Ausgabe 95

      Jahrgang 25

     März 2021

 

Inhaltsverzeichnis


 

Vorbemerkung
Impressum
Sponsoren
 

Die Online Ausgabe der 
HIV AIDS INFOS wird von den nachstehenden Firmen unterstützt:

 






Mit Nanopartikeln aktivierte Killer-Zellen HIV zerstören
HIV: Monatstablette für die Präexpositionsprophylaxe
Missbrauchsvorwürfe berichtenswert
"Die Leute haben Angst vor Sex"
HIV: Virus-Capsid gelangt unversehrt in den Zellkern
HIV: Mehr Todesfälle als Folge von Stigma und Diskriminierung
Patente aufheben, Pandemie besiegen
HIV-Heilung
HIV: Risiko der chronischen Nierenerkrankung unter TDF
Fostemsavir bei HIV-Multiresistenz zugelassen
Asha und das Virus
Coronapandemie senkt Nachfrage nach HIV-Präexpositionsprophylaxe
HIV: Gilead und Gritstone arbeiten zusammen an Impfstoff
Schwuler Teenager zwischen jüdischem Gebet und Aids-Krise
Wenn Hilfe plötzlich schwierig wird!
Werden andere Infektionen wirklich seltener?
HIV: Neue Daten zu Islatravir, Doravirin und MK-8507
Neue Arzneiform zur Behandlung der HIV-Infektion bei Kindern
Corona-Impfstudien und HIV
Sex in Zeiten von Corona – wenn die Sache anders ist, als man denken würde
Chronische HCV-Infektionen hinterlassen molekulare Narben in Immunzellen
Corona und Impfung
Studie zeigt Zusammenhang zwischen Gebärmutterhalskrebs und HIV-Infektion
HIV-Impfstoff kann Antikörper gegen das Virus produzieren
HIV fördert die Bildung von Plaques und erhöht das Schlaganfallrisiko
 
 
 

Vorbemerkung

Die HIV AIDS Infos sind eine Zusammenstellung aus Internetquellen, Mail- und Newsgroups und erstreckt sich jeweils über einen Zeitraum von ca. drei bis vier Monaten. Die einzelnen Artikel sind mit einem Link auf die Orginalartikel versehen und chronologisch geordnet.
Es wird auf diese Weise schnell über neue Entwicklungen und Änderungen in den Bereichen Epidemiologie, medizinischer Behandlung, ambulanter Pflege und psychosozialer Beratung bei HIV-Infektion, AIDS-Erkrankung und Hepatitis informiert. Die HIV AIDS Infos erscheinen in regelmäßigen Abständen und informieren interdisziplinär über Änderungen und Neuerungen auf dem Gebiet von HIV und AIDS.
 
 
 
 
 
 
 



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Mit Nanopartikeln aktivierte Killer-Zellen HIV zerstören

Spezialisten für Infektionskrankheiten am Vall d’Hebron Hospital in Barcelona, Spanien, gelang es, mithilfe einer neuen Technik Natural Killer-Zellen (NK) zu aktivieren, Lymphozyten des Immunsystems, die mit Viren, Bakterien oder Tumoren infizierte Zellen abtöten mit Nanopartikeln goldhaltigen Antikörpern, die helfen könnten, HIV-Reservoire zu beseitigen. Die Gruppen, die an dieser Forschung gearbeitet haben, sind Infektionskrankheiten und CIBBIM-Nanomedizin, pharmakokinetische Nanopartikel des Forschungsinstituts Vall d’Hebron (VHIR), und die Arbeit wurde bereits in der Zeitschrift Nano Today veröffentlicht.

Orginalartikel in nano today Volume 36: AntonioAstorga-Gamaza et al., Antibody cooperative adsorption onto AuNPs and its exploitation to force natural killer cells to kill HIV-infected T cells

Mehr unter: Nachrichten Spanien vom 20. Februar 2021
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HIV: Monatstablette für die Präexpositionsprophylaxe

Aktuelle Zwischenergebnisse einer Phase IIa Studie (NCT04003103) zur Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik der experimentellen Substanz Islatravir bei Erwachsenen unterstützen dessen Weiterentwicklung als Monatstablette für die Präexpositionsprophylaxe (PrEP). Islatravir ist ein nukleosidischer Reverse-Transkriptase-Translokations-Inhibitoren (NRTTI). Die Zwischenergebnisse zeigten, dass die monatliche orale Gabe von Islatravir den vorab definierten Schwellenwert für die Wirksamkeit der PrEP in beiden untersuchten Dosierungen erreichte. Zudem konnte auf Basis der noch verblindeten Daten eine gute Verträglichkeit beobachtet werden.

Mehr unter: Journalmed - Pressemeldung MSD vom 18. Februar 2021
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Missbrauchsvorwürfe berichtenswert

Verdachtsberichterstattung zu mutmaßlichen sexuellen Übergriffen eines Mediziners gegen schwule Patienten ist wieder möglich. Aber nicht detailliert. Die Medien Vice und Buzzfeed News dürfen wieder über einen Berliner Arzt berichten, dem sexueller Missbrauch von schwulen Patienten vorgeworfen wird. Allerdings dürfen die Medien die Vorwürfe weiterhin nicht detailliert und drastisch darstellen. Das Berliner Kammergericht hat jetzt die schriftlichen Urteilsgründe fertig gestellt, die der taz vorliegen.

Mehr unter: taz – Artikel vom 18. Februar 2021
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"Die Leute haben Angst vor Sex"

Comiczeichner Ralf König erzählt im Buch Coming-Out, wie er sich immer wieder geoutet hat. Er spricht auch zum ersten Mal über seine HIV-Infektion. Hier das Kapitel vorab. An den Wänden hängen Zeichnungen, Karten und Notizen. Darauf: viele nackte Körper. Unzählige Stifte liegen herum. Am Schreibtisch sitzt Ralf König und zeichnet. Vielleicht an seinem neuen Buch, vielleicht an etwas, das ihm gerade durch den Kopf geht. Über 60 Comicbücher hat er bisher veröffentlicht, die in über 15 Sprachen übersetzt wurden. Jedes davon war thematisch so vielfältig wie die Stifte, die in seinem Atelier herumliegen.

Mehr unter: Tagesspiegel vom 17. Februar 2021
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HIV: Virus-Capsid gelangt unversehrt in den Zellkern

Wissenschaftlern des Zentrums für Infektiologie am Universitätsklinikum Heidelberg und des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie in Heidelberg (EMBL) ist es erstmals gelungen, das HI-Virus beim Transport in den Kern der infizierten Zelle abzubilden. Die elektronentomografischen Aufnahmen zeigen: Die Protein-Hülle des Virus passiert die Kernpore als Ganzes und zerbricht erst im Inneren des Zellkerns, wo es die Virus-Erbinformation freisetzt. Die aktuell in der Fachzeitschrift Cell veröffentlichten Arbeiten klären einen wichtigen Mechanismus bei der Integration des Virus-Erbguts in den infizierten Zellen.

Artikel in Cell: Vojtech Zila et. al. Cone-shaped HIV-1 capsids are transported through intact nuclearpores.  

Mehr unter: HIV&More vom 15. Februar 2021
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HIV: Mehr Todesfälle als Folge von Stigma und Diskriminierung

Dagegen helfen keine Medikamente: Stigma und Diskriminierung werden bis 2030 weltweit für vermeidbare 440.000 Tote verantwortlich sein, sagt UNAIDS, das Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids. Die Eindämmung der HIV/Aids-Epidemie ist mehr als eine medizinische Herausforderung. Denn alle Medikamente, Diagnosetools oder auch eine funktionierende Gesundheitsinfrastruktur kommen an ihre Grenzen, wenn Menschen wegen ihrer Infektion stigmatisiert, diskriminiert und ausgegrenzt werden. Und sich deshalb nicht trauen, zum Arzt oder zur Ärztin zu gehen, sich testen zu lassen – und dementsprechend nicht behandelt werden können.

Siehe auch DAH blog magazin.hiv: UNAIDS-Ziele bis 2025 stellen Communitys und Menschenrechte ins Zentrum 

Mehr unter: PharmaFakten vom 11. Februar 2021
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Patente aufheben, Pandemie besiegen

Während die Pandemie ins zweite Jahr geht, listet die WHO acht Covid-19-Impfstoffe auf, die bereits allgemein eingesetzt werden. Weitere Impfstoffe befinden sich noch im Zulassungsverfahren. Das ist in der Impfgeschichte beispiellos. Es böte der Weltgemeinschaft, wenn sie auf internationaler Ebene effizient zusammenarbeiten würde, eine reelle Chance, 2021 sowohl die Pandemie zu bewältigen als auch die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen.

Mehr unter: Internationale Politik und Gesellschaft - IPG Journal vom 10. Februar 2021
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HIV-Heilung

Könnten NNRTI bei Therapiebeginn das Reservoir verkleinern? Ein Bestandteil des angeborenen Immunsystems kann die Aktivität der HIV-Protease erkennen und eine infizierte Zelle zum Selbstmord zu veranlassen – unter Umständen. Das angeborene Immunsystem besteht aus verschiedenen Erkennungsmolekülen, die auf ungewöhnliche Substanzen oder Vorkommnisse in einer Körperzelle reagieren. Eines davon ist das CARD8-Inflammasom. Liegt in der Zelle gleichzeitig die aktive Form der HIV-Protease vor, spaltet diese ein Stück von CARD8 ab, was zur Aktivierung und letztendlich zum „Selbstmord“ der Zelle durch Pyroptose führt.

Abstract in Science: Wang Q et al, CARD8 is an inflammasome sensor for HIV-1 protease activity

Thema Heilung - siehe auch Projekt Information: Download Ausgabe Januar / Februar 2020 

Mehr unter: HIV&More vom 10. Februar 2021
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HIV: Risiko der chronischen Nierenerkrankung unter TDF

Wie hoch ist das Risiko einer chronischen Nierenerkrankung (CKD) bei HIV-Patienten, die eine Tenofovirdisoproxil (TDF)-haltige Therapie erhalten? Basierend auf dem D:A:D-Score sind die Forscher der OPERA-Kohorte dieser Frage nachgegangen. Sie konnten dabei auf die klinischen Daten von 9.802 Patienten zurückgreifen, darunter 6.222 Personen, die TDF erhalten hatten.

Artikel in HIV Medicine: Hsu R et al. Risk of chronic kidney disease in people living with HIV by tenofovir disoproxil fumarate (TDF) use and baseline D:A:D chronic kidney disease risk score. Online ahead of print. 

Mehr unter: News Netzwerk Infektiologie vom 9. Februar 2021
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Fostemsavir bei HIV-Multiresistenz zugelassen

Fostemsavir ist ein Prodrug ohne signifikante antivirale Aktivität, das in vivo unter Abspaltung einer Phosphonooxymethyl-Gruppe zum aktiven Metaboliten Temsavir hydrolysiert wird. Temsavir bindet direkt an die gp120-Untereinheit des glykosylierten HIV-1-Hüllproteins gp160 und hemmt selektiv die Interaktion zwischen dem Virus und dem zellulären CD4+ Rezeptor, wodurch das Eindringen des Virus in Wirtszellen und somit deren Infektion verhindert wird. Temsavir wirkt damit als so genannter Attachment-Inhibitor.

Mehr unter: Pharmazeutische Zeitung vom 9. Februar 2021
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Asha und das Virus

Der iranische Virologe Asha lebt wegen seiner Liebe zu Männern im Exil. Seine Geschichte zeigt, wie Irans rigide Sexualmoral die Gesundheit der Bevölkerung gefährdet – und wie schwer es Deutschland selbst hoch qualifizierten Geflüchteten macht. "Es ist, als wäre ich in Iran gestorben«, sagt Asha als wir zusammen vom Bahnhof durch dichten Nebel in Richtung seiner Unterkunft spazieren. Ich muss schlucken. Doch Asha scheint nicht traurig oder verzweifelt: »Meine Familie und Freunde werde ich wahrscheinlich nie wieder sehen. Ich habe ein neues Leben hier."

Mehr unter: Magazin Zenith - Beitrag vom 5.Februar 2021
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Coronapandemie senkt Nachfrage nach HIV-Präexpositionsprophylaxe

Die Nachfrage nach der Präexpositionsprophylaxe (PrEP) ist in der Coronapandemie deutlich zurückgegangen. Das zeigt eine interne Abfrage des Robert-Koch-Instituts (RKI) unter Einrichtungen, die PrEP verschreiben. Demnach hat die Nachfrage nach PrEP bei 76 Prozent der Zentren abgenommen. Seit dem 1. September 2019 übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) die Kosten für die PrEP-Medikamente und Begleituntersuchungen bei Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko. Die Bundesregierung wurde damals vom Gesetzgeber verpflichtet, die Wirkungen der ärztlichen Verordnung der PrEP auf das Infektionsgeschehen der sexuell übertragbaren Krankheiten bis Ende 2020 zu evaluieren.

Siehe auch Deutsche Apotheker Zeitung: Wie klappt es mit der PrEP? 

Mehr unter: Deutsches Ärzteblatt vom 4. Februar 2021
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HIV: Gilead und Gritstone arbeiten zusammen an Impfstoff

Gilead Sciences und Gritstone gehen eine Kooperations-, Options- und Lizenzvereinbarung zur Erforschung und Entwicklung einer auf Impfstoffen basierenden Immuntherapie gegen das Humane Immundefizienz Virus (HIV) ein. Die beiden Unternehmen werden einen HIV-spezifischen therapeutischen Impfstoff entwickeln, der Gritstones proprietäre Prime-Boost-Impfstoff-Plattform nutzt, die aus selbst amplifizierender mRNA (SAM) und adenoviralen Vektoren besteht.

Mehr unter: Journalmed - Pressemeldung Gilead vom 4. Februar 2021
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Schwuler Teenager zwischen jüdischem Gebet und Aids-Krise

Ein junger, russischer, jüdischer und schwuler Immigrant im New York der späten Achtziger: Im Coming-of-Age-Drama Minjan muss sich David zwischen Hormonen, Familienerwartungen und HIV zurechtfinden. Manchmal ist Nirgendwo genau der Ort, an dem man sich verkriechen möchte. Der 17-jährige David geht deshalb erst zaghaft, später selbstbewusster in die New Yorker Schwulenbar Nowhere. Dort kann er seinem Stadtteil Brighton Beach, seiner russisch-jüdischen Einwandererfamilie genauso wie der jüdischen Schule entfliehen. Und zwei Wodka kippen und mit dem Barkeeper flirten.

Link: queerfilmnacht online 

Mehr unter: queer vom 1. Februar 2021
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Wenn Hilfe plötzlich schwierig wird!

Für Menschen, die sich in einer Notlage oder Sondersituation befinden, sind sie ein wichtiger Fels in der Brandung – die verschiedenen Hilfs- und Beratungsangebote der Stadt sowie von Vereinen und Hilfsorganisationen. Sie stehen mit Rat und Tat zur Seite, vermitteln weiterführende Unterstützung und schaffen Kontakte zu anderen Menschen in ähnlicher Lage! Die Essener Aids-Hilfe beispielsweise tut dies ausgesprochen erfolgreich – und das bereits seit über 35 Jahren… Die Corona Pandemie stellt hier alle - Mitarbeiter und Klienten - vor ganz neue Herausforderungen.

Mehr unter: Stadtspiegel - Lokalkompass - Beitrag vom 25. Januar 2021
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Werden andere Infektionen wirklich seltener?

Viele Infektionskrankheiten sind während der Pandemie zurückgegangen. Doch ausgerechnet die gefährlichsten Seuchen könnten wegen Covid-19 hunderttausende Menschen mehr töten. Während Covid-19 weltweit grassiert, haben es andere Infektionen schwer. Prominentester Fall ist die Influenza: Im Frühjahr 2020 kam die Grippewelle abrupt zum Erliegen, in diesem Winter kommt sie nicht einmal mehr in Schwung. Knapp 30 laborbestätigte Grippefälle pro Woche vermeldet das Robert Koch-Institut (RKI) Ende Dezember, um den Jahreswechsel 2019/2020 waren es noch mehr als 1000. Auch andere Infektionskrankheiten wie Scharlach und Masern haben es schwer, wie die Daten des Instituts zeigen.

Siehe auch Spektrum der Wissenschaft: Was weiß man über die neuen Virusvarianten? 

Mehr unter: Spektrum der Wissenschaft vom 23. Januar 2021
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HIV: Neue Daten zu Islatravir, Doravirin und MK-8507

Auf dem virtuellen International Congress on Drug Therapy in HIV Infection „HIV Glasgow 2020“ wurden neue Daten zu zwei experimentellen HIV-Substanzen vorgestellt – zu Islatravir, einem oralen nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Translokations-Inhibitor (NRTTI) und zu MK-8507, einem oralen nicht-nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitor (NNRTI), der einmal wöchentlich als Tablette eingenommen wird.

Literatur: Molina J et al. Islatravir in combination with doravirine maintains HIV-1 viral suppression through 96 weeks. JIAS 2020; vol 23, suppl 7: O415.
Ankrom W et al. Safety, tolerability, and pharmacokinetics following single and multiple-dose administration of the novel NNRTI MK-8507 with a midazolam interaction arm. JIAS 2020; vol 23, suppl 7: P099.
Ankrom W et al. Single doses of MK-8507, a novel HIV-1 NNRTI, reduced HIV viral load for at least a week. JIAS 2020; vol 23, suppl 7: O416.

Mehr unter: Journalmed - Pressemeldung MSD vom 21. Januar 2021
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Neue Arzneiform zur Behandlung der HIV-Infektion bei Kindern

Die Europäische Kommission hat der Empfehlung der EMA zugestimmt, die Zulassung von Dolutegravir in Tivicay zu erweitern. Damit ist Tivicay nun auch in Form von löslichen Tabletten für Kinder und Säuglinge in Europa zugelassen. Durch die Fortschritte der Therapie einer HIV-Infektion ist heutzutage ein nahezu normales Leben möglich – hierzu gehört auch die Erfüllung eines Kinderwunsches. So ist es möglich, durch eine antiretrovirale Therapie (ART) der Mutter beziehungsweise einen Kaiserschnitt, eine eventuelle peri- und postnatale Prophylaxe des Kindes sowie den Stillverzicht, ein vollkommen gesundes Kind zur Welt zu bringen.

Studie bei ClinicalTrials: Dolutegravir Study in HIV-1 Participants Completing IMPAACT Studies P1093 and P2019 

Mehr unter: Deutsche Apotheker Zeitung vom 19. Januar 2021
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Corona-Impfstudien und HIV

An den Studien zur COVID-19-Impfung haben nur wenige HIV-positive Menschen teilgenommen. Bislang gibt es keine Hinweise, dass die Impfung bei HIV-Infektion weniger gut verträglich ist. Theoretisch gibt es keinen Grund, der gegen eine Corona-Impfung bei HIV-Positiven spricht. Der Impfstoff enthält keine lebenden Viren und stellt damit selbst bei Immunschwäche kein erhöhtes Risiko für unerwünschte Wirkungen dar. Fachgesellschaften und Experten empfehlen Menschen mit HIV zu impfen. Ob die Antikörper-Bildung und damit der Schutz bei Immunschwäche eingeschränkt ist, ist derzeit nicht bekannt.

Artikel in aidsmap: Have COVID-19 vaccines been tested in people with HIV? 

Siehe auch 2mecs: Nachdenkliches - Corona, Grundrechte und Impfung

Und scinexx: Wie wirkt der russische Corona-Impfstoff?

Mehr unter: HIV&More - Meldung vom 11. Januar 2021
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Sex in Zeiten von Corona – wenn die Sache anders ist, als man denken würde

Körperliche Nähe außerhalb von festen Beziehungen ist derzeit tabu. Trotzdem steigen an einigen Orten die Infektionsraten bei sexuell übertragbaren Krankheiten. Was es damit auf sich hat. Corona bedeutet Distanz. Wenn wir im gerade zu Ende gegangenen Corona-Jahr etwas verinnerlicht haben, dann dies: Nähe ist gefährlich. Zumindest Nähe im physischen Sinn. Für uns Schweizer sollte dieser durch Corona angestoßene Bewusstseinsprozess allerdings keine allzu große Herausforderung darstellen, gelten wir doch im internationalen Vergleich ohnehin als distanziert.

Mehr unter: Neue Zürcher Zeitung vom 9. Januar 2021
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Chronische HCV-Infektionen hinterlassen molekulare Narben in Immunzellen

Rund 70 Millionen Menschen sind weltweit von einer chronischen Infektion mit Hepatitis C betroffen, schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Dank hochwirksamer, direkt antiviral wirksamer Substanzen ist die Erkrankung mittlerweile heilbar. Bisher war jedoch unklar, ob sich auch die körpereigene Immunantwort nach erfolgreicher Therapie wieder erholt. Nun konnten Forschende des Universitätsklinikums Freiburg in Zusammenarbeit mit der Berliner Charité zeigen, dass in Killer T Zellen Narben zurückbleiben.

Abstract in Nature Immunology: Hensel, N., Gu, Z., Sagar et al. Memory-like HCV-specific CD8+ T cells retain a molecular scar after cure of chronic HCV infection

Mehr unter: esanum - Beitrag vom 7. Januar 2021
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Corona und Impfung

Ab dem 27. Dezember 2020 wird es voraussichtlich eine Impfung gegen Covid-19 in der EU geben, weitere Impfstoffe werden im Laufe des Jahres 2021 zugelassen. Es besteht berechtigte Hoffnung, dass die Pandemie damit beendet oder zumindest begrenzt wird. Wir haben wichtige Fragen und Antworten rund um die Corona-Impfung zusammengestellt.

Siehe auch HIV&More: HIV und Corona - Europäische Fachgesellschaften empfehlen HIV-Patient*innen bei der Impfung gegen SARS-CoV-2 zu priorisieren

Mehr unter: Deutsche AIDS-Hilfe - Pressemeldung vom 22. Dezember 2020
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Studie zeigt Zusammenhang zwischen Gebärmutterhalskrebs und HIV-Infektion
 
Ein Forschungsteam der Technischen Universität München (TUM) hat die Effekte einer Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) auf die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs quantifiziert und herausgefunden, dass Frauen, die mit HIV infiziert sind, ein sechsfach höheres Risiko haben, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Besonders betroffen sind die Regionen Süd- und Ostafrika. Gebärmutterhalskrebs ist nach Statistiken der WHO die vierthäufigste Krebsart bei Frauen. Im Jahr 2018 wurde bei schätzungsweise 570.000 Frauen weltweit ein Zervixkarzinom diagnostiziert, etwa 311.000 Frauen starben an dieser Krankheit.

Artikel in The Lancet Global Health: Dominik Stelzle, Luana F. Tanaka et al.: Estimates of the global burden of cervical cancer associated with HIV. 

Mehr unter: Technische Universität München – Pressemeldung vom 21. Dezember 2020
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HIV-Impfstoff kann Antikörper gegen das Virus produzieren

Während gegen das Coronavirus mehrere Impfstoffe in Rekordzeit entwickelt wurden, gibt es auch nach 40 Jahren noch immer keinen Impfstoff gegen HIV. Jetzt hat das Rospotrebnadzor-Forschungszentrum Vektor offenbar einen entscheidenden Durchbruch erzielt. Der Impfstoff gegen das humane Immundefizienzvirus (HIV), der vom Vektor entwickelt wurde, ist in der Lage, Antikörper gegen das Virus zu produzieren. Das wurde während der ersten Phase der klinischen Studien bei 100 Prozent der Freiwilligen bestätigt wurde, meldete Vektor am Freitag.

Siehe auch HIV&More: HIV-Heilung - ADCC als (nicht ganz so) neue Strategie gegen HIV?

Mehr unter: russland.news - Meldung vom 19. Dezember 2020
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HIV fördert die Bildung von Plaques und erhöht das Schlaganfallrisiko

HI-Viren eindämmen heißt auch, das kardiovaskuläre Risiko zu senken. Das erhöhte kardiovaskuläre Risiko von Patienten mit HIV-Infektion hängt nicht nur von klassischen Faktoren wie Rauchen oder Hyperlipidämie ab. Auch die noch im Körper zirkulierenden Viren spielen offenbar eine deletäre* Rolle – selbst unter einer erfolgreichen Suppression. Diesen Schluss ziehen Dr. Megan McLaughlin von der Universität von Kalifornien in San Francisco und Kollegen aus ihrer Kohortenstudie mit 152 HIV-Infizierten, bei denen die Viruslast seit mindestens sechs Monaten unterhalb der Nachweisgrenze lag.

JAMA Netw Open 2020: McLaughlin MM et al. Association of Viral Persistence and Atherosclerosis in Adults With Treated HIV Infection. 

* zerstörend, schädlich, tödlich, verderblich.

Mehr unter: Medical Tribune Deutschland vom 16. Dezember 2020
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