HIV AIDS Infos Online
     

     
      Ausgabe 32
        Jahrgang 11
      Juli 2006
     
     
    Inhaltsverzeichnis Homepage der Praxis


    Vorbemerkung
    Impressum
    Sponsoren
     
     
     


     
     

    Abwerbung von afrikanischen Krankenschwestern
    Maßnahmen gegen Mutter-Kind-Übertragung des HI-Virus
    9 Prozent der Krankenversicherten waren 2005 von Zuzahlungen befreit
    GlaxoSmithKline senkt seine Preise für HIV-Medikamente
    Weltaidsbericht: Erstmals weniger HIV-Neuinfektionen
    GBE-Heft zu HIV und AIDS erschienen
    Alle zum HIV-Test
    Prezista erhält Zulassung in den USA
    Jede dritte Frau weltweit misshandelt
    Medikamente für HIV-infizierte Häftlinge
    Sommer, Sonne, Safer Sex!
    Interleukin zur Steigerung der Effektivität der ART
    Kondome können auch vor Gebärmutterhalskrebs schützen
    Mehr HIV-Infektionen in Brandenburg
    Neuer Wirkstoff gegen Aids
    Was HIV für Menschen gefährlich macht
    Verminderte Effektivität einer HAART bei Rauchern
    PKV rätselt über hohen Anteil an HIV-Patienten
    Impfstoff lässt SIV-infizierte Affen länger überleben
    Deutsche AIDS-Stiftung legt Jahresbericht 2005 vor
    „Anpfiff gegen AIDS“
    Aids-Zentrum will Therapie per Internet weltweit nutzbar machen
    Robert-Koch-Institut verschickt neue HIV-Meldebögen
    Immer mehr Frauen erkranken an Aids
    Chronik einer Krankheit (1920) 1981 bis 2006
    Tomographie ermöglicht ein klareres Bild von HIV
    Ausbreitung von Aids erstmals verlangsamt
    Globale Gesundheitsfortschritte überschattet durch HIV/Aids
    Ursprünge von HIV nachgewiesen
    Kondom oft nur beim "ersten Mal" verwendet
    Frauen und HIV/Aids
    Studie zu Sexualverhalten in Namibia
    HIV/AIDS-Bekämpfung fehlen Aktionspläne und Geld
    HIV-Infektionen werden oft zu spät erkannt
    HIVCENTER WEEKEND – PATIENTEN-INFOTAG
    Mitunter starke Immunreaktion auf HIV-Therapie
    Welt-AIDS-Impfstofftag am 18. Mai 2006
    Hotline für Homosexuelle
    Die wirkliche Alternative: Enthaltsamkeit
    Erste europäische und zentralasiatische Aids-Konferenz
    Bilder zeigen wie HIV die Zellen sabotiert
    Experten fordern billigere Aids-Medikamente
    Eliminierung des Protein emerin hemmt HI Virus
    Über 40 Millionen HIV-Infizierte weltweit
    Zwei Firmen eine Tablette einmal täglich
    Roche unterstützt Aids-Therapie in Kambodscha
    HIV/AIDS in Deutschland weiter auf erhöhtem Niveau
    Schweizer Studie zur HIV-Infektion
    Neue Tablettenrezeptur von Kaletra©
    Aids bedroht Menschenrecht auf Arbeit
    "Phantastische Medikamente zur Behandlung von HIV-Infizierten"
    Experten skeptisch gegenüber «chemischem Kondom»
    Studie zu Aids und Kondomgebrauch
    Wirksame Medikamente erreichen die Kranken nicht
    Kondome sind zum Schutz vor Aids zulässig
    Stillen trotz HIV-Infektion in Entwicklungsländern ratsam
    Zahl der HIV-Infizierten in Russland nimmt ständig zu
    Medikamenten-Verweigerung für HIV-Positive untolerierbar
    Kombination reduziert Häufigkeit von Malaria bei HIV-Infizierten
     
     
     
     
     
     
     
     

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    Vorbemerkung
     
    Die HIV AIDS Infos sind eine Zusammenstellung aus Internetquellen, Mail- und Newsgroups und erstreckt sich jeweils über einen Zeitraum von ca. drei bis vier Monaten. Die einzelnen Artikel sind mit einem Link auf die Orginalartikel versehen und chronologisch geordnet. 
    Es wird auf diese Weise schnell über neue Entwicklungen und Änderungen in den Bereichen Epidemiologie, medizinischer Behandlung, ambulanter Pflege und psychosozialer Beratung bei HIV-Infektion und AIDS-Erkrankung informiert. Die HIV AIDS Infos erscheinen in regelmäßigen Abständen und informieren interdisziplinär über Änderungen und Neuerungen auf dem Gebiet von HIV und AIDS.

     

    Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Abwerbung von afrikanischen Krankenschwestern

    Die Abwerbung von afrikanischen Krankenschwestern durch Agenturen nach England, Australien und Saudi-Arabien und die sich ergebenden Folgen für den lokalen Gesundheitsdienst.

    Kürzlich erschien ein Trupp von Mitarbeitern einer Personalagentur namens MMA-Recruiting, aus dem britischen Ort Reading hier in Gaborone, um Krankenschwestern und -Pfleger nach Australien und England zu vermitteln. Diese Abwerbungstätigkeit ist das Resultat eines eklatanten Mangels an Krankenhauspersonal in den genannten Ländern.

    Mangel an Pflegepersonal besteht praktisch in allen Ländern, die zur EU gehören. Der Grund liegt keineswegs in den unzureichenden Ausbildungsplätzen, sondern in den Arbeitsbedingungen und der Bezahlung. Viele verlassen nach Abschluss der Ausbildung und kurzer Tätigkeit im Krankenhaus die Arbeitsstelle, um sich nach einer anderen Beschäftigung umzusehen. Anstatt die Arbeitsbedingungen und Bezahlung attraktiver zu gestalten, wird stattdessen Pflegepersonal aus Ländern der Dritten Welt angeworben.

    In diesem globalen Wettbewerb können Länder der Dritten Welt nicht mithalten. Gleichwohl wird gerade dort das lokal unter großem finanziellem Aufwand ausgebildete Krankenhauspersonal am dringendsten gebraucht.

    Stephen Bach vom King's College in London stellt in einem Bericht zutreffend fest, dass die Migration des Pflegepersonals eine Gefahr für das Gesundheitswesen in Entwicklungsländern bedeutet.

    Auch hier in Botswana
    Es besteht zur Zeit ein Mangel an Pflegepersonal der noch zunehmen wird, weil Botswana sich zum Ziel gesetzt hat, alle Patienten, die an HIV/AIDS erkrankt sind, kostenlos mit antiretroviralen Medikamenten zu behandeln.

    Südafrika hat während der vergangenen zehn Jahre rund 4000 Krankenschwestern und Pfleger durch Migration verloren, die meisten gingen nach England, Australien und Saudi-Arabien. Etwa 13.000 ausländische Krankenschwestern und Pfleger sind in Großbritannien registriert.

    Ghana verlor 500 Krankenschwestern in Jahre 2000 schreibt Roxane Nelson in der britischen Medizinerzeitung "The Lancet" im Jahre 2004. Eine Krankenschwester verdient in Ghana umgerechnet 75 US Dollar pro Monat, in Botswana sind es umgerechnet 500 US Dollar, aber immer kein Vergleich zu den Gehältern, die in Europa geboten werden.

    Ähnliches gilt für Ärzte
    Was tun? Die Gehälter lassen sich in Dritte Welt Ländern nicht steigern, so dass sie konkurrenzfähig werden mit Gehältern, die z. B. in Europa gezahlt werden, allerdings lassen sich die Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonal in Europa attraktiver gestalten, sodass Abwerbungen unnötig werden. Und generell sollte die Abwerbung von Pflegepersonal und Ärzten aus Entwicklungsländern nicht zugelassen werden, jedenfalls dann nicht, wenn dort ein Mangel an Pflegepersonal und Ärzten besteht.

    Dr. Alexander von Paleske ist Arzt für Innere Medizin - Haematologie und Head des Department of Oncology am Princess Marina Hospital im afrikanischen Gabarone in Botswana. Herr Dr. von Paleske ist ehemaliger Rechtsanwalt beim Landgericht Frankfurt am Main.

    journalismus - Nachrichten vom 7. Juli 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Maßnahmen gegen Mutter-Kind-Übertragung des HI-Virus

    Die chinesische Regierung hat neue Maßnahmen angekündigt, um die Übertragung des HI-Virus von Müttern auf ihre Kinder zu verhindern.

    Wie ein Vertreter des chinesischen Gesundheitsministeriums auf einer Konferenz am Mittwoch in der südwestchinesischen Stadt Kunming mitteilte, würden in einigen Regionen Chinas bereits kostenlose AIDS-Tests für Schwangere durchgeführt. Schwangere Frauen, die mit dem HI-Virus infiziert sind, erhalten kostenlos Medikamente. Dem Vertreter zufolge werden diese Maßnahmen bereits in einem Zehntel aller Städte und Kreise umgesetzt. Bis zum Jahr 2010 soll sich dieser Anteil auf mehr als 90 Prozent erhöhen.

    Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation werden jedes Jahr weltweit 800.000 Säuglinge über ihre Mütter mit dem HI-Virus infiziert.

    China Internet Information Center vom 6. Juli 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    9 Prozent der Krankenversicherten waren 2005 von Zuzahlungen befreit

    Knapp 6,6 Mio. gesetzlich Versicherte waren 2005 von de Zahlungen befreit. Das entspricht 9,4 Prozent aller gesetzlich Versicherten und in etwa soviel wie im vergangenen Jahr. Der Anteil der Zuzahlungsbefreiten schwankt bei den Kassen zwischen unter einem Prozent bei einigen kleinen Kassen bis zu 20 Prozent bei größeren Krankenkassen. Das geht aus einer von krankenkassenratgeber.de exklusiv für die FAZ durchgeführten Umfrage hervor.

    Die Zahlen basieren auf den Angaben von 86 gesetzlichen Krankenkassen, die für 74% der Versicherten stehen. Die Daten wurden entsprechend hochgerechnet.

    Krankenkassenratgeber – Meldung vom 5. Juli 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    GlaxoSmithKline senkt seine Preise für HIV-Medikamente

    München - Seit 1. Juli 2006 wird GlaxoSmithKline (GSK) die Preise für einige HIV-Medikamente in den Entwicklungsländern deutlich reduzieren. So werden die beiden Medikamente "Ziagen" und "Trizivir" rund 30 Prozent günstiger abgegeben. Außerdem werden mit "Kivexa" und "Telzir" künftig zwei neue antiretrovirale Medikamente zum Selbstkostenpreis zur Verfügung stehen. Möglich wird dieser deutliche Preisnachlass durch eine Optimierung der Produktionsabläufe und dadurch, dass die Medikamente in sehr großen Mengen hergestellt werden. Des Weiteren vergibt GSK die achte freiwillige Lizenz für die Herstellung von HIV-Medikamenten durch Dritte.

    GSK unterstützt die ärmsten Länder der Welt schon seit langem im Kampf gegen AIDS - und stellt deshalb seine HIV-Medikamente in 64 Ländern zum Selbstkostenpreis zur Verfügung. Allein im Jahre 2005 lieferte GSK mehr als 126 Millionen antiretrovirale Tabletten zu Vorzugspreisen. Die GSK-Medikamente "Ziagen" und "Trizivir" sind in der AIDS-Therapie nicht mehr wegzudenken: "Ziagen" wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO als "Second-Line" Behandlungsoption empfohlen, also für jene Patienten, bei denen das ursprüngliche Medikament nicht oder nicht mehr wirkt. "Trizivir" ist ein Kombinationspräparat aus drei Wirkstoffen, das sich besonders für Patienten eignet, die mit HIV und Tuberkulose zugleich infiziert sind.

    Ziagen-Tabletten und auch die Ziagen-Flüssiglösungen für Kinder werden in den Entwicklungsländern in neu gestalteten Verpackungen ausgeliefert - so soll illegalen Re-Importen ein Riegel vorgeschoben und gewährleistet werden, dass auch tatsächlich die Menschen die Medikamente erhalten, für die sie bestimmt sind.

    Herausforderung für die Welt
    Neu zum "Not-for-Profit-Programm" von GSK gehören "Kivexa" und "Telzir", für die es in den Entwicklungsländern ebenfalls eigene Verpackungen geben wird. "Telzir" (Wirkstoff: Fosamprenavir) ist ein Protease-Hemmer, "Kivexa" ein Kombinationspräparat aus Lamivudine (3TC) und Abacavir, das einmal täglich als Tablette eingenommen wird.

    Der GSK-Vorstandsvorsitzende Jean-Pierre Garnier erklärte: "AIDS ist noch immer eine unglaubliche Herausforderung für die Weltgemeinschaft. Bei meinem Besuch in Afrika habe ich selber gesehen, wie sehr sich Ärzte, Schwestern und andere Mitarbeiter des Gesundheitswesens dort engagieren, um diese Herausforderung zu bewältigen. GSK übernimmt seinen Teil der Verantwortung – durch Vorzugspreise, durch das Programm Positive Action und Hilfsaktionen, vor allem aber auch dadurch, dass wir weiter nach Medikamenten und Impfstoffen forschen, die uns helfen könnten, diese Krankheit eines Tages ganz zu besiegen."

    Neben den angekündigten Preissenkungen wird GSK auch eine achte Lizenz für die Herstellung und den Vertrieb der HIV-Präparate "Zidovudine" (AZT) und "Lamivudine" (3TC) an einen Hersteller in Südafrika vergeben.

    GSK ist der führende Anbieter von Medikamenten gegen HIV/AIDS. Darüber hinaus forscht GSK intensiv an Medikamenten und Impfstoffen gegen Krankheiten der Entwicklungsländer - und auch an einem Impfstoff gegen HIV/AIDS. Als einziges Unternehmen forscht und entwickelt GSK für die Behandlung und die Prävention jener drei Krankheiten, deren Bekämpfung von der WHO als besonders dringlich eingestuft wurde: HIV, Malaria und Tuberkulose.

    GlaxoSmithKline - Pressemeldung vom 30. Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Weltaidsbericht: Erstmals weniger HIV-Neuinfektionen

    HIV/Aids breitet sich weiter in anderen Regionen der Welt aus. Jedoch ist die Anzahl der Neuinfektionen zum ersten Mal niedriger als in den Vorjahren.

    Anfang der 1980er Jahre wurde die Krankheit Aids zum ersten Mal von Wissenschaftlern beschrieben. Seitdem hat sich die Seuche zu einer Geißel der Menschheit entwickelt: 25 Millionen Menschen starben, 65 Millionen haben sich mit HIV infiziert. Im Jahr 2005 lebten 38,6 Millionen Menschen mit der Immunschwächekrankheit.

    Doch es gibt auch Anlass zur Hoffnung: Erstmals seit Ausbruch der Epidemie vor 25 Jahren hat sich ihre Ausbreitung verlangsamt. Dem Anfang Juni veröffentlichten neuen Weltaidsbericht der Vereinten Nationen zufolge haben sich 2005 weltweit 4,1 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Im Jahr 2004 waren es noch 4,9 Millionen gewesen.

    Die meisten Länder südlich der Sahara weisen sinkende Infektionsraten auf
    Der Rückgang der Neuinfektionen zeigt, dass die umfassenden Aufklärungs-Kampagnen vieler Länder nun endlich Früchte tragen. In den meisten Ländern Afrikas südlich der Sahara – der Weltregion, wo die meisten HIV-Infizierten leben - hat die Anzahl der Neuinfektionen abgenommen oder sich stabilisiert. Äthiopien, Burkina Faso, Burundi, Kenia, Ruanda und Simbabwe berichten von sinkenden Neuinfektionsraten. In zahlreichen anderen Ländern der Region steigen die Ansteckungszahlen zumindest nicht weiter. Einzig Südafrika verzeichnet weiterhin mehr Neuinfektionen als in den Vorjahren.

    Weniger HIV-Infektionen gab es auch in Kambodscha und Thailand. "Mehr Kondome, späterer Sex und weniger Partner", sind laut Peter Piot, dem Direktor des UN-Programms gegen HIV/Aids (UNAIDS), die Erklärung für niedrigere Infektionsraten.

    HIV in Osteuropa und Asien auf dem Vormarsch
    Im Gegensatz dazu steigen die Neuinfektionen in Osteuropa und Asien weiter. Indonesien, Papua Neuguinea, Russland und die Ukraine sind besonders stark betroffen. Ebenfalls erfreulich ist hingegen, dass die Anzahl der Aids-Kranken, die antriretrovirale Medikamente (ARVs) erhalten, drastisch erhöht werden konnte. Während 2003 weltweit noch 400.000 Aids-Kranke eine Behandlung erhielten, waren es im Jahr 2005 bereits 1,3 Millionen. Trotzdem wurde das Ziel der Vereinten Nationen, bis 2005 drei Millionen Kranke mit ARVs zu versorgen, nicht erreicht.

    Auch die antiretrovirale Prophylaxe für HIV-positive Schwangere blieb weit hinter der UN-Zielvorgabe zurück: Nach wie vor erhalten nur neun statt wie angestrebt 80 Prozent der betroffenen Mütter eine Therapie.

    UN: Industrieländer müssen mehr Geld geben
    Für 2006 stehen voraussichtlich 8,3 Milliarden Dollar zur Verfügung. UNAIDS geht jedoch davon aus, dass eigentlich 15 Milliarden US-Dollar im Kampf gegen HIV/Aids gebraucht werden. Auch in den Folgejahren werde die benötigte Summe weiter steigen. Die UN fordern die Industrieländer daher auf, mehr Geld zur Verfügung zu stellen.

    Unter http://www.unaids.org/en/HIV_data/2006GlobalReport/ können Sie den Weltaidsbericht 2006 als PDF herunterladen.

    Deutsche Stiftung Weltbevölkerung - Pressemeldung vom 30. Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    GBE-Heft zu HIV und AIDS erschienen

    HIV und AIDS sind Thema des neuen Heftes der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE) am Robert Koch-Institut. Das GBE-Heft bietet auf 40 Seiten eine Übersicht zur Situation der Immunschwächekrankheit in Deutschland. Kurze allgemeinverständliche Kapitel informieren über Krankheitsbild, Übertragungswege und Risikofaktoren, Entwicklung der Infektions- und Erkrankungszahlen seit Anfang der Achtzigerjahre, Präventionsmaßnahmen, Folgen von HIV und AIDS, Behandlung, Versorgungsstrukturen sowie Kosten.

    Die Zahl der gemeldeten HIV-Neuinfektionen ist in Deutschland in den vergangenen Jahren gestiegen, auf zuletzt etwa 2.500 Neuinfektionen im Jahr 2005. Eine Heilung ist bislang nicht möglich, die lebenslang notwendige Therapie ist mit hohen Kosten und einem erheblichen medizinischen Betreuungsaufwand verbunden. Die derzeit verfügbaren Medikamente können Nebenwirkungen aufweisen und durch die Entwicklung von Resistenzen ihre Wirksamkeit einbüßen. HIV-Infizierte erkranken zudem leichter an Infektionskrankheiten und sind gesundheitlich anfälliger. Nach wie vor sterben hierzulande jährlich circa 750 Menschen an den Folgen einer HIV-Infektion.

    Angesichts des Fehlens einer kurativen Behandlung bleibt die wirksamste Maßnahme zur Begrenzung der HIV-Epidemie die Verhütung von Neuinfektionen. In Deutschland ist es durch eine frühzeitig begonnene HIV-Prävention gelungen, die Zahl der HIV-Infektionen auf ein vergleichsweise niedriges Niveau zu begrenzen. Der daraus resultierende geringere gesellschaftliche Problemdruck hat jedoch dazu geführt, dass die Ausgaben für Aufklärungsmaßnahmen auf Landes- und kommunaler Ebene zum Teil erheblich verringert wurden. Die Zunahme von HIV-Neudiagnosen erinnert an die Notwendigkeit einer Stärkung der lokalen Präventionsarbeit, insbesondere bei niedrigschwelligen Präventions- und Behandlungsangeboten.

    Die weltweite HIV/AIDS-Epidemie hat sich zu einem der größten Gesundheitsprobleme der heutigen Zeit entwickelt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnete Ende 2005 mit weltweit knapp 40 Millionen HIV-Infizierten, bei jährlich fünf Millionen Neuinfektionen und drei Millionen Todesfällen.

    Das Robert Koch-Institut, das die Gesundheitsberichterstattung des Bundes in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt durchführt, veröffentlicht seit Anfang 2001 regelmäßig Themenhefte. Neben der Information über Gesundheit und Krankheit ist die Analyse und Identifikation von Handlungsbedarf ein besonderer Schwerpunkt dieser Reihe.

    Link: Robert Koch-Institut

    Informationsdienst Wissenschaft - Pressemeldung - Robert Koch-Institut vom 29. Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Alle zum HIV-Test

    Die US-Hauptstadt hat die höchste HIV-Infektionsrate des Landes. Eine groß angelegte Kampagne sieht vor, so viele Einwohner wie möglich auf Aids zu testen.

    Erstmals soll in den USA die Bevölkerung einer ganzen Stadt auf den Aids-Virus getestet werden. In der Hauptstadt Washington, startete am Dienstag eine entsprechende Kampagne, wie eine Stadtsprecherin mitteilte. Über einen Zeitraum von sechs Monaten hinweg sollten sich so viele der 560.000 Einwohner der Stadt dem freiwilligen Test unterziehen wie möglich, sagte sie.

    Die Kampagne ist auch als Aufruf dazu gedacht, den Aids-Test zum Bestandteil routinemäßiger ärztlicher Untersuchungen zu machen. Dieser Test solle genauso üblich werden wie etwa die Messung des Blutdrucks, sagte die Sprecherin. Laut Schätzung eines Sprechers der privaten Whitman-Walker-Klinik in Washington gibt es in den USA etwa eine Million Menschen, die HIV-positiv sind. Etwa ein Drittel von ihnen wisse nichts von der Infektion.

    Die Presse vom 28. Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Prezista erhält Zulassung in den USA

    FDA erteilt Prezista(TM) als Bestandteil von HIV-Kombinationstherapie Zulassung in den USA

    Mechelen, Belgien - Tibotec Pharmaceuticals Ltd gab heute bekannt, dass das Unternehmen von der U.S. Food and Drug Administration (FDA) die beschleunigte Zulassung für das Medikament PREZISTA(TM) (Darunavir, TMC114) zur Behandlung von HIV erhalten hat. Die Zulassung gilt bei gleichzeitiger Verabreichung von Ritonavir (rtv) 600/100 mg zweimal täglich (BID) in Kombination mit anderen antiretroviralen Wirkstoffen für Humane Immundefizienz-Virus-1-Infektionen (HIV) bei erwachsenen Patienten, die sich bereits einer antiretroviralen Behandlung unterzogen haben.

    PREZISTA ist der erste Wirkstoff aus der Forschungspipeline des Unternehmens, der die behördliche Zulassung erhalten hat. Das beschleunigte Zulassungsverfahren der FDA gestattet eine frühere Zulassung von Medikamenten, die gegenüber bestehenden Therapien bei schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen Erkrankungen einen bedeutenden therapeutischen Vorteil aufweisen. Im Januar dieses Jahres war bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) ein Antrag auf Marktgenehmigung eingereicht worden.

    Die Zulassung seitens der FDA und der Antrag in Europa gründeten sich beide auf die Ergebnisse zu Wirksamkeit und Unbedenklichkeit aus der 24-wöchigen Phase zur Dosisfindung zweier kontrollierter, randomisierter Phase-IIb-Studien, die unter dem Namen POWER 1 und POWER 2 bekannt sind, sowie die unterstützenden Analysedaten aus dem nicht randomisierten Open-Label-Versuch mit dem Namen POWER 3.

    "Die Entwicklung neuer Präparate ist für die zahlreichen Patienten mit HIV, bei denen die gegenwärtig verfügbaren Medikamente versagen oder bereits versagt haben, ausserordentlich wichtig. Wir werden uns auch weiterhin um die Entwicklung therapeutischer Ansätze bemühen, um den Menschen, die mit HIV/AIDS infiziert sind, zu einer besseren Lebensqualität zu verhelfen", so Wim Parys, Vice-President der Global Clinical Development & Scientific Affairs bei Tibotec.

    Weitere Informationen über Tibotec finden Sie unter www.tibotec.com

    PR Newswire - Tibotec - Pressemeldung vom 28. Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Jede dritte Frau weltweit misshandelt

    Jede dritte Frau weltweit wird geschlagen, zu sexuellen Handlungen gezwungen oder auf andere Art und Weise misshandelt. Dieses erschreckende Faktum präsentierte die Österreichische Stiftung für Weltbevölkerung und internationale Zusammenarbeit bei einem Kongress am Montag in Wien.

    Am Dienstag appellierten die Vortragenden an Institutionen in Österreich. Erwartet werden nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern Aufklärung und Hilfe mit vorhandenem Know-how.

    Vier Frauen aus Ruanda, Saudi Arabien, Pakistan und den Philippinen erzählten von den Zuständen in ihren Ländern, und gaben einen Einblick in ihre Arbeit. Misshandlungen an Frauen hängen unmittelbar mit HIV Aids zusammen, informierte die Initiatorin Edit Schlaffer. "Die Krankheit wird zu einem zunehmenden Problem auf der ganzen Welt, genauso wie Gewalt gegen Frauen", so Schlaffer.

    Besonders dramatisch scheint die Lage in Afrika. "Vergewaltigte Frauen werden von ihren Familien oft ausgestoßen, Kinder, die aus solchen Vergehen entstanden sind, einfach ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen", schilderte Justine Mbabazi, Gender-Expertin und Rechtswissenschaftlerin die Lage in ihrem Heimatland. Auch in Saudi Arabien sei die Lage drastisch: "Die Vergewaltigungen in unserem Land werden zumeist nicht von Fremden begangen, sondern finden innerhalb der Familie statt", sagte Maha al Muneef, Ärztin in Saudi Arabien.

    Kleine Zeitung Online vom 27. Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Medikamente für HIV-infizierte Häftlinge

    Häftlinge gewinnen Klage vor dem Obersten Gericht in Südafrika

    Durban - Eine Gruppe Südafrikanischer Häftlinge mit HIV hat eine Klage gewonnen, die die Regierung dazu verpflichtet, ihnen gratis den Zugang zu Medikamenten gegen Retroviren zu ermöglichen. Das Oberste Gericht von Durban hat entschieden, dass die Gefängnisverwaltung des Westville Gefängnisses sofort Beschränkungen im Zugang zu einer Behandlung beenden muss. Die Klage wurde von 15 Häftlingen eingebracht, die dringend eine Behandlung benötigten. Derzeit stellt die Regierung mehr als 100.000 HIV infizierten Südafrikanern entsprechende Medikamente zur Verfügung. Insgesamt sind laut BBC rund sechs Millionen Südafrikaner infiziert.

    Das Gericht erklärte, dass die Gefängnisverwaltung bis 7. Juli ein Affidavit beibringen müsse, welche Schritte gesetzt werden, um allen Häftlingen der Anstalt die gewünschte und erforderliche Behandlung zugänglich zu machen. Die Treatment Action Campaign, http://www.tac.org.za die die Initiative der Häftlinge unterstützte erklärte, dass alle anderen Gefangenen dieses Urteil zur Kenntnis nehmen und ähnliche Aktionen setzen sollten, um alle Beschränkungen des Zugangs zu antiretroviralen Medikamenten zu beenden.

    Die meisten der 15 Häftlinge befinden sich bereits im sogenannten CD4 Stadium, einem Stadium der Erkrankung, in dem eine Behandlung normalerweise einsetzen würde. Vor der Entscheidung des Gerichts mussten die Häftlinge für ihre Behandlung bezahlen. Vor der Klage vor dem Obersten Gericht hatten einige der Gefangenen mit einem Hungerstreik begonnen, um mehr Aufmerksamkeit für ihr Anliegen zu erreichen. Die Regierung sprach sich gegen diese Handhabung aus und erklärte, dass man daran arbeite, die bestehenden Zustände zu verändern und dass die Häftlinge daher warten sollten.

    Pressetext Austria Meldung vom 23. Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Sommer, Sonne, Safer Sex!

    Sicher in den Süden 2006 / Die Aids-Hilfe Bonn, LTU und Mickie Krause werben gemeinsam für Kondome im Urlaub / Großpräventionsevent am ersten NRW-Ferientag am Flughafen

    Bonn - Tagsüber im Pool, abends in der Sauna, nachts im Hotelaufzug – Männer wollen im Urlaub keinen Blümchensex. Frauen sind romantischer und bevorzugen laut Umfragen eher ein Boot auf dem Meer oder einen Korb an einem einsamen Strand. Der Haken an der Sache: Das Risiko, sich beim vermeintlich unverfänglichen tête-à-tête auf Reisen mit HIV zu infizieren, ist für Frauen und Männer gleichermaßen groß.

    Die Aids-Hilfe Bonn e.V., das Internet-Reisebüro weg.de, der Flughafen Köln/Bonn, die bei Urlaubern wie Geschäftsleuten gleichermaßen beliebte Airline LTU und Vinico – World of Condoms engagieren sich deshalb für Safer Sex im Urlaub: Am 26. Juni starten sie am Köln-Bonner Flughafen die Aufklärungsaktion des Jahres. Mehr als 5.000 Flugreisende erhalten an diesem ersten Ferientag in Nordrhein-Westfalen praktische Safer-Sex-Packages zugesteckt.

     „Die Präventions-Aktion mit Infomaterial und Gratis-Kondomen zielt nicht allein auf Jugendliche und junge Erwachsene, sondern hat alle Clubtouristen und Alleinreisenden im Blick“, sagt Oliver Schubert, Mitarbeiter der Aids-Hilfe Bonn. „Denn das Risiko ist real – und global.“ 2005 infizierten sich weltweit fünf Millionen Menschen mit HIV: Das waren jede Minute zehn neue Patienten. „Dabei“, so Schubert weiter, „beobachten wir leider, dass die Akzeptanz von Kondomen rückläufig zu sein scheint.“

    Gerade im Urlaub, wenn die Gedanken in traumhafter Umgebung freier als im Alltag sind, geben sich viele Deutsche allzu freizügig. Dabei steigt die Ansteckungsgefahr durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit anderen Urlaubern oder Fremden, eben dann, wenn sich mobile Menschen begegnen. Präservative gibt es natürlich nicht an jedem Urlaubsort, und oft ist die Qualität schlechter als die geprüften Markenkondome in Deutschland. „Kondome“, sagt Schubert, „gehören deshalb unbedingt ins Handgepäck Alleinreisender.“

    Neben touristischen Kooperationspartnern wie weg.de, LTU oder ÖGER Tours werden am 26. Juni u.a. Flughafen-Chef Michael Garvens, LTU-PR-Manager Pierre de la Motte, SAT1-Comedian Sascha Korf und Deutschrock-Sängerin Villaine dafür sorgen, dass sie ihren Weg dorthin finden: Die TV-Stars und Künstler werden den Aids-Hilfe-Mitarbeitern helfen, die Kondome an Mann und Frau zu bringen. Und die Verantwortlichen der Aids-Hilfe haben sich ein ganz besonderes Bonbon und Highlight einfallen lassen: Der Mallorca-Barde und Stimmungskönig Mickie Krause wird als Stargast, Pate und Gastverteiler dieses Events die abfliegenden Urlauber durch seine Unterstützung zum Safer Sex am Urlaubsort sensibilisieren. Und für den einen oder anderen Song am Airport bleibt sicher auch noch Zeit. Mit seiner Teilnahme signalisiert der Sänger, dass man gerade im Urlaub auf Nummer Sicher gehen soll.

    Auch LTU-Repräsentant Pierre de la Motte findet es vollkommen selbstverständlich, dass LTU die Bonner Aids-Hilfe unterstützt: "Gerade die wieder ansteigenden HIV-Neuinfektionen in Deutschland machen deutlich, dass man handeln muss. LTU ist sich seiner sozialen Verantwortung bewusst und handelt gemeinsam mit der Aids-Hilfe Bonn bei dieser wichtigen und sympathischen Aktion.“

    Aids-Hilfe Bonn e.V. - Pressemeldung vom 23. Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Interleukin zur Steigerung der Effektivität der ART

    Das Zytokin Interleukin (IL)-15 könnte der Schlüssel zu einer wirksamen HIV-Therapie sein.

    Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Oregon Health & Science University (OHSU). HIV geht speziell gegen T-Lymphozyten vor, die das CD4+-Molekül als Rezeptor nutzen – so genannte Effector Memory T-Cells (TEM). Diese Zellen kommen vermehrt in den Schleimhäuten des Darms und der Lunge vor. Die Vermehrung des HIV im Wirt führt zu einer Abnahme dieser Zellen. Der Patient erkrankt schließlich an AIDS.

    „Um mehr über HIV zu erfahren und dessen Bedeutung und mögliche Behandlungswege besser zu verstehen, studieren wir das Simian Immunodeficiency Virus (SIV), einen nahen verwandten des HIV, der bei Menschenaffen AIDS verursacht“, so Prof. Louis Picker, Leiter des Projekts und Professor für Pathologie, Molekularbiologie und Immunologie an der OHSU. Bei Versuchen an SIV-infizierten Affen entdeckte die Arbeitgruppe, dass ein natürlich vorkommendes Protein, IL-15, eine bedeutsame Wiederherstellung der CD4 T-Zellzahl im Gewebe bewirkt, wenn es in Verbindung mit antiretroviralen Medikamenten gegeben wird.

    Der Forschungsbericht unterstreicht die Bedeutung dieser Medikamente für die Wiederherstellung der CD4 T-Zellzahl. Die Forscher verglichen die Wirkung bei Affen, die nur Interleukin-15 erhielten, mit der Wirkung bei Affen, die zusätzlich antiretrovirale Medikamente bekamen. Die Kombinationstherapie erbrachte nach Angaben der Arbeitsgruppe die weitaus besseren Ergebnisse. „Was wir nun zum besseren Verständnis benötigen, ist das Wissen darüber, wie der Bestand dieser entscheidenden T-Zellen reguliert wird“, erklärt Pricker. Die Wissenschaftler der OHSU hoffen, dass ihre Ergebnisse zu einer effektiven Therapie von HIV-Patienten führen werden.

    Quelle: J Clin Invest; 2006, 116: 1514-1524

    MedAustria – Meldung vom 22. Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Kondome können auch vor Gebärmutterhalskrebs schützen

    Seattle - In den USA wurde kürzlich der erste Impfstoff gegen humane Papillomaviren (HPV) eingeführt, der die Inzidenz des Zervixkarzinoms (und anderer HPV-assoziierter Infektionen) deutlich senken kann. Ein ähnlicher Effekt kann durch die regelmäßige Verwendung von Kondomen erzielt werden, wie eine Longitudinalstudie im New England Journal of Medicine (NEJM 2006; 354: 2645-2654) zeigt.

    Dass Kondome vor HPV-Infektionen schützen, die zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen gehören, erscheint nur auf den ersten Blick richtig. Die Viren befinden sich nicht nur in den vom Latex des Kondoms abgedeckten Bereich, sondern können auch auf anderem Wege als der vaginalen Penispenetration an die Zervix gelangen. Tatsächlich hatten einige frühere Studien ergeben, dass der Kondomgebrauch überhaupt nicht vor HPV-Infektionen schützt. In einer überhitzten Debatte wurde die amerikanische Zulassungsbehörde FDA sogar dazu gezwungen, einen entsprechenden Warnhinweis auf Kondompackungen zu verfügen.

    Um die Frage definitiv zu klären, wurde in den letzten Jahren mit beträchtlichem finanziellen Aufwand (685.000 US-Dollar soll das National Institute of Allergy and Infectious Diseases bezahlt haben) eine Langzeitbeobachtung bei Studentinnen der Universität von Washington in Seattle durchgeführt. Teilnehmen durften nur Studentinnen, die bisher niemals (oder frühestens 3 Monate vor Beginn der Studie) Geschlechtsverkehr hatten. In den folgenden durchschnittlich 34 Monaten mussten die Studentinnen alle zwei Wochen ein (internetbasiertes) Tagebuch ausfüllen, in dem sie alle Sexualkontakte notierten und angaben, ob dabei Kondome verwendet wurden. Alle vier Monate wurden die jungen Frauen gynäkologisch untersucht. Die Bereitschaft zur Teilnahme war gering. Von den angeschriebenen 24.201 Studentinnen antworteten 243, von denen 82 in die abschließende Auswertung einbezogen werden konnten.

    Am Ende gab es ein eindeutiges Ergebnis: Die Inzidenz von genitalen HPV-Infektionen betrug 37,8/100 Personenjahre, wenn bei jedem Verkehr ein Kondom verwendet wurde, sie steigt auf 89,3/100 Personenjahre, wenn in weniger als 5 Prozent der Fälle ein Kondom verwendet wurde. Daraus errechnen Rachel Winer und Mitarbeiter von der Universität Seattle eine Risikominderung um 70 Prozent (korrigierte Hazard Ratio 0,3; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,1 bis 0,6). Wie zu erwarten, machen die Kondome keinen Unterschied zwischen den einzelnen HPV-Serotypen, wohl aber hat die Zahl der Sexualpartner einen Einfluss. Bei Studentinnen mit wechselnden Partnern (sprich erhöhtem Risiko) wurden deutlich häufiger Infektionen verhindert als bei Frauen in stabiler Beziehung.

    Aber auch hier bieten Kondome keinen sicheren Schutz. Das trifft allerdings auch auf den jetzt (in den USA) eingeführten Impfstoff zu. Dieser baut nur eine Immunität gegen die Serotypen 6 und 11 auf, die für etwa 70 Prozent aller Zervixkarzinome verantwortlich sind. Die übrigen 30 Prozent entfallen auf etwa 15 weitere Serotypen, gegen die es bisher keinen Impfschutz gibt. Die Impfung macht nach Ansicht der Autoren die Benutzung von Kondomen deshalb nicht überflüssig, zudem diese auch vor anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen und HIV schützen.

    The New England Journal of Medicine (Originalartikel: Volume 354:2645-2654, June 22, 2006, Number 25)
    Deutsches Ärzteblatt vom 22. Juni 2006 Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Mehr HIV-Infektionen in Brandenburg

    Potsdam - In Brandenburg erkranken mehr Menschen an der tödlichen Immunschwächekrankheit Aids. Im vergangenen Jahr seien 35 positive Tests des auslösenden HI-Virus registriert worden, teilte Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler (SPD) mit. Im Jahr 2004 hatten die Kliniken insgesamt 28 Infizierungen gemeldet, ein Jahr zuvor waren es 29. Im Jahr 2002 gab es insgesamt 23 Infektionen.

    Die Negativtendenz ist trotz höherer Ausgaben für die Aidsprävention zu verzeichnen. Wie Ziegler mitteilte, stiegen die Ausgaben für die HIV-Aufklärung von 130.000 Euro im Jahr 2003 auf 155.600 Euro im vergangenen Jahr.

    Das Land fördere im Wesentlichen drei Vereine oder Projekte: für landesweite Koordinierungsaufgaben die Aids-Hilfe Potsdam, für die Aids-Prävention unter den Prostituierten den Verein «Belladonna» und für die Vorbeugung an Schulen und in einzelnen Landkreisen das Deutsche Rote Kreuz.

    Zwischen 2005 und 2007 stellt die Europäische Union im Rahmen des Projektes «Bordernet» eine Million Euro zur Verfügung, um die Aidsgefahr durch Prostitution entlang der Grenzen zu verringern. Laut Finanzierungsplan erhält Deutschland insgesamt 555.000 Euro. Brandenburg bezieht daraus pro Jahr 60.000 Euro für den Verein Aids-Hilfe-Potsdam und 85.000 Euro für «Belladonna». Das Geld muss vom Land kofinanziert werden.

    Yahoo News vom 18. Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Neuer Wirkstoff gegen Aids

    London - Ein neuer Wirkstoff mit dem Namen PA-457 könnte künftig die Behandlung von Aids deutlich verbessern. Der Wirkstoff gehört zu den so genannten Reifungs- oder Maturationshemmern. PA-457 soll die Bildung eines bestimmten Proteins unterbinden und damit die Infektiosität der HI-Viren verhindern. Diese Wirkung hat der Stoff bislang in einer Laborstudie an menschlichen, gegen andere Mittel resistenten, HIV-infizierten Zellen sowie in einer kleinen Untersuchung an Menschen gezeigt. Nun soll PA-457 laut einem Bericht des Magazins «New Scientist» an Patienten in Kombination mit der antiviralen Therapie erprobt werden. Nach Angaben des Herstellers Panacos könnte das Mittel frühestens im Jahr 2009 auf den Markt kommen.

    Yahoo News vom 16. Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Was HIV für Menschen gefährlich macht

    Das HI-Virus ist vermutlich durch einen folgenschweren Zufall im Laufe seiner Evolution zu einer der größten Gefahren für den Menschen geworden. Ulmer Forschern zufolge hat sich ein Viren-Protein so verändert, dass bei AIDS-Kranken das Immunsystem chronisch überreizt wird und nach einigen Jahren schließlich zusammenbricht.

    Diese Veränderung könnte ein Grund dafür sein, warum das HI-Virus für Menschen so gefährlich ist, während Affen, von denen der Erreger auf den Menschen übergesprungen ist, oftmals keine Erkrankung entwickeln.

    Ursache für chronische Immunaktivierung gefunden
    Das Team um Frank Kirchhoff und Michael Schindler von der Universität Ulm geht davon aus, dass eines der HIV-Proteine (Nef, negative factor) im Laufe der viralen Evolution seine ursprünglich dämpfende Wirkung auf das Immunsystem verloren hat. Die so genannten CD4+ T-Helferzellen der infizierten Menschen werden daher ständig aktiviert, teilen sich zunächst und sterben dann ab.

    Die Regenerationsfähigkeit des menschlichen Immunsystems bricht daher irgendwann zusammen, es kommt zu AIDS. "Die hohe chronische Aktivierung des Immunsystems ist der einzige eindeutige Unterschied zwischen krank machenden und milderen Infektionen mit Immunschwächeviren", erklären die Ulmer Forscher. In den vergangenen 25 Jahren hat HIV rund 25 Millionen Menschen getötet.

    Quelle: "Nef-Mediated Suppression of T Cell Activation Was Lost in a Lentiviral Lineage that Gave Rise to HIV-1" von Michael Schindler et al. erschien in "Cell" (Bd. 125, S. 1055-1067; doi: 10.1016/j.cell.2006.04.033). Abstract

    ORF ON Science vom 16. Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Verminderte Effektivität einer HAART bei Rauchern

    Laut Resultaten einer im „American Journal of Public Health“ publizierten Studie werden einige Vorteile der hochaktiven antiretroviralen Therapie durch das Rauchen gemindert.

    Dr. Joseph Feldman von der State University of New York, Brooklyn, und Kollegen analysierten in einer longitudinalen Studie diesbezügliche Daten von 924 HIV-positiven Frauen, die zwischen 1995 und 2003 eine hochaktive antiretrovirale Therapie starteten und in die Women´s Interagency HIV Study aufgenommen wurden.

    Nach Adjustierung auf Alter, Ethnie, HCV-Infektion, Drogenkonsum, vorausgegangene antiretrovirale Therapien und AIDS war die Frequenz eines viralen und immunologischen Response auf eine HAART bei Raucherinnen deutlich niedriger (HR=0,79 und 0,85). Ein virologischer Rebound bzw. immunologisches Versagen wurde deutlich häufiger bei HIV-positiven Raucherinnen registriert (HR=1,39 bzw. 1,53).

    Innerhalb der Beobachtungszeit konnte bei Raucherinnen ein höheres Mortalitätsrisiko (HR=1,53) und ein höheres Risiko der AIDS-Entwicklung (HR=1,36) registriert werden. Die AIDS-Mortalitätsrate unterschied sich zwischen HIV-positiven Raucherinnen und Nicht-Raucherinnen insignifikant.

    Die Wissenschafter schlussfolgern, dass Rauchen bei HIV-positiven Rauchern in einer verminderten Effektivität einer HAART resultieren könnte.

    Quelle: Am J Public Health; 2006, 98: 1060-1065

    MedAustria – Meldung vom 12. Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    PKV rätselt über hohen Anteil an HIV-Patienten

    Bonn _ Die privaten Krankenversicherer (PKV) wollen untersuchen lassen, warum die Zahl der HIV-Infektionen bei Privatversicherten deutlich höher liegt als in der Gesamtbevölkerung.

    Die PKV habe einen entsprechenden Forschungsauftrag an den Gesundheitsökonomen Professor Jürgen Wasem vergeben, sagt Dr. Christoph Uleer. Er ist Vorsitzender der Deutschen Aids-Stiftung und war lange Jahre Direktor des PKV-Verbands.

    In der PKV ist der Anteil der Versicherten mit HIV oder Aids seit langem überdurchschnittlich hoch. Nach den jüngsten Zahlen des PKV-Verbands verzeichneten die Unternehmen im vergangenen Jahr 746 Neuinfektionen. Zum Vergleich: Das Robert-Koch-Institut (RKI) zählte in der gesamten Bevölkerung 2490. "Es ist nicht zu erklären, warum die PKV, die zehn Prozent der Bevölkerung versichert, 30 Prozent der Infizierten hat", erklärt Uleer. Von 1985 bis Ende 2005 wurden in der PKV insgesamt 10 149 Vollversicherte mit einer HIV-Infektion erfasst.

    Wasem soll nun prüfen, wie die Infektions- und Erkrankungsfälle in der PKV gezählt und erfasst werden, und die Daten mit den Methoden und Ergebnissen des RKI vergleichen. Die Versicherer untersuchen, welche Kosten ihnen durch die Krankheit entstehen. "Die durchschnittlichen Kosten betrugen im Jahr 2005 etwa 15 000 Euro für jeden privatversicherten HIV-Infizierten, also auch für diejenigen, bei denen die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist", heißt es im Rechenschaftsbericht 2005 des PKV-Verbands.

    Ärzte-Zeitung vom 12. Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Impfstoff lässt SIV-infizierte Affen länger überleben

    Forscher entdeckten Marker für langfristige Wirkung einer Impfung

    Bei der Suche nach einem Aids-Impfstoff gibt es neue Hoffnung: Wie zwei neue, jetzt in „Science“ veröffentlichte Studien zeigen, kann selbst ein Impfstoff, der nur unvollständig gegen das Virus schützt, für den Geimpften einen wertvollen Vorteil bringen: Er fördert die Überlebenswahrscheinlichkeit nach einer Infektion.

    Zwei amerikanische Forscherteams, geleitet von Norman L. Letvin von der Harvard Medical School sowie Mario Roederer vom Impfstoffforschungszentrum der National Institutes of Health (NIH) untersuchten die Wirksamkeit eines Impfstoffs gegen SIV, die „äffische“ Variante des HI-Virus an Affen. Dabei wurde die Wirksamkeit eines Impfstoffs gegen Aids an den Viruskonzentrationen im Blut und der Anzahl einer speziellen Sorte von T-Zellen, den CD4+ Gedächtnis-T-Zellen gemessen. Normalerweise werden diese Zellen beim ersten Kontakt mit einem Erreger aktiviert und sorgen dafür, dass das Immunsystem beim späteren erneuten Kontakt schneller reagieren kann. Im Verlauf einer SIV-Infektion beim Affen sinkt die Anzahl dieser Zellen innerhalb von zehn Tagen nach der Infektion rapide ab, 80 Prozent der CD4+ Zellen gehen zugrunde.

    Überlebensdauer erhöht
    In den Studien zeigte sich, dass der getestete Impfstoff diesen Verlust hinauszögerte: Bei den mit SIV infizierten Affen sank die Zahl der CD4+ Zellen erst nach 100 Tagen ab. Doch das eigentlich Neue beobachteten die Forscher, als sie die Studie nicht, wie sonst üblich, an diesem Punkt abbrachen, sondern sie weitere 750 Tage weiter laufen ließen.

    “Wir stellten fest, dass die geimpften Affen deutlich länger lebten als die nicht geimpften und dass ihre CD4+-Werte deutlich höher blieben“, erklärt Letvin. „Das deutet darauf hin, dass der anfängliche Schutz, den der Impfstoff ihnen in den Wochen direkt nach der Infektion gibt, offensichtlich auch das Langzeit-Überleben fördert und dass diese Wirkung mit einer deutlich höheren Anzahl von CD4+-Zellen einhergeht.“

    „Zwar kann dieser Impfstoff-Ansatz nicht eine Infektion verhindern, aber es kann das Aids-Virus dämpfen und eine wesentlich mildere Form der Krankheit in den geimpften Affen auslösen“, ergänzt der Forscher. „Wir wissen dies, weil auch der Verlust von T-Helferzellen weitaus weniger dramatisch ist, die Virenreplikation niedriger und zudem die Tiere einfach länger leben.“

    Marker für Impfwirkung
    Die Studien brachten jedoch noch eine wichtige Erkenntnis, denn sie identifizierten einen messbaren Marker für die Effektivität einer Aids-Impfung. Es zeigte sich, dass die Konzentrationen einer Untergruppe der CD4+Zellen, der zentralen Gedächtnis-CD4+ Zellen, schon sehr früh widerspiegelten, ob ein Impfstoff langfristig die Überlebenschancen erhöht. Zunächst nur für die Affenvariante SIV getestet, sollen weitere Studien zeigen, ob dieser Marker auch die Suche nach einem Impfstoff für Menschen erleichtern könnte.

    „Wenn wir einen solchen Marker der Impfeffektivität haben, könnte dies erheblich die Zeit reduzieren, die wir brauchen, um zu bewerten, ob ein HIV-Impfstoff-Kandidat in Menschen funktioniert“, erklärt Gary J. Nabel, Direktor des Impfstoffforschungszentrums der NIH. „Dies könnte zukünftige Tests deutlich beschleunigen.“ „Indem wir die Gehalte an zentralen Gedächtniszellen in Blutproben von menschlichen Teilnehmern klinischer Versuche analysieren, könnten wir vorhersagen, wie gut dieser Impfstoff über die Zeit wirkt“, ergänzt Letvin.

    Der weltweite Bedarf für einen HIV-Impfstoff ist groß“, kommentiert Elias A. Zerhouni, Direktor der NIH. „Im Jahr 2005 haben sich mehr als 11.000 Menschen jeden Tag neu mit HIV infiziert. Wenn diese Rate weiterhin ungebremst anhält, wird das Virus in der nächsten Dekade weitere 40 Millionen Menschen infizieren. Obwohl unser Endziel ein Impfstoff ist, der die HIV-Infektion komplett blockiert, weisen diese Studien auf den potenziellen Nutzen auch von nur teilweise effektiven Impfstoffen hin.“ (NIH/National Institute of Allergy and Infectious Diseases, 12.06.2006 - NPO)

    Geoscience online vom 12. Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Deutsche AIDS-Stiftung legt Jahresbericht 2005 vor

    25 Jahre nach AIDS-Erstdiagnose: AIDS-Stiftung spricht von deutschem Erfolgsmodell

    Bonn - "Unbeschadet des jüngst vom Robert-Koch-Institut gemeldeten Anstiegs der Neuinfektionen um 13 Prozent im Jahre 2005, kann die Prävention und Begleitung von HIV und AIDS in Deutschland als ein international bemerkenswertes Erfolgsmodell bezeichnet werden." Dies stellte Dr. Uleer, Vorsitzender der Deutschen AIDS-Stiftung, im Blick auf den 25. Jahrestag der ersten Diagnostizierung der Aidskrankheit fest.

    Die Infektionsrate liegt mit 33 Personen auf 1 Million Einwohner deutlich niedriger als in vergleichbaren Ländern wie der Schweiz und England mit Raten von 108 bzw. 122 Personen. Die Stiftung nimmt für sich in Anspruch, zusammen mit dem Staat, insbesondere der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und den Selbsthilfeeinrichtungen, wesentlich zu dieser relativ guten Entwicklung beigetragen zu haben.

    Ein hier und dort feststellbares Erlahmen bei den Präventionsanstrengungen und wachsender Leichtsinn birgt allerdings große Gefahren. Umso erfreulicher ist, dass die Stiftung ihre Einnahmen im Jahre 2005 bei rund 3,3 Millionen stabilisieren konnte. Jeder Spendeneuro kommt den Betroffenen zugute, da die Verwaltungskosten von gut 600.000 EUR durch die Kapitalerträge mehr als gedeckt werden. Für Betroffene wurden 2,4 Millionen EUR aufgewandt. Weitere 260.000 EUR wurden für Aufwendungen im laufenden Jahr zurückgestellt. Am langfristigen Trend hin zu mehr Projekthilfen hat sich nichts geändert. Das Stiftungskapital beträgt 20,5 Millionen EUR.

    Menschen mit HIV/AIDS in Deutschland in sozialer Not
    Die Zahl der Anträge an die Deutsche AIDS-Stiftung hat im Jahr 2005 nach einer Stabilisierung in den Jahren 2003 und 2004 erstmals wieder zugenommen: 4.007 Anträge (3.797 in 2004) von HIV-infizierten Menschen in Not erreichten die Stiftung im vergangenen Jahr. Einer der Gründe liegt in den Änderungen durch Einführung von Hartz IV. "Statt einer Ausweitung der Anspruchsberechtigten bei Sozialleistungen ist eine Konzentration der Hilfe auf besonders bedürftige Gruppen erforderlich", betonte Dr. Heide, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung. Die Reduzierung von Mehrbedarfszuschlägen, insbesondere der Wegfall der Zuschläge für Hygiene-Mehrbedarf und für vorbeugenden Gesundheitsschutz (Kondome) sowie die Pauschalierung der Einmalhilfen, haben aber gravierende Auswirkungen auf die Bedürftigen. Menschen mit HIV und AIDS beantragen daher vermehrt Hilfsleistungen bei der Stiftung, die in der Vergangenheit von staatlichen Trägern gezahlt wurden. So stieg die Zahl der beantragten Beihilfen für Haushaltsgeräte beispielsweise um 60 Prozent, die für Bekleidung gar um 125 Prozent.

    Steigende Nachfragen gibt es auch bei Projekten zugunsten Betroffener, insbesondere für notwendige Beschäftigungs- und Versorgungsprojekte sowie für Angebote des Betreuten Wohnens. Projekte im gastronomischen Bereich, die bei ihrem Start vor einigen Jahren vor allem der Qualifizierung Betroffener dienten, haben einen Bedeutungswandel erfahren. Sie erweisen sich zunehmend als wichtig für die nachhaltige Versorgung mit guten und preiswerten Mahlzeiten sowie als Ort der Kommunikation. Auch diese Projekte leiden unter Mittelkürzungen öffentlicher Geldgeber und suchen vermehrt Hilfe bei der Stiftung.

    Der verstärkte Bedarf erklärt sich aber auch durch die längere Überlebenszeit Betroffener aufgrund verbesserter medizinischer Therapien. So hat seit drei Jahren der Anteil der älteren Antragstellenden bei der Stiftung deutlich zugenommen, im Jahr 2005 speziell der 50 bis 59jährigen. Zunehmend werden Betroffene mit AIDS älter. Diesen neuen Herausforderungen stellt sich die Stiftung mit der erweiterten Unterstützung von Wohnprojekten, die mittlerweile einen Förderschwerpunkt der Stiftung bilden. Zu dem bereits von der Stiftung unterstützten Wohnprojekten Reichenberger Straße in Berlin/Kreuzberg und Lahnstein soll nun das von der AIDS-Hilfe Essen getragene Projekt "Leben und Wohnen für Menschen mit HIV und AIDS" kommen. Nach dem Kauf eines Hauses durch die Deutsche AIDS-Stiftung soll es in die konkrete Umsetzung gehen. Zu den von der Stiftung geförderten Qualifizierungsprojekten gehören u.a. "HIVissimo" (AIDS-Hilfe Köln) und "Futopia/Estragon" (AIDS-Hilfe Nürnberg).

    Ein weiterer Schwerpunkt der Stiftungsarbeit liegt im internationalen Bereich. Trotz der jüngst von UNAIDS veröffentlichten Verlangsamung der HIV-Neuinfektionen weltweit ist die Situation in vielen Entwicklungsländern, aber auch in zahlreichen osteuropäischen Staaten, besorgniserregend. Die Deutsche AIDS-Stiftung unterstützt daher weiterhin internationale Hilfs- und Aufklärungsprojekte im südlichen Afrika und in Kaliningrad. Im Jahr 2005 bewilligte die Stiftung elf Projektanträge mit einer Gesamtsumme von 319.864 Euro.

    Deutsche AIDS-Stiftung - Pressemeldung vom 8. Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    „Anpfiff gegen AIDS“

    Aufklärung in Deutschland – Hilfe in Südafrika

    25 Jahre nach Erstbeschreibung des Acquired Immunodeficiency Syndromes (AIDS) leben in Deutschland so viele Menschen mit HIV und AIDS wie nie zuvor. Vor allem ist zu beobachten, dass die HIV-Neuinfektionen seit dem Jahr 2000 wieder steigen und im Jahr 2005 ein neues Hoch mit 2.500 Neuinfektionen erreicht worden ist. Laut der neuesten Meldung des Robert Koch Instituts erhöhte sich die Zahl der HIV-Neudiagnosen in Deutschland im Jahr 2005 um 13 Prozent. Gestiegene Lebenserwartung und verbesserte Behandlungsmethoden haben die Themen HIV und AIDS mehr und mehr aus dem Fokus des öffentlichen Interesses ins Abseits gerückt. Bei allen medizinischen Fortschritten darf eines nicht vergessen werden: HIV ist eine potentiell tödliche Infektion. AIDS ist noch immer unheilbar. Noch dramatischer ist die Lage jedoch in den ärmsten Ländern der Welt. In Südafrika zum Beispiel infizieren sich täglich über 1.800 Menschen an der Immunschwächekrankheit. Der Kampf gegen AIDS ist noch lange nicht gewonnen.

    Die Kampagne „Anpfiff gegen AIDS“ will sich für den Kampf gegen die Ausbreitung von HIV und AIDS stark machen. Initiiert wurde die Aktion vom SC Preußen 06 e.V. Münster, GlaxoSmithKline, einem der weltweit führenden Gesundheitsunternehmen im Bereich AIDS-Forschung und HIV-Therapie, der Stadt Münster und der Deutschen AIDS-Stiftung. Im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland soll mit „Anpfiff gegen AIDS“ das Top-Thema Fußball bewusst aufgegriffen werden, um AIDS wieder ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken und um zu helfen – vor allem dem Land mit der höchsten HIV-Infektionsrate der Welt: Südafrika, dem Austragungsland der nächsten Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2010.

    In Münster stand das diesjährige Pfingstwochenende ganz unter dem Zeichen des gemeinsamen Kampfes gegen AIDS. Ein Wohltätigkeits-Fußballturnier bekannter Bundesliga-Traditionsmannschaften sowie eine Kunstausstellung bildeten den Rahmen der Veranstaltung am 3. und 4. Juni 2006. Die gesamten Einnahmen aus der Kampagne kommen der Hilfsorganisation HOPE zugute, die gegen die Ausbreitung von AIDS in Südafrika kämpft.

    Der deutsche Fußball gegen AIDS
    Südafrikas Jugendnationaltrainer weiß bereits heute, dass zur Fußball WM 2010 in seinem Heimatland ein Drittel seiner Nationalspieler von HIV bzw. AIDS betroffen sein werden. Der SC Preußen 06 e.V. Münster richtet anlässlich seines 100jährigen Vereinsjubiläums im „Preußen-Stadion“ ein Charity-Turnier aus und zeigt damit seine Solidarität mit den Menschen in Südafrika. Mit von der Partie sind die Traditionsmannschaften des FC Bayern München, VfL Bochum, SC Freiburg, Bayer 04 Leverkusen, Arminia Bielefeld, 1. FC Kaiserslautern und des VfB Eppingen. Sie alle verzichten auf ihre Antrittsgelder, die zusammen mit den Eintrittseinnahmen sowie gesammelten Spenden der Deutschen AIDS-Stiftung zugute kommen, die sie direkt an HOPE weiterleitet.

    Prominente Unterstützung
    Bereits jetzt erhält „Anpfiff gegen AIDS“ prominente Unterstützung. Joachim Löw, Bundestrainerassistent der deutschen Nationalmannschaft, steht hinter der Aktion: „Fußball kann helfen, ein Thema wieder in die Öffentlichkeit zu bringen, das dringend unsere Hilfe braucht. Aufklärung zum Thema AIDS ist in Deutschland nach wie vor notwendig und die Aktion „Anpfiff gegen AIDS“ leistet hier einen wertvollen Beitrag, den ich gerne unterstütze.

    Zahlreiche Länder brauchen dringend unsere Hilfe – vor allem Südafrika, wo wir in vier Jahren die nächste Fußball-Weltmeisterschaft feiern wollen. Da kann Fußball heute schon mithelfen, die Situation zu verbessern. Lasst uns HIV und AIDS gemeinsam ins Aus kicken!“, so Joachim Löw.

    Konrad Lutz Preis: Kunst sagt mehr als tausend Worte
    Das Fußballturnier wird ergänzt von der Wanderausstellung mit Werken der diesjährigen Konrad Lutz Preisträger. Der Konrad Lutz Preis, gestiftet vom Gesundheitsunternehmen GlaxoSmithKline sowie Netzwerk plus, dem Netzwerk von Menschen mit HIV und AIDS, wurde 1998 ins Leben gerufen um HIV-Positiven und deren engstem Umfeld eine Sprache zu verleihen, die ohne Worte auskommt – die Sprache der Kunst. Die Preisträger 2006 sind Hartmut Zumbrink, Hans-Georg Ambrosius, Ralf Prickartz sowie Mihajlo Raskovic, deren Werke in Münster zu sehen sein werden.

    Mehr unter: http://www.anpfiffgegenaids.de

    Anpfiff gegen AIDS - Pressemeldung Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Aids-Zentrum will Therapie per Internet weltweit nutzbar machen

    „Mit der Pharmakotherapie kann man das Virus in Schach halten“

    Frankfurt/Main - Per Internet wollen Frankfurter Aids-Forscher ihre Erfolge bei der Behandlung der Immunschwäche weltweit nutzbar machen und so zur Eindämmung der Krankheit beitragen. Unter „www.hivcenter.de“ informiert der HIV-Schwerpunkt am Klinikum der Frankfurter Universität seit heute über Therapien, neue Medikamente und Hilfsangebote. „Wir wollen nicht nur behandeln, sondern die Ergebnisse der einzelnen Behandlungen so dokumentieren, dass sie übertragbar sind und auch in die Forschung einfließen“, erläuterte der Leiter der Einrichtung, Professor Schlomo Staszewski.

    Mit 3.500 Patienten pro Jahr gilt das Frankfurter „HIVCENTER“ als das größte deutsche Behandlungszentrum für Menschen mit HIV und Aids. 83 Prozent dieser Patienten werden laut Staszewski derzeit mit einer Kombinationen mehrerer Medikamente behandelt – drei von vier mit Erfolg: „Mit der Pharmakotherapie kann man das Virus in Schach halten“, sagte der Inhaber der einzigen Aids-Professur Deutschlands. So sei es trotz der steigenden Zahl von HIV-Infizierten gelungen, die jährliche Sterblichkeitsrate von 16 Prozent in den 90er Jahren auf unter ein Prozent zu senken. Allerdings seien die Medikamente nicht überall verfügbar und das Wissen um Therapien zu wenig verbreitet.

    Seit der Entdeckung von HIV/Aids vor 25 Jahren infizierte das Virus weltweit etwa 65 Millionen Menschen, 25 Millionen starben an den Folgen. In und um Frankfurt sind nach Zahlen der Aids-Hilfe der Stadt gut 5.000 Menschen mit dem Aidsvirus HIV infiziert – eine Verdopplung binnen zehn Jahren. Weltweit starben im vergangenen Jahr drei Millionen Menschen an der Immunschwäche. Internet: HIV-Schwerpunkt am Frankfurter Universitätsklinikum: www.hivcenter.de.

    Main-Spitze – Meldung vom 7. Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Robert-Koch-Institut verschickt neue HIV-Meldebögen

    Angaben zum Infektionsstatus wurden überarbeitet

    Berlin - Das Robert-Koch-Institut in Berlin (RKI) verschickt derzeit neue HIV-Erhebungsbögen. Der Grund: Bei den alten Bögen haben viele Ärzte vergessen, die Meldung über die Erstinfektion auszufüllen. Für die Statistik sind diese Daten aber wesentlich.

    "Ist dies der erste in Deutschland durchgeführte positive Bestätigungstest?", lautet die fett gedruckte und unterstrichene Frage im zweiten Block des Meldebogens. "Trotz dieser Hervorhebung glauben offenbar viele Ärzte, die Antworten ‚ja‘, "nein‘ oder ‚keine Angabe möglich‘, müsste vom Labor ausgefüllt werden", sagt Ulrich Marcus, Leiter des RKI, Abteilung für Infektionskrankheiten.

    Doch wenn die Frage nicht beantwortet wird, können die Statistiker die Fälle nicht als Erstdiagnose werten - "entsprechend wenig Neuinfektionen tauchen in der Statistik auf", sagt Marcus. Oft greifen die RKI-Mitarbeiter auch zum Telefon, um direkt beim jeweiligen Arzt nachzufragen. "Aber das können wir nicht bei allen fraglichen Fällen leisten", sagte Marcus.

    Das RKI erhält pro Jahr etwa 5.500 HIV-Erhebungsbögen. Bei der Hälfte der Bögen fehlen die Meldungen über die Erstdiagnose. "Für eine aufschlussreiche Statistik brauchen wir klare Zahlen", sagt Marcus. "Deshalb haben wir den Erhebungsbogen neu zugeschnitten."

    Bei den neuen Bögen wurde der zweite und dritte Block des Bogens mit der Frage über den letzten negativen HIV-Test zusammengefasst. "Wir fragen jetzt explizit nach dem letzten negativen oder ersten positiven HIV-Test", sagt Marcus.

    Ärzte-Zeitung vom 6. Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Immer mehr Frauen erkranken an Aids

    UN-Aids-Konferenz endet ohne konkrete Finanzzusagen

    New York - Die UN-Aids-Konferenz in New York ist ohne feste Finanzzusagen zu Ende gegangen. Nach dreitägigen Beratungen hieß es in der Abschlusserklärung lediglich, dass bis zum Jahr 2010 umgerechnet knapp 18 Milliarden Euro jährlich im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit benötigt würden. Das sind fast drei Mal soviel, wie die 6,4 Milliarden Euro, die im vergangenen Jahr dafür ausgegeben wurden. Die 151 Teilnehmerstaaten verpflichteten sich allerdings nicht auf einen konkreten Zeitrahmen für die Erhöhung der Finanzmittel. Sie sagten aber zu, zusätzliche Ressourcen frei machen zu wollen, um allen Aids-Kranken bis 2010 eine Behandlung zu ermöglichen.

    Zudem machten die Staaten auf die wachsende Aids-Verbreitung unter Frauen aufmerksam und hielten in der Erklärung das persönliche Recht von Frauen fest, sich gegen eine Ansteckung zu schützen. Dazu wurde in dem Dokument neben sexueller Enthaltsamkeit ausdrücklich das Benutzen von Kondomen erwähnt. Auch die Verteilung steriler Spritzen, um das Ansteckungsrisiko bei Drogenabhängigen zu verringern, wird gefordert. Zudem verurteilen die Staaten sexuellen Missbrauch, Vergewaltigung und jede andere Form von sexueller Gewalt, wie auch den Menschenhandel mit Frauen und Kindern.

    Zwar ist die Erklärung nicht bindend, doch dient sie vielen Regierungen als Grundlage für ihre Anti-Aids-Programme und stärkt die Einflussmöglichkeiten von Hilfsorganisationen und Menschenrechtsgruppen. Für viele von ihnen fiel die Erklärung dann auch als positiver aus, als sie es erwartet hatten.

    Die Ausbreitung von Aids hat sich nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) 2005 verlangsamt. Die Aids-Behörde der UN warnte am Dienstag bei der Vorlage ihres Jahresberichts 2005 aber vor verfrühtem Optimismus und verwies auf zahlreiche Probleme vor allem in Afrika, die es bei der Behandlung und der Vorbeugung von Aids gebe. Dort würden sich inzwischen mehr Frauen als Männer an dem HI-Virus anstecken, das die Krankheit auslöst. Weltweit sind etwa 40 Millionen Menschen infiziert. Seit 1981 sind rund 25 Millionen Menschen an Aids gestorben. Derzeit sind es etwa 8.000 Menschen am Tag.

    Kölner Stadt-Anzeiger vom 3. Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Chronik einer Seuche (1920) 1981 bis 2006

    25 Jahre Aids - Von einer mysteriösen Lungenentzündung bei jungen Homosexuellen zu einer Pandemie.

    Frankfurt/Main - Rund 25 Millionen Menschen sind bisher weltweit an Aids gestorben, 40 Millionen tragen derzeit das HI-Virus in ihrem Körper. Im Folgenden eine Chronik der Entwicklung:

    1920 - 1930: Moderne, nachträgliche Analysen legen inzwischen den Schluss nahe, dass das Aidsvirus bereits zu dieser Zeit in Afrika auf den Menschen überging. Weil wenige Menschen reisten, verbreitete sich das Virus zunächst nicht.

    1959: Aus diesem Jahr stammt die älteste sicher dokumentierte HIV-Infektion. Sie wurde später in der Blutprobe eines Afrikaners nachgewiesen.

    1978: Erster deutscher Aidsfall (wird erst rückblickend erkannt).

    1981: In den USA vor allem in Kalifornien und New York sterben immer mehr junge Männer an einer mysteriösen Krankheit, die das Immunsystem der Kranken ausschaltet. Am 5. Juni äußerst sich erstmals die US-Gesundheitsbehörde CDC über die auffällige Zunahme einer seltenen Krebsform und einer ungewöhnlichen Form von Lungenentzündungen bei jungen Homosexuellen.

    1982: Die erworbene Immunschwächekrankheit wird AIDS - Aquired Immuno Deficiency Syndrome genannt. Auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern werden die ersten Fälle diagnostiziert.

    1983: Der Amerikaner Robert Gallo und der Franzose Luc Montagnier identifizieren das Virus, das die Krankheit auslöst. Erst nach langen Diskussionen einigt man sich später auf HIV (Human Immunodeficiency Virus) als Abkürzung für das menschliche Immunschwächevirus. In Berlin wird die erste Aids-Hilfe gegründet.

    1984: Der erste HIV-Antikörpertest wird vorgestellt.

    1985: In Atlanta findet die erste Welt-Aids-Konferenz statt.

    In Deutschland dürfen ab Herbst keine Blutpräparate mehr auf dem Markt gebracht werden, die nicht auf den HI-Virus getestet wurden. Über 2.300 Menschen - darunter mehr als 1.800 Bluter - hatten sich zuvor infiziert.

    Im Oktober stirbt als erster Prominenter der US-Schauspieler Rock Hudson an den Folgen der Immunschwäche. Durch seinen Tod wird die breite Öffentlichkeit auf Aids aufmerksam.

    1986: Aus Afrika werden die ersten Aids-Fälle gemeldet.

    1987: Das erste Aids-Medikament (AZT) bekommt seine Zulassung. Das Therapeutikum kann den Verlauf der Krankheit verlangsamen.

    1988: Die WHO führt den 1. Dezember als Welt-Aids-Tag ein.

    1991: Die «Rote Schleife» wird internationales Symbol für den Kampf gegen Aids.

    1992: Auf Grund der US-Einreisebestimmungen wird die Aids-Konferenz von Boston nach Amsterdam verlegt.

    1995: So genannte Protease-Hemmer kommen als neues Aids-Medikament auf den Markt.

    1996: In den USA wird der erste nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer zugelassen. Die Vereinten Nationen gründen UNAIDS - eine Unterorganisation der UN im Kampf gegen Aids.

    1999: Ein internationales Forscherteam findet Belege dafür, dass das HI-1-Virus von einer Schimpansen-Unterart abstammt, die nur im westlichen Zentralafrika vorkommt.

    2003: Der erste Fusionshemmer kommt als vierte Klasse von Aids-Medikamenten in den USA auf den Markt.

    2004: Die WHO startet die Initiative 3 by 5. Danach sollen 2005 drei Millionen Infizierte mit Medikamenten versorgt werden.

    2005: Nach Angaben der UNAIDS sind über 40 Millionen Menschen auf der Welt mit dem HI-Virus infiziert - ein neuer Höchststand. Das Robert-Koch-Institut schätzte die Neuinfizierung in Deutschland auf rund 2.600 Menschen. In Deutschland leben insgesamt 49.000 Infizierte.

    2006: Weltweit gibt es 40 Millionen HIV-Infizierte. In Deutschland sind etwa 49 000 Menschen mit HIV infiziert.

    Der erste Bericht über die tödliche Seuche war eher unscheinbar: Vor 25 Jahren, am 5. Juni 1981, beschrieb die US-Gesundheitsbehörde CDC in Atlanta in seinem wöchentlichen Bulletin ein bis dahin unbekanntes Leiden. Fünf homosexuelle Männer aus dem Raum Los Angeles waren an einer rätselhaften Immunschwäche erkrankt: Aids. Seit diesem Tag sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 25 Millionen Menschen an dem «Acquired Immune Deficiency Syndrome» gestorben. Rund 40 Millionen sind heute mit dem Erreger HIV infiziert.

    Praxis Psychosoziale Beratung - Zusammenstellung vom 1. Juni 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Tomographie ermöglicht ein klareres Bild von HIV

    Spezielle Technik macht Rezeptoren besser sichtbar

    Tallahassee - Mit der Kryoelektronen-Tomographie, einer neuen Methode zum Nachweis von Proteinen, etwa bei Viren und Bakterien, hat eine Arbeitsgruppe um Professor Kenneth Roux neue Bilder vom Aids-Virus HIV gemacht.

    Darauf sind die Rezeptoren viel besser erkennbar als auf Bildern, die etwa mit der konventionellen Elektronenmikroskopie geschossen worden sind. Bei der Tomographie werden die Viren ohne spezielle Vorbehandlung schockartig abgekühlt und dadurch in einem dünnen Film aus amorphem Eis eingeschlossen.

    Im Elektronenstrahl werden die Viren dann schrittweise über einen großen Winkelbereich gedreht. Aus den aufgezeichneten Projektionsbildern wird dann die räumliche Struktur von HIV berechnet.

    In ihren Versuchen haben die Forscher aus Tallahassee in Florida HIV mit zusätzlichen Rezeptoren ausgestattet. Zu ihrer Überraschung entdeckten die Forscher, daß die Rezeptoren offenbar jeweils über drei Kontaktstellen mit der Virusmembran verbunden sind.

    Ärzte-Zeitung vom 31. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Ausbreitung von Aids erstmals verlangsamt

    Genf - Erstmals seit der Entdeckung von Aids vor einem Vierteljahrhundert hat sich die Ausbreitung der Krankheit verlangsamt. Im vergangenen Jahr steckten sich weltweit 4,1 Millionen Menschen mit dem HI-Virus an, wie das UN-Programm UNAIDS mitteilte. Im Jahr 2003 hatten sich noch 4,8 Millionen Menschen infiziert. Der Bericht wird alle zwei Jahre erstellt. Ende 2005 lebten demnach geschätzte 38,6 Millionen mit dem Aids-Virus infizierte Menschen auf der Erde. Den meisten von ihnen sei nicht bewusst, dass sie sich angesteckt haben.

    UNAIDS warnte vor einem Nachlassen im Kampf gegen Aids

    Das südliche Afrika sei trotz eines Rückgangs in wenigen Ländern weiter die am schlimmsten betroffene Region der Welt. Dort lebten zwei Drittel aller Aids-infizierten Menschen weltweit. Allein im Jahr 2005 seien in diesem Ländern zwei Millionen Menschen an der Krankheit gestorben. 2,7 Millionen Menschen steckten sich demnach neu an. Wenige Länder wie Simbabwe oder Kenia hätten rückläufige Ansteckungsraten.

    Auch in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion breitet sich Aids dem Bericht zufolge weiter schnell aus. Dort lebten im Jahr 2005 rund 1,5 Millionen Menschen mit der Krankheit. 53.000 starben, etwa doppelt so viele wie noch zwei Jahre zuvor. Aids breite sich dort vor allem bei Drogensüchtigen aus, die oft Nadeln gemeinsam benutzten. Durch ungeschützten Geschlechtsverkehr werde die Krankheit dann vor allem in den unteren Schichten weiter getragen.

    In China, wo laut UNAIDS erstmals belastbare Daten vorhanden waren, sind derzeit rund 650.000 Menschen mit dem Aids-Virus infiziert. Das entspricht einem Anteil von 0,1 Prozent an der Bevölkerung. Dagegen liegt die Zahl der Infizierten in Indien mit 0,9 Prozent weit höher. Breitet sich Aids in China vor allem unter Drogensüchtigen aus, so wird die Krankheit in Indien vor allem wegen ungeschütztem heterosexuellen Sex übertragen.

    Es seien "wichtige Fortschritte" erzielt worden seit dem großen UNAIDS Gipfel 2001, der die Wende zum Rückgang der Ansteckungszahlen bringen sollte, heißt es in dem Bericht von UNAIDS. So seien die Ausgaben für Kampagnen zur Verhinderung von Aids stark angestiegen.

    Seit seiner Entdeckung im Jahr 1981 hat das Aids-Virus mehr als 25 Millionen Menschen den Tod gebracht. Mit dem HI-Virus, der die Krankheit ausbrechen lässt, steckten sich in dieser Zeit weltweit rund 65 Millionen an.

    Download unter: http://data.unaids.org/pub/MediaAdvisory/2006/20060530-MA-GR_en.pdf

    UNAIDS - 2006 Report on the Global Aids Epidemic vom 30. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Globale Gesundheitsfortschritte überschattet durch HIV/Aids

    Hohe Mortalitätsraten in Osteuropa

    Zwischen 1991 und 2001 hat sich die Gesundheit in den meisten Bevölkerungen entscheidend verbessert, stellt eine Studie zur globalen Krankheitslast fest. Allerdings machten die HIV/Aids-Epidemie im südlichen Afrika und die Rückschritte in der Sterblichkeit Erwachsener in den Ländern der früheren Sowjetunion das Bild uneinheitlich.

    Die letzte Studie zur Krankheitslast weltweit wurde 1990 durchgeführt. Nun analysierten Alan Lopez von der University of Queensland in Brisbane und seine Kollegen die Mortalität, das Auftreten und die Häufigkeit von 136 Krankheiten und Verletzungen in sieben geografischen Regionen und nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgewählten Einheiten im Jahr 2001. Die globale Krankheitslast ist demnach zwischen 1990 und 2001 um ein Fünftel gesunken. Dafür sind insbesondere Fortschritte im Kampf gegen Infektionen, bessere Ernährungslage, bessere Versorgung von Müttern und perinatale Betreuung verantwortlich.

    Weltweit starben im Jahr 2001 über 56 Millionen Menschen. Knapp ein Fünftel davon waren Kinder unter fünf Jahren. HIV/Aids forderte 1990 etwa zwei Prozent der Menschenleben, 2001 waren es 14 Prozent. Auch die Sterblichkeit durch Malaria scheint in den 1990er Jahren gestiegen zu sein, am meisten davon betroffen ist das südliche Afrika. Herzkrankheiten, Herzinfarkt und Schlaganfall waren die Haupttodesursachen in den Ländern niedrig bis mittleren und hohen Einkommens: Zusammen machten sie mehr als ein Fünftel aller Todesfälle weltweit aus. In den reichen Ländern steht Lungenkrebs an dritter Stelle, nicht jedoch in den Ländern mittleren Einkommens, wo fünf der zehn häufigsten Todesursachen zu den Infektionskrankheiten zählen.

    "HIV/Aids und Malaria wachsen zu einer immer größeren Belastung durch Todesfälle und Krankheit heran, insbesondere in Südafrika, wo sie Fortschritte in der Reduzierung der Kindersterblichkeit durch Masern, Atemwegsinfekte und Durchfall zunichte machen", erklärt Professor Lopez.

    Die Autoren stellen außerdem in den 1990er Jahren eine auffallende Umkehr in der sinkenden Mortalitätsrate Erwachsener in Osteuropa fest - wohl auf Grund des Fehlens effizienter Gesundheitsüberwachung und -maßnahmen.

    Quelle: Alan D Lopez and others. Global and regional burden of disease and risk factors, 2001: systematic analysis of population health data. Lancet 2006; 367: 1747

    The Lancet vom 27. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Ursprünge von HIV nachgewiesen

    Gentest ermöglicht Nachweis von SIVcpz

    Nottingham - Ein internationales Wissenschaftlerteam hat die Ursprünge von HIV bei wilden Schimpansen nachgewiesen, die im Süden von Kamerun leben. Forscher der Universitäten Nottingham, Montpellier und Alabama haben ein Jahrzehnt an diesem Projekt gearbeitet. Unterstützt wurden sie dabei von Prevention du Sida au Cameroun (PRESICA). Das Virus SIVcpz (Simian Immunodeficiency Virus from chimps) galt als der Ursprung von HIV. Es wurde jedoch bisher nur bei wenigen in Gefangenschaft lebenden Tieren nachgewiesen. Jetzt wurde ein natürliches Vorkommen von SIVcpz bei wildlebenden Tieren nachgewiesen. Die Ergebnisse der Studie werden in Science http://www.sciencemag.org veröffentlicht.

    Der Nachweis von SIVcpz war bisher nur über einen Bluttest möglich. Für die aktuelle Studie wurden die Fäkalien von Schimpansen aus abgelegenen Dschungelregionen Kameruns analysiert. Wissenschaftlern der University of Alabama http://www.ua.edu war es gelungen, die genetischen Sequenzen des Schimpansenvirus zu bestimmen, nach denen in der Folge in den Proben gesucht werden konnte.

    Labortests zeigten SIVcpz spezifische Antikörper und genetische Informationen, die mit dem Virus bei bis zu 35 Prozent der Schimpansen in manchen Gruppen zusammenhingen. Alle Daten wurden zur Analyse an die University of Nottingham http://www.nottingham.ac.uk geschickt. Es gelang, eine extrem enge genetische Beziehung zwischen einigen Proben und HIV-Stämmen nachzuweisen. Die Schimpansen aus dem Südosten von Kamerun trugen Viren in sich, die der weltweit verbreiteten Form von HIV sehr ähnlich waren. Laut den Wissenschaftlern ist damit nicht nur das Rätsel um den Ursprung von HIV gelöst, sondern auch ein neuer Ansatz für künftige Forschungsvorhaben gefunden.

    SIVcpz führt bei den Schimpansen zu keinen Erkrankungen, die Aids ähnlich sind. Derzeit wird erforscht, waum die Tiere unter keinen Symptomen leiden, sehr wohl aber der genetisch sehr ähnliche Mensch. Der Genetiker Paul Sharp von der University of Nottingham erklärte, dass das Team im Augenblick die genetischen Unterschiede zwischen SIVcpz und HIV untersucht, die als Reaktion auf den Sprung von einer Art auf die andere entstanden.

    Es wird laut BBC angenommen, dass Menschen, die Schimpansen jagten, mit dem Virus in Kontakt kamen. Die ersten Krankheitsfälle wurden um 1930 in Kinshasa, in der Republik Kongo, gemeldet. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Seltenheit der Fälle und dass die Symptome von Aids unterschiedlich sein können, erklären, warum das Virus erst 50 Jahre später eine genaue Bezeichnung erhielt.

    Pressetext Austria und http://bbc.co.uk vom 26. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Kondom oft nur beim "ersten Mal" verwendet

    Drei von vier Jugendlichen verwenden beim "ersten Mal" ein Kondom, danach sinkt die Akzeptanz von Verhütungsmitteln wieder. Das hat eine Umfrage der Gewerkschaftsjugend unter 600 Heranwachsenden in Salzburg ergeben.

    Ein Drittel hat Angst vor AIDS

    Nach dem ersten geschlechtlichen Kontakt verwenden nur noch knapp die Hälfte Pille oder Kondom - das ergab die Befragung.

    Auch die Angst vor AIDS ist nicht besonders groß - nur jeder dritte befragte Jugendliche fürchtet sich davor. AIDS sei eine in Afrika verbreitete Krankheit und würde sie selbst nicht betreffen, das war laut Junggewerkschafter Gerald Forcher die vorherrschende Meinung.

    Hälfte redet nicht mit Eltern über Sex

    Die Salzburger Eltern scheinen auch keine große Hilfe zu sein: 50 Prozent der Jugendlichen reden nicht mit Mutter oder Vater über die Gefahren von ungeschütztem Sex.

    "First Love"-Ambulanz kaum bekannt

    Sehr gering, so die Kritik von Gewerkschafter Forcher, sei die Kenntnis über die "First Love" Beratung am Landeskrankenhaus - dabei würden dort zum Beispiel Kondome gratis ausgegeben.

    Safer Sex würde nämlich oft daran scheitern, dass Burschen Hemmungen beim Kondom-Kauf hätten und Mädchen die Pille zu teuer sei. Für den Herbst kündigt die Privatangestellten-Gewerkschaft eine Safer-Sex Kampagne an Schulen, Betrieben und Universitäten an.

    ORF Salzburg Meldung vom 25. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Frauen und HIV/Aids

    Weltweit gibt es heute 40,3 Millionen HIV-Infizierte. Was die wenigsten wissen: 1995 waren nur 12 Prozent aller Infizierten Frauen. Heute ist es bereits fast die Hälfte. In Afrika südlich der Sahara sind sogar schon 57 Prozent der Betroffenen weiblich.

    Vor allem Mädchen und junge Frauen zwischen 15 und 24 Jahren sind gefährdet: Auf einen HIV-positiven jungen Mann kommen in Afrika südlich der Sahara durchschnittlich 2,7 HIV-infizierte Frauen derselben Altersgruppe. So sind in Swasiland 45,9 Prozent der Frauen und Mädchen im Alter von 15 bis 24 Jahren HIV-infiziert und "nur" 17,7 Prozent der jungen Männer.

    Einige Gründe für die schnell fortschreitende Feminisierung von HIV/Aids:
     

    • Frauen haben biologisch ein mehr als doppelt so hohes Risiko sich anzustecken - unter anderem, weil die Konzentration der HI-Viren in Sperma besonders hoch ist und weil sie sich beim Sex oft winzige, unspürbare Verletzungen zuziehen. Besonders junge Frauen haben ein hohes Verletzungsrisiko, da ihr Körper noch nicht ausgereift ist.
    • Viele Frauen können die Anwendung von Kondomen nicht durchsetzen - weder gegenüber ihrem Ehemann oder Partner, noch wenn sie sich aus wirtschaftlicher Not prostituieren müssen.
    • Mädchen werden in Afrika und Asien häufig schon als Teenager verheiratet - meistens mit einem viel älteren Mann, der bereits sexuelle Beziehungen hatte und womöglich schon mit HIV infiziert ist.


    Die Grafik "HIV/Aids bei 15- bis 24-jährigen Frauen und Männern" finden Sie auf unserer Homepage unter http://www.weltbevoelkerung.de/pdf/HIVbei1524jaehr0305.pdf

    Deutsche Stiftung Weltbevölkerung - Pressemeldung vom 24. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Studie zu Sexualverhalten in Namibia

    Windhoek - Namibier werden immer früher sexuell aktiv, haben aber weniger Partner beim Geschlechtsverkehr. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der John-Hopkins-Universität in Baltimore/USA durchgeführte Untersuchung zur HIV/Aids-Prävention in sieben Orten des Landes, für die etwa 4200 Menschen befragt wurden. Die kürzlich vorgestellte Studie zeigt zudem, dass einer von zwei Namibiern regelmäßig Kondome verwendet. Allerdings sind die Erkenntnisse zur HIV/Aids-Prävention in den verschiedenen Gegenden ambivalent: Während in Rehoboth ein deutlicher Anstieg bei der Nutzung von Präservativen von 30 im Jahr 2003 auf 48% (2005) verzeichnet wurde und die Zahl in Oniipa konstant bei 55% blieb, sank die Beliebtheit von Kondomen in Oshikuku um sieben auf 48%.

    Im Mittel haben die Namibier mit 18 Jahren zum ersten Mal Geschlechtsverkehr, ein Jahr früher als noch im Jahr 2003.

    Laut Studie kennen die meisten der Befragten die Möglichkeiten einer HIV-Infizierung sowie Präventivmaßnahmen, wenden aber offensichtlich nur ausgewählte davon an. Die Zahl der Jugendlichen, die auf sexuelle Kontakte verzichtet, um dem Risiko einer HIV-Infektion vorzubeugen, ist signifikant zurückgegangen. Besonders deutlich sind hier die Zahlen aus der Gegend um Oshikuku: Noch im Jahr 2003 hatten 50% der Befragten ausgesagt, keinen Sex zu praktizieren, im Jahr 2005 reduzierte sich die Zahl um die Hälfte auf 25%. Neben der Verwendung von Kondomen wurden als weitere Methoden zum Schutz vor HIV/Aids von einem Drittel der Befragten Treue bzw. weniger wechselnde Partner genannt. Positiv wertete die Studie zudem die steigende Zahl von HIV-Tests: Jeder zweite Befragte gab an, bereits eine solche Untersuchung durchgeführt zu haben.

    Dr. Rajiv Rimal, Leiter der Untersuchung, sieht die Ergebnisse komplex: ,,Wir verzeichnen Verbesserung und positive Änderungen hinsichtlich mancher Verhaltens- und Denkweisen, stellen aber auch fest, dass sich andere verschlimmert haben." Das HIV/Aids-Problem müsse deshalb mit einer Aufklärungskampagne zur Verhaltensänderung angegangen werden.

    Allgemeine Zeitung Namibia – Meldung vom 22. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    HIV/AIDS-Bekämpfung fehlen Aktionspläne und Geld

    Aktionsbündnis gegen AIDS stellt Bericht "Globale Krise und Deutschlands Beitrag zur globalen Antwort" vor

    Berlin - Die Bundesregierung ist aufgefordert, im Haushalt 2007 mindestens 800 Millionen Euro für die HIV/AIDS-Eindämmung einzustellen. Die Strategiepapiere der Bundesregierung zur HIV/AIDS-Arbeit sind sehr gut und werden anerkannt. Zu ihrer Umsetzung fehlen allerdings konkrete Aktionspläne und ausreichende Finanzmittel. Zu diesen zentralen Aussagen kommt das AKTIONSBÜNDNIS GEGEN AIDS in seinem Bericht "Globale Krise und Deutschlands Beitrag zu globalen Antwort", der sich auf den Beitrag der Bundesregierung zur internationalen HIV/AIDS-Bekämpfung bezieht. Der Bericht dient zur Vorbereitung der UN-Konferenz zu HIV/AIDS vom 31. Mai - 2. Juni in New York.

    "Die Verantwortung Deutschlands als zuverlässiger Partner der Länder und Menschen, die von HIV/AIDS betroffen und bedroht sind, wird auch danach bewertet werden, ob die deutsche Regierung angemessene Finanzmittel für den Ausbau von HIV/AIDS-Programmen zur Verfügung stellt", sagte Olaf Hirschmann, Sprecher des AKTIONSBÜNDNISSES GEGEN AIDS. "In Deutschland und vor allem in den Entwicklungsländern blockiert die fehlende finanzielle Unterstützung die Ausweitung tragfähiger Programme."

    Bei der ersten UN-Sondergeneralversammlung zu HIV/AIDS erkannten die Industrieländer im Jahr 2001 ihre Verantwortung für die Finanzierung der HIV/AIDS-Bekämpfung an. Der Finanzbedarf für das Jahr 2007 wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UNAIDS auf insgesamt 18 Milliarden US-Dollar geschätzt. Der deutsche Beitrag sollte für das Jahr 2007 - bilaterale und multilaterale Finanzierungsmechanismen eingeschlossen - 990 Millionen US-Dollar (800 Millionen Euro) nicht unterschreiten.

    "Es ist enttäuschend, dass die Bundesregierung HIV/AIDS im Rahmen ihrer G8-Ratspräsidentschaft im Jahr 2007 nicht thematisieren möchte", erklärte Hirschmann. "Hier geht es nicht um neue Versprechen, sondern um das konsequente Einlösen von Hilfe, die den über 40 Millionen Menschen, die weltweit mit HIV/AIDS leben, in Aussicht gestellt wurde." Deutschland hatte im Rahmen der Vereinten Nationen und der G8 verbindliche Verabredungen zum Ausbau der weltweiten HIV/AIDS-Arbeit getroffen. Beim Weltwirtschaftsgipfel 2005 hatten die G8 einen weltweiten Zugang für alle Menschen zu Prävention und Behandlung bis ins Jahr 2010 in Aussicht gestellt. Deshalb fordert das AKTIONSBÜNDNIS GEGEN AIDS, "dass Deutschland die HIV/AIDS-Bekämpfung auf höchster Regierungsebene verankert, damit diese Versprechen eingelöst werden."

    Das AKTIONSBÜNDNIS GEGEN AIDS ist ein Zusammenschluss von 100 kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen der Aids- und Entwicklungszusammenarbeit sowie mehr als 270 Basisgruppen. Gemeinsam wollen sie Politik und Pharmaindustrie stärker in die Verantwortung für den Kampf gegen HIV/Aids nehmen. Der Ausbau der finanziellen Ressourcen zur weltweiten HIV-Prävention und AIDS-Bekämpfung und der weltweite Zugang zur Therapie sind die zentralen Anliegen der Kampagne des Bündnisses.

    Den Bericht "Globale Krise und Deutschlands Beitrag zur globalen Antwort" finden Sie unter: www.aids-kampagne.de.

    Aktionsbündnis gegen AIDS - Pressemeldung vom 22. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    HIV-Infektionen werden oft zu spät erkannt

    In Österreich werden pro Jahr rund eine Million HIV-Tests durchgeführt. Doch bei 30 Prozent der Betroffenen wird die Infektion erst in einem sehr späten Stadium festgestellt, kritisieren nun Fachleute.

    Dabei würde eine frühzeitige Diagnose vor weiteren Ansteckungen schützen und die Therapie einfacher machen, so Mediziner bei einer Pressekonferenz in Wien.

    Behandlungskosten könnten eingespart werden

    Pro HIV-Infiziertem ist mit Behandlungskosten von - konservativ geschätzt - rund 600.000 Euro auf Lebenszeit zu rechnen. Mindestens zehn Prozent ließen sich durch Hilfen zur peniblen Einhaltung der Therapie einsparen, hat eine neue gesundheitsökonomische Berechnung ergeben.

    "In den vergangenen Jahren hat sich die Todesrate von AIDS-Patienten um 80 bis 90 Prozent reduziert", sagte Brigitte Schmied, Präsidentin der Österreichischen AIDS-Gesellschaft.

    6.000 Österreicher infiziert

    Die Zahl der Behandelten HIV-Positiven ist in den vergangenen Jahren um rund 30 Prozent gestiegen. Derzeit gibt es in Österreich rund 6.000 Personen, welche das Immunschwächevirus in sich tragen.

    Schmied: "Aber 30 Prozent der HIV-Infizierten erfahren von ihrer Infektion erst sehr spät. Rund 15 Prozent haben bei der Diagnose bereits AIDS. 30 bis 50 Prozent der infizierten Frauen erfahren davon erst bei der Schwangerschaft. Was man gar nicht genug ansprechen kann, das ist der Anstieg der Infektionen unter Heterosexuellen."

    Statistische Daten

    Das durchschnittliche Alter der Betroffenen liegt in Östererich bei 41,77 Jahren. Sechs Prozent der HIV-Positiven sind bereits älter als 60. Der Anteil der Frauen beträgt 30,7 Prozent. Am höchsten ist er in Oberösterreich (39,7 Prozent), gefolgt von Vorarlberg (37,1 Prozent) und Tirol (35,4 Prozent). 41 Prozent haben die HIV-Infektion über heterosexuellen und 29,4 Prozent über homosexuellen Geschlechtsverkehr sowie 20,2 Prozent über die Injektion von Drogen bekommen.

    Viele Tests zu spät durchgeführt

    Obwohl in Österreich 86 von 1.000 Einwohnern pro Jahr auf HIV getestet werden, werden die Infektionen offenbar viel zu spät erkannt.

    Armin Rieger, Leiter der AIDS-Ambulanz an der Universitäts-Hautklinik am Wiener AKH: "Ein Drittel der Patienten kommt in einem fortgeschrittenen Stadium zu uns. Wir entdecken nur sehr wenige Fälle einer akuten HIV-Infektion - 45 bis 70 solcher Fälle pro Jahr."

    ORF ON Science - Meldung vom 19. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    HIVCENTER WEEKEND – PATIENTEN-INFOTAG

    Wissen ist Leben

    Mit einem Patienten-Infotag beginnt am Freitag, dem 09. Juni 2006, der erste Teil eines zweitägigen Info-Event rund um HIV und AIDS für Patienten, Ärzte und alle Interessierte.

    Der renommierte AIDS-Professor Dr. med. Schlomo Staszewski setzt damit den erfolgreichen „Tag der offenen Tür“ der ehemaligen Infektions- und Studienambulanz / Haus 68 unter neuer Konzeption fort. Durch laienverständliche und kurzweilige Vorträge werden von den kompetenten und erfahrenen HIV-Behandlern des HIV-Schwerpunkts Grundlagen zum Verständnis der HIV-Infektion vermittelt.

    Professor Dr. med. Schlomo Staszewski und das Ärzteteam des HIVCENTER referieren aus ihrer Praxis sowie über das Engagement des HIVCENTER für die Dritte Welt. Ein weiterer thematischer Schwerpunkt liegt in der Darstellung neuer Behandlungs- und Therapiechancen, die den Betroffenen ein Leben mit größtmöglicher Qualität eröffnen.

    Im Anschluss an die Kurzvorträge rund um das Thema Leben mit HIV und AIDS findet ein großes Come Together mit Musik und Snacks statt. In ungezwungener Atmosphäre besteht dabei die Möglichkeit, sich direkt mit HIV-Experten und Betroffenen auszutauschen. Die Teilnahme am Patienten-Infotag ist kostenlos – eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Da am 09. Juni auch die Fußballweltmeisterschaft beginnt, lädt der „Verein der Freunde des HIVCENTER des Hauses 68 e.V.“ vor dem eigentlichen Veranstaltungsbeginn zu einer Live-Großbild-Übertragung des Eröffnungsspiels Deutschland – Costa Rica ein.

    Am Samstag, den 10. Juni, findet als zweiter Teil des HIVCENTER WEEKEND die HIVCENTER Ärztefortbildung statt, eine ganztägige interaktive Veranstaltung von HIV-Behandlern für Mediziner aller Fachdisziplinen, die sich zum Thema HIV und AIDS weiterqualifizieren möchten.

    Beginn der Vorträge: ab 19:45, Hörsaal H 23-3 im Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt; direkt im Anschluss: Großes Come Together im HIVCENTER, Haus 68, Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt.

    Übertragung des WM-Eröffnungsspiels Deutschland – Costa Rica ab 18:00 Uhr, Hörsaal H 23-3

    GESPRÄCHSRUNDE MIT SANDRA MAISCHBERGER UND GÄSTEN

    Am 7. Juni 2006 veranstaltet das HIVCENTER zum Anlass der Freischaltung seiner Internet-Präsenz www.hivcenter.de von 11:00 bis 12:30 Uhr einen Livetalk im Frankfurter Fernsehstudio des Hessischen Rundfunks im Maintower zum Thema "25 JAHRE AIDS: Das große Sterben oder Licht am Horizont?"

    Mehr unter: http://www.hivcenter.de/

    Deep Thought Gesellschaft für Kommunikation mbH - Pressemeldung Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Mitunter starke Immunreaktion auf HIV-Therapie

    Das Befinden kann sich vorübergehend verschlechtern / Ursache meist subklinische opportunistische Infektion

    Hannover - Bis zu 30 Prozent aller HIV-Infizierten im fortgeschrittenen Stadium berichten Tage bis wenige Monate nach einer erstmals begonnenen hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) über eine Verschlechterung ihres Befindens.

    Die Patienten haben Zeichen einer akuten Infektion, obwohl die Medikamente zunächst gut verträglich sind und die Laborkontrolle bestätigt, dass die Arzneien wirksam sind. Verschlechtere sich während einer HIV-Therapie zunächst das Befinden, sollte an ein immunrekonstitutionelles inflammatorisches Syndrom (IRIS) gedacht werden, sagte Dr. Hans Heiken von der Medizinischen Hochschule Hannover.

    IRIS ist ein Sammelbegriff für überschießende Entzündungsreaktionen, die sowohl eine infektiöse als auch nicht infektiöse Ursache haben können. Die Reaktionen können auftreten, wenn etwa ein erheblich geschwächtes Immunsystem plötzlich wieder erstarkt. IRIS komme aber nicht nur bei HIV-Patienten mit erfolgreicher HAART vor, sondern auch bei anderen Patienten - etwa nach dem Ende einer Chemotherapie oder wenn eine immunsuppressive Behandlung unterbrochen werde.

    Häufigster Auslöser eines IRIS bei neu begonnener HAART ist eine subklinische opportunistische Infektion, etwa eine Zytomegalie. Gegebenenfalls sollte die Infektion spezifiziert werden und eine zielgerichtete Therapie erfolgen. Zusätzlich sei symptomatisch mit NSAR und eventuell mit einer befristeten immunsuppressiven Therapie gegen das Entzündungssyndrom zu therapieren. HAART selbst solle nach Möglichkeit fortgeführt werden, betonte Heiken auf einer Aids-Tagung in München.

    Ärzte Zeitung vom 18. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Welt-AIDS-Impfstofftag am 18. Mai 2006

    Deutsche AIDS-Stiftung und International AIDS Vaccine Initiative (IAVI) fordern verstärkte Anstrengungen für Impfstoffforschung

    Bonn - Bonn/New York. Am Welt-AIDS-Impfstofftag, der vor neun Jahren vom früheren US-Präsidenten Bill Clinton ins Leben gerufen wurde, erinnern die Deutsche AIDS-Stiftung und ihr Kooperationspartner, die International AIDS Vaccine Initiative (IAVI), an die dringende Notwendigkeit, die Entwicklung neuer Präventionstechnologien voranzutreiben, um der HIV/AIDS-Pandemie Einhalt zu gebieten.

    Trotz aller Bemühungen der internationalen Gemeinschaft um Prävention, Pflege und Therapie, ist AIDS heute, 25 Jahre nachdem die Krankheit erstmals auftrat, weiterhin außer Kontrolle. Die Zahl der HIV-Infektionen steigt weltweit an, und mehr als drei Millionen Menschen sterben jedes Jahr an AIDS. Die Ausbreitung von HIV/AIDS führt auch dazu, dass das Erreichen der Milleniums-Ziele der Vereinten Nationen, darunter die Bekämpfung von Armut und die Verbesserung des Lebensstandards weltweit, in weite Ferne rücken.

    "In dieser Situation sind AIDS-Impfstoffe der einzige langfristig erfolgversprechende Weg, der die HIV/AIDS-Pandemie stoppen kann", betonte Dr. Ulrich Heide, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung, die seit dem Jahr 2000 mit IAVI kooperiert. "Wir fordern daher die Bundesregierung auf, sich im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft sowie des G8-Vorsitzes im kommenden Jahr verstärkt für die Unterstützung der Impfstoffforschung einzusetzen."

    "Die internationale Gemeinschaft muss - heute mehr denn je - sicherstellen, dass zu einer wirkungsvollen Bekämpfung von HIV/AIDS sowohl die schnelle Ausweitung existierender HIV-Präventionsprogramme als auch die strategische und langfristige Investition in neue Präventionstechnologien gehören", sagte Seth Berkley, Präsident und Vorstandsvorsitzender von IAVI. "Wir können es uns nicht leisten, ein weiteres Vierteljahrhundert zu warten, bis wir diese zerstörerischen Entwicklungen aufhalten."

    Jeden Tag infizieren sich 14.000 Menschen mit HIV, 95 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern. AIDS zerstört Familien und Gemeinschaften, verringert das wirtschaftliche Wachstum und beraubt die Gesellschaften ihrer Lehrer, ihres Gesundheitspersonals und ihrer Landarbeiter. Zwar ist der allgemeine Zugang zu Therapien ein wichtiges Ziel, er bedeutet jedoch weder Aussicht auf Heilung, noch ist die Medikation für alle Betroffenen auf lange Sicht finanzierbar. Wenn die Infektionszahlen nicht durch verstärkte Prävention, etwa durch Impfungen, drastisch gesenkt werden, werden die Behandlungskosten in die Höhe schnellen und weder für die Entwicklungsländer, noch für die internationalen AIDS-Organisationen bezahlbar sein.

    Heute werden circa 30 Impfstoffkandidaten an Menschen getestet. Im vergangenen Jahr startete IAVI neue klinische Studien in Südafrika, Sambia, Indien, Ruanda, Uganda und Kenia. Um Forschung und Entwicklung voranzutreiben, werden jedoch dringend mehr private und öffentliche Gelder benötigt, etwa um Investitionen in Forschungsteams, Infrastruktur und klinische Studien zu finanzieren.

    In 2004 wurden weltweit über 690 Millionen US-Dollar zur Erforschung präventiver AIDS-Impfstoffe investiert. Obwohl AIDS die größte medizinische Krise seit dem 14. Jahrhundert ausgelöst hat, werden weniger als ein Prozent aller Mittel für gesundheits- und arzneimittelbedingte Forschung für AIDS-Impfstoffe ausgegeben. Die International AIDS Vaccine Initiative ging 2005 von einem jährlichen Bedarf für die weltweite AIDS-Impfstoffforschung von 1,15 bis 1,2 Milliarden US-Dollar aus.

    Die 1996 gegründete Non-Profit-Organisation IAVI ist in 23 Ländern der Erde vertreten und damit die weltweit größte Organisation, die sich für das Thema AIDS-Impfstoffe einsetzt. In Europa arbeitet IAVI bei der Implementierung von fünf Impfstoffentwicklungsprojekten mit akademischen Institutionen sowie Biotechnologie- und pharmazeutischen Unternehmen zusammen. Klinische Versuche in frühen Phasen mit AIDS-Impfstoffkandidaten wurden von IAVI in Großbritannien, Belgien, Deutschland und in der Schweiz durchgeführt. IAVI hat in Europa ein gut funktionierendes Netzwerk etabliert und hat Partnerschaftsvereinbarungen mit nationalen AIDS-NGOs abgeschlossen, darunter die Deutsche AIDS-Stiftung, die die klinischen Tests in Bonn und Hamburg mit 100.000 Euro förderte. IAVI erhält finanzielle Unterstützung von Spendern weltweit, in Europa unter anderem von den Regierungen von Dänemark, Irland, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und Großbritannien, der Baskischen Autonomen Regierung sowie von der Europäischen Union.

    Deutsche AIDS-Stiftung - Pressemeldung vom 17. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Hotline für Homosexuelle

    Die erste nationale Hotline für Homosexuelle in China ist eröffnet worden. Die Hotline bietet Beratung zu einer Reihe von Fragen an.

    Die Städte Shanghai und Guangzhou stellen mit dieser Hotline unter anderem psychologische, juristische und AIDS-Beratung zur Verfügung. Freiwillige aus Guangzhou und Shanghai arbeiten mit vereinten Kräften für die Initiative.

    Der Service wird von der Hong Konger Chi Heng-Stiftung gesponsert. Die Stiftung hatte zuvor eine auf Shanghai beschränkte Hotline für psychologische Hilfe und eine auf Guangzhou beschränkte Hotline für von HIV/AIDS Betroffene betrieben.

    Die neue landesweite Hotline (800-988-1929) ist jeden Tag mehrere Stunden lang erreichbar. Die Mitarbeiter der Hotline sind Freiwillige aus beiden Städten.

    Die neue Hotline wurde eingerichtet, da die zwei vorherigen Beratungsstellen durch Anrufe aus ganz China und zum Teil sogar aus dem Ausland überlastet waren.

    "Es ist immer noch sehr schwierig, auf dem chinesischen Festland als Homosexueller zu leben", sagte Hu Zhijun, ein Mitarbeiter der Stiftung gegenüber der China Daily.

    "Aufgrund des Druckes ihrer Familien und der Gesellschaft trauen sich die meisten Homosexuellen nicht, ihre sexuelle Orientierung öffentlich zu machen und heiraten jemanden vom anderen Geschlecht."

    Viele der Homosexuellen brauchen nicht nur emotionale Unterstützung sondern auch Beratung über ihre Rechte, erklärt Hu.

    Insgesamt arbeiten 13 Freiwillige als Berater für die Hotline. Alle Freiwilligen sind selber homosexuell und haben eine Vollzeitbeschäftigung. Sie arbeiten in ihrer Freizeit kostenlos für die Hotline.

    Die meisten der Freiwilligen haben Bachelor oder Magister Abschlüsse in Medizin, Psychologie, Recht oder Soziologie und wurden außerdem durch spezielles Training auf ihre Aufgabe vorbereitet.

    "Ich erwarte, dass mehr qualifizierte Leute als Berater für unsere Hotline arbeiten werden, wenn sie bekannter wird", sagte der Leiter der Hotline, Xiao Dong.

    "Die meisten Anrufe, die wir bisher erhalten haben, stammen von Menschen, die sich über gesellschaftliche Stigmatisierung und Ignoranz beklagen oder die nicht verstehen was Homosexualität bedeutet", erklärte Hu

    Die Hotline ist während der Woche von 19.00 Uhr bis 21.00 Uhr, samstags von 16.00 Uhr bis 21.00 Uhr und sonntags von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr besetzt. Zu allen anderen Zeiten, ist ein Anrufbeantworter zu erreichen.

    Es gibt auf dem chinesischen Festland etwa 48 Millionen Homosexuelle, ergab eine Studie von Li Yinhe, einer Soziologin und Pionierin im Bereich sexueller Aufklärung in China.

    Li hatte auf dem Landeskomitee der Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes vorgeschlagen, das Heiraten zwischen Homosexuellen zu legalisieren. Obwohl der Vorschlag abgelehnt wurde, hat sie landesweit für Aufsehen gesorgt.

    "Es gibt auf dem chinesischen Festland nicht genügend Angebote für Homosexuelle, besonders seit die einzige Hotline zur Beratung für Homosexuelle in Shanghai dieses Jahr ihren Betrieb einstellte. Aus diesem Grund haben wir die neue Hotline eingerichtet", sagte Roger Shen, ein Mitarbeitern der Chi Heng-Stiftung und verantwortlich für die Shanghaier Zweigstelle der Stiftung. Die Freiwilligen würden sorgfältig ausgesucht, sagte Shen.

    "Die Priorität bei der Wahl der Freiwilligen ist, dass sie homosexuell sind, egal ob Frau oder Mann", erklärte Shen. "Sie können die Gefühle der Anrufer besser verstehen. Außerdem sprechen die Anrufer lieber mit Menschen mit demselben sexuellen Hintergrund."

    Zum Schutz der Identität und der Privatsphäre der Anrufer würden strikte Maßnahmen getroffen.

    China Daily - Meldung vom 15. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Die wirkliche Alternative: Enthaltsamkeit

    Ein Kommentar des Moraltheologen Josef Spindelböck zur Debatte über Aids und die Verwendung von Kondomen.

    Kleinhain - Gemäß der katholischen Lehre ist die Ehe der ausschließliche Ort für die sexuelle Verbindung von Mann und Frau. Um die Ausbreitung von AIDS zu verhindern, ist generell die Aufgabe und Änderung eines von Promiskuität gekennzeichneten Lebensstils nötig. Eheliche Treue sowie vor- und außereheliche sexuelle Enthaltsamkeit sind die wirksamste Weise, der Ausbreitung von AIDS zu begegnen. Kondome ermutigen generell zur Fortsetzung eines unverantwortlichen Lebensstils und sind eine falsche und unzureichende, nur „technische“ Antwort auf ein moralisches Problem. Natürlich ist es wahr, dass innerhalb eines sexuell freizügigen Lebensstils, der sich nicht nach den Geboten Gottes richtet, im Hinblick auf eine HIV-Infektion der so genannte „geschützte“ Geschlechtsverkehr mit Kondom „sicherer“ und „verantwortlicher“ ist als jener ohne Kondom. Aus dieser Feststellung kann jedoch keine Unterstützung der Kirche für den in sich unverantwortlichen sexuell freizügigen Lebensstil wie auch für die Anwendung von Kondomen abgeleitet werden. Vielmehr ist eine grundlegende Bekehrung und Verhaltensänderung nötig!

    Auch bei Ehepaaren, von denen ein Teil HIV-positiv ist, ist der Gebrauch von Kondomen nicht vertretbar: Kondome sind kein hundertprozentiger Schutz, sondern weisen eine angesichts der tödlichen Gefährdung von AIDS eine unverantwortlich hohe Fehlerquote auf. Ist ein Ehepartner HIV-positiv, dann bietet nur sexuelle Enthaltsamkeit einen wirklichen Schutz für den anderen. Die Enthaltsamkeit stellt im besagten Fall eine wesentliche Aufgabe und Forderung der ehelichen Liebe dar und bringt die personale Hingabe der Gatten dadurch zum Ausdruck, dass - um eine Ansteckung des anderen Gatten zu vermeiden - beide einvernehmlich auf sexuellen Verkehr verzichten. Überdies würde im Fall der Anwendung von Kondomen die Vorbehaltlosigkeit der ehelichen Hingabe im sexuellen Akt selber nicht mehr zum Ausdruck gebracht.

    Man kann im konkreten Fall auch nicht vom "kleineren Übel" sprechen, das dann gegeben wäre, wenn es ausschließlich die Alternative des "größeren Übels" gäbe. Hier jedoch ist die wirkliche Alternative die Enthaltsamkeit der Gatten. Diese ist, wenn sie aus Liebe und Rücksichtnahme erfolgt, keineswegs ein "Übel", sondern ein Weg zu neuer und vertiefter Gemeinsamkeit auch angesichts der Prüfung durch Krankheit und Leiden. Bei HIV-Infektion eines Ehepartners ist der Verzicht auf Geschlechtsverkehr gerade aus Achtung vor dem Leben und in Rücksicht auf den anderen Partner gefordert!

    Dr. theol. habil. Josef Spindelböck ist Dozent für Ethik an der Phil.-Theol. Hochschule in St. Pölten sowie Gastprofessor für Moraltheologie und Ethik am International Theological Institute (ITI) in Gaming.

    Kath.Net – Austria vom 15. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Erste europäische und zentralasiatische Aids-Konferenz

    Ukraine und Russland am stärksten von HIV betroffen

    Genf/Moskau - Die erste europäische und zentralasiatische Aids-Konferenz findet von 15.-17. Mai in Moskau statt. Sie wurde einberufen, um eine Strategie gegen eine der weltweit am schnellsten wachsenden Anzahl von HIV Infektionen zu entwickeln. In Osteuropa und Zentralasien lebten Ende vergangenen Jahres laut den Vereinten Nationen rund 1,6 Millionen HIV-Infizierte. Diese Zahl hat sich innerhalb von weniger als zehn Jahren um das Zehnfache erhöht. 75 Prozent der Infizierten sind jünger als 30 Jahre. Ukraine und Russland sind am stärksten betroffen. Die Vereinten Nationen http://www.unaids.org/en erklärten, dass die Situation in beiden Ländern eine große Herausforderung für Prävention, Behandlung und Pflege bedeute.

    Die HIV-Epidemie ist laut BBC die größte in Europa. Als HIV in den achtziger Jahren in der damaligen Sowjetunion entdeckt wurde, stellten offizielle Zellen es so dar, dass davon hauptsächlich Ausländer betroffen seien. Furcht und Misstrauen gegen einen Einfluss von Außen bestehen auch heute noch. Russische Politiker haben einige der derzeit laufenden Kampagnen gegen HIV verurteilt. Sie ermutigten zur Prostitution und zum Drogenmissbrauch. Und die Zahl der Infektionen steigt weiter.

    Pressetext Austria - Meldung vom 15. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Bilder zeigen wie HIV die Zellen sabotiert

    Britische Wissenschaftler identifizieren Schlüsselelemente

    Oxford / Cambridge - Wissenschaftler haben neue Details über die Verwandlung von menschlichen Zellen in Fabriken für Viren wie HIV entdeckt. Es ist bekannt, dass Viren die genetische Maschinerie für ihre eigenen Zwecken einsetzbar machen können. Wissenschafter der University of Oxford http://www.ox.ac.uk und der University of Cambridge http://www.cam.ac.uk haben diesen Prozess während er stattfand beobachtet und haben die entscheidende Rolle von Schlüsselelementen identifiziert. Die in Nature http://www.nature.com veröffentlichte Studie könnte unter Umständen zur Entwicklung neuer Behandlungsansätze für HIV und andere Infektionen führen.

    Die Gene versorgen die Zellen mit einem Code, den sie nutzen um jene Proteine herzustellen, die sie für ihre Vermehrung brauchen. Die aktuelle Studie zeigt, wie Viren wie HIV in der Lage sind diesen Vorgang zu untergraben. Es kommt unter anderem dazu, dass der genetische Code falsch interpretiert wird und dass so an die Stelle der Produktion neuer gesunder Zellen die Herstellung von Kopien des Virus tritt. Das Verfahren, dass die Viren anwenden ist als Ribosomal Frameshifting bekannt. Beim Ribosom handelt es sich um die Struktur innerhalb der Zelle in der die Proteinsynthese stattfindet. Der in der DNA enthaltene genetische Code wird von den Ribosomen in Stücken aus drei individuellen Bestandteilen gelesen.

    Die Wissenschaftler haben jetzt gezeigt, dass Viren wie HIV über Signale verfügen, die die Ribosome dazu zwingen sich bei nur einem Bestandteil anders zu verhalten. Das reicht aus, um eine völlig andere Sequenz von genetischen Stücken zu produzieren und führt dazu, dass die Zelle beginnt Proteine zu produzieren, die das Virus für seine Vermehrung nutzen kann. Dem Team gelang es jetzt diese Verschiebung mittels eines Elektronenmikroskops sichtbar zu machen. Der Wissenschaftler Ian Brierley erklärte laut BBC, dass andere Forscher gezeigt hätten, dass die Unterdrückung dieser Verschiebung die Vermehrung von HIV blockieren kann. Die neuen Bilder verbesserten das Verständnis dieser Verschiebung und könnten so zur Entstehung neuer antiviraler Strategien beitragen.

    Yahoo News vom 11. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Experten fordern billigere Aids-Medikamente

    Berlin - Experten von Nichtregierungsorganisationen fordern billigere Medikamente zur Aids-Behandlung in Entwicklungsländern. Die Preisnachlässe der Pharmaindustrie seien unzureichend, kritisierte Tido von Schön-Angerer von „Ärzte ohne Grenzen“ bei einer Anhörung des Bundestags-Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am Mittwoch in Berlin.

    Vor allem die so genannte Zweittherapie nach dem ersten Behandlungsjahr sei zu teuer und halte viele Patienten von einer Therapie ab, erklärte von Schön-Angerer. Zudem rief er die Hersteller auf, kindgerechte Tabletten zu entwickeln und neue Medikamente auch in den Entwicklungsländern zu vermarkten. Von Schön-Angerer appellierte auch an die Bundesregierung, die Erforschung solcher Medikamente mehr zu unterstützen. Dieser Bereich werde völlig vernachlässigt. Als Beispiel führte er die Entwicklung einfacherer HIV-Tests für Kinder unter 18 Monaten an.

    Auch Sonja Weinreich vom „Aktionsbündnis gegen Aids“ und Christoph Benn vom „Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria“ erhoben Forderungen an die Bundesregierung. Deutschland müsse als G8-Staat und während der EU-Ratspräsidentschaft im kommenden Jahr eine Vorreiterrolle übernehmen und Aids auf die Tagesordnung internationaler Treffen setzen, forderte Weinreich. Benn zufolge ist eine Behandlung aller Erkrankten möglich. Sie scheitere jedoch an mangelnden Finanzen und am Fachpersonal in den Entwicklungsländern.

    Deutsches Ärzteblatt vom 10. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Eliminierung des Protein emerin hemmt HI Virus

    Kleiner Fortschritt in der AIDS Forschung

    Massachusetts/Berlin - Forschern der Universtität Massachusetts ist ein kleiner Erfolg im Kampf gegen AIDS gelungen. Mario Stevenson und Jean-Marc Jacque http://www.umass.edu untersuchten den Proteinmantel von Makrophagen. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass durch die Eliminierung des Proteins emerin aus dem Proteinmantel, das HI Virus gehemmt wird und sich nicht im Makrophagenkern einnisten kann. Diese neue Erkenntnis könnte eine neue Richtung zur Bekämpfung von AIDS vorgeben.

    "Die Bindungshemmung des Protein emerin mit der DNA könnte somit therapeutisch genutzt werden" so Joachim Denner, Arbeitsgruppenleiter am Robert Koch-Institut http://www.rki.de, im Gespräch mit pressetext. Dies könnte einen wichtigen Punkt für eine weitere Kombitherapie darstellen. Dennoch dürfe das Protein emerin nicht zerstört werden, da dies eine Genmutation zur Folge haben kann, so Denner weiter.

    Zur totalen Beseitigung von AIDS existiert kein Mittel, jedoch gibt es derzeit mehr als zehn Kombitherapien, durch die virale Enzyme gehemmt werden. "Außerdem gibt es Fusionshemmer, die das Verbinden des Virus mit der Zellmembran hemmen" so Denner. Durch den Immundefekt AIDS wird die Abwehrkraft des Körpers gegenüber Krankheitserregern vermindert. Derzeit gibt es weltweit 40 Mio. Menschen, die mit dem HI Virus infiziert sind, drei Millionen sterben jährlich.

    Pressetext Austria - Meldung vom 8. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Über 40 Millionen HIV-Infizierte weltweit

    3,1 Millionen Menschen starben 2005 an Aids

    Die Aids-Epidemie breitet sich weiter aus: Die Zahl der HIV-Infizierten erreichte in diesem Jahr einen neuen Höchststand und stieg erstmals über die Grenze von 40 Millionen weltweit. Nach einer in Neu Delhi veröffentlichten UN-Studie infizierten sich in diesem Jahr knapp fünf Millionen Menschen neu mit dem Virus. Insgesamt sind 40,3 Millionen Menschen betroffen. 3,1 Millionen Menschen starben 2005 an Aids, darunter mehr als eine halbe Million Kinder. UNAIDS-Chef Peter Piot forderte eine Erhöhung der Mittel im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit.

    Die Zahl der HIV-Infektionen stieg in allen Regionen der Welt mit Ausnahme der Karibik. Auch in Westeuropa und den USA ist HIV der Studie zufolge weiter auf dem Vormarsch. Insbesondere Frauen in Europa und junge Schwarze in den USA seien betroffen. In den USA stieg die Zahl der Infektionen auf mehr als eine Million, in Westeuropa auf mehr als eine halbe Million. Hauptgrund sei ungeschützter Geschlechtsverkehr. In Deutschland lebten Ende 2004 laut dem Robert-Koch-Institut 44.000 HIV-Infizierte.

    Besonders Besorgnis erregend ist die Situation laut der UN-Studie in Osteuropa, Zentral- und Ostasien sowie im südlichen Afrika. Fast zwei Drittel der weltweiten Neu-Infektionen registrierte die UNO in Afrika südlich der Sahara. Dort sind 25,8 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert.

    Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) forderte mehr Investitionen in vorbeugende Maßnahmen vor allem für Frauen in Afrika. Fast die Hälfte der Infizierten seien weiblich, analysierte die DSW. Vor zehn Jahren waren es zwölf Prozent. "Nur durch die Stärkung des Selbstbewusstseins von Mädchen, durch Sexualaufklärung und die Bereitstellung von Kondomen kann die rasante Ausbreitung unter Jugendlichen und besonders jungen Mädchen aufgehalten werden", sagte die stellvertretende DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr.

    Einen Hoffnungsschimmer gibt es dem UN-Bericht zufolge in Simbabwe, Uganda und Kenia, wo sich erstmals weniger Menschen infizierten. UNAIDS-Chef Piot führte diese kleinen Erfolge auf gezielte und koordinierte Eingriffe zurück. Dennoch übertreffe die Ausbreitung der Aids-Epidemie weiter alle globalen und nationalen Anstrengungen. "Es ist eindeutig, dass ein schneller Ausbau der HIV-Vorbeugungsprogramme dringend geboten ist", sagte Piot.

    WHO-Generalsekretär Lee Jong-Wook forderte einen weltweiten Zugang zu verbilligten antiretroviralen Medikamenten. In Lateinamerika habe der vereinfachte Zugang zu diesen Medikamenten bis zu 350.000 Todesfälle verhindert.

    Gesundheit.de - Meldung vom 5. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Zwei Firmen eine Tablette einmal täglich

    Princeton, Foster City, USA - Bristol-Myers Squibb und Gilead Sciences reichen bei der US-Zulassungsbehörde FDA einen Neuzulassungsantrag (NDA) für ein einmal täglich in Form einer Tablette einzunehmendes Kombinationspräparat aus Sustiva(R) (Efavirenz) und Truvada(R) (Emtricitabin und Tenofovir Disoproxil Fumarat) zur HIV-Behandlung ein.

    Die Bristol-Myers Squibb Company und Gilead Sciences, Inc. gaben heute die Einreichung eines Neuzulassungsantrags (New Drug Application - NDA) bei der US-Zulassungsbehörde FDA bekannt. Dieser betrifft ein Kombinationspräparat aus den Anti-HIV-Medikamenten Sustiva(R) (Efavirenz) von Bristol-Myers Squibb sowie Truvada(R) (Emtricitabin und Tenofovir Disoproxil Fumarat) von Gilead Sciences, in Form einer einmal täglich einzunehmenden Tablette. Truvada selbst ist bereits ein Kombinationspräparat mit fester Dosierung, das zwei Anti-HIV Medikamente von Gilead, nämlich Viread(R) (Tenofovir Disoproxil Fumarat) und Emtriva(R) (Emtricitabin), in Form einer einmal täglich einzunehmenden Tablette enthält. Bei Zulassung durch die FDA würde es sich um das erste Produkt handeln, das eine umfassende HAART-Behandlung (Hochaktive antiretrovirale Therapie) in Form einer einzigen einmal täglich einzunehmenden Tablette ermöglicht. Das Produkt ist für die alleinige Gabe oder für eine Kombination mit weiteren antiretroviralen Medikamenten vorgesehen.

    Diese Zusammenarbeit zwischen Bristol-Myers Squibb and Gilead stellt ein Novum in der HIV-Therapie dar. Am 20.12.2004 gründeten die beiden Unternehmen ein Joint-Venture zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung dieses Kombinationspräparats in den USA. Die für die Einreichung des Neuzulassungsantrags für das Kombinationspräparat erforderlichen Arbeiten, darunter Bioäquivalenzstudien und der Start einer Stabilitätsstudie, sind inzwischen abgeschlossen.

    "Grundlage dieser Partnerschaft zwischen Bristol-Myers Squibb und Gilead ist das gemeinsame Engagement der beiden Unternehmen für die Bedürfnisse von mit HIV lebenden Menschen." merkte Dr. phil. John C. Martin, President und CEO von Gilead Sciences, dazu an. "Seit Einführung der ersten Kombinationstherapien vor 10 Jahren konnten in Naturwissenschaften und Medizin erhebliche Fortschritte verzeichnet werden. Es liegen aber noch viele Aufgaben vor uns, und wir betrachten diese Partnerschaft zur Bereitstellung der ersten HIV-Behandlung mit einer einzigen einmal täglich einzunehmenden Tablette als einen wichtigen Schritt zur weiteren Vereinfachung der Dosierung von Anti-HIV-Präparaten für Ärzte und Patienten."

    "Bristol-Myers Squibb freut sich sehr über diese Partnerschaft mit einem Unternehmen, das wie wir besonderen Wert auf wissenschaftliche und kommerzielle Neuerungen legt, um damit den Patienten zu helfen." erklärte Anthony C. Hooper, President von U.S. Pharmaceuticals bei Bristol-Myers Squibb. "Diese Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Unternehmen ist ein wichtiger Meilenstein für mit HIV lebende Patienten. Gemeinsam läuten Bristol-Myers Squibb und Gilead Sciences hier eine neue Ära ein: Eine Zusammenarbeit ist unerlässlich, denn diese Patienten brauchen HIV-Behandlungen."

    Das vorgeschlagene Kombinationspräparat in Form einer einmal täglich einzunehmenden Tablette enthält 600 mg Efavirenz, 200 mg Emtricitabin und 300 mg Tenofovir Disoproxil Fumarat. Alle drei Wirkstoffe blockieren die reverse Transkriptase, ein vom HI-Virus für seine Replikation genutztes Enzym. Die Patienten müssen sich unbedingt darüber im Klaren sein, dass diese Medikamente die HIV-Infektion weder heilen noch die Weitergabe der HIV-Infektion an andere Personen unterbinden.

    Sofern die Markzulassung für dieses Kombinationspräparat in Form einer einmal täglich einzunehmenden Tablette erteilt wird, werden Bristol-Myers Squibb und Gilead die Vermarktung in den USA gemeinsam durchführen. Beide Unternehmen werden Finanzmittel und Verkaufsvertreter für die Unterstützung der Werbeanstrengungen für dieses Kombinationspräparat bereitstellen. Die zukünftigen Nettoeinnahmen werden zwischen Bristol-Myers Squibb und Gilead aufgrund der Anteile ihrer jeweiligen Einzelprodukte an diesem Kombinationspräparat geteilt. Sustiva, Truvada, Viread und Emtriva werden vom jeweiligen Unternehmen auch weiterhin als Einzelprodukte verkauft.

    In vom US-Gesundheitsministerium herausgegebenen Leitlinien ist die Kombination aus Efavirenz, Emtricitabin und Tenofovir Disoproxil Fumarat als eines der bevorzugten NNRTI-Therapieverfahren (Non-Nucleosid-Reverse-Transkriptase-Hemmer) bei Patienten aufgelistet, die zuvor noch keinerlei Anti-HIV-Medikamente erhalten haben. Aufgrund einer möglichen fruchtschädigenden Wirkung ist die Gabe von Efavirenz im ersten Drittel einer Schwangerschaft untersagt. Bei mit Efavirenz behandelten Frauen im gebärfähigen Alter müssen entsprechende kontrazeptive Maßnahmen getroffen werden.

    Den umfassenden Beipackzettel für Sustiva finden Sie unter http://www.bms.com
    Die umfassenden Beipackzettel für Truvada, Viread und Emtriva finden Sie unter http://www.gilead.com

    Bristol-Myers Squibb und Gilead Sciences Pressemeldung vom 3. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Roche unterstützt Aids-Therapie in Kambodscha

    Über 1000 Patienten in HIV/Aids-Programm in Kambodscha aufgenommen - Roche-Partnerschaft erreicht Etappenziel in asiatischem Land mit höchster HIV/Aids-Rate

    Basel - Über 1000 Männer, Frauen und Kinder sind bisher in das "Cambodia Treatment Access Programme" (CTAP) aufgenommen worden, das HIV-infizierten und Aids-kranken Menschen eine kostenlose Therapie und Pflege ermöglicht. Ziel dieses Kooperationsprogramms - im Jahr 2003 als Partnerschaft zwischen dem kambodschanischen Gesundheitsministerium, dem "National Centre in HIV Epidemiology and Clinical Research" der Universität von New South Wales in Australien und Roche abgeschlossen - ist der gemeinsame Einsatz gegen HIV und Aids in Kambodscha, dem Land mit der höchsten Verbreitung dieser Krankheit in Asien.

    William Burns, CEO der Division Pharma von Roche: "Dieses Therapieprogramm in Kambodscha veranschaulicht, was eine partnerschaftliche Zusammenarbeit bewirken kann. Als Unternehmen ist Roche überzeugt, dass zur Bekämpfung von Krankheiten wie HIV und Aids ein gemeinsamer Einsatz der Kompetenz und Ressourcen von Roche sowie anderen Fachorganisationen erforderlich ist. Das kambodschanische Therapieprogramm CTAP kam nur dank der Zusammenarbeit aller drei Partner zustande. Wir sind zuversichtlich, dass dieses Programm auch künftig Erfolg haben wird und so noch mehr HIV-infizierte und Aids-kranke Menschen behandelt werden können."

    Mean Chhi Vun, Direktor des Cambodian National Center for HIV/AIDS, Dermatology and STDs, erklärt: "HIV und Aids werden durch Programme wie das CTAP gezielt angegangen. Damit wird nicht nur eine lebenswichtige Therapie, sondern auch die erforderliche Schulung des medizinischen Fachpersonals garantiert. Dank CTAP haben zahlreiche Menschen in Kambodscha, die direkt oder indirekt von HIV und Aids betroffen sind, Hilfe erhalten. Wir sind sehr stolz auf die Erreichung dieses ersten wichtigen Etappenziels. Die weltweite finanzielle Unterstützung, die Kambodscha so zugute kommt, ermöglicht es, noch mehr Patienten am Behandlungszentrum des CTAP zu behandeln."

    David Cooper, Mitglied des CTAP-Lenkungsausschusses, Leiter und Professor für Medizin am National Centre in HIV Epidemiology and Clinical Research in Australien, dazu: "Das jetzt erreichte Etappenziel von 1000 Patienten ist ein grosser Erfolg und beweist die positive Auswirkung des kambodschanischen Therapieprogramms auf die Bevölkerung des Landes. Es bezeugt den Einsatz und die Anstrengung aller Beteiligten und ist ein Beispiel dafür, was sich mit einem partnerschaftlichen Ansatz erreichen lässt."

    Über das "Cambodia Treatment Access Programme" (CTAP)

    Zu Beginn investierten die Partner ihre Kräfte gezielt in den erfolgreichen Aufbau des neuen, als Poliklinik zur Versorgung HIV-infizierter Personen konzipierten Behandlungszentrums. In der Folge legten sie den Schwerpunkt vermehrt auf die Bereitstellung nachhaltiger Ressourcen im Kampf gegen die HIV-Infektion und Aids, um damit den langfristigen Erfolg des Programms sichern zu helfen. Während die anfänglich von Roche geleistete finanzielle Unterstützung den Kauf von Medikamenten und Diagnostika, die Bereitstellung von Schulungsprogrammen sowie den Beginn von Therapien im Rahmen des CTAP ermöglichte, werden gegenwärtig zusätzliche Geldquellen und Ressourcen bei weiteren Organisationen erschlossen, die angesichts des Erfolges des Programms ihre Unterstützung zugesagt haben. Als Teil des CTAP ist ein Unterrichtsprogramm zur Verbesserung der Kenntnisse und Kompetenzen bezüglich HIV und Aids vor Ort sowie zur landesweiten Versorgung mit einer qualitativ hoch stehenden Pflege HIV-infizierter Menschen bereitgestellt worden. Das CTAP-Personal ist an der Ausarbeitung des nationalen Studiengangs für Kliniker in Kambodscha, der Entwicklung des Ausbildungsplans für Berater und Apotheker sowie der Erteilung firmeninterner Schulung beteiligt.

    Webjournal Schweiz Meldung vom 3. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    HIV/AIDS in Deutschland weiter auf erhöhtem Niveau

    Gemeinsame Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

    Die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Infektionen ist nach dem soeben im Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts veröffentlichten HIV/AIDS-Halbjahresbericht im Jahr 2005 um 13 Prozent gestiegen (von 2.210 im Jahr 2004 auf 2.490 Neuinfektionen im Jahr 2005). Im ersten Halbjahr 2005 hatte der Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum noch 20 Prozent betragen. Gleichwohl liegt die Zahl der HIV-Neudiagnosen mit umgerechnet 3,02 pro 100.000 Einwohner weiter auf erhöhtem Niveau - im Jahr 2001 waren 1,75 Neudiagnosen pro 100.000 Einwohner registriert worden. Nach einer Phase nachlassenden Schutzes ist jetzt allerdings bei sexuell aktiven Menschen nach der neuen Repräsentativerhebung "Aids im öffentlichen Bewusstsein 2005" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wieder ein Anstieg der Kondomnutzung zu beobachten. Auch die Kondomabsatzzahlen steigen wieder an.

    "Das schafft Ansporn für die weitere Präventionsarbeit, denn trotz guter Behandlungsmöglichkeiten ist AIDS nach wie vor eine unheilbare, tödliche Krankheit. Schützen können nur Aufklärung und Prävention", erklärt Ulla Schmidt, Bundesministerin für Gesundheit. Die Bundesregierung hat mit ihrer am 13. Juli 2005 beschlossenen HIV/AIDS-Bekämpfungsstrategie eine neue Initiative ergriffen für mehr Zusammenarbeit in Deutschland, in Europa und weltweit. Aufklärung und Prävention, Solidarität und Antidiskriminierung und Unterstützung von Forschung sind die Hauptfelder dieses Engagements. So hat zum Beispiel das Robert Koch-Institut mit Hilfe neuer, vom Bundesgesundheitsministerium finanziell unterstützter Studien begonnen, Änderungen im Risikoverhalten genauer zu erfassen. "Wir brauchen differenzierte Datenanalysen sowie zielgruppengenaue Aufklärungskonzepte", unterstreichen Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch-Instituts, und Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

    Die aktuellen Untersuchungsergebnisse der BZgA zeigen, dass die AIDS-Aufklärung nach wie vor den weit überwiegenden Teil der Bevölkerung erreicht. Die umfangreiche Berichterstattung im vergangenen Jahr über steigende HIV-Neuinfektionszahlen hat möglicherweise einen weiteren Impuls in der Bevölkerung gesetzt, sich besser zu schützen. So verhüten die unter 45-jährigen Alleinlebenden weiterhin auf hohem Niveau. Auch zu Beginn einer neuen Beziehung werden wieder vermehrt Kondome benutzt. Lag der Anteil der Kondomnutzung in dieser Gruppe im Jahr 2004 noch bei 70 Prozent, so stieg er im vergangenen Jahr auf 75 Prozent an. Gleichwohl müssen die Präventionsbemühungen in Deutschland intensiv fortgesetzt werden, denn noch immer benutzt mehr als ein Viertel der Alleinlebenden unter 45 Jahren keine Kondome.

    Die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Infektionen hat in den letzten Jahren am stärksten in der Gruppe der Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) zugenommen - im letzten Jahr nochmals von 1.078 (2004) auf 1.237 (2005). Auch bei Personen mit Angabe eines heterosexuellen Übertragungsrisikos hat die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Infektionen von 276 im Vorjahr auf 344 im Jahr 2005 zugenommen. Anteilsmäßig fällt der Anstieg in dieser Gruppe sogar stärker aus als bei den MSM.
     

    Robert Koch-Institut - Pressemeldung vom 2. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Schweizer Studie zur HIV-Infektion

    HIV-Infizierte liefern Hinweise für die Aids-Prävention. Seit Juli 2005 werden während eines Jahres Neu-Infizierte gezielt befragt. Wie das BAG mitteilte, wissen vier von fünf Personen, wie sie sich ansteckten.

    Die Studie wird vom Kantonsspital St. Gallen durchgeführt, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zu ersten Zwischenergebnissen schreibt. Das Spital führt Nachbefragungen bei allen diagnostizierten HIV-Infizierten durch.

    Dabei zeigte sich, dass die HIV-Fälle außer bei den Männern, die mit Männern verkehren, rückläufig sind. Darum richtet das BAG seine am Dienstag startende Kampagne «Love Life Stop Aids» gezielt an diese Gruppe. «Hier schützt man sich ja auch» zeigt nackte Sportlerinnen und Sportler, die ohne Schutz fechten, Eishockey spielen oder Motorrad fahren und sich so äußerst verletzlich zeigen.

    Die Studie ergab, dass vier von fünf Personen wissen, wie sie sich angesteckt haben. Knapp die Hälfte weiss auch wann. Fast die Hälfte aller heterosexuellen Ansteckungen, deren Zeitpunkt bekannt ist, fand durch den festen Partner oder die Partnerin statt. Heterosexuelle Ansteckungen geschahen fast zur Hälfte im Ausland, zu einem Drittel in der Schweiz, und in jedem fünften Fall war der Ort unbekannt.

    Insgesamt nahmen die Neu-Infektionen bei Personen mit heterosexuellem Ansteckungsweg und via Drogeninjektion langsam ab. Bei Männern mit homosexuellen Kontakten zeigte die Studie eine Zunahme. Deutlich häufiger waren in dieser Gruppe auch Infektionen, die weniger als vier bis sechs Monate zurück lagen.

    ESPACE.CH vom 1. Mai 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Neue Tablettenrezeptur von Kaletra©

    Abbott erhält positive Beurteilung der European Medicines Agency - Neue Rezeptur bietet Patienten eine zweckmäßigere Form des führenden Protease Inhibitors

    Abbott Park, Illinois - Abbott gab heute bekannt, dass das Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP), der wissenschaftliche Ausschuss der European Medicines Agency (EMEA), eine positive Beurteilung abgegeben und die Zulassung einer neuen, zweckmäßigeren Tablettenrezeptur seines Protease Inhibitors (PI) Kaletra(R) (Lopinavir/Ritonavir) empfohlen hat. Die Entscheidung der Europäischen Kommission hinsichtlich der Marketinggenehmigung wird in den nächsten 90 Tagen erwartet. Die erwartete Marketinggenehmigung der Europäischen Kommission wird es Abbott auch ermöglichen, mit den Registrierungseingaben fortzufahren und um Zulassungen in Entwicklungsländern anzusuchen.

    Die Tablettenrezeptur von Kaletra wurde unter Einsatz der proprietären Meltrex(TM) Schmelz-Extrusions-Technologie entwickelt und ist darauf ausgelegt, Patienten eine Reihe von neuen Vorteilen zu bringen, die die derzeitigen Kaletra Kapseln nicht bieten, etwa:
     

    • - Weniger Tabletten pro Dosis als Teil ihres Behandlungsregimes
    • - Kühlung weder vor, noch nach der Ausgabe erforderlich (anders, als bei der aktuellen Soft-Kapsel Rezeptur, die Kühlung erfordert) und
    • - Kann mit oder ohne Nahrungsmittel eingenommen werden


    "Abbott verfügt über langjährige Erfahrung in der Bereitstellung innovativer Behandlungsoptionen für die HIV Patienten, einschließlich verbesserter Rezepturen für bestehende Produkte", sagte Scott Brun, M.D., Divisional Vice President, Entwicklung Infektionskrankheiten, Abbott. "Wir feiern die 10jährige Verfügbarkeit des Protease Inhibitors, der eine Revolution in der HIV Therapie bedeutete. Die Kaletra Tablette bringt den nächsten Schritt in der Entwicklung von Behandlungen, die direkt auf die Patientenbedürfnisse zugeschnitten sind, indem sie eine zweckmäßigere Version des führenden, verschriebenen PI für die Behandlung von HIV in der Europäischen Gemeinschaft bietet".

    Die positive Beurteilung der Tablettenrezeptur von Kaletra basierte auf Daten aus pharmakokinetischen Studien. Abbotts
    Tabletteneinreichung erfolgte am 19. Mai 2005 bei der EMEA als Sortimentserweiterung. Die United States Food and Drug Administration (FDA) genehmigte die Kaletra Tablette am 31. Oktober 2005.

    Die neue Rezeptur von Kaletra bietet den Patienten eine Tablette mit 200 mg Lopinavir und 50 mg Ritonavir, im Vergleich zur
    derzeitigen Soft Kapsel, die 133,3 mg Lopinavir und 33,3 mg Ritonavir enthält. Während die tägliche Gesamtdosis von Kaletra (800 mg Lopinavir/200 mg Ritonavir) unverändert bleibt, wird die Anzahl an Kaletra Pillen, die die Patienten zu sich nehmen müssen, von sechs Soft Kapseln pro Tag auf vier Tabletten herabgesetzt. Die tägliche Standarddosis der neuen Tablettenrezeptur und die aktuellen Kapseln liefern ähnliche Arzneimittelniveaus im Blut.

    Engagement für Verfügbarkeit

    Abbott hat sich intensiv dafür eingesetzt, die Kapselrezepturen seiner HIV Medikamente, einschließlich Kaletra, in der ganzen Welt verfügbar zu machen. In ähnlicher Weise arbeitet Abbott daran, die neue Tablettenrezeptur so schnell wie möglich in allen Ländern rund um den Globus registrieren zu lassen. Erst kürzlich hat Abbott um die Registrierung der neuen Tablettenrezeptur in Südafrika angesucht, nämlich am 31. März 2006. Die Regierung von Südafrika hat Abbott ein beschleunigtes Prüfungsverfahren genehmigt.

    Sicherheitsinformation zu Kaletra

    Kaletra ist derzeit von der EMEA in seiner Kapselform zugelassen und wird stets in Kombination mit anderen Anti-HIV Medikamenten eingesetzt, um Patienten mit einer HIV Infektion zu behandeln. Kaletra sollte nicht von Patienten eingenommen werden, die eine allergische Reaktion auf Lopinavir/Ritonavir oder irgendeinen seiner Wirkstoffe hatten, einschließlich Lopinavir oder Ritonavir.

    Die Einnahme bestimmter Medikamente mit Kaletra könnte das Potential für ernste Nebenwirkungen ergeben, die lebensbedrohlich sein könnten. Kaletra sollte nicht mit Astemizole, Cisapride, Dihydroergotamine, Ergonovine, Ergotamine, Methylergonovine, Midazolam, Pimozide, Terfenadine oder Triazolam eingenommen werden.

    Darüber hinaus sollte Kaletra nicht mit Fluticasone Propionate, Lovastatin, Rifampin, Simvastatin oder Produkten die St. John's Wort (Hypericum perforatum, Johanniskraut) enthalten, eingenommen werden. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Kaletra mit Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil eingenommen wird. Bitte konsultieren Sie ihre lokalen Verschreibungsinformationen für länderspezifische Empfehlungen. Die Patienten sollten alle Medikamente, einschließlich die nicht-verschreibungspflichtigen, sowie Pflanzenpräparate, die sie einnehmen oder vorhaben, einzunehmen, mit ihrem Arzt oder Apotheker besprechen.

    Pankreatitis und Leberprobleme, die tödlich sein können, wurden berichtet. Patienten sollten ihren Arzt informieren, wenn sie Lebererkrankungen wie Hepatitis hatten. Bei Patienten, die Protease Inhibitoren einnehmen, sind gesteigerte Blutung (bei Patienten mit Hämophilie) und Diabetes/hoher Blutzucker aufgetreten. Veränderungen im Körperfett wurden bei einigen Patienten beobachtet, die eine antiretrovirale Therapie erhalten haben. Einige Patienten, die Kaletra erhalten haben, zeigten einen hohen Anstieg der Triglyceride und des Cholesterins. Variierende Grade an Kreuz-Resistenz zwischen Protease Inhibitoren wurden beobachtet.

    Bei klinischen Studien mit Kaletra waren die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen mit mäßiger bis schwerer Intensität Bauchschmerzen, abnormaler Stuhlgang, Diarrhoe, Schwäche- oder Müdigkeitsgefühl, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Kinder, die Kaletra einnehmen, können manchmal einen Hautausschlag bekommen. Diese Liste der berichteten Nebenwirkungen ist nicht vollständig. Die orale Kaletra Lösung enthält Alkohol.

    Kaletra kann die HIV Infektion oder AIDS nicht heilen und setzt das Risiko, HIV auf andere zu übertragen, nicht herab.

    Weitere Informationen sind verfügbar auf http://www.kaletra.com

    Website: http://www.abbott.com

    Abbott Laboratories Pressemeldung vom 28. April 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Aids bedroht Menschenrecht auf Arbeit

    Die Internationale Arbeitsorganisation zum Welttag der Arbeitsgesundheit

    Genf - Die Immunschwächekrankheit Aids schließt etwa zwei Millionen Arbeitnehmer vom Arbeitsmarkt aus. Bis 2015 dürfte sich diese Zahl verdoppeln, wie die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Donnerstag anlässlich des Welttages der Arbeitsgesundheit erklärte.

    "Aids trifft die Menschen im Erwerbsalter und jene, die von ihnen wirtschaftlich abhängig sind, am stärksten", sagte ILO-Generaldirektor Juan Somavia in Genf. Die Epidemie bedrohe das Menschenrecht auf Arbeit, sie untergrabe die Wirtschaft und selbst das Gesellschaftsgefüge.

    Unterstützung

    Es sei im Interesse aller, Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten und Menschen mit Aids zu unterstützen, sagte der Generaldirektor. Wegen Aids hätten mehr als 40 Länder von 1992 bis 2002 einen durchschnittlichen Verlust des Wachstums ihres Bruttoinlandsproduktes (BIP) pro Jahr von 0,2 Prozent hinnehmen müssen. Das entspreche einem jährlichen Durchschnitt von 25 Milliarden Dollar (fast 20 Mrd. Euro).

    Nach Angaben der ILO gibt es jedes Jahr 2,2 Millionen Todesfälle im Arbeitsleben. Etwa 400.000 Menschen sterben an giftigen Substanzen. Dazu kämen 160 Millionen Fälle von Berufskrankheiten und Verletzungen am Arbeitsplatz.

    Der Standard vom 27. April 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    "Phantastische Medikamente zur Behandlung von HIV-Infizierten"

    Mehr als 20 Arzneien gegen Aids-Erreger / Therapie-Erfolg macht leichtsinnig

    Wiesbaden - Die rasche Entwicklung der HIV-Therapie ist beispiellos in der Medizin. Das liegt auch daran, dass Kollegen neue Erkenntnisse rasch in ihre tägliche Praxis umsetzen, so dass HIV-Infizierte länger leben.

    "Wir haben heute phantastische Medikamente gegen die HIV-Infektion", sagte Professor Frank-Detlef Goebel aus München beim Internistenkongress. Dadurch würden optimal behandelte HIV-Infizierte länger leben als Patienten zu Beginn der Pandemie. HIV-Therapeuten schöpfen inzwischen aus einem Fundus von mehr als 20 antiretroviralen Medikamenten.

    Zugleich hätten allerdings viele HIV-Infizierte den Wunsch, die Therapie zu unterbrechen, so Goebel. Doch die SMART-Studie (Strategies for Management of Antiretroviral Therapy) hatte - wie berichtet - ergeben, dass jene Patienten, die Therapiepausen machten, deutlich mehr Komplikationen hatten als Patienten mit kontinuierlicher Behandlung. Goebel: "Das Ergebnis der Studie war eine Riesenüberraschung für uns alle."

    Das Ergebnis der randomisierten Studie bedeute allerdings nicht, so Goebel, dass es jetzt von HIV-Infizierten oder Ärzten keinen Wunsch mehr nach Therapiepausen gebe. "Wir müssen jetzt aber gemeinsam mit den Patienten lernen, mit den Therapiepausen besser umzugehen als bisher", so der HIV-Therapeut.

    Therapiepausen sind auch ein Aspekt einer sich verändernden Welt der HIV-Infizierten, der im Magazin "Ärztliche Allgemeine", das heute der gedruckten "Ärzte Zeitung" beiliegt, beleuchtet wird. Aufgrund der guten Therapiemöglichkeiten wird die Infektionskrankheit nicht mehr als so bedrohlich empfunden.

    Das hat zur Folge, dass sich immer mehr Menschen nicht mehr ausreichend vor einer Infektion schützen. Das lässt sich an der gestiegenen Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland im Jahr 2005 im Vergleich zu 2004 ablesen.

    Ärzte-Zeitung vom 26. April 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Experten skeptisch gegenüber «chemischem Kondom»

    Johannesburg - Aidsforscher haben sich auf einer Konferenz zur Entwicklung von Mikrobiziden skeptisch über diese «chemischen Kondome» für Frauen geäußert. Obwohl derzeit sieben der chemischen Virenkiller in klinischen Wirksamkeitsstudien untersucht würden, erwarte keiner der beteiligten Forscher einen Durchbruch.

    Darauf verwies Elof Johannsson, der für einen Test mit fast 9.000 Frauen in Südafrika verantwortlich ist, am Dienstag auf der Internationalen Mikrobizid-Konferenz in der südafrikanischen Hafenstadt Kapstadt.

    Die Anhänger sehen Mikrobizide, die vor dem Sex als Gel in die Scheide gebracht werden, als derzeit größte Hoffnung zur Senkung der HIV-Infektionsrate. Frauen könnten mit ihnen ohne Wissen oder Mitwirken ihrer Sexualpartner einer Ansteckung vorbeugen. Allerdings konnte trotz erfolgreicher Tierversuche bisher kein Mikrobizid gefunden werden, das eine HIV-Ansteckung beim Menschen zuverlässig verhindert.

    Mark Wainberg vom Aids Centre im kanadischen Montréal betonte, die Anpassungsfähigkeit von HIV, die die Suche nach einem Impfstoff erschwere, behindere auch die Entwicklung der Präparate, die den Aidserreger beim Eindringen in die Scheide blockieren sollen. «Ein effektives Mikrobizid müsste gegen alle elf bekannten HIV-Stämme wirken», erläuterte Wainberg.

    Johannsson betonte: «In 35 Jahren in der klinischen Forschung habe ich nie eine so schwierige Situation erlebt. Es gibt bereits etwas, das wirksam gegen Aids schützt: Kondome. Aber die Männer benutzen sie nicht.» Wenn Männer ihr Verhalten ändern würden, bräuchte man keine Mikrobizide, sagte der Forscher. An der bis Mittwoch dauernden Konferenz - der ersten ihrer Art in Afrika - nehmen insgesamt mehr als 1.200 Delegierte aus aller Welt teil.

    Nach Ansicht der Präsidentin der Internationalen Gemeinschaft für Mikrobizide (IPM), Zeda Rosenberg, ist ein Durchbruch nicht vor 2011 zu erwarten. «Wenn die Wirksamkeit von einem der fünf Präparate nachgewiesen wird, die derzeit weltweit getestet werden, kann es fünf Jahre später auf dem Markt sein», sagte die Mit-Organisatorin der in Kapstadt (Südafrika) tagenden Mikrobizid-Konferenz in einem dpa-Gespräch. Mikrobizide, die Frauen zum Schutz vor einer Ansteckung unbemerkt in Form von Gelen, Zäpfchen oder Scheidenringen anwenden können, gelten als große Hoffnungsträger zur Senkung der HIV-Infektionen.

    Ein konkretes Medikament ist Rosenberg zufolge zwar noch nicht in Sicht. Die Forschung mache aber kontinuierliche Fortschritte. «Inzwischen nehmen weltweit 25.000 Frauen an groß angelegten Wirksamkeitsstudien teil, die durchaus erfolgreich sein könnten», erläuterte die IPM-Chefin. Außerdem interessiere sich erstmals die Pharmaindustrie dafür, große Firmen unterstützen die Forschung inzwischen indirekt.

    Auch das Interesse der Politik sei «massiv gestiegen». An der Konferenz in Kapstadt nähmen zahlreiche Gesundheitspolitiker teil, darunter die Ehefrau von Südafrikas Ex-Präsident Nelson Mandela, Graca Machel. Sie hatte eine Verdopplung der Forschungsgelder für Mikrobizide gefordert.

    «Bisher wird die Forschungs- und Entwicklungsarbeit von staatlichen und gemeinnützigen Organisationen geleistet», erklärte Rosenberg. «Finanzielle Unterstützung kommt von Stiftungen und von der US-, der kanadischen sowie von sechs europäischen Regierungen.» Leider gehöre Deutschland noch nicht zu den Unterstützern.

    Yahoo News vom 25. April 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Studie zu Aids und Kondomgebrauch

    Der päpstliche Rat für die Krankenpastoral arbeitet an einem Handbuch zur Seelsorge für Menschen, die an Aids leiden oder mit dem HI-Virus infiziert sind. Das hat der Präsident des Rates, der mexikanische Kurienkardinal Javier Lozano Barragan, heute gegenüber Radio Vatikan bestätigt.

    "Wir sind dabei, eine Handreichung für die Pastoral an Aidskranken zu erarbeiten. Das ist sehr schwierig, aber wir sind dabei. Möglicherweise werden wir die Arbeiten daran im Laufe dieses Jahres abschließen können."

    Sein Dikasterium arbeite an einer umfangreichen Studie, die auch den Gebrauch von Kondomen thematisiere.

    "Es gibt viele Handreichungen, aber diese muss eine sein, die einen universalen Anspruch hat. Sie ist also ein wenig diffizil, aber wir arbeiten daran. Die katholische Kirche hält die Enthaltsamkeit für das wichtigste Verhütungsmittel. So kann absolut nichts geschehen; in ehelicher Treue kann absolut nichts geschehen. Wenn wir aber ein Paar vor uns haben, in dem nur ein Partner HIV-positiv ist, beginnt das Problem. Was sollen wir tun? Genau dazu erarbeiten wir eine Studie, sowohl wissenschaftlich als auch fachlich und moralisch, sehr grundlegend.“

    Doch, darauf legt der vatikanische Gesundheitsminister wert, sein Rat hat keine Entscheidungen zu fällen. Er und seine Mitarbeiter führten aus, was der Papst entscheide.

    "Diese Studie muss natürlich dem Papst vorgelegt werden, auf den hier in der Römischen Kurie üblichen und notwendigen Wegen. Er wird dann in seiner Weisheit und mit dem Beistand des Heiligen Geistes eine Entscheidung treffen. Er wird uns sagen, ob etwas unternommen wird oder nicht. Und wenn ja, in welche Richtung. Wir führen nur aus, was der Papst uns sagt. Was er sagen wird, wird die Haltung der Kirche sein.“

    Ob diese Studie auch im Auftrag des Papstes durchgeführt werde, sagte Barragan nicht.

    Radio Vatikan vom 25. April 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Wirksame Medikamente erreichen die Kranken nicht

    "Trotz existierender wirksamer Medikamente sterben in Afrika noch immer alarmierend viele Menschen an Malaria", kritisiert die Organisation Ärzte ohne Grenzen. In vielen staatlichen Gesundheitseinrichtungen würden Patienten noch immer mit alten unwirksamen Medikamenten behandelt. Das sei besonders dramatisch, da die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits vor vier Jahren empfohlen hätte, veraltete Malariamedikamente durch Kombinationspräparate auf der Basis des Wirkstoffs Artemisinin (ACT) zu ersetzen.

    Bis heute hätten rund 40 afrikanische Länder ACT zwar in ihre nationalen Behandlungsprotokolle aufgenommen. Mehr als 70 Prozent von ihnen setzten diese jedoch entweder gar nicht oder nur sehr langsam um. Fehlender politischer Wille sowie ein Mangel an finanziellen und personellen Ressourcen sind nach Auffassung der Ärzteorganisation die Gründe hierfür. Darüber hinaus sei das Gesundheitspersonal häufig nur schlecht über die Vorteile der neuen Behandlungsmöglichkeit informiert, und es seien immer wieder Versorgungsengpässe mit ACT von gesicherter Qualität aufgetreten.

    "Die Verfügbarkeit und Verteilung von ACT in den betroffenen Ländern wird auch dadurch behindert, dass das Malariaprogramm der WHO, die 'Roll Back Malaria'-Partnerschaft sowie Geldgeber wie die Malariainitiative des US-Präsidenten bisher keine koordinierte Unterstützung für die Länder leisten", kritisierte Prudence Hamade von Ärzte ohne Grenzen. "Hinzu kommt, dass der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria als reines Finanzierungsinstrument den Regierungen nicht dabei helfen kann, ACT tatsächlich zu implementieren." Von den 208 Millionen US-Dollar, die der Fonds seit 2002 für ACT eingeplant habe, seien nur rund 30 Prozent für die Beschaffung der empfohlenen Präparate eingesetzt worden.

    "Wir wissen, dass die Implementierung von ACT nicht einfach ist. Aber wenn es darum geht, diese lebensrettenden Medikamente denjenigen zur Verfügung zu stellen, die sie brauchen, darf niemand die Hände in den Schoß legen", meint Karim Laouabdia von der Organisation. "Malariapatienten mit alten und unwirksam gewordenen Medikamenten wie Chloroquin zu behandeln ist ungefähr so sinnvoll, wie ihnen ein Päckchen Zucker zu verabreichen - das ist ethisch und medizinisch nicht vertretbar."

    ngo-online vom 24. April 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Kondome sind zum Schutz vor Aids zulässig

    Rom - Der emeritierte Erzbischof von Mailand, Kardinal Carlo Maria Martini, hat der Benutzung von Präservativen zum Schutz vor der Immunschwächekrankheit Aids zugestimmt. "Es muss alles getan werden, um Aids zu bekämpfen. In gewissen Situationen stellt der Gebrauch eines Präservativs das geringere Übel dar", sagte Martini der italienischen Wochenzeitschrift "L‘Espresso". Vor allem Ehepaare, bei denen einer der Partner den Virus in sich trägt, müssten Kondome benutzen: Der Kranke "ist verpflichtet, seinen Partner zu schützen und auch dieser muss das Recht haben, sich selbst zu schützen", hieß es in dem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem Geistlichen.

    Zudem erklärte Martini, unter gewissen Umständen könnten auch Singles Kinder adoptieren. Zwar hätten Kinder ein Recht auf eine Familie, die aus einem Mann und einer Frau zusammengesetzt ist. "Aber auch Alleinstehende können einige wesentliche Garantien bieten." Gleichzeitig sprach sich der Kardinal jedoch gegen Embryonen- Forschung und Euthanasie aus.

    Johannes Paul II. hatte in seiner Amtszeit stets die Verwendung von Kondomen auch zur Vorbeugung von Geschlechtskrankheiten ausgeschlossen. Dies wurde vor allem in seiner Enzyklika "Evangelium Vitae" deutlich. Stattdessen sprach sich der Papst aus Polen für Enthaltsamkeit aus.

    Beobachter in Rom meinten, ein hoher Kardinal wie Martini würde sich öffentlich nicht zu einem so heiklen Thema äußern, wenn dies zuvor nicht mit Papst Benedikt XVI. besprochen sei. Dabei hatte der deutsche Papst noch im vergangenen Jahr betont, die gleiche Haltung wie sein Vorgänger zu vertreten: "Die traditionelle Lehre der Kirche hat sich als einzig sicherer Weg gegen die Ausbreitung von Aids erwiesen", sagte er damals vor afrikanischen Bischöfen. Das meldete die dpa.

    Märkische Oderzeitung vom 21. April 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Stillen trotz HIV-Infektion in Entwicklungsländern ratsam

    Heidelberg - Die Übertragungsrate des HI-Virus von der Mutter auf das Kind ist in Deutschland dank Medikamenten, künstlicher Flaschennahrung und präventivem Kaiserschnitt relativ gering. Problematischer ist die Lage in Entwicklungsländern. Untersuchungen zufolge ist sechsmonatiges Vollstillen einer HIV-infizierten Mutter aber dennoch vorteilhafter für das Baby als der Verzicht auf die Muttermilch.

    Das Sterberisiko von nicht gestillten Kindern ist laut einem Bericht der Zeitschrift «Monatsschrift Kinderheilkunde» sechs bis zehn Mal höher als das eines gestillten Kindes bei ähnlichen Lebensumständen.

    Das Infektionsrisiko lässt sich demnach durch Abpumpen der Milch und anschließende Erhitzung auf 65 Grad weiter verringern. Ein Aufkochen der Milch würde allerdings die positiven Immunstoffe zerstören. Nach Ablauf der sechs Monate sollte das Kind allerdings möglichst schnell abgestillt und vollständig auf Ersatznahrung umgestellt werden. Eine Kombination von Muttermilch und Ersatznahrung erhöht die Infektionsgefahr.

    Monatsschrift Kinderheilkunde Band 154, Nummer 3, 21. April 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Zahl der HIV-Infizierten in Russland nimmt ständig zu

    Moskau - Bei den HIV-Infizierten in Russland ist eine steigende Tendenz zu beobachten. Darüber informierte der Leiter des Föderalen wissenschafltich-methodischen Zentrums für AIDS-Prophylaxe und -Bekämpfung, Wadim Pokrowski, Mitglied der Russischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz.

    "Die Situation mit AIDS in Russland verschlechtert sich immer weiter. Nach dem heutigen Stand sind 355 360 HIV-Infizierte registriert (Ende 2005 waren es 349 000), 9670 von ihnen starben. 14425 Kinder wurden von HIF-infizierten Müttern geboren und stehen unter ärztlicher Kontrolle zur Diagnoseklärung", so Pokrowski.

    Die Zahl der mit AIDS Angesteckten je 100.000 Einwohner beträgt 225,1 (im Jahre 2004 waren es 200,7).

    Nach Angaben des Experten erfolgte die Ansteckung früher vorwiegend durch Injektionen, also bei Drogensüchtigen. Jetzt wird das HIV-Virus immer öfter beim Geschlechtsverkehr übertragen.

    Dem Experten zufolge ist jeder 100. Bürger zwischen 18 und 23 Jahren als AIDS-Träger registriert. Im Gebiet Irkutsk sind 0,8 Prozent der Bevölkerung infiziert. In Togliatti (Gebiet Samara) und in Orechowo-Sujewo (Gebiet Moskau) sind 6,8 Prozent der jungen Männer zwischen 18 und 30 Jahren mit dem Virus angesteckt. Bei 79 Prozent der mit dem HIV-Virus lebenden Menschen wurde die Infektion zum erstenmal im Alter von 15 bis 30 Jahren festgestellt.

    "Wenn nur ein Prozent der jungen Menschen in Russland an AIDS stürbe, würde dies sich auf die Wirtschaft des Landes negativ auswirken, denn es würde ein Mangel an Arbeitskräften entstehen", so Pokrowski.

    Er teilte ferner mit, dass in der Sitzung des Staatsrates Russlands am Freitag unter anderem die Situation um AIDS in Russland erörtert wird.

    Nach Ansicht des Mediziners muss ein gutes und effektives Programm zur AIDS-Bekämpfung aufgestellt werden. Denn ein Ergebnis aus den laufenden Programmen werde erst in zwei bis drei Jahren zu verzeichnen sein. Dieses Programm müsse vom Premier oder einem Vizepremier geleitet werden. Nur dann würde es die gewünschten Ergebnisse bringen, so der Wissenschaftler.

    RIA Novosti - Meldung vom 20. April 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Medikamenten-Verweigerung für HIV-Positive untolerierbar

    Bern - Der Fall jener drei Genfer HIV-Patienten, welchen die Medikamente vorenthalten wurden, weil sie die Krankenkassenprämien nicht zahlten, ist für Gesundheitsminister Pascal Couchepin nicht tolerierbar.

    Der Fall mache ihn traurig, sagte der Bundesrat in einem Interview mit der Zeitung «Le Matin dimanche». Er kenne das Dossier nicht im Detail, aber jedermann müsse die Medikamente erhalten, die er brauche. Dafür sei die Prämienverbilligung eingeführt worden. Aufgrund einer geänderten Verordnung ist es seit Jahresbeginn möglich, den Leistungsstopp für Versicherte im Betreibungsverfahren früher zu verfügen als vorher. Die Maßnahme visiert Zahlungsunwillige und nicht Zahlungsunfähige an, wie Couchepin bei der Einführung versichert hatte. Nicht betroffen seien lebenswichtige Behandlungen.

    Leistungsstop für wen?
    Die Aids-Hilfe Schweiz bezeichnete die Tritherapie, welche den drei Genfer HIV-Patienten verweigert worden war, als überlebenswichtig. Zudem könnten sich die HI-Viren bei einem Unterbruch der Therapie verstärken, die Immunabwehr sinke und Folgekrankheiten drohten. Vielen Menschen fällt das Bezahlen der Krankenkassenprämien schwer. Peter Marbet, Sprecher des Krankenkassenverbandes santésuisse, sagte zu einem Bericht der «SonntagsZeitung», er wisse nicht wie viele Personen in der Schweiz schon von einem Leistungsstopp betroffen seien.

    Steigende Zahl der Betreibungen
    Die Zahl der Betreibungen wegen nicht bezahlter Krankenkassenprämien nehme aber zu. Die von der Zeitung genannten 400.000 Betreibungen entsprächen den Zahlen der Versicherer. Seit dem Inkrafttreten des Krankenversicherungsgesetzes sei der Anstieg zu beobachten. Die gegenwärtige hohe Zahl sei für ihn ein Indiz, dass die Prämienverbilligung nicht überall greife, sagte Marbet.

    Nachrichten.ch vom 16. April 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

    Kombination reduziert Häufigkeit von Malaria bei HIV-Infizierten

    Die tägliche Einnahme einer antiretroviralen Therapie (ART) und des Antibiotikums Cotrimoxazol sowie die Verwendung mit Insektizid behandelter Moskitonetze kann die Häufigkeit von Malaria bei HIV-infizierten Erwachsenen um 95 Prozent reduzieren, so diese aktuelle Studie.

    Malaria und HIV sind die beiden häufigsten Infektionen in Afrika südlich der Sahara. Malaria kann den klinischen Verlauf von Personen mit HIV verschlechtern und tritt bei HIV-infizierten Erwachsenen häufiger auf als bei Gesunden. ART führt zu einer Unterdrückung des HI-Virus und einer verminderten Sterblichkeit HIV-infizierter Personen. Bisherige Studien haben gezeigt, dass die präventive Behandlung mit dem Antibiotikum Cotrimoxazol die Häufigkeit von Malaria bei Personen mit HIV reduzieren kann; mit Insektizid behandelte Moskitonetze sind als effektives Mittel zur Malaria-Prävention bekannt.

    Jonathan Mermin von den Centers for Disease Control and Prevention in Entebbe in Uganda und seine Kollegen untersuchten den kombinierten Effekt von ART, Cotrimoxazol und Insektizid-behandelten Moskitonetzen auf die Häufigkeit klinischer Malariafälle bei etwa tausend HIV-Infizierten Personen in Uganda. Die Forscher führten die unterschiedlichen Maßnahmen nacheinander ein. Phase 1 war dabei keine Intervention, Phase 2 eine präventive Behandlung mit Cotrimoxazol, Phase 3 eine Behandlung mit Cotrimoxazol und ART und Phase 4 eine Kombination aus Cotrimoxazol, ART und Insektizid-behandelten Moskitonetzen. Die Forscher fanden heraus, dass die Behandlungen einen kumulativ schützenden Effekt auf die Malaria-Häufigkeit hatten. Verglichen mit der Häufigkeit ohne Eingreifen verringerte Cotrimoxazol die Malaria-Häufigkeit um 76 Prozent, ART und Cotrimoxazol zusammen um 92 Prozent und ART und Cotrimoxazol in Kombination mit Insektizid-behandelten Moskitonetzen um 95 Prozent.

    Dr. Marmin erklärt: "Eine Kombination aus Cotrimoxazol, antiretroviraler Therapie und Insektizid-behandelten Moskitonetzen reduzierte die Häufigkeit von Malaria bei HIV-infizierten Erwachsenen substanziell." Und fügt hinzu: "ART reduzierte die Malaria-Häufigkeit wahrscheinlich, indem es die Immunfunktionen verbesserte, nicht durch eine direkte Anti-Malaria-Aktivität."

    Quelle: Jonathan Mermin and others. Effect of co-trimoxazole prophylaxis, antiretroviral therapy, and insecticide-treated bednets on the frequency of malaria in HIV-1-infected adults in Uganda: a prospective cohort study. Lancet 2006; 367: 1256

    The Lancet vom 14. April 2006Inhaltsverzeichnis



     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     



     

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