteten Dosierungen zusammen mit einer optimierten antiretroviralen Hintergrundtherapie Zeichen einer virologischen Aktivität zeigte, die Studie fortgesetzt wird.
An dieser Studie beteiligte Patienten und Prüfer wurden umgehend von diesen Resultaten in Kenntnis gesetzt. Die ACTG hat zusätzliche Maßnahmen, um die Sicherheit der an dieser Studie teilnehmenden Patienten zu gewährleisten, ergriffen. Zu diesen gehören die Einführung einer Langzeitnachkontrolle (3-5 Jahre) und ein "Entblinden" der Patienten, damit diese und ihre behandelnden Ärzte eine auf besseren Informationen beruhende Entscheidung hinsichtlich der Therapiemöglichkeiten treffen können. Schering-Plough beabsichtigt die enge Zusammenarbeit mit der ACTG sowie der US-amerikanischen Food and Drug Administration und anderen Gesundheitsbehörden fortzusetzen, um die mögliche Rolle von Vicriviroc in der HIV-Therapie umfassend festlegen zu können.
Website: http://www.schering-plough.com
Wallstreet
online und ots
/ PRNewswire
Meldung vom 6. März 2006
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Fusionshemmer Enfuvirtid wird oft noch zu spät eingesetzt
Therapeut rät: Fusionshemmstoff sollte nicht erst als letztes Mittel verabreicht werden / Kombination mit Proteasehemmer empfohlen.
Berlin - Der Hemmer Enfuvirtid, der die Fusion von HIV mit T-Helfer-Zellen unterbindet, wirkt optimal, wenn er in der HIV-Salvage-Therapie rechtzeitig angewandt wird. Darauf haben jetzt HIV-Therapeuten in Berlin hingewiesen.
Das zweimal täglich subkutan verabreichte Enfuvirtid (Fuzeon®) ist seit 2003 für die Therapie bei HIV-Infizierten zugelassen. Es wird jenen Patienten gespritzt, die ungenügend auf Therapien ansprechen, die ausschließlich die drei anderen Substanzklassen Proteasehemmer sowie nukleosid- und nicht-nukleosidartige Hemmstoffe des HIV-Enzyms Reverse Transkriptase enthalten.
Diese Einschränkung dürfe aber nicht dazu führen, dass Enfuvirtid erst als letztes Mittel angewandt werde, wenn für alle oder fast alle anderen Substanzen bereits Resistenzen nachgewiesen seien, sagte Professor Matthias Stoll von der Medizinischen Hochschule Hannover.
Denn die Wirkung von Enfuvirtid sei dann nicht mehr optimal. Am günstigsten sei die Anwendung in einem früheren Stadium der Salvage-Therapie, und zwar in Kombination mit einem durch niedrigdosiertes Ritonavir geboosterten (verstärkten) Proteasehemmer (PI), für den noch keine Resistenz vorliegt.
In dieser Konstellation könne der Effekt einer PI-haltigen Kombination auf die Helfer-Zellen und die HIV-RNA-Menge im Blut durch die zusätzliche Therapie mit Enfuvirtid etwa verdoppelt werden, so Stoll auf der von dem Unternehmen Hoffmann-La Roche unterstützten Veranstaltung.
Belegt werden konnte das etwa in der POWER-2-Studie. Nach 24 Wochen erreichten in der Gruppe, in der Enfuvirtid, geboostertes Darunavir und eine optimale Therapie mit Reverse-Transkriptase-Hemmern verabreicht wurden, 64 Prozent der Behandelten eine Virusmenge von weniger als 50 HIV-RNA-Kopien pro Milliliter Blut. In der Vergleichsgruppe ohne Enfuvirtid waren es hingegen nur 30 Prozent.
Den wichtigsten Grund für die oft zu späte Anwendung von Enfuvirtid sieht Stoll in Vorbehalten gegen die Subkutantherapie. Studien belegten aber, daß die Compliance hier eher besser sei als bei Tabletten.
Sehr wichtig sei eine intensive Aufklärung über Notwendigkeit und mögliche Probleme der Therapie, so Stoll. Hoffmann-La Roche hat nun ein Programm gestartet, bei dem in der Betreuung HIV-Infizierter erfahrene Schwestern für die Beratung bei Enfuvirtid-Neueinstellung geschult werden.
Ärzte
Zeitung vom 2. März 2006
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Weniger
HIV-Neuinfektionen in Österreich
Letztes Jahr leichter Rückgang auf 453 Fälle - 35 Tote, 1994 waren es noch 153 gewesen.
Aids in Österreich im Jahr 2005: Laut dem Institut für Virologie in Wien wurden vergangenes Jahr insgesamt 453 bestätigte Neuinfektionen mit HIV registriert. Das waren etwas weniger als im Jahr 2004 mit 470. Es gab 35 Todesfälle, 1994 waren es noch 153 gewesen. Das beweist laut Aussagen von Fachleuten erneut die Bedeutung der modernen Aids-Kombinationstherapie.
"Auch wenn derzeit die Angst vor dem Auftreten neuer Viren und Pandemien groß ist, so ist es doch wichtig, darüber die Sorge um bereits bestehende Viruspandemien nicht zu vergessen. Nach wie vor ist die HIV-Epidemie eine der größten virusbedingten Bedrohungen der Menschheit. Laut Daten der WHO haben sich im Jahr 2005 weltweit schätzungsweise etwa 4,9 Millionen Menschen mit dem HI-Virus neu infiziert, 3,1 Millionen sind im gleichen Jahr daran verstorben und ein Ende der Epidemie ist nicht in Sicht", schrieb Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Puchhammer-Stöckl von dem Institut jetzt in der neuesten Ausgabe der Virusepidemiologischen Nachrichten.
In Österreich ist die Situation in den vergangenen Jahren demnach "auf einem relativ niedrigen Niveau mehr oder weniger konstant geblieben. Im Jahr 2005 wurden 453 Neuinfektionen registriert. 2004 waren es 470 gewesen, 2003 hingegen 422 (2002: 442, 2001: 398, 2000: 428, 1993: 561, 1987: 693. 1986: 753, 1985: 820). Bis Ende des vergangenen Jahres gab es in Österreich 2.470 Aids-Fälle, bei bisher 1.423 Verstorbenen. Kumulativ wurden seit 1985 offiziell 9.856 Infektionen registriert.
Eine anhaltend erfreuliche Entwicklung gibt es seit einigen Jahren bei den Aids-Erkrankungen und bei den Todesfällen, wie auch die Statistik des Gesundheitsministeriums zeigt (35 gemeldete Todesfälle im Jahr 2005, 1994 waren es noch 153). Die Expertin: "Diese positive Entwicklung ist auf den stetig verbesserten Einsatz der spezifischen antiretroviralen Therapie zurückzuführen. Eine intensive Langzeitbetreuung ermöglicht es heute vielen HIV-positiven Patienten, ein in vieler Hinsicht unbeeinträchtigtes Leben führen zu können."
Doch gibt auch einige Herausforderungen für die Zukunft: Für diese intensive Betreuung der Betroffenen bedarf es aber speziell ausgebildeter Ärzte. Die Virologin: "Angesichts der ständig zunehmenden Zahl von Patienten - einige hundert pro Jahr - werden auf jeden Fall gesundheitspolitische Maßnahmen notwendig sein, um in Zukunft die medizinische Betreuung aller HIV-Patienten in Österreich zu gewährleisten."
ORF
ON Science - Meldung vom 28. Februar 2006
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Sexualverhalten senkt Zahl der HIV-Infektionen in Simbabwe
Professionell betriebene Aufklärungs- und Präventionsprogramme zeigen Wirkung.
Nachdem bisher nur aus Uganda und Thailand bekannt war, dass eine Verhaltensänderung einen deutlichen Rückgang der HIV-Infektionen zur Folge hat, gilt dies nun auch für Simbabwe als gesichert. In einer Studie im Osten des Landes wurden zwischen 1998 und 2003 knapp 10.000 Menschen befragt. Die Ergebnisse belegen: Viele Menschen haben ihr Sexualverhalten verändert und sind verantwortungsvoller als noch vor wenigen Jahren. Gleichzeitig sank die Zahl der HIV-Infektionen in der Bevölkerung von 23 Prozent (Erhebungszeitraum: 1998 - 2000) auf 20,5 Prozent (2001 - 2003).
Rückgang vor allem bei jungen Leuten
Am stärksten sind die HIV-Infektionen unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen zurückgegangen: bei Männern von 17 bis 29 Jahren um 23 Prozent, bei Frauen von 15 bis 24 Jahren sogar um 49 Prozent. In relativ gut ausgebildeten Bevölkerungsgruppen verzeichneten die Forscher einen besonders deutlichen Wandel.
Häufigere Kondomnutzung und zunehmende Treue gegenüber einem festen Partner kristallisierten sich als zentrale Erfolgsfaktoren heraus. Außerdem machen viele Teenager ihre ersten sexuellen Erfahrungen heute später. Nur noch 27 Prozent der jungen Männer zwischen 17 und 19 Jahren gaben an, dass sie bereits sexuelle Kontakte hatten. Zuvor waren es 45 Prozent gewesen. Bei den 15- bis 17-jährigen Frauen ging der Anteil der Mädchen mit sexuellen Erfahrungen von 21 auf neun Prozent zurück.
Die an der Studie beteiligten Experten aus Großbritannien, Zimbabwe und Südafrika führen die Verhaltensänderung explizit nicht auf bloße Angst vor Aids zurück. Gegenüber BBC News bekräftigte Peter Ghys vom Aids-Programm der Vereinten Nationen (UNAIDS): "Die Daten zeigen, dass Präventionsprogramme, die auf eine Veränderung beim Sexualverhalten abzielen, dabei halfen, die Infektionsraten zu senken." Es liegt nahe, dass sich das veränderte Sexualverhalten nicht nur auf HIV/Aids, sondern auch auf die Geburtenzahl insgesamt sowie die Zahl der Teenagerschwangerschaften auswirkt.
Herausforderungen für die Zukunft
Dennoch gibt es weiterhin gravierende Probleme. Nicht alle Menschen, die sich schützen möchten, haben auch die Chance dazu. Kondome gibt es nicht wie in Europa "an jeder Ecke". Und auf "flüchtige" Sexualkontakte mit wechselnden, fremden Partnern zu verzichten ist schwierig für junge Frauen, die sich prostituieren, um zu überleben.
Schätzungsweise 25 Millionen Afrikaner tragen das HI-Virus in sich, rund 62 Millionen Neuinfektionen drohen bis 2015. Mehr als 100 Milliarden Dollar (80 Milliarden Euro) dürften nötig sein, um wenigstens die Hälfte davon zu verhindern. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung hebt Mahesh Mahalingam, Jugend-Experte bei UNAIDS, hervor, dass es vor allem darauf ankomme, Aufklärungs- und Präventionsprogramme nicht als zeitlich begrenzte Maßnahme zu begreifen, sondern als dauerhaften Teil der nationalen Gesundheitspolitik: "Wenn Sie das nicht durchhalten, kehrt die Sorglosigkeit schnell zurück."
Quelle: Science Magazine: "HIV Decline Associated with Behaviour Change in Eastern Zimbabwe", 3. Februar 2006
Deutsche
Stiftung Weltbevölkerung - Newsletter vom 27. Februar 2006
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Weltweit 36 Millionen HIV-positive Menschen wissen nichts von ihrer Infektion – in Deutschland kennt jeder fünfte Jugendliche das Ansteckungsrisiko nicht.
Vor den Karnevalstagen warnt UNICEF vor nachlassender Aufmerksamkeit gegenüber der AIDS-Gefahr. Mehr als 90 Prozent der weltweit 40,3 Millionen HIV-Infizierten wissen nichts von ihrer Infektion. Auch in Deutschland wird das Risiko einer Ansteckung mit HIV trotz explodierender Infektionsraten in Osteuropa vielfach unterschätzt. „Unwissenheit ist ansteckend. Es ist alarmierend, dass in Deutschland jeder fünfte Jugendliche nicht weiß, dass das Virus auch dann übertragen werden kann, wenn die Krankheit bei dem Partner noch nicht ausgebrochen ist“, sagte Dietrich Garlichs, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Angesichts steigender Infektionszahlen müssen solche Fakten zum Basiswissen junger Leute gehören“.
UNICEF fordert weltweit verstärkte Aufklärungsmaßnahmen sowie den Ausbau von Test- und Behandlungskapazitäten in Osteuropa und in den Entwicklungsländern. Dort müssen in den nächsten vier Jahren mindestens 200 Millionen HIV-Tests durchgeführt werden. Nur so können die weltweit rund 36 Millionen infizierten Menschen, die noch nicht über ihren HIV-Status informiert sind, erreicht werden. Gleichzeitig muss alles getan werden, um einer Stigmatisierung und Ausgrenzung von HIV-positiven Menschen entgegenzuwirken. UNICEF hat die weltweiten Kampagne „Du und ich gegen AIDS“ gestartet, um Kinder besser vor AIDS zu schützen und infizierte Kinder medizinisch zu versorgen.
Ausreichende Test- und Behandlungsmöglichkeiten sind Voraussetzung für die Wirksamkeit von Aufklärungskampagnen. Wer über seinen HIV-Status Bescheid weiß, ist erfahrungsgemäß eher bereit, sein Sexualverhalten zu ändern. Wer positiv getestet wurde, weiß, dass er seinen Partner schützen muss. Wer negativ getestet wurde, erkennt die Chance, sich selbst vor einer Ansteckung zu bewahren.
Was junge Menschen über AIDS wissen müssen
Insgesamt hat nur etwa jeder dritte Jugendliche in den Entwicklungsländern ausreichende Informationen darüber, wie man sich schützt. Auch in Deutschland wird es schwieriger, die junge Generation zu erreichen. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es erhebliche Wissenslücken, die nur schwer zu schließen sind, wenn immer weniger Geld für Aufklärungsmaßnahmen bereitgestellt wird. Derzeit wissen fast 20 Prozent der 16-bis 20-jährigen Deutschen nicht, dass das Virus auch dann ansteckend ist, wenn der Partner noch nicht erkrankt ist.
UNICEF hat zehn Fakten über AIDS formuliert, die weltweit jeder junge Mensch kennen sollte, darunter die Tatsache: „Ein HIV-infizierter Mensch kann viele Jahre gesund aussehen und sich gesund fühlen. Trotzdem kann er andere Menschen anstecken.“ Nur wenn solche Informationen über AIDS schon in den Schulunterricht einfließen und Jugendliche auch außerhalb der Schule über Sexualität und den Schutz vor HIV informiert werden, richten junge Menschen ihr Verhalten danach aus und senken so ihr Ansteckungsrisiko.
In Deutschland schon mehr als 190.000 Unterstützer für „Du und ich gegen AIDS“
Vier Monate nach dem Start unterstützen schon mehr als 190.000 Menschen in Deutschland die UNICEF-Kampagne “Du und ich gegen AIDS“ mit ihrer Unterschrift. Zudem haben mehr als 67.000 Menschen ihre Unterstützung mit einem individuellen Statement auf der UNICEF-Internetseite begründet. Überraschend viele von ihnen geben dabei persönliche Betroffenheit als Grund für ihr Engagement an. Alle Statements und Informationen zur Kampagne und Videos von Prominenten wie Robbie Williams und David Beckham sind nachzulesen auf www.unicef.de/aids. UNICEF setzt in seiner weltweiten Kampagne auf die Beteiligung junger Menschen, um die Epidemie zu bremsen.
So engagieren sich in Simbabwe 7.000 Jugendliche bei der Betreuung von AIDS betroffener Familien. Sie begleiten Krankenpfleger bei ihren Hausbesuchen und kümmern sich in dieser Zeit um die Familie der Kranken, helfen bei der Hausarbeit und sprechen mit Kindern und Jugendlichen, deren Eltern an AIDS erkrankt sind. In Namibia, Malawi, Sambia, Senegal und Uganda organisieren Jugendliche Diskussionen in Jugendclubs, bieten Kurse an oder führen Theaterstücke auf öffentlichen Plätzen auf. In Uganda und Angola wurde mit Hilfe von UNICEF die Aufklärung über AIDS in den öffentlichen Schulen eingeführt.
Die UNICEF-Forderungen
UNICEF will erreichen, dass die Pharmaunternehmen die Preise für AIDS-Medikamente senken und geeignete Medikamente für HIV-infizierte Kinder entwickeln. Mehr als 660.000 Kinder in Entwicklungsländern brauchen Viren hemmende Arzneimittel, doch bislang werden nur 20.000 versorgt. Von den Regierungen in Industrie- und Entwicklungsländern fordert UNICEF mehr Aufklärung und Zugang zur Schulbildung für alle Kinder. Und die Bundesregierung soll mehr Geld bereitstellen, um von AIDS betroffene Kinder zu unterstützen. Denn bislang kommt nur ein Bruchteil der deutschen Entwicklungshilfe Gesundheitsdiensten und der Betreuung von AIDS-Waisen zu gute.
Alle Informationen, darunter auch die zehn Fakten, die jeder junge Mensch über AIDS wissen sollte, unter www.unicef.de/aids
UNICEF-Pressemeldung
vom 23. Februar 2006
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Off-Label-Use bei HIV/AIDS wird untersucht
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Bewertung von Wirkstoffen hinsichtlich ihres Einsatzes in nicht zugelassenen Anwendungsgebieten (Off-Label-Use) im Bereich HIV/AIDS durch Beauftragung der entsprechenden Expertengruppe eingeleitet. Zuvor hatte sich der Ausschuss einen Überblick über die Bedeutung des Off-Label-Use bei der Arzneimittelversorgung von Patienten mit HIV und AIDS durch die Rückkopplung mit Fachgesellschaften und Schwerpunktpraxen verschafft.
Mit diesem Beschluss setzt der G-BA die systematische Überprüfung des zulassungsüberschreitenden Einsatzes von Arzneimitteln fort, um die damit einhergehenden Risiken für Patienten und Ärzte zu verringern. Ende vergangenen Jahres waren bereits die Bewertungen von Wirkstoffen in nicht zugelassenen Anwendungsgebieten in den Bereichen Onkologie, Infektiologie und Neurologie/Psychiatrie veranlasst worden. Die vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) angesiedelten Expertengruppen sollen vor allem auch prüfen, wie sich das Nutzen- Risiko-Verhältnis beim Off-Label-Use aufgrund neuer Studienergebnisse oder gegebenenfalls bekannt gewordener unerwünschter Arzneimittelwirkungen darstellt.
„Trotz dieser Bemühungen wird es nicht gelingen, alle Fälle eines zulässigen Off-Label-Use in den Richtlinien des G-BA zu erfassen“, erläuterte Dr. Rainer Hess, Vorsitzender des G-BA. „Die gesetzliche Regelung in § 35b Abs. 3 SGB V enthält auch keine abschließende Zuständigkeit des G-BA zur Regelung des Off-Label-Use. Es gilt daher für in den Richtlinien nicht geregelte Fälle nach wie vor die Rechtssprechung des Bundessozialgerichts vom 19. März 2002, wonach ein Off-Label- Use nur bei schwerwiegenden Erkrankungen zulässig ist, wenn es keine Behandlungsalternative gibt, und nach dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse die begründete Aussicht besteht, dass die Behandlung zu einem Erfolg führt“, so Hess weiter.
Der G-BA hat sich zudem dafür ausgesprochen, dass das BMG eine zusätzliche Expertengruppe beim BfArM einrichtet, die sich mit dem Einsatz von Arzneimitteln im Off-Label-Use bei der Behandlung von Autoimmun-Erkrankungen beschäftigt.
Zum Hintergrund
Der G-BA hat eine zentrale Funktion in dem vom Gesetzgeber vorgegebenen Verfahren, den Off-Label-Use einer systematischen Bewertung zuzuführen. Auf der Basis des Erlasses des BMG über die Errichtung von Expertengruppen kann der G-BA diese mit der Bewertung des Wissensstandes zum Off-Label-Use einzelner Wirkstoffe beauftragen.
Die bisher eingerichteten Expertengruppen zu den Bereichen Onkologie, Infektiologie mit dem Schwerpunkt HIV/AIDS und Neurologie/Psychiatrie leiten dem G-BA Empfehlungen zum Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Off-Label-Use zur Umsetzung in der Arzneimittel- Richtlinie zu. Diese soll um einen neuen Abschnitt ergänzt werden, der in einer Anlage die bewerteten Wirkstoffe und Indikationen je nach Prüfergebnis als „verordnungsfähig“ beziehungsweise „nicht verordnungsfähig“ auflistet. Durch dieses Verfahren sollen die verfügbaren wissenschaftlichen Daten zum Off-Label-Use aufgearbeitet und bewertet werden.
Der
Krankenkassenratgeber - Meldung vom 23. Februar 2006
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Stress-Management zur Steigerung der Effektivität einer HIV-Therapie
Ein kognitiv-behaviorales Stressbewältigungstraining kann laut Resultaten einer US-Amerikanischen Studie einen positiven Effekt auf die HIV-Last haben.
Dr. Michael H. Antoni von der University of Miami und Kollegen verglichen in einer Studie mit 130 sexuell aktiven, HIV-positiven homosexuellen Männern den Effekt eines Adhärenztrainings (MAT) mit oder ohne kognitiv-behavioralen Stressbewältigungstraining (CBSM) auf die Entwicklung der Viruslast.
Nach der 15 monatigen Beobachtungszeit war die HI-Viruslast bei Probanden unter MAT-Monotherapie gleich bleibend – bei Patienten unter CBSM+MAT jedoch signifikant niedriger. Männer der CBSM+MAT-Gruppe berichteten am Ende der Intervention signifikant seltener von depressiven Verstimmungen, während die Depressions-Prävalenz bei Probanden der MAT-Gruppe leicht anstieg.
Die Wissenschafter konkludieren, dass eine 15 monatige CBSM+MAT die depressive Symptomatik bei HIV-positiven Männern lindern kann und dadurch die HAART-Adhärenz gesteigert werden könnte.
Quelle: Psychosom Med; 2006, 68: 143-151
MedAustria
- Meldung vom 22. Februar 2006
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Verbesserte Lebensqualität für HIV-infizierte Patienten
Psychiatrische Universitätsklinik Heidelberg bietet Spezial-Sprechstunde an.
Eine der bundesweit ersten psychiatrischen Spezialambulanzen für HIV-Infizierte und AIDS-Erkrankte arbeitet seit einem Jahr in Heidelberg. In der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Christoph Mundt) finden die Betroffenen schnelle Hilfe bei psychischen Beschwerden, die mit der Krankheit einhergehen - angefangen von Partnerschaftskonflikten bis hin zu Schlaflosigkeit, geringer Belastbarkeit, depressiven Verstimmungen oder Hirnleistungsstörungen.
Dr. Dieter Sigmund, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie in der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg, erkennt einen steigenden Bedarf an psychischer Hilfe für HIV-Patienten. Dank moderner Medikamente haben sie heute eine deutlich höhere Lebenserwartung als noch vor einigen Jahren, so dass nicht mehr nur das Überleben, sondern auch die Lebensqualität ins Blickfeld der Medizin rücken.
Nicht wenige der HIV-Patienten leiden unter beginnenden Hirnleistungsstörungen. Dazu gehören Gedächtnisprobleme, Konzentrationsstörungen oder Schwierigkeiten, komplexe Sachverhalte zu erfassen. Daran können sowohl das HIV-Virus als auch opportunistische Erkrankungen, Folgeerscheinungen der Immunschwäche, schuld sein. Da hierfür spezifische Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, ist eine frühzeitige Diagnose besonders wichtig, erklärt Dr. Sigmund.
Behandlung von sozialen Konflikten / Beratung zu Berentungsfragen
Die HIV-Ambulanz in der Heidelberger Psychiatrischen Klinik bietet eine umfassende Diagnostik und Behandlung an - auch bei Partnerschaftsproblemen und sozialen Konflikten, die von der Sozialarbeiterin und Familientherapeutin Brigitte Bach-Ba für den Fall mit systemischer Paartherapie behandelt wird. Ihr Angebot umfasst auch Beratungen zu Berentungsfragen.
Dr. Sigmund betont die medizinischen Erfolge: "Der überwiegenden Mehrzahl der Patienten geht es nach der Behandlung deutlich besser:" Umso bedauerlicher sei es, dass für viele Patienten immer noch eine Hemmschwelle bestehe, die Psychiatrische Klinik aufzusuchen. Die Spezialambulanz, die mit Kliniken, Schwerpunktpraxen und AIDS-Hilfe-Gruppen im weiten Umkreis bis Karlsruhe und Frankfurt zusammenarbeitet, möchte deshalb ein unkomplizierter Ansprechpartner für die Erkrankten sein. Rund 35 Patienten pro Vierteljahr machen bereits von diesem Angebot Gebrauch.
Weitere Information im Internet: www.klinikum.uni-heidelberg.de/
Universitätsklinik
Heidelberg - Pressemeldung von 21. Februar 2006
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1,5 Millionen Menschen zum HIV-Test in Henan
In der zentralchinesischen Provinz Henan wird in diesem Jahr verstärkt gegen die Aids-Krankheit vorgegangen. Unter anderem soll bei 1,5 Millionen Menschen ein HIV-Test durchgeführt werden.
Bei der Provinz Henan handelt es sich um ein Gebiet, in dem ausgesprochen viele Menschen mit dem HI-Virus behaftet sind. Innerhalb von elf Jahren, als der erste Aids-Fall dort auftauchte, infizierten sich über 14 000 Menschen mit dem gefährlichen Virus. Inzwischen ist bei über 6000 von ihnen die Aids-Krankheit ausgebrochen.
Wie zu erfahren war, wurden in diesem Jahr Aufklärungskampagnen über Aids und unentgeltliche Blutspende in den Unterrichtsplan der Henaner Mittelschulen aufgenommen. Zugleich wird die Datenbank mit Informationen über den Ausbruch und die Verbreitung der Aids-Epidemie umfassend geprüft. Ein Bewertungssystem wird eingerichtet und vervollkommnet, das die Qualität der medizinischen Aids-Therapie kontrolliert und die Heilwirkung begutachtet.
Beijing
Rundschau vom 20. Februar 2006
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Die humanen Immundefizienzviren (HIV), die Erreger von AIDS, zeichnen sich durch eine extrem hohe genetische Variabilität aus. Dies stellt ein erhebliches Problem für die AIDS-Therapie dar, weil in vielen Patienten rasch HIV-Varianten auftreten, die gegen verschiedene Medikamente resistent sind und erschwert die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffes. Weiterhin kann sich das Virus aufgrund seiner Variabilität der Kontrolle durch das Immunsystem entziehen und sich rasch an den jeweiligen menschlichen Wirt anpassen.
In einem von der Wilhelm-Sander-Stiftung geförderten Projekt untersuchte die Arbeitsgruppe von Professor Kirchhoff an der Universität Ulm, wie sich HI-Viren im infizierten Menschen verändern, um sich an den unterschiedlichen Immunstatus des Wirtes während der fortschreitenden Zerstörung des Immunsystems anzupassen. Aufgrund der hohen Fehlerrate der viralen Reversen Transkriptase (etwa 1 Fehler pro 10000 Nukleotiden), der sehr kurzen Generationszeit des Virus (etwa 2 Tage) und der großen Anzahl an Viruspartikeln (bis zu 1011 in manchen AIDS-Patienten) läuft die Evolution der Immundefizienzviren etwa eine Million mal rascher ab als die des Menschen.
Die Ulmer Forscher untersuchten, wie sich die Funktion des multifunktionellen Pathogenesefaktors Nef im Verlauf der HIV-Infektion verändert. Dieses virale Protein ist von großer Bedeutung für die Pathogenität der Immundefizienzviren. Menschen, die mit nef-defekten HI-Viren infiziert sind, zeigen eine sehr niedrige Virusbeladung und einen stark abgeschwächten Infektionsverlauf. Die Forscher fanden, dass verschiedene Nef-Funktionen im Verlauf der Progression zu AIDS moduliert werden, um die Effizienz der viralen Vermehrung zu verschiedenen klinischen Stadien der HIV-Infektion zu maximieren. Zu Beginn ist Nef besonders aktiv in der Herabregulierung von Klasse I MHC Antigenen. Dadurch werden HIV-infizierte Zellen weniger effektiv von zytotoxischen T Zellen erkannt und eliminiert. Nach dem Zusammenbruch des Immunsystems ist der Selektionsdruck für diese Funktion gering und sie geht häufig verloren. Dafür steigern nef-Gene aus AIDS-Patienten oft besonders effektiv die Virusproduktion infizierter Zellen. Solange das Immunsystem intakt ist, übt Nef also vorzugsweise Funktionen aus, die es dem Virus ermöglichen sich der Kontrolle durch das Immunssystem zu entziehen. Später steigert Nef die Virusvermehrung direkter und erhöht dadurch die Aggressivität von HIV.
Durch diese Untersuchungen möchte die Arbeitsgruppe besser verstehen wie es den Immundefizienzviren gelingt, sich der Kontrolle des Immunssystems zu entziehen und welche viralen Eigenschaften dazu führen, dass diese Viren zur Entwicklung von AIDS führen. Diese Kenntnisse sollen langfristig dazu genutzt werden, wirksamere Therapeutika und Vakzine gegen HIV/AIDS zu entwickeln.
Kontakt:
Prof. Dr. Frank Kirchhoff
Abt. Virologie
Universitätsklinikum
Albert-Einstein-Allee 11, 89081
Ulm
Tel. +49 731 / 5002 33 44 Fax: +49
731 / 5002 3389
uniprotokolle
vom 20. Februar 2006
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Neue Daten über die HIV/AIDS Prüfpräparate von Tibotec
Cork, Irland - Von Tibotec Pharmaceuticals Ltd. auf der 13. Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections (CROI) in Denver im US-Bundesstaat Colorado letzte Woche präsentierte Daten bekräftigten das breite Forschungs- und Entwicklungs-Portfolio im Bereich HIV/AIDS. Seit der im letzten Jahr durchgeführten CROI wurden weitere Fortschritte bei der Entwicklung von Prüfpräparaten antiretroviraler Wirkstoffe des Unternehmens, und zwar TMC114, eines Proteasehemmers (PI), und TMC125, eines nicht nukleosidalen Retrotranskriptasehemmers (NNRTI), erzielt. Sowohl TMC114 als auch TMC125 befinden sich gegenwärtig in Phase 3 der klinischen Versuche. Die Daten zu TMC114 wurden kürzlich sowohl der FDA als auch der EMEA vorgelegt. Beide Vorlagen basieren auf den Ergebnissen zur Wirksamkeit und Sicherheit einer 24-wöchigen Phase der Dosisfindung zweier randomisierter kontrollierter Studien, auch bekannt als POWER 1 und POWER 2 sowie unterstützenden Daten aus einer nicht randomisierten Open-Label-Studie mit der Bezeichnung POWER 3. Die Tibotec-Forschung konzentriert sich auf die Identifizierung und Entwicklung innovativer Präparate, die dazu beitragen können, die Viruslast auf ein nicht nachweisbares Niveau zu reduzieren.
Erste Ergebnisse von TMC114 und TMC125 in Kombination
Die ersten klinischen Ergebnisse
einer virologischen Reaktion auf TMC114- und TMC125-Prüfpräparate
in Kombination wurden in einem brandaktuellen Beitrag auf der CROI (Boffito
et al.) vorgestellt. In dieser pharmakokinetischen (PK) Studie über
mit HIV-1 infizierte Patienten (N=10) mit substantieller PI- und NNRTI-Resistenz
wurde beobachtet, dass acht von zehn Patienten bis zur Woche 12 eine nicht
nachweisbare Viruslast (<40 Kopien per ml HIV-RNA) erreichten und bei
allen Patienten eine Senkung der HIV-RNA von mindestens 2 log10
in Woche 12 zu verzeichnen war. Zusätzlich zu den mit gering dosiertem
Ritonavir verstärkten TMC125- und TMC114-Präparaten erhielten
die Patienten zwei oder mehr NRTIs; zwei Patienten nahmen zum ersten Mal
Enfuvirtid ein. Es wurde keine signifikante PK-Interaktion beobachtet.
"Diese vorläufigen Ergebnisse sind ermutigend und legen nahe, dass
die Kombination dieser beiden antiretroviralen Prüfpräparate
eine neue Behandlungsoption bei stark behandlungserfahrenen Patienten wie
diesen bietet," sagte Dr. med. Marta Boffito vom Chelsea and Westminster
Hospital, London.
TMC125 wird in Kombination mit TMC114
in den Placebo-kontrollierten Studien der Phase 3, DUET 1 und 2, getestet,
für die gegenwärtig die Anmeldungen in den USA, Europa und anderen
Ländern stattfinden.
Verständnis der Faktoren, bei denen eine virologische Reaktion bei TMC114 vorhergesagt wird
Im Anschluss an die im Juli 2005 auf der IAS und im Dezember 2005 auf der ICAAC präsentierten ersten Ergebnisse zeigen die Resultate der Resistenzanalysen der Studien POWER 1, 2- und 3, dass die x-fache TMC114-Basisänderung der EC50 (FC) die stärkste Prädiktion einer antiviralen Aktivität bei TMC114 (De Meyer et al.) war. Eine verringerte TMC114-Reaktion wurde bei multiplen mit PI-Resistenz verbundenen Basismutationen (cubed10) zusammen mit einer oder mehr spezifischen Mutationen beobachtet; gleichwohl war diese Reaktion dennoch größer als die bei den Kontrollgruppen in den POWER 1- und POWER 2-Studien beobachteten. Rückschlüsse hinsichtlich der Relevanz besonderer Mutationen oder Mutationsmuster sind von zusätzlichen Daten aus Langzeitstudien abhängig. Ferner bestätigten die 24-wöchigen pharmakokinetischen/pharmakodynamischen Analysen der POWER 1- und POWER 2-Studien, dass die Basis-TMC114-FC eher als die Exposition die virologische Reaktion auf TMC114 (Sekar et al.) beeinflusst hat.
TMC125 zeigte Aktivität gegenüber NNRTI-resistentem Virus
Tibotec präsentierte die Wirkung der Basisresistenz auf die virologische Reaktion auf TMC125 aus der TMC125-C223 Studie (Vingerhoets et al.). Bei einer oder zwei NNRTI-Mutationen wurden Verringerungen der Viruslast von 1,65 log10 bzw. 1,00 log10 bei einer Behandlung mit 800 mg TMC125 (2 x täglich) nach 24 Wochen in Verbindung mit einer optimierten Basisbehandlung (OBR) verglichen mit einer Reduktion um 0,19 log10 für die Kontrollgruppe bei einem bestverfügbarem Regime aus lizenzierten Wirkstoffen beobachtet. Diese Präsentation folgt der auf der ICAAC in Washington, DC im Dezember vorgestellten Studie, in der die Hauptergebnisse aus 24 Wochen hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit betrachtet wurden. Die häufigsten Nebenwirkungen (Averse Events = AEs) waren Diarrhoea und Ausschlag, jeweils im Umfang von 20% für die TMC125-Gruppen verglichen mit 15% und 8% der aktiven Kontrollgruppe. Insgesamt meldeten 23% der TMC125-Patienten und 18% der Kontrollpatienten mindestens eine schwere Nebenwirkung (Severe Adverse Event = SAE). Weitere Analysen der TMC125-C223-Ergebnisse einschliesslich des TMC125-Resistenzprofils werden ständig weitergeführt. Ferner zeigt eine Studie zur Untersuchung der Interaktionen zwischen TMC125 und Tipranavir eine signifikante Senkung der TMC125-Exposition (Scholler et al.).
Auf der CROI präsentierte Forschungserkenntnisse
Tibotec und die mit dem Unternehmen zusammenarbeitenden Experten präsentierten neue Daten zu Resistenzprofilen und stellten einen Wirkungsmechanismus der Nukleotid-kompetitiven Retrotranskriptasehemmer (NcRTIs) auf, einer potentiellen neuen Klasse der gegenwärtig untersuchten antiretroviralen Medikamente. (Gotte et al.; Jochmans et al.).
Ein neuer Ansatz zur Analyse komplexer Muster einer Proteaseresistenz, bekannt als Bioinformatics Resistance Determination (BIRD), wurde ebenfalls erstmalig beschrieben (Van Marck et al.).
Erweitertes Zugangsprogramm zu TMC114
In einigen Ländern ausserhalb Irlands ist TMC114 für mit HIV-1 infizierte Erwachsene, denen aufgrund von virologischem Versagen oder Unverträglichkeit mehrfacher ARV-Therapien nur eingeschränkte oder keine Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, über ein erweitertes Zugangsprogramm zugänglich. Die Patienten müssen über eine Dreiklassen-Erfahrung mit mindestens zwei PI-basierten Behandlungen verfügen, eine Anzahl von CD4-Zellen von =/< 200 Zellen/mm3 aufweisen und für andere klinische Versuche bei Tibotec nicht in Frage kommen. Nähere Informationen zum Programm erhalten Fachkreise und HIV/AIDS-Patienten unter den Internet-Adressen www.tibotec.com oder www.clinicaltrials.gov.
In Erwartung der behördlichen Genehmigung wird Tibotec Therapeutics, ein Geschäftsbereich der Ortho Biotech Products, L.P., TMC114 in den USA kommerziell verwerten, während Tibotec, ein Unternehmensbereich von Janssen-Cilag, das Produkt in Europa und anderen Ländern auf den Markt bringt. Ein Handelsname für den Verkauf des Produkts wurde noch nicht festgelegt.
Präsentationen auf der CROI:
Marta Boffito: Pharmacokinetics (PK) and antiretroviral (ARV) response to TMC114/r and TMC125 combination in patients with high level viral resistance.
Sandra De Meyer: Effect of Baseline Susceptibility and On-treatment Mutations on TMC114 and Control PI Efficacy: Preliminary Analysis of Data from PI-experienced Patients from POWER 1 and POWER 2.
Vanitha Sekar: Pharmacokinetic/pharmacodynamic (PK/PD) analyses of TMC114 in the POWER 1 and POWER 2 trials in treatment-experienced HIV-infected patients.
Johan Vingerhoets: Impact of Baseline Resistance on the Virologic Response to a Novel NNRTI, TMC125, in Patients with Extensive NNRTI and PI Resistance: Analysis of Study TMC125-C223.
Marianne Harris: Pharmacokinetics (PK) and Safety of Adding TMC125 to Stable Regimens of Saquinavir (SQV), Lopinavir (LPV), Ritonavir (RTV) and NRTIs in HIV+ Adults (TMC125-C145).
Monika Scholler: Significant decrease in TMC125 exposures when co-administered with tipranavir (boosted with ritonavir) in healthy subjects (TMC125-C161).
Matthias Gotte: Nucleotide-Competing Reverse Transcriptase Inhibitors Form a Stable Dead-End-Complex with the HIV-1 Enzyme.
Dirk Jochmans: Mutational Patterns Associated with Reduced and Increased Susceptibility to NcRTI in >6000 Clinical HIV-1 Isolates.
Herwig Van Marck: Analyzing complex resistance patterns of protease inhibitors with bio-informatics resistance determination (BIRD) - A novel approach employing synthetic viral genes carrying clinically relevant patterns of PI-resistance mutations.
campus
med oder tibotec
Pharmaceutical, Ltd. - Pressemeldung vom 17. Februar 2006
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Oraler HIV Integrase-Inhibitor in Phase II Studie
Zwischenergebnisse ihrer Phase II Studie mit MK-0518, einem im Prüfstadium befindlichen oralen HIV Integrase-Inhibitor.
- MK-0518, in Kombination mit optimierter Grundtherapie(OBT), bewirkt größere virale Suppression als Placebo plus OBT nach 16 Wochen Therapie an mit dem hochresistenten Virus infizierten HIV Patienten, bei denen bereits multiple Therapien gescheitert waren.
- Nach 16 Wochen Therapie wurde MK-0518 plus OBT im Allgemeinen gut vertragen mit einer Toleranz, die mit derjenigen bei Verabreichung von Placebo plus OBT Festgestellten vergleichbar war.
Die Zwischenergebnisse eines mit unterschiedlichen Dosierungen durchgeführten Phase II Versuchs mit MK-0518(1) (N=167) ergaben, dass die orale Prüfmedikation mit jeder der drei untersuchten Dosierungen (200 mg, 400 mg und 600 mg zweimal täglich oral verabreicht) in Kombination mit einer optimierten Grundtherapie (OBT) eine größere antiretrovirale Wirkung zeigte als Placebo mit OBT. Die Ergebnisse der Studie bewiesen auch, dass MK-0518 in Kombination mit OBT im Allgemeinen von an fortgeschrittener HIV Infektion leidenden Patienten gut vertragen wurde, bei denen die antiretrovirale Therapie (ART) versagte, weil sie Viren aufwiesen, die gegen mindestens ein Arzneimittel einer jeden der drei verfügbaren Klassen oraler ART resistent waren, und ihnen daher eine begrenzte Anzahl wirksamer ART als Behandlungsoptionen zur Verfügung standen. Die Resultate wurden diese Woche auf der 13. Jahreskonferenz über Retroviren und opportunistische Infektionen (CROI) als letzter Knüller präsentiert.
MK-0518 stellt eine neue Klasse der ART genannten Integrase- Inhibitoren dar, die den Einbau der HIV Virus-DNA in das menschliche DNA-Genom verhindern.* Die Hinderung der Integrase an der Ausführung dieser wesentlichen Funktion blockiert die Fähigkeit des Virus, sich zu replizieren und neue Zellen zu infizieren.
"Die Wirksamkeit von MK-0518 liefert einen zusätzlichen Beweis, der die antivirale Aktivität der HIV Integrase-Inhibitoren als eine neue und viel versprechende Klasse von antiretroviralen Agenzien ausweist," erklärte Bach-Yen T. Nguyen, M.D., Senior Director für Infektionskrankheiten und klinische Forschung der Merck Research Laboratories. "MK-0518, in Kombination mit optimierter Grundtherapie eingesetzt, wurde im Allgemeinen gut toleriert und unterdrückte auf signifikante Weise im Vergleich mit verabreichten Placebos plus OBT die virale Replikation bei Patienten mit komplizierter HIV Behandlungsgeschichte."
Versuchskonzept
Dieser randomisierte, verschiedene Dosierungen einsetzende, Placebo-kontrollierte Multicenter-Doppelblind-Versuch verglich MK-0518 plus OBT mit Placebo plus OBT in Bezug auf die Reduzierung der HIV-Virenbelastung, Verbesserung der CD4 Zellzählung und die Sicherheits- und Verträglichkeitsprofile. Die Patienten erhielten entweder 200 mg, 400 mg, 600 mg des MK-0518 oder Placebos, jeweils zweimal täglich verabreicht und in Kombination with OBT. OBT wurde auf der Basis der bisherigen Behandlungsgeschichte des Patienten und der Resultate der HIV-Resistenztests ausgewählt. Die Patienten waren bei der Aufnahme in die Studie mit einem HIV infiziert, das gegenüber einem oder mehreren Arzneimitteln in jeder der drei oralen antiretroviralen Arzneimittelklassen resistent war (Nucleosid Reverse Transcriptase Inhibitoren (NRTIs), non-Nucleosid RTIs (NNRTIs) und Proteaseinhibitoren (PI)), nahmen ART länger als drei Monate ein und wiesen eine HIV Virenbelastung größer als 5000 Kopien/ml und CD4 Zählungen von mehr als 50 Zellen/mm3auf.
Versuchsergebnisse
Versuchszwischenergebnisse mit einer Gesamtzahl von 167 beteiligten Patienten zeigten, dass in der Woche 16 der Prozentsatz an Patienten, die MK-0518 plus OBT in allen untersuchten Dosierungen (200 mg, 400 mg und 600 mg zweimal täglich oral verabreicht) erhielten und den Stand der HIV RNA <400 Kopien/ml erreichten, zwischen 64 Prozent (18 von 28 Patienten) bis 84 Prozent(21 von 25 Patienten) betrug gegenüber 22 Prozent(sechs von 27 Patienten), die Placebos plus OBT erhielten.
Auch betrug in der Woche 16 der Prozentsatz der Patienten, die den Stand HIV RNA <50 Kopien/ml erreichten, zwischen 56 Prozent (15 von 27 Patienten) bis 72 Prozent(18 von 25 Patienten) mit MK-0518 plus OBT bei allen untersuchten Dosierungen (200 mg, 400 mg und 600 mg zweimal täglich oral verabreicht) gegenüber 19 Prozent (fünf von 27 Patienten) mit Placebos plus OBT.
Die mittlere Dauer der früheren Anwendung von ARTs betrug annähernd 10 Jahre bei allen Gruppen, der mittlere Ausgangswert der HIV Virenbelastung betrug zwischen 4,6 und 4,8 log10 Kopien/ml und der mittlere Ausgangswert der CD4 Zellzählungen lag zwischen 220 bis 283 Zellen/mm3.
Das Behandlungsschema mit MK-0518 plus OBT wurde im Allgemeinen gut vertragen, vergleichbar mit dem Schema der Placebos plus OBT. Die am häufigsten beklagten, mit der Versuchstherapie zusammenhängenden Nebenwirkungen(die bei mindestens fünf Prozent oder zwei Patienten in jeder Behandlungsgruppe auftraten) waren Diarrhö, Übelkeit, Müdigkeit, Reaktion an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen und Juckreiz.
Die anfänglichen Phase II Wirksamkeits- und Verträglichkeitsergebnisse mit MK-0518 als 10-Tage-Monotherapie bei bisher mit ART nicht behandelten Patienten wurden bei der European AIDS Clinical Society(EACS)[Europäischen klinischen AIDS Gesellschaft] im November 2005 vorgestellt. (2)
"Die anlässlich der CROI vorgestellten Ergebnisse kombiniert mit denen des früher vorgestellten Versuchs mit bisher unbehandelten Patienten sind überzeugend," erklärte Robin Isaacs, M.D., Executive Director für Infektionskrankheiten und klinische HIV Impfstoffforschung der Merck Research Laboratories. "Die Phase III Studien (BENCHMRK-1 und -2), die initiiert werden sollen und für die wir aktiv Patienten suchen, wird vertiefte Einsicht in die Wirksamkeit und Verträglichkeit von MK-0518 liefern."
Die HIV-Resistenz gegen Arzneimittel nimmt zu
Man schätzt, dass bis zu 78 Prozent der mit antiretroviralen Arzneimitteln behandelten Patienten eine Resistenz gegen mehr als eine therapeutische Klasse dieser Medikamente entwickelt haben und eine gesteigerte Arzneimittelresistenz wurde sogar bei bisher unbehandelten Patienten festgestellt. Der Anteil an unbehandelten Patienten, die Träger resistenter Viren sind, ist auf mehr als 20 Prozent heute gegenüber acht Prozent im Jahr 1999 gestiegen.
Trotz verfügbarer Arzneimittel zur Behandlung von HIV/AIDS schreitet die Epidemie fort. Gegenwärtig sind geschätzte 40 Millionen Menschen weltweit infiziert und man nimmt an, dass mehr als vier Million neue Infektionen jährlich weltweit hinzukommen. AIDS ist eine der Hauptursachen für die durch Infektionskrankheiten bedingte Sterblichkeit weltweit und verursacht drei Million Sterbefälle jedes Jahr.
Merck's Führung bei der Bemühung, neue Behandlungsmethoden und einen Impfstoff gegen HIV/AIDS zu entwickeln, hält seit fast 20 Jahren an und setzt sich auch heute fort. Merck's Forschung mit HIV Integrase-Inhibitoren begann in den frühen 90er Jahren und Merck hat als Erster Integrasestrangtransferinhibition nachgewiesen und den Mechanismus der Wirkung definiert. Wissenschaftler der Merck Research Laboratories waren auch die Ersten, die antivirale Wirksamkeit in vitro und in vivo nachwiesen.
(1) MK-0518 ist mit allen ARTs kompatibel und in der präklinischen Bewertung wurde festgestellt, dass es in vitro oder in vivo keine Genotoxizität aufweist, kein potenter Inhibitor oder Induktor des CYP3A4 ist (keine Ritonavir-Verstärkung erfordert) und hauptsächlich über die Glucuronidation (UGT1A1)umgesetzt wird.
(2) Morales-Ramirez JO, Teppler H, Kovacs C, Steigbigel RT, Cooper D, Liporace RL, Schwartz R, Wenning L, Zhao J, Gilde L, Isaacs R, Nguyen B-Y: Antiretroviraler Effekt von MK-0518, ein neuartiger HIV-1 Integrase-Inhibitor bei mit ART unbehandelten HIV-infizierten Patienten. EACS Präsentation, Dublin, Irland, November 2005.
* Innerhalb der Gastzelle erzeugt die Reverse-Transkriptase virale DNA, indem sie virale RNA als Modell benutzt. Die Integrase ist eines der drei HIV Enzyme (Reverse-Transkriptase, Protease und Integrase), die das Virus für die Reproduktion benötigt.
Business
Wire - Pressemeldung vom 14. Februar 2006
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Neue Dreifach-Therapie als Fixkombination
Studie über 48 Wochen
München - Eine neue Dreifach-Kombinationstherapie für HIV-Patienten hat sich in einer Studie über fast ein Jahr dem bisherigen Goldstandard - ebenfalls mit drei antiretroviralen Medikamenten - als überlegen erwiesen. Um die Therapie zu vereinfachen, ist geplant, die neue Dreifach-Kombination als Fixkombination anzubieten.
Bisheriger Goldstandard für HIV-Infizierte war die Behandlung mit der Kombination der nukleosidartigen Hemmstoffe der reversen Transkriptase Azidothymidin (AZT) plus Lamivudin (3TC) mit Efavirenz, einem nicht-nukleosidartigen Hemmstoff des Enzyms.
Jetzt hat eine Vergleichsstudie über 48 Wochen ergeben, dass bei mehr - zuvor nicht behandelten - HIV-Infizierten die Virenzahl unter die Nachweisgrenze (50 HIV-RNA-Kopien) gesenkt werden kann, wenn die Patienten stattdessen die Kombinationstherapie mit Tenofovir, Emtricitabin plus Efavirenz erhalten. Tenofovir plus Emtricitabin ist als Truvada® erhältlich. In der Studie wurden beide aber nicht als Fixkombination, sondern einzeln - jeweils einmal täglich - verabreicht.
Wie der HIV-Therapeut Dr. Carl Knud Schewe aus Hamburg bei den 11. Münchner AIDS-Tagen berichtet hat, hatten in der Studie GS-934 mit mehr als 500 Patienten in der Gruppe mit Tenofovir-haltiger Therapie 80 Prozent so wenige HI-Viren, dass sie nicht mehr nachweisbar waren, bei AZT-haltiger Therapie nur 70 Prozent. Die Patienten seien zuvor nicht behandelt worden, so Schewe auf der von Gilead Sciences unterstützten Veranstaltung.
Primärer Endpunkt der Studie war eine Virusmenge von weniger als 400 HIV-RNA-Kopien. Dieses Therapieziel erreichten in der AZT-Gruppe 84 Prozent der Patienten, in der Tenofovir-Gruppe dagegen 94 Prozent. Es fiel auf, dass eine Resistenz-Mutation im HIV-Genom, die in einer früheren Studie aufgetreten war, in der GS-934-Studie nicht nachweisbar war. Zudem trat eine weitere Resistenz-Mutation in der Tenofovir-Gruppe seltener auf als in der Vergleichsgruppe.
Schewe erinnerte daran, dass die Adhärenz - also die kontinuierliche Einnahme der Medikamente - bei HIV-Infizierten besonders wichtig ist. Unterstützt wird dies durch die nur einmal tägliche Einnahme der Tabletten. Gemeinsam mit Bristol-Myers Squibb wird Gilead Sciences die Zulassung einer Fixkombination aus Tenofovir, Emtricitabin plus Efavirenz Mitte des Jahres beantragen.
Ärzte
Zeitung vom 13. Februar 2006
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China erlässt Gesetz für Eindämmung von Aids
Peking (AP) Die chinesische Regierung hat am Sonntag ein Aids-Gesetz zur Verhinderung und Eindämmung der Immunschwächekrankheit erlassen. In dem vom Staatsrat verabschiedeten Gesetz werden HIV-Infizierte und Aids-Patienten vor Diskriminierung geschützt, zugleich wird die bewusste Verbreitung des tödlichen Virus' unter Strafe gestellt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Das Gesetz soll am 1. März in Kraft treten. Es verpflichtet die Provinzregierungen, mittellose Patienten mit Medikamenten zu versorgen. Auch die Behandlung und Beratung von infizierten Schwangeren muss von der Regierung gesichert werden. Vor einem Monat gab Peking bekannt, dass sich 2005 bereits 70.000 Menschen mit dem HIV-Virus infizierten. Bei 75.000 der 650.000 Infizierten in China ist die Aids-Krankheit ausgebrochen.
Yahoo
News vom 12. Februar 2006
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Befristete frühe HIV-Therapie nutzlos?
Pilotstudie mit Patienten mit hoher Virusmenge und akutem HIV-Infektionssyndrom / Therapie über ein halbes Jahr.
München - Mit einer befristeten hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) die Virusmenge im frühen Stadium der akuten HIV-Infektion möglichst niedrig zu halten bringt offenbar nichts. Allerdings stehen Langzeitresultate mit harten Endpunkten noch aus.
Zwei bis acht Wochen nach einer Infektion mit HIV kommt es im Blut zu einem steilen Anstieg der Virusmenge, die im weiteren Verlauf auf ein Latenzniveau sinkt, wie der Arzt Hendrik Streeck vom Universitätsklinikum Bonn auf einer vom Unternehmen Bristol-Myers Squibb unterstützten Veranstaltung bei den 11. Münchner AIDS-Tagen sagte.
Bei genauer Analyse fällt die Frühphase der Infektion bei etwa 80 Prozent aller Neuinfizierten durch ein akutes HIV-Infektionssyndrom auf. Die Patienten haben Fieber, Hautausschläge, orale Ulzera, Arthralgien, Pharyngitis, Lymphadenopathie und Appetit- und Gewichtsverlust sowie allgemeine Abgeschlagenheit und Symptome, die oft zuerst an eine infektiöse Mononukleose denken lassen.
Therapie drückt Viren unter Nachweisgrenze
Da eine überdurchschnittlich hohe initiale Virusmenge verschiedenen Untersuchungen zufolge für einen eher ungünstigen Krankheitsverlauf spricht, scheint die Strategie verlockend, bei HIV-Patienten, die schon in der Frühphase entdeckt wurden, die initiale Virusmenge mit einer befristeten HAART möglichst niedrig zu halten.
Um den Erfolg einer solchen Maßnahme zu prüfen, haben Streeck und seine Mitarbeiter in einer Pilotstudie zwölf Patienten im akuten HIV-Infektionssyndrom ein halbes Jahr lang mit HAART behandelt. Dadurch wurde bei allen die Virusmenge wieder unter die Nachweisgrenze von 50 Kopien/ml gedrückt. Acht Kontrollpatienten mit gleichen Eingangsvoraussetzungen wurden nur beobachtet.
Ein Jahr später und damit ein halbes Jahr nach Therapie-Ende war jedoch kein Nutzen der befristeten Therapie erkennbar: Die mediane Virusmenge lag in der unbehandelten Gruppe bei 38.000 Kopien/ml und in der vorübergehend behandelten Gruppe bei 49.000 Kopien/ml. Auch die CD4- und CD8-Zellzahlen waren in beiden Gruppen ähnlich.
Ärzte
Zeitung vom 10. Februar 2006
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Erste Studien zu Monotherapie bei HIV
Vereinfachung der Therapie.
München - Um HIV-Infizierte durch eine HIV-Behandlung weniger als bisher zu belasten, wird in Studien auch die Wirksamkeit einer Monotherapie mit einem Protease-Hemmer geprüft. Standard ist derzeit die Dreifach-Kombination aus geboostertem Lopinavir oder Efavirenz mit zwei nukleosidartigen Reverse Transkriptase-Hemmern.
Seit Jahren wird versucht, die HIV-Therapie zu vereinfachen, etwa durch Verringern der Tablettenzahl. Unter anderem wegen Resistenzen auf nukleosidartige Hemmstoffe der Reversen Transkriptase (NRTI) wurden mehrere Studien ohne Vertreter dieser Hemmstoff-Klasse gemacht.
Sowohl Therapien mit zwei Protease-Hemmern als auch Therapien mit einem Protease-Hemmer plus einem nicht-nukleosidartigen RT-Hemmer (NNRTI) können ersten Studienergebnissen zufolge bei vielen HIV-Infizierten die CD4-Zellzahl ausreichend erhöhen und die HIV-Menge im Blut unter die Nachweisgrenze (50 HIV-RNA-Kopien pro Milliliter) drücken. Dies hat Dr. Dirk Schürmann von der Charité in Berlin bei den 11. Münchner AIDS-Tagen berichtet.
Wie er auf einer von dem Unternehmen Abbott unterstützten Veranstaltung sagte, gibt es zudem Hinweise auf eine Wirksamkeit einer Monotherapie mit dem Protease-Hemmer Lopinavir, der durch niedrigdosiertes Ritonavir geboostert wird (Lopinavir/r, als Kaletra® verfügbar).
Das bedeutet: Ritonavir verhindert den Abbau von Lopinavir, ohne zugleich antiretroviral zu wirken. Mit Lopinavir als Initialtherapie in Kombinationsstudien gibt es, wie berichtet, bereits Erfahrung über sieben Jahre.
In einer Pilotstudie wurde die Wirksamkeit von Lopinavir/r mit der Kombination Lopinavir/r plus zwei NRTIs verglichen. 81 Prozent der 21 Patienten im Monotherapie-Arm hatten nach 72 Wochen weniger als 50 HIV-RNA-Kopien pro Milliliter, in der genauso großen Vergleichsgruppe waren es 90 Prozent. Im Monotherapie-Arm stieg die CD4-Zahl um 112 Zellen, im Standardtherapie-Arm dagegen nur um 50 Zellen.
Nach Angaben von Schürmann sind mit der Monotherapie zudem keine Resistenzen aufgetreten. Weil es aber noch nicht genügend Daten gebe, bleibe die Dreifach-Kombination mit NRTI als Partner noch Therapiestandard. Nach Angaben des Unternehmens wird noch 2006 die EU-Zulassung von Lopinavir/r als Tabletten mit 200 mg Lopinavir plus 50 mg Ritonavir erwartet, die in den USA schon zugelassen ist.
Ärzte
Zeitung vom 9. Februar 2006
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Datenbank mit Befunden von 10.000 HIV-Infizierten
Kompetenznetz HIV/Aids baut deutsche Kohorten-Studie erfolgreich auf / Internationale Aktivitäten
München - Mehr als 10.000 HIV-Infizierte nehmen inzwischen an der deutschen HIV-Kohortenstudie teil. "Wir sind jetzt international gefragt", sagt Professor Norbert Brockmeyer aus Bochum, Sprecher des Kompetenznetzes HIV/Aids, das die Kohorte nach dem Vorbild der Schweizer HIV-Kohorte aufbaut.
Die Kohorten-Datenbank enthält die Befunde, die niedergelassene Ärzte, Kliniker, Grundlagenforscher und Universitäten beigesteuert haben. Wie berichtet, lässt sich aus den Daten zum Beispiel ablesen, dass derzeit fast 70 Prozent der Infizierten eine HIV-Therapie erhalten.
Die Daten der Kohorte sind Informationsquelle sowohl für HIV-Therapeuten und Wissenschaftler als auch für Patientenverbände, pharmazeutische Unternehmen und Gesundheitspolitiker. Die große Informationsfülle hat den Vorteil, dass Studienergebnisse, die auf ihrer Grundlage abgeleitet werden, eine hohe statistische Aussagekraft haben.
Wie sehr das Kompetenznetz inzwischen international eingebunden ist, belegt die Beteiligung deutscher HIV-Therapeuten an der großen internationalen Studie SMART (Strategies for Management of Antiretroviral Therapy).
Von den 318 teilnehmenden Zentren sind zwölf aus Deutschland. In der Studie, die - wie berichtet - abgebrochen wurde, ging es um den Nutzen von Therapiepausen bei HIV-Infizierten. Den vorläufigen Auswertungen der Ergebnisse zufolge entwickeln mehr HIV-Infizierte mit Therapiepausen Aids-definierende Erkrankungen als Patienten mit kontinuierlicher Therapie.
Inzwischen soll die deutsche HIV-Kohorte als Vorbild für ähnliche Strukturen in Japan dienen, wie Brockmeyer bei den 11. Münchner Aids-Tagen berichtete. Nach Angaben des HIV-Therapeuten kommen allerdings auf das Kompetenznetz finanzielle Probleme zu.
Denn es werde nach fünfjähriger Unterstützung nur noch bis 2007 gefördert. "Wir brauchen das Kompetenznetz HIV/Aids. Denn mit den Daten der HIV-Kohorte zum Beispiel können wir viele Facetten der HIV-Infektion analysieren", so Brockmeyer. Derzeit sind am Kompetenznetz 51 Zentren in Deutschland beteiligt.
Weitere umfangreiche Informationen zum Kompetenznetz HIV/Aids gibt es unter http://www.kompetenznetz-hiv.de
Ärzte
Zeitung vom 7. Februar 2006
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HAART reduziert Mortalität auch nach AIDS-Diagnose
Auch nach der Diagnose von AIDS könnte die Einnahme einer hochaktiven antiretroviralen Therapie einen signifikant positiven Effekt auf die Überlebenszeit haben.
Zu diesem Resultat kommen Dr. Alvaro Munoz von der Johns Hopkins School of Medicine und Kollegen nach der Auswertung entsprechender Daten von 1.504 AIDS-kranken Männern und 461 AIDS-kranken Frauen, die zwischen 1984 und 2004 aufgezeichnet wurden.
Das relative Mortalitätsrisiko für AIDS-Kranke wurde für fünf Therapie-Ären errechnet: Keine oder Monotherapie (Juli 1984 bis Dezember 1989), Monotherapie oder Kombinationstherapie (Jänner 1990 bis Dezember 1994), HAART-Einführung (Jänner 1995 bis Juni 1998), kurzzeitig stabile HAART (Juli 1998 bis Juni 2001) und moderatzeitig stabile HAART (Juli 2001 bis Dezember 2003).
Insgesamt verstarben 1.057 Probanden (54%) der Kohorte. Nach Einführung der HAART konnte für HIV-Positive nach der AIDS-Diagnose eine signifikante Verlängerung der Überlebenszeit registriert werden. Der Zeitraum zwischen der AIDS-Diagnose bis zum Tod verlängerte sich von 0,56 Jahre in der No/Monotherapie-Periode auf 0,74 Jahre, 1,78 Jahre, 4,22 Jahre und 5,08 Jahre in den vier folgenden Perioden.
Die Wissenschafter fassen zusammen, dass auch nach der Diagnose von AIDS die Einnahme einer hochaktiven antiretroviralen Therapie in einer signifikant verlängerten Überlebenszeit zu resultieren schient.
Quelle: AIDS; 2005, 19: 2009-2018
MedAustria
AIDS News Line vom 7. Februar 2006
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Wenig Forschung für Frauen mit HIV-Infektion
München - Im internationalen Vergleich ist zwar die Versorgung HIV-Infizierter in Deutschland insgesamt betrachtet optimal. Doch die frauenspezifische Forschung im Bereich HIV wird vernachlässigt. Das hat Dr. Annette Haberl vom Schwerpunkt HIV am Uniklinikum Frankfurt am Main bei den 11. Münchner AIDS-Tagen kritisiert.
Alle Studienerkenntnisse zu HIV seien in Studien mit männlichen Teilnehmern gewonnen worden. Die Eins-zu-Eins-Übertragung der bei Männern gewonnenen Erkenntnisse auf Frauen wirke sich jedoch für diese nachteilig aus, so Haberl.
Haberl wies in München auf einige Unterschiede beim Verlauf von HIV-Infektionen bei Männern und Frauen hin. So hätten Frauen zum Beispiel mehr T-Helferzellen im Blut als Männer und weniger HI-Viren.
Und auf eine antiretrovirale Therapie sprächen Frauen besser an, messbar etwa an einem raschen Anstieg der T-Helferzellzahlen und der raschen Reduktion der Virusmenge. Nach Angaben von Haberl brechen aber auch anderthalb mal so viele Frauen wie Männer eine Therapie ab.
Haberl forderte daher, den Anteil von Frauen an klinischen HIV-Studien deutlich zu erhöhen. Zudem sollten geschlechtsspezifische Subanalysen bereits abgeschlossener Studien gemacht werden. Schließlich seien entsprechende Daten aus HIV-Kohorten zu erheben. In Deutschland sind knapp 10 000 Frauen HIV-positiv.
Ärzte
Zeitung vom 6. Februar 2006
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Heilung von Aids in zehn Jahren möglich?
München - Erstmals seit dem Auftreten der Immunschwäche Aids hoffen Mediziner auf eine Heilung. «Es gibt eine gute Chance, dass wir in den nächsten zehn Jahren zu einer Heilung kommen», sagte der Präsident der 11. Münchner Aids-Tage, Hans Jäger, zum Auftakt des Kongresses am Freitag. «Wir sind allerdings in einem sehr frühen Stadium.»
Andere Mediziner äußerten sich skeptisch. Er glaube nicht an einen Durchbruch, sagte der Sprecher des Kompetenznetzes HIV/Aids, der Bochumer Mediziner Prof. Norbert Brockmeyer. «Ich denke, wir müssen weiterkämpfen.»
Die Hoffnung auf eine mögliche Heilung stützt Jäger unter anderem auf eine Kombination aus einem herkömmlichen Aids-Mittel und einem antiepileptischen Medikament in den USA. Damit sei es erstmals an drei von vier Patienten gelungen, den in Lymphozyten ruhenden Aids-Erreger HIV zu aktivieren, so dass er dann mit Medikamenten bekämpft werden könne. Diese eingeschlossenen Viren waren bisher das größte Probleme auf dem Weg zu einer Heilung, da sie für die gewöhnlich eingesetzten antiretroviralen Medikamente nicht erreichbar waren. Nunmehr seien weitere Studien notwendig.
An dem größten Aids-Kongress Deutschlands nehmen bis zum Sonntag 1700 Experten teil. Ärztevertreter erneuerten ihre Warnung vor Nachlässigkeit beim Schutz vor Aids. Die Zahl der Neuinfektionen sei in Deutschland 2005 um 20 Prozent auf 2600 gestiegen. Betroffen seien in erster Linie homosexuelle Männer. Die HIV-Infektion habe offensichtlich durch bessere Behandlungsmöglichkeiten ungerechtfertigt an Schrecken verloren. Nach wie vor ist die Immunschwäche jedoch unheilbar.
Zugleich geht die Suche nach einem Impfstoff weiter. Ein neuer Impfstoffkandidat solle in diesem Frühjahr weltweit in zwölf Studienzentren an insgesamt 1000 Probanden in Afrika, Nord- und Südamerika sowie in der Karibik getestet werden. Es handele sich um eine Kombination aus zwei Impfstoffen der neuesten Generation.
In ersten Tests hätten die Patienten Antikörper entwickelt und eine gute zelluläre Immunreaktion gezeigt, die für eine Abtötung der HIV-befallenen Zellen sorgt, berichtete Michael Hölscher von der Abteilung Infektions- und Tropenmedizin der Ludwig- Maximilians- Universität München. Jedoch werde nicht mehr erwartet, dass ein Impfstoff eine Infektion blockieren könne. «Durch die Impfung könnte der Krankheitsverlauf einer Neuinfektion abgeschwächt werden. Die Infektion selbst wird aber aller Wahrscheinlichkeit nicht verhindert.»
Internet: http://www.aids-tage.de
Yahoo
News vom 3. Februar 2006
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Südliches Afrika: Aidszahlen sinken
Johannesburg / Washington - Im Südlichen Afrika haben Wissenschaftler erstmals einen spürbaren Rückgang der Aidszahlen nachgewiesen. Im Osten Simbabwes sank die Zahl der Infizierten von 1998 bis 2003 von 23 auf 20,5 Prozent, wie die Gruppe um Simon Gregson vom Biomedizinischen Forschungsinstitut in Harare berichtet.
Für Simbabwe weist ihre im US-Fachjournal «Science» (DOI: 10.1126/science.1121054) veröffentlichte Studie damit erstmals den im jüngsten Weltaidsbericht bereits skizzierten positiven Trend nach. Obwohl die Bevölkerung zurzeit die schlimmste Krise in der Geschichte des Landes erleidet, hebt sich der Staat bei den Aidszahlen positiv von all seinen Nachbarn ab.
Die Wissenschaftler führen den Rückgang weitgehend auf ein verändertes Sexualverhalten zurück. So würden junge Männer und Frauen mit dem ersten Geschlechtsverkehr länger warten und auch weniger oft als früher den Partner wechseln.
Besonders deutlich wurde das bei jüngeren und gut ausgebildeten Simbabwern. Bei der Altersgruppe der 17- bis 29-jährigen Männer machte der Rückgang der HIV-Infektionen 23 Prozent aus, bei den 15- bis 24-jährigen Frauen und Mädchen sogar 49 Prozent. Die Zahlen der Betroffenen sind jedoch weiter hoch. Insgesamt galten 1,8 Millionen der 12 Millionen Simbabwer im Jahre 2003 als infiziert. Neuere Zahlen sind angesichts der Situation im Lande nur schwer erhältlich. Für die Studie hatten die Experten des Imperial Colleges London und des Biomedizinischen Forschungsinstituts in Simbabwe 9454 Menschen befragt. Die erste Umfrage fand zwischen 1998 und 2000, die zweite zwischen 2001 und 2003 statt.
Die Immunschwäche ist nach wie vor unheilbar und eine Impfung nicht in Sicht. Im Zentrum der Aidskrise stehen weiterhin die afrikanischen Länder südlich der Sahara. Hier sind fast 26 Millionen Menschen infiziert, 3,2 Millionen kamen 2005 hinzu. Obwohl Afrika in Sachen Aidsinfektionen weltweit an der Spitze steht, haben Aufklärung und Vorsorge laut Weltaidsbericht auch in Kenia und Uganda den Anteil der HIV-Infizierten an der Bevölkerung leicht sinken lassen.
Und mit dem Ausbau gezielter Vorbeugungsprogramme ließen sich weltweit knapp 30 Millionen HIV-Infektionen in den nächsten zehn Jahren vermeiden, rund 20 Prozent davon in Afrika, schreiben Forscher um Peter Ghys vom Aidsbekämpfungsprogramm der Vereinten Nationen, UNAIDS, ebenfalls in «Science» (DOI: 10.1126/science.1121176). Für die Aufklärungsmaßnahmen, die sich auf das Übertragungsrisiko durch Sex und Drogenspritzen konzentrieren sollten, wären rund 122 Milliarden US-Dollar (100 Milliarden Euro) nötig. Mit den Kosten von 3.900 Dollar pro vermiedenen HIV-Fall ließen sich im Schnitt jeweils 4.700 Dollar Behandlungs- und Pflegekosten einsparen, rechnen die Wissenschaftler vor. «Unsere Analyse legt nahe, dass sowohl die betroffenen Staaten als auch die Geberländer gut beraten wären, die Vorbeugungsprogramme so schnell wie möglich auszubauen», schreiben sie.
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News vom 2. Februar 2006
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Sicherer Sex muss zur Selbstverständlichkeit werden
HIV-Infektionen nehmen auch in Bayern zu
Auch junge Menschen dürfen das Thema AIDS nicht verdrängen. Daran erinnerte Gesundheitsstaatssekretär Otmar Bernhard heute bei der offiziellen Eröffnung der JugendFilmTage München 2006. "Schutzmaßnahmen vor einer HIV-Infektion müssen auch für junge Menschen selbstverständlich sein.
Die junge Generation darf das Risiko einer HIV-Infektion nicht unterschätzen", betonte der Staatssekretär. Aufklärung und Prävention blieben die besten Waffen im Kampf gegen AIDS. Deshalb werde Bayern in den Präventionsmaßnahmen nicht nachlassen. Besonders das Projekt ''LIZA - Liebe in Zeiten von AIDS'' für achte und neunte Klassen wendet sich an Jugendliche.
Trotz eines Sparhaushaltes werden in Bayern Bernhard zufolge die Mittel für Präventionsarbeit nicht gekürzt. 2006 sind rund 4,3 Millionen Euro dafür vorgesehen. "Die Kernstruktur der AIDS-Arbeit können wir bewahren", erläuterte der Staatssekretär. Neben den 71 Staatlichen und den fünf Städtischen Gesundheitsämtern sind elf psychosoziale AIDS-Beratungsstellen in der AIDS-Prävention tätig.
Daneben fördert das Gesundheitsministerium regionale Präventionsprojekte. Die Infektionszahlen belegen die Notwendigkeit für diese Arbeit. Nach neuesten Schätzungen haben sich im Jahr 2005 mehr als 400 Menschen in Bayern neu mit dem HI-Virus infiziert bei insgesamt 10.400 Infizierten seit Beginn der Epidemie.
Die JugendFilmTage München 2006 im MaxX Filmpalast thematisieren Sexualität, Liebe, Freundschaft und HIV/AIDS. Eine ''machs mit'' - Motiv- Wettbewerb und Mitmachaktionen wollen Jugendliche motivieren, sich mit den Themen auseinander zu setzen.
Die JugendFilmTage sind ein Präventionsprojekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zusammen mit vielen Kooperationspartnern. Weitere Infos unter www.machsmit.de oder www.lzg-bayern.de .
Staatsministerium
für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz – Pressemeldung vom
2. Februar 2006
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Professorin der Uni Zürich für Aids-Forschung geehrt
Zürich - Alexandra Trkola, Förderprofessorin an der Universität Zürich und am Universitätsspital, wird mit dem diesjährigen Scientist Award der Elizabeth Glaser Pediatric Aids Foundation für ihre Forschung an neutralisierenden Antikörpern gegen HIV ausgezeichnet. Der mit rund 700.000 $ dotierte Preis ist eine der bedeutendsten Auszeichnungen weltweit auf dem Gebiet der HIV- und AIDS-Forschung. Alexandra Trkola hat seit 1990 zusammen mit Kollegen in Wien, New York und ihrem Team in Zürich an der Charakterisierung von drei im Laborversuch identifizierten Antikörpern gearbeitet, die in der Lage sind, das HI-Virus zu hemmen. Zusammen mit einem vierten, von einer US-Forschergruppe charakterisierten Antikörper sind sie die wirksamsten neutralisierenden Antikörper gegen HIV, die bisher gefunden wurden. Die Antikörper sind spezifisch gegen Eiweisse in der Hülle des HI-Virus gerichtet. Sie hemmen das HI-Virus, indem sie dessen Eintritt in die Zelle behindern.
In einer Studie an der Klinik für Infektionskrankheiten des Universitätsspitals Zürich haben Trkola und ihr Team untersucht, ob und in welchem Umfang diese Antikörper in HIV-infizierten Personen wirksam sind. Die verabreichten Antikörper wirkten bei Personen, die sich erst vor kurzer Zeit mit HIV infiziert hatten. Das HI-Virus vermehrte sich verlangsamt, verglichen mit HIV-infizierten Personen, die keine Antikörper erhalten hatten. Bei chronisch infizierten Personen, die schon lange mit HIV infiziert waren, wirkten die Antikörper nur bei einer Minderheit der Studienteilnehmer.
Trkolas Ergebnisse tragen dazu bei, das Verständnis für die menschliche Immunabwehr gegen HIV zu verbessern. Darauf aufbauend wird sie ihre Arbeiten fortführen, unter anderem finanziert durch den Elizabeth Glaser Scientist Award. Das Fernziel ihrer Forschungsausrichtung besteht darin, Grundlagen für die Entwicklung einer Schutzimpfung oder einer therapeutischen Impfung gegen HIV und AIDS zu schaffen.
Die Zürcher Professorin Trkola ist erst die zweite in Kontinentaleuropa forschende Person, die den Scientist Award der Glaser Foundation erhält. Die Preisübergabe findet am 8. Februar 2006 im Anschluss an die 13th Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections in Denver, Colorado, statt.
40 Millionen HIV-Infizierte
Weltweit sind rund 40 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Rund zwei Millionen der Infizierten sind Kinder unter 15 Jahren. Die Einführung antiretroviraler Medikamente hat bewirkt, dass HIV-Infizierte mindestens teilweise und temporär die HIV-Infektion unter Kontrolle halten können. Jedoch haben diese Medikamente Nebenwirkungen und das HI-Virus entwickelt Resistenzen gegenüber den eingesetzten Wirkstoffen. So ist es offen, ob die laufenden Verbesserungen und Neuentwicklungen im therapeutischen Bereich mit dem Auftauchen resistenter HIV-Varianten Schritt halten werden. HIV ist nach wie vor nicht heilbar. Hinzu kommt, dass antiretrovirale Medikamente in erster Linie in westlichen Industrienationen zugänglich sind, jedoch über 95 Prozent der HIV-infizierten Menschen in ärmeren Regionen der Welt leben. In diesen Ländern haben neun von zehn Personen keinen Zugang zu Medikamenten. Neue Ansätze in der HIV-Bekämpfung sind notwendig.
Die Elizabeth Glaser Pediatric Aids Foundation setzt sich weltweit im Kampf gegen HIV-Infektionen im Kindesalter ein. Die Stiftung ist benannt nach Elizabeth Glaser, die sich 1981 bei einer Bluttransfusion mit dem HI-Virus infiziert hatte. Ohne es zu wissen, übertrug sie das HI-Virus auf ihre beiden Kinder. Nach dem Tod ihrer Tochter Ariel gründete sie im Jahr 1989 die Elizabeth Glaser Pediatric Aids Foundation. Seit 1996 hat die Stiftung an 33 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den mit 682.500 $ dotierten Scientist Award verliehen. Die Preissumme wird zur Mitfinanzierung von Forschungsprojekten über den Zeitraum von fünf Jahren eingesetzt.
uniprotokolle
- Meldung vom 31. Januar 2006
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Preis für Kampf gegen HIV und AIDS gestiftet
„HIV und AIDS sind wieder auf dem Vormarsch. Die aktuellen Zahlen sind er-schreckend“, sagte Gesundheitsministerin Helma Orosz anlässlich der vierten Dresdner AIDS-Gala. Als Hauptursache nannte die Ministerin das nachlassende Schutzverhalten bei Sexualkontakten. „Es fällt auf, dass die Angst vor AIDS nachgelassen hat. Die Partnerkontakte nehmen zu, der Kondomgebrauch ab. Immer größer wird die Gruppe derer, die ganz bewusst auf safer Sex verzichten. HIV und andere Geschlechtskrankheiten werden also wieder zu einem ernsten Problem. Daher müssen Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit weiter intensiviert werden“, betonte Orosz.
Um die Wichtigkeit einer effektiven AIDS-Prävention noch stärker in den Focus der Öffentlichkeit zu rücken, stiftet die Ministerin einen Preis für herausragende Leistungen im Kampf gegen HIV und AIDS.
Ausgezeichnet werden können Einzelne, aber auch Vereine oder Projekte, die auf dem Gebiet der AIDS-Prävention oder der Betreuung HIV-Infizierter und AIDS-Kranker vorbildhaft aktiv sind. Vorschläge für diesen Preis nimmt das Gesundheitsministerium von den AIDS-Hilfen, den Gesundheitsämtern, aber auch von Betroffenen entgegen.
Die Preisverleihung wird anlässlich der jährlichen Dresdner AIDS-Gala stattfinden; erstmalig im Jahr 2007. Damit solle nach den Worten der Ministerin nicht nur den Ausgezeichneten ein festliches Podium gegeben werden. Auch die Öffentlichkeit solle damit auf besondere Aktivitäten, interessante Projekte und herausragende Persönlichkeiten aufmerksam werden. Der Gedanke, sich für andere zu engagieren, müsse unbedingt in noch größere Teile der Bevölkerung getragen werden.
Das Robert-Koch-Institut rechnete in den Vorjahren jeweils mit 2.000 HIV-Neuinfektionen. 2005 sei diese Zahl auf 2.600 angestiegen, was einer Erhöhung um 30 % entspricht.
Sächsisches
Staatsministerium für Soziales - Pressemitteilung vom 31. Januar
2006
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1.700 Experten tagen auf Deutschlands größtem AIDS-Kongress vom 3. - 5. Februar 2006
1.700 Wissenschaftler, Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Juristen und Patienten werden zu den 11. Münchner AIDS-Tagen erwartet. Unter dem Motto: „Wunschwelt Heilung: Evidenz für Fortschritt oder Stillstand?“ ziehen sie Bilanz und stellen neue Konzepte vor. Gleichzeitig werden bestehende Dogmen der HIV/AIDS-Therapie auf ihre aktuelle Wertigkeit hin überprüft. „Als interdisziplinäres Forum ermöglicht der Kongress eine umfassende Bestandsaufnahme der aktuellen medizinischen und gesundheitspolitischen Fragestellungen im Zusammenhang mit HIV/AIDS“, erklärt der wissenschaftliche Tagungsleiter, Dr. Hans Jäger aus München. Den Besucher erwartet ein spannendes und breit gefächertes Programm: in über 60 Seminaren, Symposien und Workshops diskutieren Experten aus 10 Ländern über die Entwicklung neuer Substanzen, den Stand der Impfstoffentwicklung und die Ansätze zur Vermeidung von Nebenwirkungen und Resistenzen. Die Frage nach den Möglichkeiten zur Heilung von HIV/AIDS rückt dabei stärker als jemals zuvor in den Mittelpunkt der wissenschaftlichen Diskussion. „Ob die Möglichkeit zur Viruseradikation mit der hochaktiven antiretroviralen Therapie tatsächlich diese Chance bietet oder dies weiterhin bloßes Wunschdenken bleibt, werden wir auf den AIDS-Tagen gewohnt kritisch hinterfragen“, betont Dr. Jäger.
Deutschland: alarmierende Zunahme von HIV-Neuinfektionen bei jungen Menschen.
Als Forum der deutschen HIV/AIDS-Medizin beschäftigt sich der Münchner Kongress auch mit den spezifischen Fragestellungen und Herausforderungen im eigenen Land. Dazu zählt die alarmierende Zunahme von HIV-Neudiagnosen um 20 Prozent im vergangenen Jahr, verglichen mit 2004, die das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem Halbjahresbericht vom September 2005 meldete. Laut RKI infizieren sich hauptsächlich junge Männer und Frauen im Alter zwischen 25 und 29 Jahren. Die Entwicklung ist auch ein Indiz für nachlassendes Schutzverhalten, denn Befragungen ergaben, dass die meisten Neuinfektionen sexuell übertragen wurden. Mehr Informationen über Ansteckungsrisiken sowie über die Möglichkeiten zur Prävention sind deshalb dringend notwendig. „Die AIDS-Tage bieten eine ideale Plattform diese ernstzunehmende Problematik zu diskutieren und im gemeinsamen Dialog mit Medizinern, Sozialwissenschaftlern und Gesundheitspolitikern nach konkreten Lösungen zu suchen“, erklärt Dr. Jäger. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt wird in der Thematik „Älter werden mit HIV/AIDS“ liegen. Aufgrund der Forschritte in der HIV/AIDS- Therapie erreichen Patienten ein immer höheres Lebensalter. Die Krankheiten der üblichen Alterspyramide treten auf. Daraus ergeben sich neue Anforderungen für Behandler und Patienten, die interdisziplinär erörtert werden müssen.
KIS
– Kuratorium für Immunschwäche - Pressemeldung vom 29. Januar
2006
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HIV-infizierte Schwangere sollten regelmäßig zur Untersuchung
München - HIV-infizierte Schwangere sollten sich regelmäßig untersuchen lassen. Denn bei einer optimalen Betreuung sinkt das Risiko der Ansteckung des Neugeborenen auf unter zwei Prozent. Das geht aus einer Studie der Arbeitsgemeinschaft HIV in Gynäkologie und Geburtshilfe hervor, die in der Fachzeitschrift «Geburtshilfe und Frauenheilkunde» veröffentlicht wurde.
Danach sind die Betroffenen am besten in einem geburtshilflich arbeitenden HIV-Schwerpunktzentrum aufgehoben. Im Rahmen einer Studie waren an zehn derartigen Zentren insgesamt 599 Schwangere betreut worden. Die Entbindung erfolgte per Kaiserschnitt.
Außerdem sollten die HIV-infizierten jungen Mütter darauf verzichten, ihre Kinder zu stillen, da das Virus auch über die Muttermilch auf das Neugeborene übergehen kann, wie Andrea Gingelmaier von der Universitäts-Frauenklinik München erläutert. Kurz vor und nach dem Kaiserschnitt seien Mutter und Kind mit hochdosierten, virushemmenden Medikamenten behandelt worden.
Trotz all dieser Vorsichtsmaßnahmen hätten sich zehn der in der Studie erfassten Kinder bei der Mutter angesteckt. Der Grund lag nach Angaben der Ärztin meist darin, dass die Mutter die verordneten Medikamente nicht konsequent eingenommen hatte. «Mit 1,68 Prozent liegt die vertikale Transmissionsrate (Ansteckung des Neugeborenen bei der Mutter) dennoch weit unter den 15 bis 20 Prozent, die ohne vorbeugende Therapie zu erwarten wären», sagte Gingelmaier. In Entwicklungsländern liege die Übertragungswahrscheinlichkeit je nach Stilldauer sogar bei 25 bis 40 Prozent.
Yahoo
Nachrichten vom 27. Januar 2006
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Immer mehr Frauen in China HIV-positiv
In China infizieren sich immer mehr Frauen mit HIV. WHO schätzt, dass bis 2010 insgesamt zehn Millionen HIV-Infizierte in der Volksrepublik leben.
Ende der 1990er Jahre lag der Anteil von Frauen an den HIV-Infizierten in China noch bei etwa 15 Prozent. Im Jahr 2004 waren es bereits 39 Prozent. In einigen Regionen sind sogar fast ebenso viele Frauen wie Männer HIV-positiv, wie aus einer aktuellen Studie des Population Reference Bureau (PRB) hervorgeht. Damit entwickelt sich die Aids-Epidemie in der Volksrepublik gemäß dem internationalen Trend: Je weiter sich die Seuche ausbreitet, desto mehr Frauen sind von HIV/Aids betroffen.
Nach offiziellen Angaben der chinesischen Behörden sind nur 0,1 Prozent der erwachsenen Bevölkerung mit dem HI-Virus infiziert. Dies sind in absoluten Zahlen allerdings 840.000 Menschen. Internationale Experten gehen davon aus, dass sogar eine bis 1,5 Millionen HIV-positive Menschen in China leben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte kürzlich davor, dass bis zum Jahr 2010 rund zehn Millionen Chinesen mit HIV infiziert sein könnten.
Kondome werden kaum benutzt
Zu den Haupt-Übertragungswegen von HIV zählen in China laut PRB die Blut- und Plasma-Spenden in Zentralchina in den 1990er Jahren (24 Prozent der Infizierten), intravenöser Drogenkonsum (44 Prozent) und die sexuelle Übertragung (31 Prozent). HIV-Infektionen durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr werden aufgrund der großen Anzahl armer Wanderarbeiter, fehlender Aufklärung und Prostitution in der Zukunft an Gewicht gewinnen.
Insgesamt gibt es zwischen drei und fünf Millionen Prostituierte in China. Im Jahr 2002 waren 1,3 Prozent von ihnen HIV-positiv; in einigen Provinzen liegt die Rate jedoch bei bis zu elf Prozent. Trotzdem verwenden nur wenige Freier Kondome. Prostituierte können den Gebrauch von Kondomen bei ihren Kunden zumeist nicht durchsetzen. Nur zehn Prozent der chinesischen Prostituierten benutzen immer Präservative. Mehr als die Hälfte gaben an, noch nie ein Kondom benutzt zu haben. Auch chinesische Ehefrauen können ihre Männer nur selten von Kondomen überzeugen: nur sechs Prozent der verheirateten Frauen verhüteten im Jahr 2001 mit Präservativen.
Regierung investiert verstärkt in Prävention
Die chinesische Regierung durchbricht indessen langsam das Schweigen um die Immunschwächekrankheit und verbessert die Aufklärungsmaßnahmen. Medienberichten zufolge investierte China im Jahr 2005 rund 100 Millionen US-Dollar in die HIV-Prävention. Für 2006 und 2007 sei nahezu eine Verdoppelung des Budgets auf knapp 200 Millionen Dollar geplant. 2001 hatte die Regierung nur etwa 12 Millionen Dollar für die HIV-Prävention bereit gestellt.
PRB-Studie "China Confronts HIV/Aids":
http://www.prb.org/pdf05/ChinaConfrontsHIVAIDS.pdf
Weitere Quellen: Reuters, 28. Dezember
2005;
http://www.nejm.org:
"The Effect of China’s One-Child Family Policy after 25 Years".
Deutsche
Stiftung Weltbevölkerung Meldung vom 26. Januar 2006
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Aids breitet sich in China weiter aus
Peking - In China breitet sich die Immunschwächekrankheit Aids weiter aus. "Bei schätzungsweise 70.000 Neuinfektionen im Jahr 2005 zeigt die Epidemie hier kein Zeichen von Abschwächung", sagte der Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in China, Hank Bekedam. Zwar lägen die aktuellen Zahlen unter den jüngsten Schätzungen der chinesischen Regierung, dies liege aber daran, dass die Schätzungen besonders hoch gewesen seien. "Täuschen Sie sich nicht, die Aids-Epidemie in China wächst", betonte der WHO-Repräsentant.
Beamte des chinesischen Gesundheitsministeriums sagten bei der Pressekonferenz, im vergangenen Jahr hätten sich zwischen 60.000 und 80.000 Chinesen neu mit dem Aids-Virus HIV angesteckt. Sie bezogen sich damit auf die erste gemeinsame Untersuchung der chinesischen Regierung, der WHO und der UN-Organisation UNAIDS. Demnach sind in China derzeit 650.000 Aids-Fälle gemeldet, während die Regierung die Zahl im Jahr 2003 noch auf 840.000 geschätzt hatte.
"Wir fürchten, dass die Zahl
der Infektionen dieses Jahr noch höher liegen wird", sagte Bekedam
weiter. "Dieser Trend könnte in der Zukunft anhalten." Der Studie
zufolge gingen mehr als die Hälfte der neuen Fälle auf ungeschützten
Sex zurück - dies sei besonders alarmierend, weil es zeige, dass die
Epidemie auf die Gesamtbevölkerung übergegangen sei. Der stellvertretende
chinesische Gesundheitsminister, Wang Longde, warnte seine Landsleute:
"China hat jeden Tag 200 neu infizierte Menschen. Aids ist für jeden
von uns sehr nah."
Yahoo
News vom 25. Januar 2006
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AIDS-Risiko
während Therapiepausen zu hoch
SMART-Studie gestoppt
von Christian Hoffmann
Hamburg, 20.01.2006 - Ein schwerer Schlag für Therapiepausen: Wie jetzt bekannt wurde, wurde die SMART-Studie (Strategies for Management of Antiretroviral Therapy) abgebrochen. In SMART, einer der größten Studien, die jemals im HIV-Bereich konzipiert wurden, waren die Patienten dahingehend randomisiert worden, ihre HAART entweder kontinuierlich weiter zu nehmen oder aber ihre Therapie CD4-Zellzahl-gesteuert zu unterbrechen (=Pausen-Arm). Kriterium für die Unterbrechung der Therapie waren mindestens 350 Zellen/µl, Kriterium für Wiederaufnahme 250 Zellen/µl. Im Januar 2002 wurden die ersten Patienten in SMART aufgenommen. Die von der Pharmaindustrie unabhängige Studie war - was die Beteiligung angeht - weltweit extrem erfolgreich gewesen. Zuletzt waren über 90 % der geplanten 6.000 Patienten in der Studie, 318 Zentren aus 33 Ländern hatten insgesamt 5.472 Patienten rekrutiert. Auch in Deutschland hatten viele Patienten an der Studie teilgenommen.
Ein unabhängiges Data Safety Monitoring Board kam nun am 11. Januar nach Sichtung einer Zwischenauswertung zu dem (für viele überraschenden) Schluss, dass die Therapiepausen zu einem zu erhöhten AIDS-Risiko führen - in dem Pausenarm wurden während des bisherigen Follow Ups von im Mittel 15 Monaten etwa doppelt so viele AIDS-definierende Erkrankungen beobachtet. Nach inoffiziellen Informationen galt dies wohl sowohl für schwere opportunistische Infektionen als auch für Malignome. Zwar war das Risiko insgesamt relativ niedrig, doch insgesamt wohl so eindeutig, dass man diesen ungewöhnlichen und weitreichenden Entschluss zum Abbruch der Studie fasste. Hinzu kam wohl auch die Beobachtung, dass kardiovaskuläre Ereignisse im Pausen-Arm nicht (wie gehofft) seltener waren.
Empfohlen wurde, dass Patienten im Pausen-Arm ihre HAART entweder wieder beginnen sollen oder, sofern sie gerade eine Therapie einnehmen, diese ohne weitere Pausen kontinuierlich fortführen. Für die Patienten, die dem anderen Arm zugelost worden waren, ändert sich erst einmal nichts.
Die Gründe und Auswirkungen dieser Studie werden sicherlich in den nächsten Wochen intensiv und kontrovers diskutiert werden. Insbesondere wird zu klären sein, ob für bestimmte Patientengruppen das AIDS-Risiko besonders hoch war. Schon jetzt geistern zahlreiche Gerüchte durchs Netz, noch ehe eine offizielle Erklärung der Studienleiter publik geworden ist. In jedem Fall wird nun die Argumentationslage für die Pausen-Befürworter dünn werden. Obwohl zu spät für eine Late-Breaker-Session, werden die ersten Details zum Ende von SMART wohl auch auf der CROI in Denver (6.-9. Februar) diskutiert werden. Bei den Münchner AIDS-Tagen (3.-5. Februar) wird die Studie ebenfalls ein Thema sein.
HIV.NET
Nachrichten vom 21. Januar 2006
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Bakterien könnten HIV-Ansteckung verhindern
Klinische Tests für 2007 geplant.
Rhode Island - Genetisch veränderte Milchsäurebakterien können einen Wirkstoff freisetzen, der eine Ansteckung mit HIV verhindert. Amerikanische Wissenschaftler haben Bakterien der Art Lactococcus lactis so verändert, dass sie Cyanovirin produzieren, welches menschliche Zellkulturen vor einer Infektion mit dem HI-Virus schützt. Ihre Ergebnisse hat das Forscherteam um Bharat Ramratnam von der Brown Medical School auf Rhode Island im Fachmagazin Journal of Acquired Immune Deficiency Syndrome http://www.jaids.com veröffentlicht.
Lactobakterien produzieren normalerweise Milchsäure und werden zur Käse- oder Jogurtherstellung herangezogen. Doch auch im menschlichen Körper kommen sie vor, beispielsweise im Darm oder in der Vagina, wo sie das Wachstum schädlicher Bakterien hemmen. Genetisch modifiziert, produzieren sie nun Cyanovirin, einen bereits bekannten Wirkstoff. Er bindet sich an Zuckermoleküle, die sich auf der Oberfläche des HI-Virus befinden. Dadurch wird ein Rezeptor blockiert, den der Virus dazu benutzt, um andere Zellen anzustecken.
Das besondere daran ist, dass es sehr effektiv wäre, Wirkstoffe direkt dort hinzubringen, wo sie wirken sollen. Die Wissenschaftler möchten ein Gel entwickeln, das diese speziellen Milchsäurebakterien enthält. Weil sich der Wirkstoff jedoch schnell verliert, müsste das Gel direkt vor dem Geschlechtsverkehr in die Vagina eingeführt werden. Problematisch könnte dabei sein, dass dies in manchen Ländern nur widerwillig regelmäßig gemacht wird.
Erste klinische Tests am Menschen sind für 2007 geplant. "Das größte Problem im Moment ist, Menschen in den Entwicklungsländern zu helfen", sagt Lothar Steidler, ein Molekularbiologe der Cork University in Irland. "Dieser neue Ansatz könnte eine Antwort auf diese Bedürfnisse sein."
Abstract. Journal of Acquired Immune Deficiency Syndrome: Bioengineering Lactic Acid Bacteria to Secrete the HIV-1 Virucide Cyanovirin
Pressetext
Austria – Meldung vom 19. Januar 2006
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Gen schützt vor HIV, begünstigt aber West-Nil-Virus
Ein bestimmtes Gen beeinflusst maßgeblich die Ausbreitung des HI-Virus in den Zellen: Wem das zugehörige Protein mutationsbedingt fehlt, ist resistenter gegen den AIDS-Erreger. Laut US-Forschern gibt es aber auch eine Kehrseite der Medaille: Die gleichen Menschen sind eher gefährdet, sich mit dem West-Nil-Virus anzustecken.
Daher müssten die so genannten CCR5-Blocker - Substanzen, die am Rezeptor CCR5 binden und eine Fusion von HIV mit Zellen des Immunsystems hemmen - bei HIV-positiven Patienten mit Vorsicht eingesetzt werden.
Patienten sollten sich auf jeden Fall vor Moskitos hüten - den potenziellen Überträgern des West-Nil-Virus -, warnt das Team um Philip M. Murphy des National Institute of Allergy and Infectious Diseases.
CCR5 verschafft HIV Zugang zu Zellen
Das HI-Virus verschafft sich über so genannte Andockproteine Zugang zu den Körperzellen. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Ko-Rezeptor CCR5 auf der Zellmembran, der in großem Maße das Eindringen des HI-Virus in die Zellen des Immunsystems und somit auch seine Ausbreitung beeinflusst.
Es gibt allerdings Individuen, bei denen eine Mutation des Rezeptors CCR5 vorliegt. Diese führt zu einem Rezeptor, der nicht an der Zelloberfläche von HIV exprimiert wird.
Doppelte Mutation schützt vor HIV-Infektion
Der Mensch besitzt zwei Kopien des Gens, das für CCR5 kodiert. Homozygote Menschen haben zwei normale oder zwei mutierte Gene, heterozygote dagegen ein mutiertes und ein normales Gen. Bisherige Untersuchungen stützten die Annahme, dass eine doppelte Mutation des Rezeptors CCR5 gegen eine HIV-Infektion schützt.
Die Entdeckung, dass CCR5 eine Schlüsselrolle bei der Infektion von Zellen mit HIV spielt, legte den Grundstein für die Entwicklung so genannter CCR5-Blocker, also Medikamenten, die die Ausbreitung des HIV von Zelle zu Zelle verlangsamen. Erste Tests mit der Verabreichung von oralen CCR5-Antagonisten zeigten bereits ihre Wirkung.
Doppelte Mutation ist allerdings eher die Ausnahme: Die meisten Menschen besitzen zwei normale Kopien des Gens, das das CCR5-Protein kodiert. Laut Murphy und seinen Kollegen weisen nur rund ein Prozent der weißen Bevölkerung Nordamerikas eine Mutation in beiden Genen auf, sind demnach homozygot und produzieren kein CCR5.
Ein Link zum West-Nil-Virus
Waren bisher keine durch das Fehlen von CCR5 ausgelösten "Nebenwirkungen" bekannt, so entdeckten Murphy und sein Team nun einen Link zu einer erhöhten Ansteckungsgefahr mit dem West-Nil-Virus.
"Das ist der erste genetische Risikofaktor, der mit einer Infektion mit dem West-Nil-Virus in Verbindung gebracht werden kann", sagt der Direktor des National Institute of Health Elias Zerhouni.
Laut den Centers for Disease Control and Prevention starben in den Vereinigten Staaten im Jahr 2005 insgesamt 102 Menschen an einer Infektion mit dem West-Nil-Virus.
Der Artikel "CCR5 deficiency increases
risk of symptomatic West Nile virus infection" erschien online im "Journal
of Experimental Medicine" (17. Januar 2006, DOI: 10.1084/jem.20051970).
Link: http://www.jem.org/cgi/content/abstract/jem.20051970v1
ORF
ON Science Meldung vom 18. Januar 2006
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CRP als unabhängiger Marker der HIV-Progression
Laut Resultaten einer US-Amerikanischen Studie stellt ein steigender CRP-Spiegel, unabhängig von CD4-Zellzahl und HIV-Last, einen Prädiktor für die Progression der HIV-Infektion dar.
Dr. Bryan Lau von der Johns Hopkins School of Medicine in Baltimore und Kollegen führten bei 513 HIV-positiven Teilnehmern der Multicenter AIDS Cohort Study (MACS) eine CRP-Messung durch und bewerteten eventuelle Unterschiede zu Messungen von 81 Patienten, die zwischen 1984 und 1996 durchgeführt wurden und entsprechend archiviert waren.
CRP-Werte über 2,3mg/l waren
im Vergleich zu Werten unter 1,2mg/l mit einer signifikant kürzeren
Zeit bis zum AIDS-Vollbild assoziiert (p<0,001). Diese Assoziation blieb
auch nach Adjustierung auf CD4-Zellzahl, HI-Virenlast und Hämoglobin-Werte
signifikant.
Der durchschnittliche Anstieg der
CRP-Werte lag bei Patienten, die AIDS entwickelten, bei 8,5 Prozent, bei
Probanden ohne AIDS bei 4,5 Prozent.
Die oben beschriebenen Studienresultate lassen vermuten, dass CRP zusätzliche prognostische Information zum Verlauf der HIV-Infektion geben könnte. Da die Arbeit allerdings ausschließlich auf Daten von homo- und bisexuellen Männern fokussiert sind weitere Studien mit HIV-positiven Frauen und i.v. Drogenkonsumenten von Nöten.
Quelle: Arch Intern Med; 2006, 166: 64-70
Hintergrund: Das CRP
oder Capsel-reaktive Protein ist ein kohlehydratfreies Protein, das in
der Leber gebildet wird. Gemeinsam mit Coeruloplasmin, Fibrinogen, Haptoglobin,
Ferritin und Präalbumin unter anderen gehört das CRP zu den Akute-Phase-Proteinen,
das sind Eiweiße im Blut, die im Rahmen entzündlicher (infektiöser
und nichtinfektiöser) Erkrankungen ansteigen. Den stärksten Stimulus
der Akute-Phase-Reaktion bilden dabei bakterielle Infektionen.
Das CRP wird als Entzündungsparameter
unter anderem zur Beurteilung entzündlicher Erkrankungen herangezogen.
Auch ohne klinische Symptomatik müssen erhöhte CRP-Konzentrationen
immer abgeklärt werden.
MedAustria
Meldung vom 16. Januar 2006
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Bei jeder zehnten Neuinfektion HI-Viren resistent
Berlin - In Deutschland ist es 2005 erstmals zu einem Anstieg von Neuinfektionen mit dem HIV-Erreger gekommen. Darauf wiesen Experten bei einem Symposium der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) im Rahmen des 30. Interdisziplinären Forums der Bundesärztekammer in Berlin hin. Die Hauptursache dafür sei eine größere Sorglosigkeit beim so genannten Safer Sex. "Es wird unterschätzt, dass eine Immunschwäche zwar partiell behandelbar, eine vollständige Abtötung der Viren aber nicht möglich ist", betonte Dr. Dirk Schürmann von dem Berliner Universitätsklinikum Charité. Zudem hätte die zur Behandlung eingesetzte hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) Nebenwirkungen mit noch nicht absehbaren Folgen.
Seit der Einführung der HAART Mitte der neunziger Jahre ist die HIV-Infektion zu einer behandelbaren chronischen Infektionskrankheit geworden. Die Therapie sollte jedoch erst bei fortgeschrittener HIV-Infektion erfolgen. Die Standardtherapie besteht aus einer Kombination aus drei Medikamentenklassen, die zwei Schlüsselschritte im Virusreplikationszyklus hemmen. "Unter günstigen Voraussetzungen dürfte die Lebenserwartung HIV-Infizierter die von Menschen ohne HIV-Infektion erreichen", erklärte Schürmann. Immer noch werde die HIV-Infektion allerdings zu spät diagnostiziert. Nur bei Kenntnis der HIV-Diagnose könnten durch den rechtzeitigen Beginn der HAART und die Prophylaxe weiterer Infektionen Immunschwäche-Erkrankungen verhindert werden.
Ein großes Problem ist nach wie vor die Übertragung von Viren mit Resistenzen. Dadurch sind die Behandlungsmöglichkeiten der HIV-Infektion stark eingeschränkt. "Resistente Viren machen in Deutschland zur Zeit 10 Prozent aller Neuinfektionen aus", warnte Schürmann. Resistenzen sind generell bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten ein ernstes Problem. Eine zunehmende Resistenzentwicklung stellen Experten auch bei Keimen wie Pneumokokken und Staphylokokken fest, die bislang mit Antibiotika recht gut behandelt werden konnten. "Hierfür ist wesentlich der verbreitete irrationale und überflüssige Einsatz von Antibiotika verantwortlich", kritisierte Prof. Dr. Bruno Müller-Oerlinghausen, Vorsitzender der AkdÄ. Problematisch sei auch die Stagnation der industriellen Forschung auf dem Gebiet der Antibiotika, da die Hersteller eher interessiert seien an der Entwicklung von Substanzen, die - im Gegensatz zu Antibiotika - über lange Zeit bei größeren Bevölkerungsgruppen eingesetzt würden. Müller-Oerlinghausen wies darauf hin, dass kritische und unabhängige Empfehlungen zum rationalen Einsatz von Antibiotika in den "Arzneimittelverordnungen", dem Standardwerk der AkdÄ, zu finden seien (soeben in der 21. Auflage erschienen).
Bundesärztekammer-
Meldung vom 14. Januar 2006
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Preisreduzierung bei Aids-Medikamenten angekündigt
HIV-Tests sollen zum halben Preis zur Verfügung stehen.
New York - Der frühere amerikanische Präsident Bill Clinton hat gemeinsam mit seiner Stiftung der Clinton Foundation http://www.clintonfoundation.org ein Abkommen ausgehandelt, das die Kosten von HIV-Tests und von Aidsmedikamenten in Entwicklungsländern drastisch reduzieren soll. Clinton erklärte, dass durch dieses Abkommen mit einer Reihe von Pharmafirmen bereits in einem ersten Schritt Hunderttausenden Menschen das Leben retten werde könne. Tests sollen zum halben Preis zur Verfügung stehen, die Kosten für die Medikamente werden um ein Drittel gesenkt. Laut den Vereinten Nationen http://www.unaids.org sind weltweit mehr als 40 Millionen Menschen mit HIV/Aids infiziert.
Das Abkommen zwischen der Clinton Foundation und einer Handvoll kleinerer Pharmafirmen könnte laut BBC bedeuten, dass bis zum Ende des Jahres einer Million Menschen eine kostengünstigere Behandlung zur Verfügung steht. Bei den Medikamenten handelt es sich um die teureren, die eingesetzt werden, wenn eine Resistenz gegen die anfangs verabreichten auftritt. Clinton erklärte, dass dieses Abkommen ein Schritt in die richtige Richtung sei und fügte hinzu, dass er sich wünschen würde, dass mehr große Pharmafirmen ebenfalls unterzeichneten. Er rechnet damit, im Laufe des Jahres weitere Preisreduzierungen aushandeln zu können.
Fünfzig Länder in Afrika, Asien, der Karibik, Lateinamerika und Osteuropa werden durch diese Initiative profitieren. Clinton hofft, dass billige und rasche Aidstests mehr Menschen dazu ermutigten, sich untersuchen zu lassen. "Die Zeit der Stigmatisierung von Aids sollte lange vorbei sein und auch die Zeit, in der wir einfach wegschauen, wissend, dass 90 Prozent der Infizierten nichts von ihrer Erkrankung wissen." In Lesotho werde zum Beispiel jedes Kind unter 12 Jahren getestet. Auf diese Art und Weise könne das Bewusstsein im Umgang mit Aids verbessert werden. Die 2002 gegründete Clinton Foundation hat es sich zur Aufgabe gemacht, ärmere Länder im Kampf gegen die Ausbreitung von HIV/Aids zu unterstützen.
PressetextAustria
- Meldung vom 13. Januar 2006
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Roche unterstützt arme Länder bei Herstellung von Aids-Mitteln
Basel - Die Roche Holding AG, Basel, unterstützt arme Länder mit einem Technologietransferprogramm bei der Herstellung von Nachahmermedikamenten gegen Aids. Roche-Spezialisten vermitteln den lokalen Herstellern in den 64 ärmsten Ländern Afrikas und Asiens das erforderliche Wissen zur Herstellung des Aids-Medikamentes Saquinavir, wie Roche am Donnerstag mitteilte. Das Mittel wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO als Zweitlinienmedikament für arme Länder empfohlen.
Das Technologietransferprogramm stelle in den von Aids am stärksten betroffenen Ländern die Verfügbarkeit der richtigen Arzneimittel in der richtigen Form sicher, erklärte Roche-Pharma-Chef William Burns. Das Programm tritt im zweiten Quartal des laufenden Jahres in Kraft.
FinanzNachrichten
- Meldung vom 12. Januar 2006
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Mbinga/Tansania - Wenn Mary Kanyaso zum Wäschewaschen an den Fluss geht, ziehen sich die anderen Frauen zurück. «Sie meiden mich, weil sie Angst haben», sagt die Tansanierin. Denn die 41-Jährige hat sich öffentlich zu ihrer Infektion mit dem Aids-Virus bekannt.
«Das machen nicht viele», betont der Chefarzt des Bezirks Mbinga in Südwesttansania, Anthony Mashimba. «Frau Kanyaso hat Mut. Die Leute reden inzwischen zwar offen über HIV und Aids, aber vor allem theoretisch. Wenn jemand erkrankt, ist das eine andere Sache. Dann gibt kaum einer zu, dass es Aids ist. Manchmal wird als Erklärung immer noch vorgebracht, dass die betreffende Person verhext worden sei.»
Mary Kanyaso ist das Risiko, von anderen gemieden zu werden, bewusst eingegangen. «Erstens bekomme ich so Unterstützung von der Regierung für die Medikamente, die ich brauche», erklärt sie. «Und zweitens möchte ich den Menschen Mut machen, sich testen zu lassen. Ich möchte ihnen sagen, dass man auch mit einem positiven HIV-Test weiterleben kann.» Schon eine gesunde und ausgewogene Ernährung könne helfen, das Immunsystem zu stärken, sagt Kanyaso. Sie selbst nimmt seit vielen Jahren pflanzliche Medikamente, die ihren Körper kräftigen, und seit kurzem antiretrovirale Medizin.
In ihrem rund 20.000 Einwohner großen Wohnort Mbinga hat Mary Kanyaso inzwischen Dutzende Mitstreiter gefunden. In ihrer Gruppe «Shidepha Plus» haben sich 40 Erwachsene und Kinder zusammengeschlossen Sie nennen sich «Menschen, die mit dem Virus leben». Wann und wie sie sich angesteckt haben, wissen die meisten nicht. Mary Kanyaso erfuhr 1991 bei der Geburt ihres Sohnes von ihrer Infektion. Ihr Kind ist gesund und schließt bald erfolgreich die Volksschule ab. «Gott sei Dank», sagt Kanyaso.
Etliche Mitglieder ihrer Gruppe sind überzeugt, dass ihr Partner fremdgegangen ist und sie angesteckt hat. «Vor allem Wanderarbeiter bringen das Virus nach Hause», sagt Chefarzt Mashimba. Deshalb seien Regionen mit vielen Arbeitsmigranten besonders stark betroffen. Dort steigen die HIV-Raten auf bis zu 25 Prozent. Der Bezirk Mbinga liegt im Landesdurchschnitt. Hier tragen laut Mashimbas Statistik rund zehn Prozent der Menschen das Virus in sich.
Aids hat die durchschnittliche Lebenserwartung in Tansania auf 43 Jahre gedrückt. Vor allem die junge und mittlere Generation ist betroffen. Einer repräsentativen landesweiten Untersuchung von 2003/2004 zufolge infizieren sich vor allem 20- bis 34-jährige Tansanierinnen mit dem Erreger. Bei den Männern ist die Infektionsrate am größten im Alter zwischen 35 und 44.
Für die Gesellschaft hat dies gravierende Folgen: Das Virus beraubt sie ihrer produktivsten Mitglieder. «Wir werden zu einem Land der Kinder und Greise», beklagt Mashimba. «Unzählige Großmütter und -väter müssen sich um ihre Enkel kümmern, weil die Eltern an Aids gestorben sind. Vielen Alten aber fehlt die Kraft dazu.»
Auch Mary Kanyaso liegt das Schicksal der Jugend am Herzen: «Lasst euch testen, haltet euch fit», appelliert sie an ihre Leidensgenossen. «Wir können etwas tun, damit wir noch lange für unsere Kinder da sind.»
Yahoo
News vom 10. Januar 2006
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